Felidae |
4.8.2002
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Titel |
Felidae |
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Studio |
Senator Film /
Trickompany / Fontana (1994) |
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Hersteller |
Mediacs (2002) |
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DVD-Typ |
9 (6,8 GB) |
Bitrate |
ø 6,33 max. 9,0 |
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Laufzeit |
78 Minuten |
Kapitel |
16 |
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Regionalcode |
2 (Deutschland) |
Case |
Amaray I |
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Fernsehnorm |
PAL |
Mastering |
Technicolor |
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Bildformat |
1.85:1 |
16:9 |
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Tonspuren |
Deutsch
Deutsch, Englisch, Kommentar |
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Untertitel |
Deutsch |
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Freigabe |
FSK 12 |
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Extras |
Audiokommentar von Regisseur Michael Schaack und Co-Regisseur Veit Vollmer
Behind the Scenes: Trickompany
Komplettes Hörbuch "Felidae"
Bildergalerie mit 250 Storyboards und Artwork-Material sowie Multi-Angle-Funktion
Kurzfilm "Das Pflaumenhuhn" von Hayo Freitag
Trailer
Special zur Albtraumsequenz
Inkl. DVD-Player Software für PC |
Allgemeines
Kater Francis zieht mit seinem Dosenöffner Gustav in
ein neues Revier um, und der merkwürdige Geruch des heruntergekommenen
neuen Domizils läßt den selbsterklärten felinen Klugscheißer
nichts Gutes ahnen. Schon kurz nach seinem Eintreffen findet er die Leiche
eines seiner Artgenossen und erfährt von Kater Blaubart, daß
dies nicht der erste unübliche Todesfall im Revier ist. Francis nimmt
zusammen mit Blaubart die Ermittlungen auf, aber hinter den mysteriösen
Todesfällen steckt mehr, als sich eine Katze auf Anhieb vorstellen
kann...
Als Produzent Hanno Huth 1989 Akif Pirniccis Bestseller-Geschichte vom
Katzendetektiv Francis las, war der Gedanke an eine Verfilmung nicht mehr
weit. Fünf Jahre später war einer der aufwendigsten deutschen
Zeichentrickfilme fertig, der sich mit seinem hohen Produktionsstandard
und der originalgetreuen Umsetzung der Romanvorlage auch mit großen
Hollywood-Produktionen messen konnte. Der Unterschied zum üblichen
kindergerechten Zeichentrick-Allerlei ist dabei hauptsächlich der
Umstand, daß Felidae der erste und bisher einzige deutsche
Trickfilm ist, der sich hauptsächlich an Erwachsene richtet.
Felidae ist sicher nichts für zimperliche, aber manche Reaktionen
auf den Film sind doch meist maßlos überzogen. Oft hört
man etwas wie "Felidae, das ist doch der mit den herausgerissenen
Gedärmen und dem Katzensex, oder?" Es geht natürlich oft
recht drastisch zur Sache, aber es ist nichts übermäßig
schlimmes dabei - dabei tragen gerade die heftigsten Szenen zum Aufbau
der mysteriösen und unheimlichen Atmosphäre bei. Felidae
zeichnet ein recht genaues Bild vom manchmal gefährlichen Leben einer
Katze und verzichtet dabei neben einer gehörigen Portion Dramatik
auch nicht auf etwas Humor. Die Mischung der verschiedenen Elemente ist
hervorragend gelungen und hat eine ganz besondere, schlecht zu beschreibende
Atmosphäre hervorgebracht.
Die Animation ist mit den damaligen Mitteln hervorragend gelungen. Die
Bewegungen einer Katze in einem Trickfilm realistisch darzustellen ist
nicht einfach, aber in Felidae sieht es erstaunlich realistisch
aus. Besonders beeindruckend sind die Hintergrundzeichnungen und natürlich
die berühmten Traumsequenzen, deren Umsetzung ein gefundenes Fressen
für die Zeichner gewesen sein muß. Im großen und ganzen
ist dieser Film eine visuell und storytechnisch sehr originalgetreue Umsetzung,
die trotz der kurzen Laufzeit von nur knapp achtzig Minuten alle wichtigen
Elemente des Buches übernimmt.
Für die Stimmen der bekrallten Vierfüßler konnten die
Produzenten namhafte deutsche Schauspieler wie Ulrich Tukur, Mario Adorf,
Helge Schneider, Uwe Ochsenknecht und Klaus Maria Brandauer gewinnen.
Den Vorwurf einfach nur aus Werbegründen die deutsche Schauspielerelite
vor die Mikrofone gestellt zu haben, kann man den Machern von Felidae
wirklich nicht machen, denn die Stimmen sind so eng mit den Charakteren
verschmolzen, daß man sich gar keine Gedanken darum macht wer nun
der menschliche Sprecher ist. Musikalisch ist Felidae ebenfalls
bestens ausgestattet: der Titelsong von Boy George und die orchestrale
Score von Anne Dudley brauchen sich nicht vor großen Hollywood-Filmen
zu verstecken.
Die deutsche DVD-Schmiede Mediacs hat schon viele Veröffentlichungen
auf dem Kerbholz, die aber alle Aufträge für andere Firmen waren
- darunter sind auch die Platinum Editions von MAWA/VCL und viele
andere DVDs. Für die fünfhundertste und gleichzeitig erste eigene
DVD-Produktion hat sich Mediacs mit Felidae etwas ganz besonderes
vorgenommen. Neben einer anamorphen Abtastung mit neu gemischer 5.1-Tonspur
erwartet den Käufer eine Sammlung von beeindruckenden Extras, die
man bei einer komplett deutschen DVD-Produktion gar nicht erwartet hätte.
Zusätzlich hat Mediacs die limitierte Erstauflage der Felidae-DVD
zusammen mit der Fortsetzung Francis in Buchform in einer Box herausgebracht,
die man teilweise auch jetzt noch zum Preis der Einzel-DVD im Handel bekommen
kann.
Dies ist mit Sicherheit einer der besten deutschen DVD-Veröffentlichungen
der letzten Zeit - schließlich bekommt man nicht nur einen Film,
sondern auch noch ein Hörbuch und die Romanfortsetzung zu einem unschlagbaren
Preis dazu.
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Bild
Im Prinzip hat Mediacs mit diesem Transfer alles richtig
gemacht, allerdings ergeben sich durch das Alter des Films und die damalige
Animationstechnik ein paar Einschränkungen. Die Filmvorlage ist stellenweise
ganz leicht verschmutzt, was aber nur bei ganz genauem Hinsehen auffällt.
Die Körnigkeit ist für einen Flat gedrehten Film minimal und
wurde nicht durch Filter unterdrückt. Die Schärfe ist optimal
und zeigt jeden Pinselstrich, deckt aber auch einige Unsauberheiten in
der Animation auf. Manchmal ist sind ein leichtes Flackern oder Farbveränderungen
auf Flächen zu sehen, die von einer Unebenheit der Zeichentrick-Folien
herrührt. Der Star dieses Transfers sind natürlich die knackigen,
soliden Farben, die ohne Rauschen und Verschmieren wiedergegeben werden.
Der Bildstand wirkt manchmal etwas unruhig, aber das liegt nicht am Filmmaterial,
sondern an der manchmal etwas holperigen Animation. Trotz aller Einschränkungen
hätte es Mediacs mit diesem Transfer wirklich nicht machen können.
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Ton
Diese DVD ist im Bereich Tonspuren praktisch ein Unikum:
hier ist die deutsche Version das Original, nicht die ebenfalls vorhandene
englische Tonspur. Mediacs ist auf Nummer sicher gegangen und hat die
deutsche Fassung als 5.1-Upmix und als 2.0-Surround-Original abgelegt.
Die 5.1-Spur ist ein Sorgfältiger Upmix und kann hauptsächlich
durch die enorme Klangfülle überzeugen - an Höhen und Baß
mangelt es keinesfalls. Die Räumlichkeit entsteht hauptsächlich
durch die breit über alle Kanäle abgemischte Musik, denn die
Surroundlautsprecher werden nur ganz selten für Effekte eingesetzt
- Frontlastigkeit ist aber hier trotzdem ein Fremdwort. Die Stimmen beschränken
sich ganz konventionell auf den Center-Kanal, aber Geräusche sind
oft direktional zu hören. Eine äußerst Gelungene Neuabmischung,
die sich nicht mit künstlichen Effekten zur Schau stellt.
Die deutsche 2.0-Tonspur ist als Dolby Surround geflaggt, ist aber offensichtlich
kein einfacher Downmix der 5.1-Version, sondern die ursprüngliche
Dolby-SR-Tonspur. Der Klang ist dünner und die Abmischung nicht einmal
ansatzweise so surroundlastig wie die 5.1-Fassung, deshalb sollte man
diese Tonspur lieber gleich links liegen lassen. Alles was die 2.0-Spur
hat, hat auch die 5.1-Spur - nur um einiges verbessert.
Die englische 2.0-Spur ist eine noch zwiespältigere Sache. Nicht
nur der deutlich eingeschränkte Frequenzumfang und die schlechtere
Dynamik, sondern auch die anderen Stimmen sind ein nicht zu unterschätzendes
Problem. Während die Identität Sprecher der deutschen Fassung
hinreichend dokumentiert sind, ist über die der englischen Fassung
überhaupt nichts zu erfahren. Die Übersetzung ist nicht besonders
gut gelungen und verharmlost so manches, und die unbekannten Sprecher
sind nicht gerade sehr überzeugend. Außerdem bleibt die Frage
nach der Herkunft der englischen Version offen, die ich trotz intensiver
Recherche bisher noch nicht klären konnte. Trotzdem muß man
Mediacs loben, daß gleich drei Tonspuren mit auf diese DVD gekommen
sind.
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Menü & Specials
Vollständig animierte Menüs sind auch heute nicht
unbedingt üblich, aber Mediacs hat es sich nicht nehmen lassen für
Felidae etwas besonderes zu machen. Das Zusammenspiel von fertigem
Film, Konzeptzeichnungen und Tonausschnitten ist wirklich gut gelungen,
auch wenn die Schriftarten an einigen Stellen etwas exotischer hätten
aussehen können. Sämtliches Bonusmaterial, inklusive aller Filmbeiträge
sind übrigens anamorph abgelegt worden - daran sollte sich so manches
amerikanische Major-Studio mal eine Scheibe abschneiden.
Das Bonusmaterial wird von einem szenenspezifischen Audiokommentar
mit den Regisseuren Michael Schaack und Veit Vollmer eingeleitet. Die
beiden (Trick)-Filmemacher geben sich anfangs noch etwa hölzern und
unerfahren, aber nach etwa einer Viertelstunden wird viel aus dem Nähkästchen
geplaudert und vor allen Dingen an die gute, alte Zeit erinnert, in der
Trickfilme noch ohne Computer gemacht wurden. Man erfährt so einiges
über die Entstehung von Felidae und allgemein über Trickfilme,
aber auch über die Schwierigkeit die komplizierte Romanvorlage so
gut wie möglich umzusetzen. Trotz der Startschwierigkeiten kann man
über diesen Audiokommentar wirklich nichts schlechtes sagen.
Behind the Scenes: die Trickompany ist eine 17-minütige Dokumentation
über das deutsche Trickfilmstudio, das vor allen Dingen von der Vorher-Nachher-Perspektive
lebt. Felidae ist immerhin schon acht Jahre alt und damals wurde
noch komplett "per Hand" animiert. Die Filmemacher werden wie
im Audiokommentar ganz nostalgisch und schwärmen einerseits für
die Zeit, in der noch keine Computer verwendet wurden und sind andererseits
froh, daß die Arbeit heute leichter ist. So richtig "Behind-the-Scenes"
kann man hier nicht gehen, da die Interviews alle neueren Datums sind
und es natürlich in den Büros der Trickomany heute ganz anders
zugeht - aber es wird ein solider, sympathischer Blick hinter die Kulissen
der Produktion eines Zeichentrickfilms gewährt.
Wie man tote Katzen zum Leben erweckt ist ein zweieinhalbminütiges
Featurette mit den beiden Regisseuren von Felidae, die anhand eines
praktischen Beispiels erklären wie ein Zeichentrickfilm gemacht wird.
Warum dieses Featurette nicht mit in die andere Doku gepackt wurde, ist
hier nicht ersichtlich - es hätte auf jeden Fall gut dazu gepaßt.
In der Bildergallerie befinden sich eine Unmenge von Zeichnungen
und anderem Bildermaterial, das man wie eine Diashow ablaufen lassen oder
auch selbst weiterschalten kann. Laut Cover sind es über 250 Bilder
- ich habe nicht nachgezählt, aber von der schieren Menge her könnte
es hinkommen. Das meisten davon ist wirklich sehenswert.
Auch in der Bildergallerie untergebracht sind Storyboards von fünf
kompletten Szenen, die in Realgeschwindigkeit aneinander gesetzt und mit
dem entsprechendenn Filmton unterlegt worden. Das ergibt fast ein Animatic
und ist besonders im Vergleich zum fertigen Film faszinierend anzusehen.
Der zehnminütige Zeichentrick-Kurzfilm Das Pflaumenhuhn von
Hayo Freitag hat eigentlich überhaupt nichts mit Felidae zu
tun, außer daß Tiere die Hauptrolle spielen und beide von
der Trickompany gemacht wurden.
In der Abteilung Trailer befinden sich die von Felidae, Käpt'n
Blaubär (noch eine Trickompany-Produktion) und des Realfilmes
High Crusade. Alle sind typisch deutsch-trocken und werden ihren
Filmen mit Sicherheit nicht gerecht.
Als besonderen Schachzug hat Mediacs das komplette, fast siebenstündige
Felidae-Hörbuch mit auf die DVD gepackt. Gelesen
von Sänger Joachim Witt gibt dieses Hörbuch den Roman recht
stimmungsvoll wieder und wird durch die aufgeräumte Kapitelauswahl
im DVD-Menü, die von Bildern der jeweiligen Szene im Film ergänzt
wird, trotz der Länge nicht allzu unübersichtlich. Eine bessere
Nutzung der technischen Möglichkeiten einer DVD hat es lange nicht
mehr gegeben.
Ein richtiges Booklet ist nicht dabei, aber zumindest ein Faltblatt mit
einer kleinen Einleitung und einer Diagramm-Übersicht des Bonusmaterials.
Leider wurde hier auf eine sonst übliche schriftliche Kapitelübersicht
des Films verzichtet.
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