Futurama - Into The Wild Green Yonder
Cover

30.3.2009 #450

von Guido Bibra

Titel Futurama - Into The Wild Green Yonder
Studio 20th Century Fox Television (2009)
Hersteller 20th Century Fox Home Entertainment (2008) EAN 5-039036-040112
DVD-Typ 9 (7,42 GB) Bitrate ø 5,67 max. 7,0
Laufzeit 85:39 Minuten Kapitel 12
Regionalcode 2 (England) Case Amaray I
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.78:1 16:9 ja
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround 448 kbit/s Englisch 2.0 Surround 192 kbit/s Kommentar
Untertitel Englisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch
Freigabe BBFC 12
Extras • Audio Commentary by Matt Groening, David X. Cohen, John DiMaggio, Maurice LaMarche, Patric Verrone, Michael Rowe, Lee Supercinski and Peter Avanzono
• Storyboard Animatic
• Docudramarama: How We Make Futurama So Good
• "Louder, Louder!": The Acting technique of Penn Jullette
• Golden Stinkers: A Treasury Of Deleted Scenes
• Matt Groening and David X. Cohen in Space!
• How To Draw Futurama In 10 Very Difficult Steps
• 3D-Models With Animator Discussion
• Bender's Movie Theatre Etiquette
• Zapp Brannigan's Guide To Maing Love At A Woman

Der Film

Die schwerreichen Eltern von Professor Farnsworths Praktikantin Amy sind auf Expansionskurs. Leo und Inez Wong machen erst Mars Vegas platt, um ein neues Spielparadies auf dem roten Planeten aufzubauen und wollen danach einen Teil der Galaxie planieren und zu einer gigantischen Minigolf-Anlage umbauen - mit der Hilfe von Professor Farnsworth, der ihnen gegen eine kleine Bestechungs-Aufmerksamkeit die notwendigen Baugenehmigungen verschafft. Fry beginnt nach einem kleinen Unfall auf einer wongschen Baustelle seltsame Stimmen in seinem Kopf zu hören und landet bei einer Gemeinschaft von mysteriösen Telepathen, die ihm eröffnen, daß er eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. Als Leela erfährt, daß die Wongs einen mit Lebewesen übersäten Asteroiden zerstören wollen, schließt sie sich einer Gruppe von Öko-Feministen an, um Leo Wong den Kampf anzusagen. Währenddessen beginnt Bender eine Affaire mit der Freundin des Mafia-Bots und da Fry und Leela auch verschwunden sind, bleibt Professor Farnsworth nichts anderes übrig, als Planet Express wieder einmal zu schließen...

 


Als im August 2003 die letzte Episode von Matt Groenings und David X. Cohens Futurama in den USA ausgestrahlt wurde, sah die Zukunft für die Trickfilmserie düster aus. Kaum jemand hatte damals noch mit neuen Episoden gerechnet - aber dann kam es doch ganz anders. Durch die Wiederholungen der Serie bei Cartoon Network und Comedy Central wurde das Interesse wieder so groß, daß 20th Century Fox mit Comdey Central einen Deal aushandelte, der vier neue anderthalbstündige DVD-Filme ermöglichte, die später als sechzehn neue Serien-Episoden auch im Fernsehen gezeigt werden sollten. Im Herbst 2007 war es dann soweit - der erste von vier Filmen wurde als DVD veröffentlicht und im Frühjahr und Herbst des nächsten Jahres folgten zwei weitere neue Futurama-Abenteuer. Mit dem letzten Film wurde im Frühjahr 2009 das Comeback vorerst abgeschlossen - aber nicht ohne den Fans noch einmal etwas ganz besonderes zu bieten.

Keeler's Heroes

Angeführt wurde das Produktionsteam diesmal wieder von Regisseur Peter Avanzino und Autor Ken Keeler, der schon für Bender's Big Score zuständig war und zusammen mit David X. Cohen die Story des vierten Films entwickelt hatte. Es sollte ein grandioses Science-Fiction-Abenteuer werden, denn die Filmemacher waren sich bewußt, daß es möglicherweise vorerst die letzte Möglichkeit sein würde, eine Futurama-Geschichte zu erzählen. Deshalb legten Ken Keeler und David X. Cohen die Story schon von vorneherein besonders breit und episch an, um die Film-Quadrologie auf eine elegante Weise abschließen zu können. Nach einem Zeitreise-Spektakel, einer Sci-Fi-Horrorstory und einem Ausflug in das Fantasy-Genre war ein klassischer Science-Fiction-Reißer mit Star Wars- und Star Trek-Ambitionen als großes Finale bestens geeignet.

Allerdings geriet die Arbeit Into The Wild Green Yonder zwischenzeitlich mehrmals in Schwierigkeiten, da es der einzige der vier Filme war, dessen Produktionszeit mitten in den Streik der Autorengesellschaft fiel. Abgesehen von mehreren Fristen konnte deshalb zwischen November 2007 und Februar 2008 überhaupt nicht am Drehbuch gearbeitet werden. Für eine Trickfilm-Produktion, die auch schon bei halbfertiger Animation immer noch große Veränderungen an der Story durchmacht, war das ein großes Problem, zumal Mitautor Patrick Verrone sogar der Präsident der Autorengesellschaft an der Westküste war und ein Streikbruch deshalb überhaupt nicht in Frage gekommen wäre. Zum Glück war die Produktionszeit so großzügig bemessen, daß erst gar keine Zeitnot entstand und der Film pünktlich im Februar 2009 als DVD veröffentlicht werden konnte.

Where No One Has Gone Before

Die Streikauswirkungen sind zum Glück in Into The Wild Green Yonder überhaupt nicht zu spüren, denn Ken Keeler und seine Kollegen haben sich große Mühe gegeben, aus der Story eine waschechte Futurama-Geschichte zu machen, die an die besten Traditionen der Serie und der vorherigen drei Filme anknüpft. Deutlicher als in den vorherigen zwei Filmen hat Ken Keeler wieder mehrere gleichzeitig laufende Plots in die Handlung eingebaut und so die Geschichte sehr komplex und ausladend gestalten können. Die Verstrickungen sind zwar nicht ganz so drastisch wie etwa in Bender's Big Score, aber trotzdem war einige Exposition in Form von Monologen nötig, aus deren Verwendung allerdings auch wieder ein Gag gemacht wurde. Der Plot kann außerdem mit einigen komplizierten Wendungen und einer cleveren Auflösung aufwarten, die sogar für Futurama-Verhältnisse ziemlich überraschend ist.

Der Rahmen der Geschichte erstreckt sich diesmal durch einen großen Teil der Galaxis und auch durch die gesamte Vergangenheit von Futurama, denn es wurden einige alte Plots aufgegriffen: Frys besondere Fähigkeiten machen ihn wieder zum Retter des Universums und auch seine Beziehung zu Leela haben die Filmemacher nach dem großen Subplot von Bender's Big Score nicht vergessen und auf eine überraschend ehrliche und liebevolle Art fortgeführt. Die grundlegende Idee der Geschichte ist zwar neu, macht aber Gebrauch von den Ereignissen aus Episoden wie The Day The Earth Stood Stupid und führt damit eine der ältesten Mythologien der Serie weiter, die schon in der allerersten Episode begonnen hatte. Von einem abschließenden Finale kann man allerdings nicht reden, denn der Film konzentriert sich hauptsächlich auf seinen eigenen Plot und greift nur wenig in die gesamte Kontinuität von Futurama ein.

Into The Wild Green Yonder sollte aber trotzdem etwas ganz Besonderes werden - dafür wurde sogar der rote Teppich ausgerollt und eine komplett neue Titelsequenz erstellt. Der traditionellen Flug durch New New York wurde der Handlung entsprechend diesmal nach Mars Vegas verlegt und hat eine völlig neue, aber trotzdem an das Original angelehnte Szenerie zu bieten, die zudem erstmals in der Geschichte der Serie mit einer gesungenen Titelmusik unterlegt wurde. Vor dem eigentlichen Vorspann findet allerdings noch eine mysteriöse, kurze Sequenz statt, deren Bedeutung erst viel später klar wird und die Komplexität des Plots schon ganz zu Anfang deutlich macht. Die Stimmung ist zwar ziemlich ausgelassen, orientiert sich aber doch mehr an den etwas dramatischeren Geschichten der Serie - der berüchtigte zynische und sarkastische Futurama-Humor wurde aber natürlich trotzdem nicht ignoriert.

Lieferjungen, einäugige Schönheiten und Blechbüchsen

Der finalen Natur der Geschichte entsprechend wurden auch die drei ursprünglichen Hauptfiguren Fry, Leela und Bender wieder in den Vordergrund gestellt und sind gleichzeitig die Schlüsselfiguren der Geschichte. Das heißt aber nicht, daß die zahlreichen anderen Protagonisten leer ausgehen - tatsächlich haben sich die Filmemacher große Mühe gegeben, fast jedem regulären Charakter einen mehr oder weniger großen besonderen Moment im Film zu gönnen. Wer allerdings in den vorherigen Filmen schon einmal dran war, hat nun einen kleineren Part, während die bisher etwas vernachlässigten Nebenfiguren diesmal wieder etwas mehr zu sehen sind. Unter anderem kehrt die Roboter-Mafia in einem kleinen Subplot zurück, Präsident Nixon hat einen größeren Auftritt und auch Zapp Brannigan darf wieder seinen Charme versprühen.

Auch für den Part der Antagonisten auf alten Bekannte zurückgegriffen: Amys Eltern Leo und Inez Wong, die schon früher nicht immer besonders sympathisch dargestellt wurden, sind zwar nun keine wirklichen Bösewichte, können aber dennoch ganz schön fies sein. Ihr völlig fehlendes Umweltbewußtsein dient nicht nur als platter Gag, sondern ist viel mehr eine ziemlich bissige und zynische Satire auf die Skrupellosigkeit reicher Industrieller. Die andere Seite kommt aber auch nicht viel besser weg, denn die Öko-Feministen werden weniger als galante Retter der Umwelt, sondern als schlecht organisierte und zahnlose Demonstranten dargestellt - natürlich nur, bis sie Verstärkung von Leela bekommen.

Genauso wie in Bender's Game wurde auf die Einführung von neuen Charakteren fast vollständig verzichtet, denn die Autoren haben die Geschichte dazu benutzt, einen bisher unaufgeklärten Teil der Futurama-Mythologie ins Spiel zu bringen. Die Legion of Mad Fellows basiert auf dem in der Serie und in den früheren Filmen öfter im Hintergrund zu sehenden Number Nine Man, während die Öko-Feministin Frida zum Waterfall-Clan gehört und schon kurz in der Episode A Taste Of Freedom zu sehen war - der Penner Hutch, der sich als ihr lang verlorener Bruder herausstellt, tritt allerdings hier das erste Mal auf. Die einzig wirklich neue Nebenfigur ist Fanny, die Liebhaberin des Donbots, mit der Bender eine Affaire hat.

Die Stimmen hinter den Zeichnungen

Einen besonderen Beitrag zum Film leisten natürlich wieder die Schauspieler, die in Into The Wild Green Yonder besonders vielseitig sind. Billy West spricht neben seinen Standardcharakteren Fry, Professor Farnsworth und Dr. Zoidberg auch größere Auftritte als Zapp Brannigan und Leo Wong. Katey Sagal hat wie immer nur ihre Solo-Rolle als Leela, während Lauren Tom diesmal nicht nur Amy, sondern auch deren Mutter Inez spricht. John DiMaggio hat als Bender diesmal wieder etwas mehr zu tun und leiht außerdem einem Mitglied der Roboter-Mafia die Stimme, deren andere zwei Mitglieder von Maurice LaMarche gesprochen werden, der auch für Kif Krokers kleinen Auftritt zuständig ist. Phil LaMarr hat als Hermes zwar nur eine kleinere Rolle, aber dafür hat David Herman als der Number 9 Man umso mehr Dialog. Tress MacNeille muß für ihren Auftritt als Benders Freundin Fanny diesmal ihre Stimmbänder nicht mehr so stark strapazieren, während mit Dawnn Lewis Hermes' Frau LaBarbara wieder ihre altgewohnte Stimme hat.

Auf richtig große Gaststars wurde bei den Sprechern weitgehend verzichtet. Penn Jillette hat als sprechender Teil der satirischen Bühnenmagier Penn & Teller einen Auftritt als Kommentator des Pokertournaments - passend zum Las Vegas-Ambiente und nicht ganz überraschend, da Penn & Teller schon einige Jahre zuvor in der Simpsons-Episode Hello Gutter, Hello Fadder dabei waren. Ebenfalls sich selbst spielt Rapper Snoop Dogg, der auch schon in einer früheren Futurama-Folge als Mitglied des obersten Gerichtshof dabei war und hier seine alte Rolle noch einmal übernahm. Auch Radio-Comedian Phil Hendrie wurde nicht neu für den Film angeworben, sondern hatte schon zuvor in der Futurama-Episode A Taste of Freedom den Anwalt Old Man Waterfall und seine Tochter Frida gesprochen, deren Rolle er nun wieder spricht und mit Hutch auch noch einem weiteres Mitglied des Waterfall-Clans die Stimme leiht

Eine Science-Fiction-Oper

Visuell kann Into The Wild Green Yonder genauso begeistern wie seine drei Vorgänger, aber nun scheint es, als ob die Animation noch ambitionierter und verspielter geworden ist. Durch das Science-Fiction-Szenario gibt es jede Menge Gelegenheit für aufwendige Weltraum-Sequenzen, und da ein großer Teil der Geschichte gar nicht mehr in den bekannten Kulissen spielt, haben sich die Designer mit Mars Vegas, den galaktischen Minigolfplätzen und vielen anderen atemberaubenden Bildern noch einmal so richtig austoben können. Dabei wurde der altbewährte Zeichenstil von Matt Groening konsequent umgesetzt, aber durch das höhere Budget und das 16:9-Breitbild-Format immer noch weiter verfeinert und verbessert - mit diesem Film hat Futurama einen animationstechnischen Höhepunkt erreicht, der für eine Fernsehserie außerordentlich bemerkenswert ist.

Futurama-Hauskomponist Christopher Tyng hat mit Into The Wild Green Yonder nach Bender's Big Score wieder einmal Gelegenheit gehabt, eine klassische Science-Fiction-Musik zu schreiben. Allerdings kommt diese nur in relativ wenigen Szenen zum Einsatz, weil Futurama immer noch sehr dialoglastig ist - wenn die Score zu hören ist, erinnert sie aber deutlich an die Werke von Jerry Goldsmith, James Horner oder John Williams und bringt eine gelungene Weltraumoper-Atmosphäre in die Geschichte ein. Zu einem Drehbuch von Ken Keeler gehört natürlich auch mindestens ein Song, der diesmal an einer ganz ungewöhnlichen Stelle untergebracht wurde: im Vorspann! Die umgebaute Titelsequenz wurde mit einem phantastischen Las-Vegas-Style Jazzsong à la Frank Sinatra unterlegt, der von niemand anderem als Family Guy-Schöpfer Seth McFarlane gesungen wurde - eine überraschende Kooperation ganz entgegen den Gerüchten, daß Matt Groening und Farlane sich angeblich nicht leiden können.

Abschiedsvorstellung (?)

Mit Into The Wild Green Yonder ist den Filmemachern ein hervorragender Schluß der Futurama-Filmquadrologie gelungen, der gleichermaßen eine lustige und ironische Science-Fiction-Story für sich alleine ist, aber auch ein brilliantes Finale für die gesamte Serie sein kann. Allerdungs wurde die Tür natürlich einen großzügigen Spalt offengelassen und das Futurama-Universum nicht beerdigt, sondern nur temporär schlafen gelegt - ob es wirklich das letzte Abenteuer von Fry, Bender, Leela & Co sein wird, ist noch längst nicht entschieden.

Mit dem Erfolg der ersten drei DVDs und den starken Einschaltquoten der zur Veröffentlichung des vierten Films noch nicht abgeschlossenen TV-Ausstrahlungen ist mit Sicherheit mit einer Fortsetzung zu rechnen - aber bestimmt erst nach einer Verschnaufpause für die Filmemacher, Autoren, Animatoren und Schauspieler. Bis dahin sind die vier Filme oder sechzehn Episoden erst einmal das letzte neu produzierte Futurama-Material - was schon eine ganze Menge ist, wenn man die hoffnungslose Situation nach der Absetzung der Serie 2003 bedenkt. Into The Wild Green Yonder wird nicht das letzte Kapitel von Futurama sein und zeigt, daß die Serie auch zehn Jahre nach ihrer Premiere immer noch sehr lebendig ist.

Die DVD

Genauso wie Bender's Game hat 20th Century Fox auch die europäische DVD von Into The Wild Green Yonder bildtechnisch vermurkst, indem die PAL-DVD nicht direkt vom HD-Master, sondern von einer NTSC-Vorlage konvertiert wurde. Dadurch kam eine inakzeptabel schlechte Bildqualität zustande, die mit den korrekt gemasterten DVDs von Bender's Big Score und The Beast With A Billion Backs noch nicht einmal ansatzweise konkurrieren kann.

Davon sind nicht nur die hier rezensierte britische DVD, sondern alle PAL-Versionen betroffen - darunter auch die im April erschenende deutsche Veröffentlichung unter dem hirnrissigen Titel Leela und die Enzyklopoden, da nur ein Bildmaster für alle PAL-Discs erstellt wurde. Durch die schlechte Bildqualität sind die europäischen DVDs das Plastik nicht wert, mit dem sie gepreßt wurden, zumal es bei den britischen Ausgaben auch noch Probleme mit schlechten Pressungen gegeben hat, die auf manchen Playern Probleme machen. Als Alternative steht nur die amerikanische DVD mit korrektem Authoring zur Verfügung - oder man muß gleich auf die Blu-Ray zurückgreifen, die jedoch nur in den USA und in England, aber nicht in Deutschland erschienen sind. Wer sich wie ich an die europäischen Futurama-DVDs gehalten hat, weil die Stimmen in der NTSC-Version zu tief klingen, hat jetzt keine Wahl mehr - denn die PAL-Ausgaben haben allesamt das schlechte Bildmaster und die Blu-Rays laufen mit 24fps.

Inhaltlich ist an der britischen DVD von Into The Wild Green Yonder natürlich nichts zu beanstanden, die Gesamtwertung von 0 Punkten bezieht sich ausschließlich auf die schwerwiegenden Bildprobleme.

Cover

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Bild

Genauso wie Bender's Game wurde auch Into The Wild Green Yonder parallel als DVD und Blu-Ray veröffentlicht, allerdings haben die PAL-DVD nichts von der hohen Qualität des HD-Bildmasters abbekommen. Statt direkt von der HD-Vorlage zu konvertieren, wurde ein NTSC-Master hochinterpoliert und so eine katastrophale Bildqualität verursacht.

Im Bildvergleich mit einigen Ausschnitten aus den Extras dieser DVD wird deutlich, wie mieserabel der Hauptfilm aussieht, denn das Bonusmaterial wurde offenbar vom HD-Master konvertiert und hat eine viel bessere Qualität. Zu dem extrem unscharfen Bild kommt auch noch ein kräftiger Schärfefilter, der jedoch außer heftigen Doppelkonturen an allen Kanten und deutlicher Treppchenbildung überhaupt nicht geholfen hat. Das matschige Bild verschluckt massenhaft Details und macht den Eindruck, als ob die Auflösung der DVD nur zu einem Bruchteil genutzt wird. Lediglich die Farben können einigermaßen begeistern, die aber trotz der ordentlichen Kompression bei dieser DVD manchmal zum Verschmieren neigen.

Die Auswirkungen der schlechten Bildqualität mache sich nicht nur auf großen LCD-Displays bemerkbar, sondern fallen auch schon auf alten Bildröhren auf, wo neben der schlechten Schärfe auch noch ein durch den übermäßigen, aber sinnlosen Schärfefilter verursachtes Zeilenflimmen hinzukommt. Lediglich auf sehr kleinen Bildschirmdiagonalen unter 60cm dürfte von dem schlechten Mastering nichts mehr zu sehen sein, aber sobald hochauflösende TFTs oder LCDs ins Spiel kommen, ist diese DVD kein Vergnügen mehr.

Bei einer solchen Qualität könnte man glatt auf den Verdacht kommen, daß schlechte Bootlegs in den Handel gelangt sind - damit hat sich Fox wirklich keinen Gefallen getan und die Authoring-Fähigkeiten des Studios in Europa generell in Frage gestellt.

Ton

Beim Ton gibt es allerdings keine negativen Auswirkungen, denn die einzige englische Tonspur der UK-DVD hat eine solide Qualität mit einer dem Film entsprechend aktiven Abmischung, die schon ein bißchen Blockbuster-Kinofeeling aufkommen läßt. Genauso wie bei allen anderen Futurama-Film-DVDs wurde auch hier keine Tonhöhenkorrektur durchgeführt.

Die in Dolby Digital 5.1 mit 448 kbit/s abgemische Tonspur legt gegenüber den letzten zwei Filmen wieder etwas mehr Gewicht in die Surround-Waagschale, denn der Raumklang wird diesmal nicht nur hauptsächlich von der Musik, sondern auch von Umgebungsgeräuschen und Effekten getragen. Direkte Effekte kommen mehr als zuvor zum Einsatz und auch die Geräuschkulisse auf der vorderen Soundstage ist nun viel aktiver, was allerdings auch hauptsächlich an den vermehrten Gelegenheiten dazu liegt. Natürlich haben auch die Dialoge eine einwandfreie Qualität und beschränken sich zwar meistens auf den mittleren Kanal, sind aber immer ausgezeichnet verständlich und nahtlos in die Abmischung integriert.

Der Hauptfilm und sämtliche Extras sind mit englischen, englischen, norwegischen, schwedischen, dänischen und finnischen Untertiteln ausgestattet - ein großer Vorteil der europäischen DVD, denn bei der US-Disc fehlen die Untertitel bei den Extras.

Bonusmaterial

Das Bonusmaterial dieser DVD besteht wieder aus der bewährten Mischung einer hervorragenden Kommentarspur mit einer kleinen, aber feinen handvoll von weiteren Extras, die von einem Animatic über ein paar nicht ganz ernst gemeinten Featurettes bis zu Deleted Scenes reichen. Das Menüdesign wirkte bei den ersten DVDs noch originell, ist aber beim vierten Mal nun etwas langweilig geworden.

Der Audiokommentar mit Futurama-Erfinder Matt Groening und David X. Cohen, Schauspieler John DiMaggio und Maurice LaMarche, Autoren Patric M. Verrone, Michael Rowe, Lee Supercinski und Regisseur Peter Avanzino hat wie alle Futurama-Kommentarspuren einen enormen Unterhaltungswert, der die Laufzeit der DVD gleich verdoppelt. Zwischen sehr viel Spaß, Blödeleien und Anekdoten wird dabei immer noch eine riesige Menge Information geboten, denn die Filmemacher und Schauspieler haben nicht nur Unsinn im Kopf, sondern auch eine ganze Menge wissenswertes über die Entstehung und die Hintergründe des Films zu erzählen.

Das Storyboard Animatic (22:25) enthält das erste Viertel des Films als grobe Storyboard-Animation, die nur sehr schwer anzuschauen ist, aber durch die unfertige und teilweise etwas vom fertigen Film abweichende Tonspur trotzdem sehenswert ist.

Docudramarama: How we make Futurama so good (5:09) macht sich mit Hilfe von Sprecherin Lauren Tom einen großen Spaß daraus, die Genialität von Futurama auf eine nicht ganz so ernste Weise zu erklären.

Louder, Louder! The Acting Technique of Penn Jillette (2:07) zeigt den Gastsprecher bei der Arbeit im Tonstudio und beobachtet seine besondere Schauspielmethode, die im wesentlichen aus Stimmenvolumen besteht.

Golden Stinkers: A Treasury of Deleted Scenes (2:32) enthält die vier Szenen Dolomite Hill, Matcluck, Paint, Morbo Solo und Mind Reading, die für sich gar nicht so schlecht sind und offenbar hauptsächlich wegen der Laufzeit herausgeschnitten wurden.

Matt Groening & David X. Cohen in Space (4:23) ist ein kleines Video von einem Parabelflug der beiden Futurama-Schöpfer, die es damit zwar nicht wirklich in den Weltraum schafften, aber zumindest Schwerelosigkeit erleben konnten.

How to draw Futurama in 10 very difficult steps läßt Dwayne Carey-Hill, Crystal Chesney-Thompson, Derek Thompson und Stevan Wahl demonstrieren, wie man Professor Farnsworth, Nibbler, die Hypnokröte und Fry zeichnet - allerdings ist wegen eines ungünstigen Kamerawinkels und des überbelichteten Bilds im Gegensatz zum ähnlichen Featurette auf der vorherigen DVD hier davon nicht mehr viel zu erkennen.

3D Models (4:18) zeigt einige neu erstellte Modelle, die von Scott Vanzo und Peter Avanzino kommentiert werden.

Bender in the Theater (1:16) ist eine kleine Sammlung von Dingen, die man im Kino nicht tun sollte... aber Bender nicht sein lassen kann.

Zapp's Love Guide (2:48) ist ein kleiner Zusammenschnitt von Zapp Brannigans größten romantischen Erfolgen inklusive einem Kommentar des Captains persönlich.

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