ffolkes
Cover

14.10.2003

Titel ffolkes / North Sea Hijack (Sprengkommando Atlantik)
Studio Universal Pictures (1980)
Hersteller Universal Home Video (2003)
DVD-Typ 9 (6,65 GB) Bitrate ø 8,87 max. 9,9
Laufzeit 95 Minuten Kapitel 16
Regionalcode 2,4,5 (Deutschland) Case Deja I
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.85:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 2.0 Mono 192 kbit/s Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel Englisch, Deutsch, Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Norwegisch, Holländisch, Arabisch, Portugiesisch, Türkisch, Hebräisch, Russisch, Spanisch
Freigabe FSK 12 / BBFC 15
Extras • Keine

Allgemeines

Rufus Excalibur Ffolkes (Roger Moore), ein eigenwilliger und exzentrischer Tauchexperte, führt eine Gruppe von hochtrainierten Kampftauchern an. Als ein Verrückter (Anthony Perkins), der sich Lou Kramer nennt, damit droht in der Nordsee zwei Ölbohrplattformen und ein Versorgungsschiff in die Luft zu jagen, will die britische Regierung natürlich auf die Lösegeldforderungen nicht eingehen und ruft Ffolkes zur Hilfe...

Was hat Roger Moore eigentlich gemacht, wenn er mal nicht als James Bond auf den Kinoleinwänden unterwegs war? Auf Anhieb fallen da mittelprächtige Kriegsfilme wie The Wild Geese ein, aber es gibt da auch noch freundlichere Filme wie ffolkes, der auch unter dem Titel North Sea Hijack bekannt ist und in der deutschen Fassung den reißerischen Titel Sprengkommando Atlantik bekannt ist. Dahinter verbirgt sich kein knallharter Actionfilm, sondern ein spannungsreicher Thriller, der mit seinen vielen Dialogen fast schon wie ein gut inszeniertes Theaterstück wirkt.

Hier spielt Roger Moore den schottischen Seebären Ffolkes, der Frauen haßt, Katzen liebt und öfter mal einen kräftigen Schluck Scotch herunterspült - eine durchaus 007-artiger Charakter, der in diesem Film aber so auf die Spitze getrieben wird, wie es in einem Bond-Film nie möglich gewesen wäre. Trotz seiner Schofeligkeit gegenüber Frauen und seinen anderen Eigenheiten fällt es schwer, Ffolkes nicht sympathisch zu finden, denn dafür ist die Figur zu humorvoll angelegt. Dagegen nur mit einer kleinen Prise Humor, aber mit einer Menge Charisma spielt Anthony Perkins den Bösewicht, dem hier keine Sympathie zufallen dürfte: als Proto-Terrorist und Teilzeit-Durchgeknallter spielt Perkins seine Rolle haarscharf zwischen kalter Berechnung und blankem Wahnsinn. 007 hätte genauso wie Ffolkes die helle Freude an so einem Gegner. James Mason als Admiral Brindsen wirkt auch wie frisch aus einem Bond-Film entstiegen, aber ein billiges Imitat von Bernard Lee's M ist er keineswegs - obwohl bei ihm, wie bei alle anderen auch, kaum Zeit zu richtiger Charakterentwicklung bleibt, bekommt man doch einen ganz individuellen Eindruck von der Rolle. Kleine Handlungen und Eigenheiten unterscheiden auch die vielen kleinen Nebenrollen voneinander, die allesamt mit relativ unbekannten, aber guten Schauspielern besetzt wurden. Die Szenerie ist auf das notwendigste beschränkt, aber die Kulissen der Schiffe und Ölplattformen sehen für Laien einigermaßen echt aus und die Modellaufnahmen (was man so Special-Effects nennen könnte) sind auch überzeugend. Regisseur Andrew V. McLageln hielt alle Zügel fest in der Hand und garantierte damit eine atmosphärisch sehr dichte Inszenierung, die diesen Film von seinen Konkurrenten unterscheidet.


ffolkes ist nicht Shakespeare, aber trotzdem keinevöllig anspruchslose Unterhaltung, die sich durch den unterschwelligen Witz und die große Spannung behaupten kann. 1980 im Kino fast untergegangen, wurde der Film zum Dauerbrenner in den Videotheken und im Fernsehen. In Deutschland besitzen die ARD die Fernseh-Rechte von Sprengkommando Atlantik, und seit Jahren ist der Film alle paar Monate in einem der inzwischen zahlreichen öffentlich-rechtlichen Programme zu sehen - aber leider nur auf deutsch. Wer die englische Fassung bevorzugte, mußte sich bis vor kurzem eine britische Videokassette besorgen, aber jetzt hat Universal in allen Regionen fast gleichzeitig endlich eine DVD des Films herausgebracht. Dabei gab es bei der europäischen Ausgabe einige Verwirrung, weil manche Shops die englische Version mit 4:3-Bild gelistet hatten - aber letztendlich stellte sich heraus, daß es in Europa nur eine einzige DVD mit allen notwendigen Tonspuren und anamorphem Bild gibt. Extras gibts keine, aber das war auch nicht zu erwarten - dafür gibts diese DVD gleich zum Niedrigpreis von zehn Euro, die sie auf jeden Fall Wert ist.

Bild

Schon vor einigen Monaten wurde der Film in der ARD erstmals mit einem neuen anamorphen Transfer ausgestrahlt, der eine grosse Verbesserung gegenüber den früheren 4:3-Versionen brachte. Die neue DVD scheint auf diesem Transfer zu basieren - aber was als digitale Satellitensendung noch ganz gut aussah, macht auf der DVD mit einer höheren Bitrate keinen ganz so guten Eindruck mehr. Wirklich Mühe gegeben hat sich Universal mit diesem Transfer nämlich nicht, oder das Quellmaterial gab einfach nicht mehr her.

Die Filmvorlage ist einigermaßen sauber, Kratzer und Fussel sind nur wenige zu sehen. Allerdings ist das Filmmaterial sehr grobkörnig und hat daher auch nicht die allerbeste Schärfe zu bieten - es ist kaum vorstellbar, daß das schon auf dem Kameranegativ so war, vermutlich wurde der Transfer von einem nicht so guten Print gemacht. Dadurch sieht diese DVD ziemlich verwaschen aus, denn auch die Farben wirken nicht so frisch wie sie es eigentlich sollten. Gerade in den vielen dunklen Szenen geht die Detailzeichnung auf den Nullpunkt zu, ist in hellen Sequenzen aber noch akzeptabel. Die Kompression läßt sich dabei nichts zu Schulden kommen, denn das Masteringstudio hat sich bei dem schwierigen Quellmaterial erst gar keine Kopfschmerzen gemacht und mit dem nur 95 Minuten langen Film fast eine ganze DVD-9 gefüllt und durchgängig eine extrem hohe Bitrate genommen.

Zwanzig Jahre alte Filme können besser aussehen, kein Zweifel - aber vielleicht hat ffolkes ja auch schon immer so ausgesehen. Letztendlich ist diese DVD auf jeden Fall eine Verbesserung gegenüber den früheren TV-Ausstrahlungen und Videokassetten.

Ton

Alle Tonspuren sind Mono, was bei einem Film von 1980 etwas verwundert. Aber bevor jemand eine Verschwörungstheorie wittert: das, was man hier bekommt, entspricht den Original-Kinoabmischungen, denn ffolkes wurde tatsächlich nur mit Mono-Sound in die Kinos gebracht. Die englische Originalfassung macht ihre Sache recht gut, soweit man das von einer soliden Mono-Tonspur behaupten kann. Einschränkungen bei Dynamik und Frequenzgang sind da, aber wirken sich nicht störend aus - der Ton klingt sehr kräftig und läßt es in den Actionsequenzen auch mal ganz schön laut krachen. Die Abmischung ist sehr gut gelungen, so daß die Stimmen im allgemeinen Getöse nicht untergehen und immer gut hörbar sind. Die deutsche Synchronfassung, die übrigens gar nicht so schlecht ist und die Atmosphäre des Films gut aufrechterhält, klingt dagegen leider etwas dünner und kratzigerer, ist aber immer noch akzeptabel.

Bonusmaterial

Die Extras wurden komplett eingespart. Eine Special-Edition hat wohl niemand erwartet, aber ein Trailer wäre schon nett gewesen.
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