Goldfinger
Cover

20.9.2002 / 6.1.2003

James Bond #3

Titel Goldfinger
Studio United Artists / EON (1964)
Hersteller MGM Home Video (2000)
DVD-Typ 9 (7,53 GB) Bitrate ø 6,43 max. 9,5
Laufzeit 105 Minuten Kapitel 32
Regionalcode 2 (Deutschland) Case Amaray I
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.78:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 2.0 Mono 192 kb/s Englisch, Deutsch, Spanisch, Kommentar 1+2
Untertitel Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Finnisch, Polnisch
Freigabe FSK 16
Extras • Making of "Goldfinger"
• Audio-Kommentar des Regisseurs
• Original Radio-Interviews mit Sean Connery
• Dokumentation "Das Goldfinger Phänomen"
• Fotogallerie mit Textpassagen
• Original Kinotrailer
• 8-Seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen

Allgemeines

Auric Goldfinger (Gerd Fröbe) wird vom britischen und amerikanischen Geheimdienst beobachtet und verdächtigt, Gold im großen Stil zu schmuggeln - nur konnte man ihm dabei nie etwas nachweisen. Um dem Abhilfe zu schaffen heftet sich James Bond (Sean Connery), der beste Geheimagent des MI-6, an Goldfingers Fersen. Nach einem arrangierten Golfspiel folgt 007 Goldfinger bis in die Schweiz und wird dort von seinen Gangstern gefangengenommen und nach Kentucky verschleppt, wo er Goldfingers wahrem Plan auf die Schliche kommt: der Oberschurke will sich an Amerikas größer Goldreserve Fort Knox zu schaffen machen.

Mit Goldfinger begann der internationale Erfolg der Bond-Filme erst richtig, denn zum ersten Mal kamen alle der klassischen Zutaten zusammen. Vor allen Dingen brachte dieser Film den ersten Bösewicht mit charismatischem Charakter hervor, der schnell Filmgeschichte schrieb. Zum ersten Mal wurden auch Q's technische Spielerein im großen Stil eingesetzt, allen voran Bonds Auto, der damals sensationelle Aston Martin. Dieser erregte großes öffentliches Interesse und bekam sogar dreißig Jahre später in Goldeneye einen Gastauftritt. Auch eine Premiere der besonderen Art ist die erstmalige Verwendung eines Titelsongs im Vorspann, der auch gleich zu einem echten Klassiker wurde - auch wenn heutzutage nicht alle den Film kennen, Shirley Basseys Goldfinger hat jeder schon einmal gehört.

Ein cleveres, aber auch frecheres Drehbuch sorgt für Der Geheimagent im Dienste ihrer Majestät hat einen ungewöhnlich hohen Verschleiß an Partnerinnen, von denen eine den wohl berühmtesten Tod eines Bond-Girls sterben durfte. Und wer würde sich heute noch trauen, einen weiblichen Charakter in aller ernsthaftigkeit Pussy Galore zu nennen?
Frischer Wind wurde auch durch Guy Hamilton garantiert, der mit Goldfinger sein erstes, aber nicht letztes Bond-Abenteuer inszenierte und den besonderen Stil von Terence Young aus den ersten beiden Filmen fortführte und verbesserte. Guy Hamilton hatte dabei das Glück, auf eine eingespielte, bewährte Crew zurückgreifen zu können und machte Goldfinger zu einem der bemerkenswertesten Bond-Filme aller Zeiten, der zur Referenz für fast alle neueren Filme wurde.

Die DVD-Ausstattung von MGMs Special-Edition stammt fast ausschließlich von der 1995 veröffentlichten Laserdisc-Edition, die damals zusammen mit Thunderball und Goldeneye herausgebracht wurde. Einen Unterschied in der Ausstattung zu anderen Bond-SEs gibt es deshalb nicht, allerhöchstens ist Goldfinger noch ein klein wenig besser bestückt als die anderen DVDs.

Goldfinger
gibt es natürlich auch als deutsche Code2-DVD, die bis auf die zusätzlichen Tonspuren, etwas andere Menüs und einem zensierten Cover (!) identisch mit der amerikanischen Version ist. Wen das PAL-Speedup nicht stört, der sollte vielleicht die deutsche DVD in Betracht ziehen, denn Gert Fröbe wurde in der englischen Fassung von einem britischen Schauspieler nachsynchronisiert, spricht sich aber in der deutschen Version selbst.

Bild

Newly created widescreen master ist nicht ganz korrekt, denn diese Version basiert auf einem THX-zertifizierten, anamorphen Transfer, der 1998 für die alte DVD erstellt wurde. Das ursprüngliche Format von 1,66:1 wurde dabei oben und unten etwas beschnitten, um das Bild ins 16:9-Format hineinzubekommen, was aber kein großer Verlust ist. Die Vorlage ist in bemerkenswert gutem Zustand, weist aber einige nicht zu übersehende Kratzer und Verunreinigungen auf. Auch die Körnigkeit des Filmmaterials ist stellenweise recht hoch, wurde aber nicht durch einen Rauschfilter beseitigt. Dadurch ist die Schärfe überraschend gut, allerdings wurde hier ein klein wenig digital nachgeholfen. Die Farben sind kräftig, unverblaßt und bis auf die filmtypische Körnigkeit völlig rauschfrei. Die Kompression machen sich trotz der relativ niedrig gehaltenen Bitrate nicht negativ bemerkbar. Mit Ausnahme der Macken auf der Vorlage, von denen man zumindest die gröbsten hätte digital entfernen können, ist dies mit Abstand die beste Version des Films, die es gibt. Besser könnte man es nur durch eine komplette Restauration machen, die der Film ehrlichgesagt doch bitter nötig hätte.
Die deutsche DVD hat gegenüber der amerikanischen Ausgabe den Vorteil eine höhere Bitrate zu besitzen, die das Bild noch etwas filmähnlicher und schärfer macht. Dadurch kommt allerdings auch etwas mehr von der Filmkörnigkeit an die Oberfläche, aber insgesamt sind die Unterschiede zwischen den beiden Fassungen nur minimal.

Ton

Leider hat MGM Goldfinger keinen Mehrkanal-Soundremix gegönnt, was aber weniger an Knauserigkeit als am fehlenden Material zu liegen scheint. Die Musik existiert zwar in Stereo, aber wie man aus verschiedenen Quellen hört, sind die getrennen Tonspuren für Musik, Effekte und Dialoge der meisten älteren Bond-Filme nicht mehr auffindbar. Statt die fertig gemischte Mono-Fassung künstlich aufzublasen, hat MGM es bei einem Kanal gelassen und sich darauf konzentriert, die Mono-Fassung so gut wie möglich wiederherzustellen - und das ist hervorragend gelungen.
Die englische Fassung auf dieser DVD klingt überraschend kräftig und gar nicht so dünn und blechern, wie man es von manchen anderen Tonspuren dieses Alters kennt. Dynamik und Frequenzgang sind natürlich etwas eingeschränkt, aber nicht so stark daß es wirklich auffällt. John Barrys berühmte Filmmusik und sogar der Titelsong hören sich kaum schlechter als auf der Soundtrack-CD an, und alle Stimmen sind sehr gut verständlich.
Die deutsche Tonspur schlägt sich auch ziemlich gut, leidet aber noch etwas mehr unter eingeschränkter Dynamik und Frequenzgang. Wie oben erwähnt ist das Highlight der deutschen Fassung natürlich die Stimme von Gerd Fröbe, der sich in der Synchronfassung selbst spricht, aber in der Originalfassung von einem englischen Schauspieler gesprochen wurde.

Menü & Specials

Die hervorragende Ausstattung der Goldfinger-DVD ist hauptsächlich der 1995 erschienenen Laserdisc zu verdanken, von der ein großer Teil des Bonusmaterials übernommen wurde. Die Menüs der europäischen DVD sehen etwas anders aus als die der US-Version, sind aber keinesfalls schlechter.

Gleich zwei Audiokommentare hat diese DVD bekommen, wobei der erste offenbar noch von der Laserdisc stammt und der zweite für die Special-Edition neu produziert wurde.
Kommentar Nummer Eins, moderiert von Lee Pfeiffer von TWINE Entertainment, besteht aus einem szenenspezifischen Teil mit Regisseur Guy Hamilton, der durch viele andere Interview-Ausschnitte ergänzt wird, in denen neben Sean Connery und Desmond Llewlyn viele der Schauspieler und Crewmitglieder zu Wort kommen. Der Schwerpunkt dieses Kommentar liegt hauptsächlich in der Regiearbeit und den Schauspielern, die viele kleine Anekdoten zu erzählen haben.

Der zweite Kommentar wird von John Cork moderiert und verbindet auch einen szenenspezifischen Teil mit vorhandenem Material. Hier haben sich Stuntman George Leach und Effekt-Experte Cliff Cully zusammengesetzt und plaudern über viele technische Dinge, die aber nicht auf allzu komplizierte Weise dargelegt werden. Ergänzt wird diese Kommentarspur auch durch Interviews mit vielen Crewmitgliedern, diesmal nur aus den technischeren Bereichen.

The Making of Goldfinger (26:00) ist eine weitere Übernahme von der Laserdisc und trägt deshalb nicht den üblichen "Inside..."-Titel, wie er auf den meisten anderen Bond-DVDs zu finden ist. Vom Inhalt und der Machart unterscheidet sich dieses Making-Of aber nicht von den neueren, die ja ihren Ursprung in diesen 1995 produzierten Dokumentationen haben. Patrick Macnees Voiceover verbindet die vielen alten und neuen Interviews mit den Filmemachern, deren Nachfahren und den Schauspielern - natürlich kommt auch Sean Connery selbst hier zu Wort.

The Goldfinger Phenomenon (29:10) widmet sich weniger dem Inhalt und der Entstehungsgeschichte des Films, sondern mehr dessen Auswirkungen auf die Filmindustrie und die amerikanische Kultur (zumindest das, was man in den USA als Kultur bezeichnet).

Die Bildergallerie ist in 22 Bereiche unterteilt und enthält eine riesige Menge gut ausgesuchte Fotos aus allen Bereichen der Filmproduktion, von denen die meisten großen Seltenheitswert besitzen dürften.

Der Rest des Bonusmaterials besteht aus einer filmhistorisch sehr interessanten Sammlung aus altem Promotionmaterial. Als erstes ist natürlich der Kinotrailer (3:05) zu nennen, gefolgt von drei TV-Spots (2:14), die alle einen unverkennbaren 60er-Jahre-Charme haben. Hinter dem Original Publicity Featurette (2:14) verbirgt sich ein sehr witziger schwarzweißer Werbespot, der hauptsächlich zeigt auf welch schmerzhafte Weise sich Harold Sakata für seine Rolle als Oddjob vorbereitet. Bemerkenswert ist eine 22minütige Sammlung von verschiedenen Radiospots, die sich erst bei genauerem Reinhören als äußerst interessant und hörenswert herausstellt.
Etwas Erklärung bedürften vielleicht die Open Radio Interviews: diese Interviews wurden den Radiostationen zur Verfügung gestellt und enthielten nur die Antworten der Schauspieler - die Fragen konnten die Radiomoderatoren selbst einsetzen und es so aussehen lassen als hätten sie tatsächlich das Interview selbst geführt. Hier spielt John Cork den Radioreporter.

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