Evolution
Cover Titel Evolution
Studio Columbia / Dreamworks (2001)
Hersteller Columbia-Tristar (2001)
DVD-Typ 9 (single sided, dual layer) Bitrate ø 5,39 max. 9,0
Laufzeit 98 Minuten Kapitel 28
Regionalcode 2 (Deutschland) Case Custom-Digipack
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.85:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround 448 kbit/s Englisch, Deutsch 2.0 Surround 192 kbit/s Kommentar
Untertitel Englisch, Deutsch, Türkisch, Holländisch
Freigabe FSK 12
Extras • Verschiedene Trailer
• Filmdokumentationen (Visual Effects, Die Entwicklung von Evolution)
• Entfallene Szenen
• Multi Angle Storyboards
• Filmkommentare: Schauspieler, Regisseur
• Fotogalerie
• Produktionsnotizen
• Filmografien: Schauspieler, Regisseur

Allgemeines

Evolution war im Sommer 2001 kein großer Erfolg in den Kinos - eigentlich unverständlich, da Ivan Reitman mit seinem neuen Film wieder in Höchstform war und eine der witzigsten und spannensten Science-Fiction-Komödien seit langem gedreht hat. Ausgerechnet David Duchovny, der erst vor kurzem nach acht Jahren aus der Fernsehserie Akte X ausstieg, in der Hauptrolle zu besetzen war mutig, hat aber hervorragend geklappt. An seiner Seite sind Orlando Jones, Seann Scott Williams und last, but not least Julianne Moore zu sehen - Ivan Reitman hat keine Mühe gescheut um Evolution optimal zu besetzen. Ursprünglich sollte es ein ernster Science-Fiction-Film werden, aber als das Projekt in Reitmans Händen war, wurde daraus eine Komödie, die ein wenig auf den Pfaden von Ghostbusters wandelt. Wer SF-Komödien wie die Filme von Ivan Reitman oder Men in Black mag, wird auch bei Evolution viel Spaß haben - alle anderen werden zumindest einen soliden Film vorfinden, über den es nicht viel zu schimpfen gibt.

Evolution erschien weltweit etwa zeitgleich im Dezember 2001 als DVD, allerdings mit ein paar überraschenden Unterschieden: während USA und Deutschland eine Special-Edition mit zwei Dokumentationen, Kommentarspur und Storyboards bekamen, erschien in England und in Australien nur eine abgespeckte Fassung ohne Audiokommentar und zweitem Featurette. Wenn man gerne im Ausland bestellt, sollte man also trotz der vielleicht günstigeren Preise nur die amerikanische DVD von Dreamworks oder die deutsche DVD von Columbia-Tristar auswählen - beide sind von den Extras her identisch. Die deutsche DVD erschien in der Erstauflage sogar in zwei verschiedenen Verpackungen: einmal im ganz normalen Amaray-Case und eine begrenzte Stückzahl in einem flachen Digipack mit schick glänzendem Cover, das man schon aus zehn Meter entfernung im Regal liegen sieht - wirklich sehr nett gemacht und als Weihnachtsgeschenk einfach optimal.

Bild

Columbia-Tristar und Dreamworks sind beide berühmt für ihre fast immer makellosen Transfer, Evolution ist da keine Ausnahme. Der Transfer wurde von Sonys Masteringstudio DADC durchgeführt, wahrscheinlich basieren alle DVDs auf dem gleichen Master. Die Filmvorlage ist bis auf ein oder zwei vernachlässigbare Staubkörnchen völlig sauber und sieht so perfekt aus, wie man es von einem gerade mal ein dreivierteljahr alten Film erwartet. Der anamorphe Transfer läßt trotz der etwas niedrigen mittleren Bitrate keine zweifel an der Bildqualität aufkommen - Sony war schon immer ein Kompressions-Spezialist der auch bei Bitraten unter 5 MBit/s gut aussehen lassen kann. Einzig die Körnigkeit des Filmmaterials tritt in ein paar besonders dunklen Szenen etwas stärker hervor, ansonsten macht das Bild einen sehr soliden Eindruck. Die Schärfe ist auf einem ehr durchschnittlichen Niveau, ist aber den ganzen Film über konstant so daß der Transfer nicht den Eindruck macht, als ob er viele Details verstecken würde. Die Farben sehen kräftig aus und lassen die vielen Landschaftsaufnahmen aus der Arizona-Wüste sehr lebendig erscheinen.

Ton

Beide Tonspuren sind lobenswerterweise mit 448 kbit/s codiert worden, etwas was andere Studios wie Warner erst noch lernen müssen. Die englische Tonspur klingt auf meiner Pro-Logic-Anlage genauso wie ich sie aus dem Kino in Erinnerung habe (ich konnte die Originalversion nur in einem Saal ohne Digitalton sehen). Die Abmischung ist nicht ganz so feurig wie man es von den meisten neuen Blockbustern gewohnt ist, kann sich aber dennoch ganz gut behaupten. Die vordere Soundstage ist sehr aktiv, während die Surroundlautsprecher nur in den Actionszenen viel zu tun bekommen. Die Musik ist angenehm raumfüllend abgemischt worden, verwendet die Rearkanäle nur manchmal als leise Unterstützung. Die Stimmen sind alle sehr gut verständlich, was man diesmal sogar vom sonst ewig nuschelnden David Duchovny behaupten kann. Insgesamt ist das eine nette Tonspur, die es nicht allzusehr übertreibt und es auch nicht auf Rekorde anlegt.
Die deutsche Tonspur ist in der Abmischung in etwa mit der englischen Fassung identisch, jedoch mit den üblichen Einschränkungen einer Synchronfassung: die Stimmen klingen künstlicher und weniger gut in den Filmton eingebettet. Im Direktvergleich scheint die deutsche Tonspur außerdem etwas schriller und weniger baßlastig zu sein.

Menü & Specials

Wenn es einen wirklichen Grund gibt etwas an dieser DVD zu kritisieren, dann sind es die Menüs - so ein häßliches Design habe ich seit langem nicht mehr gesehen. Was hat sich Columbia bloß
dabei gedacht? Eigentlich hätte man hier ja etwas nettes mit vielen dreiäugigen Smilies machen können. Wenn man sich aber von den Menüs nicht abschrecken läßt, bietet diese DVD ein sehr ordentliches Bonusmaterial. Es muß halt nicht immer eine vollgeladene 2-DVD-SE sein.

A Conversation with Ivan Reitman, David Duchovny, Seann William Scott und Orlando Jones ist der Deckname für den Audiokommentar von Evolution. Wenn man die Kommentarspur von Ghostbusters kennt, kann man sich ungefähr ausrechnen was einen hier erwartet. Die drei Schauspieler und ihr Regisseur haben jede Menge Spaß bei Erzählen und nichts selten endet eine Anekdote
in großem Gelächter. Trotz der überaus heiteren Stimmung erfärht der Zuhörer einiges an interessanten Sachen über die Entstehung des Films. Der Informationsgehalt mag nicht besonders hoch sein, aber die Kommentarspur ist mindestens genauso unterhaltsam wie der Film selbst.

Die Deleted Scenes werden an den entsprechenden Stellen im Film schon auf der Kommentarspur von Ivan Reitman angesprochen. Der Regisseur ließ es sich aber nicht nehmen, zu Beginn jeder der sechs Szenen kurz zu erklären, wo diese Szene hingehört und warum entschieden wurde sie herauszuschneiden. Die Szenen sind keine kurzen Schnipsel vom Boden des Schneideraums, sondern längere sehenswerte Sequzenzen, darunter auch erweiterte Fassung von Beginn und Ende des Films. Alle sechs Szenen zusammen haben eine Laufzeit von ungefähr einer Viertelstunde. Die Bildqualität ist in etwa die gleiche wie beim Film selbst, aber die Szenen sind interlaced abgelegt und haben leider nur 2.0-Surround-Ton. Trotz der Unscheinbarkeit ist das hier eine der besten Präsentationen von Deleted Scenes seit langem.

In die Kategorie "Making-Of" fällt The Evolution of Evolution, eine 15-minütige Dokumentation, die von der Firma EMC West im Auftrag von Dreamworks fürs US-Fernsehen gedreht wurde. Bei der kurzen Laufzeit denkt man natürlich sofort an ein billiges Werbefilmchen, aber Dreamworks hat schon immer eine gute Hand bei der Produktion solcher kurzen Featurettes gehabt. Diese Doku bietet neben einigen clever ausgewählten und eingeschnittenen Filmszenen einen Mockumentary-artigen Stil. Orlando Jones spielt Reporter und interviewt seine Kollegen, was oft zu witzigen Reaktionen führt - aber es sind auch ein paar ernsthafte Antworten zu hören.

Auch die Storyboards überraschen mit einer guten Präsentation. Statt einfach nur Standbilder in eine Bildergallerie zu stecken, wurden die Storyboards von sechs Szenen zusammenmontiert und mit dem Filmton unterlegt. Auf einem zweiten Kamerawinkel kann man außerdem das laufende Filmbild in einem kleinen "Fenster" mit anschauen. Die Szenen machen zusammen etwa zwanzig Minuten aus, wieviele einzelne Storyboards hier zu sehen sind habe ich nicht nachgezählt - aber ein paar hundert sind es mit Sicherheit.

Visual Effects ist ein zehnminütiges Featurette über die CGI-Effekte des Films, das sich nicht mit dem Making-Of überschneidet und einen interessanten Einblick in die Technik des Films gibt. Obwohl man nach Filmen wie Antz, Shrek, Starwars Episode One oder Jurassic Park schon genug von solchen Sachen gesehen hat, erfährt man auch hier wieder etwas neues.

Die Bildergallerie besteht nicht aus Fotos von den Dreharbeiten, sondern aus Konzeptzeichnungen von all den Viechern, die in Evolution durch die Gegend krauchen. In zehn "Unterarten" eingeteilt kann man sich hier Zeichnungen und teilweise auch Modelle der Kreaturen anschauen - die Menschen sind allerdings nicht dabei.

Das restliche Bnusmaterial ist Pflichtprogramm und besteht aus den Teaser- und Kinotrailern von Evolution, dem Trailer von Ghostbusters, sowie den Produktionsnotizen und den Cast & Crew-Filmographien.