Butch Cassidy and the Sundance Kid
Cover

04.09.2002

Titel Butch Cassidy and the Sundance Kid
Studio 20th Century Fox (1969)
Hersteller 20th Century Fox Home Video (2002)
DVD-Typ 9 Bitrate ø 4,82 max. 8,0
Laufzeit 106 Minuten Kapitel 24
Regionalcode 2 (Deutschland) Case Amaray I transparent
Fernsehnorm PAL
Bildformat 2.35:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 2.0 Mono 192 kbit/s Englisch, Deutsch, Spanisch
Untertitel Englisch, Deutsch, Spanisch
Freigabe FSK 16
Extras • Extras
• Audio-Kommentare der Crew-Mitglieder
• Interviews
• Dokumentation "Das Making-Of Butch Cassidy und Sundance Kid"
• Alternative Credits
• Produktions-Notizen

Allgemeines

Alleine die Erwähnung der Namen Butch Cassidy und Sundance Kid oder Burt Bacharachs Song Raindrops keep falling on my Head führen zumindest bei Amerikanern dazu diesen Film zu zitieren. Die fast wahre Story um die beiden Bankräuber hat ihren festen Platz in der amerikanischen Geschichte und bietet natürlich den idealen Stoff für einen Western. 1969 wars dann soweit - unter der Regie von George Roy Hill spielten Robert Redford und Paul Newman das charmante Ganovenpaar. "Most of what follows is true" bemerkt der Film schon zu beginn, und so wird eine etwas verklärte, romantische Version der Geschichte erzählt die sich schnell zu einem der berühmtesten Western der Filmgeschichte entwickeln sollte. Butch Cassidy and the Sundance Kid ist auch eine Hommage an die guten, alten Western und schafft diesen mit ein paar ganz untypischen Stilmitteln ein großartiges Denkmal.
Die deutsche DVD von Butch Cassidy and the Sundance Kid entspricht der amerikanischen Vorlage und enhhält bis auf ein fehlendes Booklet alle Extras. Der perfekte Transfer und die reichhaltigen Extras sprechen sehr für diese DVD, da kann man ruhig über die etwas schwache Tonspur hinwegsehen und zugreifen, wenn einem etwas an diesem Klassiker liegt.

Bild

Fox hat sich mit Butch Cassidy and the Sundance Kid viel Mühe gegeben und einen komplett neuen anamorphen Transfer erstellt, statt auf MGM-Weise die alte Fassung von der 25th-Anniversary-Laserdisc wiederzuverwenden. Der Transfer der US-DVD ist THX-Zertifiziert, die Region2-Version hingegen nicht - allerhöchstens eine Formalität, denn hier wurde ein und dasselbe Master verwendet.
Die Filmvorlage wurde von fast allen Beschädigungen befreit, insofern das überhaupt nötig war. Auf eine weitere digitale Nachbearbeitung wurde offenbar verzichtet, denn das Bild sieht nicht so knackscharf wie manche neuere Transfer aus, aber dadurch wirkt dieser Transfer ungewöhnlich realistisch. Ohne die Nebenwirkungen von nachträglicher Aufschärfung springt einen die bombastische Szenerie des Films geradezu aus der Bildröhre. Conrad Halls fast schon legendäre Bildkompositionen sehen nun einfach wundervoll aus. Besonderen Wert wurde auch auf das Farbtiming gelegt. Einfach war das sicherlich nicht, denn der Film beginnt wie The Wizard of Oz in "Sepiatone" (Monochrom mit Brauntönen) und geht dann erst nach einigen Minuten fließend in die realistischen Farben über. Die Filmkörnigkeit ist ab und zu etwas zu sehen, fügt sich aber nahtlos in das allgemeine Aussehens des Films ein und stört deshalb nicht weiter. Optisch ist an diesem Transfer absolut nichts auszusetzen, ganz besonders nicht wenn man bedenkt wie schlecht die früheren Versionen aussahen - das ist fast schon Referenzqualität für einen Film dieses Alters.

Ton

So aufregend die Bildqualität ist, so unscheinbar sind die Tonspuren dieser DVD. Als erstes muß man anmerken, daß sich weder Untertitel noch Tonspuren über die Fernbedienung umschalten lassen, das wurde offenbar gesperrt weil je nach ausgewählter Sprache verschiedene Untertitel in den Film eingeblendet werden sollen.
Die englische Tonspur ist so unspektakulär wie eine alte Mono-Tonspur von 1969 nur sein kann. Nichts gegen einen handfesten Mono-Ton - daß so etwas gut klingen kann, haben die meisten Bond-DVDs zu genüge bewiesen. Hier klingt es einfach nur ziemlich flach ohne richtige Höhen und Tiefen, allerdings auch ohne dabei blechern und verzerrt zu sein. Da der Film bis auf drei musikunterlegte Szenen nur aus Geräuschen und Dialogen besteht, macht das jedoch nicht so viel aus. Burt Bacharachs Musik klingt zwar auch nicht sensationell gut, aber alle Stimmen sind klar und deutlich zu hören und die Geräuschkulisse wirkt trotz der fehlenden Räumlichkeit durchaus realistisch. Die deutschen und spanischen Tonspuren hören sich fast genauso wie die englische an, weisen aber ein leichtes Grundrauschen auf. Man hätte sehr viel aus diesen Soundtracks machen können, aber vielleicht hat es sich auch einfach nicht gelohnt da die Optik dieses Films weitaus wichtiger ist als der Ton.

Menü & Specials

Sämtliche Extras wurden von der 25th-Anniversary-Laserdisc auf diese DVD übertragen und wirken deshalb teilweise etwas angestaubt. Das liegt aber nicht ausschließlich daran, denn einiges wurde auch schon lange vorher produziert. Trotzdem ist das eine imposante Ansammlung von Bonusmaterial, die die Bezeichnung Special Edition wirklich verdient hat. Die Menüs bestehen leider nur aus einfallslos gestalteten Standbildern - das hätte man wirklich etwas besser machen können.

Das vierzigminütige Making of Butch Cassidy and the Sundance Kid stammt von 1970 und wurde vom Filmhistoriker Robert Crawford auf dem Set des Films gedreht. Diese Dokumentation besteht hauptsächlich aus 16mm-Aufnahmen vom Set und einigen Filmausschnitten, was alles von Regisseur George Roy Hill und den Schauspielern und Filmemachern aus dem Off kommentiert wird. Das ganze hat einen etwas ungeschliffenes Aussehen, die Handkamera ist ziemlich wackelig, die Schnitte holperig und die Bildqualität etwas angeschrammt. Allerdings muß man sagen, daß diese Art von Making-Of, die komplett aus "Behind-the-Scenes"-Material ihren ganz besonderen Charme hat und mehr Informationen als sonst üblich enthält.

Die Kommentarspur wird ebenfalls von Robert Crawford angeführt, es sind aber auch Regisseur George Roy Hill, Cinematographer Conrad Hall und Songschreiber Hal David zu hören. Obwohl dieser Kommentar den Eindruck erwecken will, daß alle Beteiligten zusammensaßen, sprechen diese überhaupt nicht miteinander - es scheint, als ob doch alle Leute ihren Kommentar einzeln gemacht hätten. So fehlt diesem Audiokommentar trotz aller darin enthaltenen Informationen sehr viel an Lebendigkeit, es ist sehr schwer länger zuzuhören ohne daß es wirklich langweilig wird. Das mag auch daran liegen, daß der Kommentar von der sechs Jahre alten Laserdisc-SE stammt und "damals" so etwas noch sehr unüblich war. Genauso wie das Making-Of ist diese Kommentarspur todernst und völlig humorlos - von Unterhaltung hier keine Spur, ohne Zweifel ist aber der Informationsgehalt sehr hoch und für Filmliebhaber äußerst interessant. Robert Crawford wird übrigens in den Menüs als Associate Producer bezeichnet, obwohl er diesen Job erst bei The Great Waldo Pepper und The Sting innehatte.

Einen weniger gealterten Eindruck machen die Video Interviews von 1994 mit Paul Newman, Robert Redford, Katherine Ross, Drehbuchautor William Goldman und Filmmusiker Burt Bacharach. Gemischt mit ein paar Schwarzweiß-Bildern von den Dreharbeiten bieten diese Interviews eine ganz andere Perspektive über die Filmproduktion, die sich sehr vom Making-Of unterscheidet. Insgesamt sind diese fast dreißig Minuten Interviews ein perfekter Zusatz zu der Dokumentation.

Die Production Notes sind keine einfachen Texttafeln, sondern überraschend viele gescannte Scriptausschnitte, Briefe und Notizen. Leider ist diese große Menge an Textmaterial aufgrund der zu starken Bildkompression nur noch schwer lesbar, stellenweise ist die ohnehin schon recht undeutliche Schreibmaschinenschrift zu sehr von Kompressionsartefakten umringt. Es hilft jedoch den DVD-Player auf 4:3-Letterbox oder Pan&Scan umzuschalten, weil dann alle Menüs aufgezoomt werden und dann wenigstens auf Computermonitoren besser lesbar sind.

Die Alternative Credits sind einfach ein computergenerierter, separat aufrufbarer Abspann, der mit Musik unterlegt ist und ein Ersatz zum etwas kurz geratenen Schluß des eigentlichen Films ist. Abgerundet werden die Extras von drei wirklich gut gelungenen Trailern, die aber alle nicht anamorph sind und ein schreckliches Farbtiming haben.

Die Extras dieser DVD leiden zwar deutlich unter ihrem Alter, aber trotzdem macht alles einen so guten Eindruck daß man hier nur die volle Punktzahl vergeben kann. Man fragt sich nur, ob Fox ohne die Laserdisc-Vorlage auch so viel Bonusmaterial zusammengestellt hätte.

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