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18.04.2003 |
Titel | Ed Wood | ||
| Studio | Touchstone Pictures (1994) | |||
| Hersteller | Touchstone Home Video (2003) | |||
| DVD-Typ | 9 (7,51 GB) | Bitrate | ø 6,2 max. 8,5 | |
| Laufzeit | 121 | Kapitel | 28 | |
| Regionalcode | 2 (Deutschland) | Case | U-Button | |
| Fernsehnorm | PAL | Mastering | Technicolor | |
| Bildformat | 1.85:1 | 16:9 |
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| Tonspuren | |
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| Untertitel | Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch | |||
| Freigabe | FSK 12 | |||
| Extras |
Making of "Ed Wood" Audio-Kommentar von Regisseur Tim Burton, Schauspielern, Drehbuchautoren, Kameramann und Kostümdesigner Das Setdesign: Fliegende Untertassen über Hollywood Männer in Frauenkleidern Martin Landau als Bela Lugosi Die Musik zum Film Kinotrailer |
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Allgemeines Es war einmal ein Filmemacher namens Edward D. Wood Jr.,
der auszog um seine Träume zu verwirklichen. Im Hollywood der fünfziger
Jahre produziert er mit viel Enthusiasmus, aber wenig Talent und genausowenig
Geld eine Reihe von Filmen, dessen bekannester wohl Plan 9 From Outer
Space ist. Obwohl seine Filme auf den ersten Blick nicht anders als
Hunderte von ähnlichen B-Movies aus dieser Zeit waren, hatten sie
etwas ganz besonderes. Lange Zeit versanken seine Filme in Unbedeutsamkeit,
aber ein Buchautor bezeichnete Anfang der achtziger Jahre Ed Wood als
schlechtesten Regisseur aller Zeiten und verhalf seinen Filmen damit zu
einem unverhofften Revival. Lange nach Ed Woods Tod wurde sein Name wieder
berühmt, und wenn man sich heute Plan 9 und die anderen
Filme anschaut, merkt man daß sie eigentlich gar nicht so schlecht
sind. Genau das ist es, was wahrscheinlich einen Filmemacher wie Tim Burton
so fasziniert hat und zu diesem Film geführt hat.
Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte: die
Besetzung mit Johnny Depp als Ed Wood und Martin Landau als Bela Lugosi
ist ein typisches, brilliantes Tim-Burton-Casting, und auch die Nebenrollen
wurden bis ins kleinste Detail nicht weniger treffend besetzt. Gedreht
wurde verhältnismäßig schnell, der Aufwand wurde auf ein
Minimum reduziert. Trotzdem hat man nie das Gefühl, daß man
es hier mit einer hastigen B-Movie-Produktion zu tun hat - genau das Gegenteil
ist der Fall, denn Ed Wood ist ein dramaturgisch perfekt durchgeplanter
Film, der gekonnt auf der Grenze zwischen Komödie und Tragödie
balanciert und nie komplett in eine Richtung umfällt. |
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| Bild Obwohl im Abspann von Ed Wood "Prints by Technicolor" zu lesen ist, wurde auf schwarzweißem Filmmaterial gedreht. Der Vermerk bezieht sich lediglich auf das Labor, in dem die Kopien hergestellt wurde - und das war in diesem Fall die Firma Technicolor. Buena Vistas neuer Transfer im anamorphen Originalformat zeigt viele positive Eigenschaften, könnte aber in einigen Bereichen noch etwas besser sein. Zumindest die Fehler des Quellmaterials kann man als künstlerische Absicht interpretieren, denn gerade durch den nicht ganz pefekten Look gewinnt Ed Wood optisch an Authenzität und Atmosphäre.Die Filmvorlage ist in einem einigermaßen guten Zustand, wurde aber kaum gereinigt, so daß gelegentlich kleinere Fussel und Dropouts sichtbar sind, die aber nicht unangenehm ins Auge fallen. Körnigkeit ist bei einem Schwarzweißfilm eine ganz natürliche Sache und ist bei Ed Wood auch stärker vertreten als bei anderen Farbfilmen aus dieser Zeit. Mit dem berüchtigsten aller Bearbeitungswerkzeuge, dem Rauschfilter, wurde die Körnigkeit dieses Transfers zwar nicht entfernt, aber leider schlägt dafür die Kompression an manchen Stellen so stark zu, daß sich die ziemlich feine Körnigkeit in digitale Matsche verwandelt. Zum Glück passiert das nicht sehr oft und ist auch nur auf sehr großen oder hochauflösenden Displays überhaupt sichtbar. Richtig begeistern können dagegen Helligkeit und Kontrast, die perfekt ausgepegelt wurden und zusammen mit der für einen "Flat" gedrehten Film überraschend hohen Schärfe für ein kristallklares Bild sorgen, daß fast von der Mattscheibe zu springen scheint. Tiefenschärfe und Detailzeichnung sind nicht auf dem allerhöchsten Niveau, aber für einen Film dieses Typs mehr als zufriedenstellend. Mit Ausnahme der ganz minimalen Kompressionsprobleme bietet diese DVD eine äußerst filmgetreue Präsentation.
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Die englische Tonspur ist kein Upmix von einer Dolby-Surround-Track wie oft behauptet wird, denn Ed Wood kam 1994 schon mit Dolby-Digital-Ton in die Kinos, so daß dieser Mix mit Sicherheit auch für diese DVD verwendet wurde. Ein besonders heftiges Surround-Feuerwerk sollte man hier aber nicht erwarten, denn trotz Sechskanalton haben die Toningenieure den Ball flach gehalten. Hauptsächlich handelt es sich hier nämlich um eine Mono-Tonspur deren Musik in 5.1 abgemischt wurde, aber in einer handvoll Szenen wie dem Boxkampf in Kapitel 10 werden aber auch die Surroundkanäle für Effekte verwendet. Sonst beschränkt sich das Geschehen die meiste Zeit auf den Center-Lautsprecher, mit Ausnahme der breit über die vorderen und hinteren Soundstages abgemischten Musik, die sich aber nicht von dem "Mono-Teil" der Tonspur unangenehm absetzt. Qualitätsmäßig gibt es an dieser Tonspur nichts auszusetzen - die Dialoge sind klar verständlich und die Musik hört sich sehr dynamisch und frisch an. Die deutsche Synchronfassung hält sich dagegen nicht ganz so gut. Der Klang der Musik ist lauter und nicht mehr so differenziert, und die Stimmen haben den üblichen sterilen Tonstudio-Touch. Die etwas frontlastigere Abmischung deutet darauf hin, daß die deutsche Fassung wahrscheinlich ein einfacher Upmix einer Dolby-Surround-Tonspur ist. Generell sollte man die deutsche Fassung wegen ihrer sprachlichen Unterlegenheit sowieso meiden und auf die englische Fassung - notfalls mit deutschen Untertiteln - ausweichen. |
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Bonusmaterial Von Null auf Hundert hat Buena Vista unter der Tarnkappe von Touchstone Home Video es mit Ed Wood geschafft: statt erstmal eine extralose DVD und vielleicht erst Jahre später eine Special-Edition herauszubringen, bekommt man hier gleich eine voll ausgestattete DVD.Das Menüdesign ist hervorragend gelungen und paßt perfekt zum Stil des Films. Projeziert auf eine virtuelle Kinoleinwand samt brüllendem und popcornschmeissendem Publikum fühlt man sich in diesen Menüs gleich wie bei der Premiere von Ed Woods neuestem Film. Der Audiokommentar mit Regisseur Tim Burton, den Autoren Larry Karaszewski und Scott Alexander, Director of Photography Stefan Czapsky, der Kostümdesignerin Coleen Atwood und last, but not least Schauspieler Martin Landau bringt zwar nicht alle Beteiligten zusammen im Studio, aber die einzelnen Teile sind nahtlos ineinander zusammengefügt worden. Das Autorenduo Karazewski und Alexander hat seinen Teil des Kommentars zusammen aufgenommen, und genauso wie die separaten Bemerkungen von Tim Burton und Stefan Czapsky sind sie szenenspezifisch - zumindest nach etwa einer Dreiviertelstunde, denn vorher wird gar nicht Bezug zum laufenden Film genommen. Die Kommentare von Martin Landau und Coleen Atwood wurden den gleichen Interviews entnommen, die auch in den Featurettes dieser DVD verwendet wurden. Martin Landau spielt jedoch in diesem Kommentar außer seinen eigenen Bemerkungen noch die Rolle des Moderators: mit bestem ungarischen Akzent leitet er den Kommentar ein und stellt jede Person mit Namen vor, wenn sie das erste Mal zu hören ist. Längere Pausen gibt es nicht, die gesamten zwei Stunden werden fast vollständig genutzt. Inhaltlich handelt es sich um einen der informativsten Kommentare, die ich seit langem gehört habe. Hier erfährt man nicht nur trockene Details über die Dreharbeiten des Films, sondern auch sehr viel über seinen Ursprung und natürlich über Ed Wood selbst und wie seine Filme die Macher dieses Films beeinflußt haben. Die Menge der Informationen, die man hier geboten bekommt läßt sich kaum abschätzen, aber eins ist sicher: das wahre Making-Of auf dieser DVD verbirgt sich in diesem Audiokommentar, den man auf keinen Fall verpassen sollte. Lobenswerterweise ist der Kommentar komplett deutsch untertitelt worden. Let's Shoot this F#*%@er! (13:55) - dieses Featurette mit dem unhöflichen Titel (der aber auch nur eine Dialogzeile aus dem Film selbst ist) ist eine Sammlung von unkommentierten Behind-the-Scenes-Aufnahmen, die auf ungewöhnliche Weise von Johnny Depp eingeleitet werden. Hier bekommt man einen Eindruck von Tim Burtons scheinbar chaotischer Arbeitsweise, mit der aber alle ziemlich gut auf dem Set zurechtkommen. Ein richtiges Making-Of, wie es auf dem rückseitigen Cover versprochen wird, ist das nicht - aber eine faszinierende Ergänzung zum Audiokommentar, denn hier sieht man was bei den Dreharbeiten los war und bekommt es nicht nur erzählt. The Theremin (7:24) dreht sich um Howard Shores Filmmusik und im speziellen um ein besonderes Instrument: das Theremin. Anfang der fünfziger Jahre hat Bernard Herrmann dieses ungewöhnliche elektronische Instrument in der Filmmusik von The Day the Earth stood still das erste Mal eingesetzt und damit zu einem Markenzeichen von frühen Science-Fiction-Filmen gemacht. In diesem Featurette wird nicht nur über das Theremin geredet, sondern es wird auch anschaulich gezeigt wie das Instrument aussieht und wie es gespielt wird. In Making Bela (8:15) erzählt Martin Landau, wie er in Bela Lugosi verwandelt wurde. Dazu gehörte nicht nur das entsprechende Makeup, sondern auch eine intensive Studie des echten Bela und seiner Hintergründe, über die man hier eine Menge erfährt. When Carol Met Larry (9:22) tanzt hier etwas aus der Reihe, denn dieses Featurette beschäftigt sich mit "Crossdressern", mit Männern die wie Ed Wood gerne Frauenkleider anziehen und hat eigentlich nichts mit dem Film selbst zu tun. Verzweifelt wird hier versucht, dem Thema eine Normalität zu schaffen, die sowieso schon Pie Plates over Hollywood (13:49) beschäftigt sich nicht nur mit den sogenannten "Special Effects" des Films, sondern hauptsächlich mit dem Set-Design. Production Designer Jim Duffield erzählt, wie schwierig es ist heutzutage ist einen Schwarzweiß-Film zu gestalten. Duffield zeigt eine Menge von seinen eigenen Konzeptzeichnungen und anderen Unterlagen - von einfachen Fotos vom Set bis zu Mustern verwendeter Tapeten ist so ziemlich alles dabei. Interessant ist auch Duffields Methode vor Ort zu prüfen wie ein Set in Schwarzweiß aussieht: man nehme eine Polaroid-Kamera, fülle sie mit Schwarzweißfilm und fotografiere damit das Set ab! Das Music Video (3:29) ist eine clever gemachte Collage aus Filmschnipseln und anderem Material zu Howard Shores eindringlicher B-Movie-Score. Das ganze kann einen gewissen MTV-Touch nicht verbergen, bringt aber die Atmosphäre des Film sehr gut herüber. Natürlich fehlt auch der obligatorische Trailer (2:18) auf dieser DVD nicht, hier in 1.33:1 mit Dolby-Stereo-Ton vorhanden. Besonders ungewöhnlich ist dieser Trailer nicht, irgendwie wurde hier die Chance verpaßt es im richtigen Ed-Wood-Stil zu machen, aber wenigstens bekommt man hier genau den richtigen Eindruck vom Film. |
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