The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
Cover

28.02.2002

Titel The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
Studio BBC (1981)
Hersteller BBC (2002)
DVD-Typ 2x9 (single sided, dual layer) Bitrate ø 4,72 max. 7,5
Laufzeit 199 Minuten Kapitel 8/Episode
Regionalcode 2+4 (England/Australien) Case Falt-Digipack
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.33:1 16:9 no
Tonspuren Dolby Digital 2.0 Mono 192 kbit/s 2.0 Mono 192 kbit/s Englisch
Untertitel Englisch
Freigabe BBFC 15
Extras

• The Making of The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
• Don't Panic! - additional "Making of" material
• An introduction to the first episode by Peter Jones, recorded live at the NFI
• Communicate! - Behind-the-scenes of the radio series
• The original BBC2 Episode One trailer
• Deleted Scene
• Behind-the-scenes
• Tomorrow's World anamatronics feature on Zaphod Beeblebrox
• Outtakes
• Photo Gallery
• On Screen Production Notes

Allgemeines

Der Ursprung des berühmten Hitchhiker's Guide to the Galaxy liegt über dreißig Jahre zurück. In einem Feld bei Innsbruck kam dem achtzehnjährigen Douglas Adams die Idee eines galaktischen Reiseführers für Anhalter, als er selbst ohne eine müde Mark in der Tasche durch Europa tingelte. Das Konzept geriet schnell in Vergessenheit, aber 1977 schlug Douglas die Idee bei der BBC als Radioserie vor, bei der er inzwischen als Autor arbeitete. Mit der Hilfe der Produzenzen Simon Brett, Geoffrey Perkins und der Kreativität des BBC Radiophonic Workshop wurde eine Radioserie geschaffen, wie sie noch nie jemand zuvor gehört hatte. Trotz minimalem Werbeaufwand war der Erfolg unerwartet groß, und 1979 erschien das erste Hitchhiker's Guide to the Galaxy-Buch von Douglas Adams, das auf der ersten Hälfte der Radioserie basierte - Fortsetzung garantiert.

Im gleichen Jahr begannen auch die ersten Vorbereitungen für eine TV-Verfilmung, für die John Lloyd, der mit Douglas schon mehrere Episoden der Radioserie geschrieben hatte, Verhandlungen mit der BBC führte. Douglas schrieb ein erstes Drehbuchtreatment, und ein Jahr später begannen die Dreharbeiten. Die Auswahl der Schauspieler war nicht ganz einfach, denn Douglas Adams wollte alle Leute aus der Radioserie übernehmen, aber Regisseur Alan Bell komplett neu besetzen. Schließlich wurde ein Kompromiss geschaffen und nur einige Rollen neu besetzt. Simon Jones als Arthur und Mark Wing-Davey als Zaphod blieben erhalten, Ford und Trillian wurden jedoch durch David Dixon und Susan Sheridan ersetzt. Die unverwechselbare Stimme von Peter Jones wurde wieder zum Erzähler, und die vorgelesenen Einträge aus dem Hitchhiker's Guide wurden auf eine innovative Weise visualisiert: die "Computergrafiken" wurden von einem Zeichentrickstudio auf konventionelleWeise per Hand animiert - so "real" daß Computerexperten bei der BBC anfragten, welche Wunderrechnerdenn dafür benutzt wurden. Das übrige Szenenbild war aus Budgetgründen ziemlich spärlich und Zaphods zweiter animatronischer Kopf sah ziemlich schlecht aus. All das machen jedoch die Schauspieler wieder wett, die Douglas Adams' Vision zum Leben erweckt haben. Diese Serie ist nicht einfach nur eine Verfilmung der Bücher, wie viele glauben, sondern eine eigenständige, unabhängige Inkarnation des Hitchhiker's Guide to the Galaxy. Die Darstellung der Charaktere ist aber bisher die einzige Visualisierung und genau so wie sich Douglas Adams alles selbst vorstellt - besonders Arthur Dent basierte schon von Anfang auf Simon Jones' Aussehen und Verhaltensweise.

Douglas Adams starb viel zu früh im Mai 2001 im Alter von 49 Jahren, aber er hat durch den Hitchhiker's Guide to the Galaxy einen Bekannheitsgrad erreicht, der der Unsterblichkeit schon recht nahe kommt. Die Wichtigkeit eines Handtuchs, die Bedeutung der Zahl 42 oder die Phrase "Don't Panic" - alles Begriffe, die fast schon in den allgemeinen Sprachgebrauch eingeflossen sind und sofort an Douglas Adams erinnern. Es ist schwer seine Werke in einem kleinen Rahmen zusammenzufassen, Interessierte sollten deshalb einen Blick auf Neil Gaimans Biographie Don't Panic werfen, die einige Kapitel der Produktion der Radio- und Fernsehserien widmet.

Nach langer Anlaufzeit und vielen Terminverschiebungen hat es die BBC nun geschafft, den Hitchhiker's Guide to the Galaxy in England als DVD zu veröffentlichen - die Erwartungen waren hoch und wurden nicht enttäuscht. Für die VHS-Version von 1992 wurden jeweils drei Folgen ohne Unterbrechung für eine Kassette zusammengeschnitten, aber diese DVD macht das wieder rückgängig und stellt die sechs einzelnen Folgen ungeschnitten und inklusive ihrer ursprünglichen Vor- und Abspänne wieder her. Das ist aber noch nicht alles, denn die BBC hat daraus ein Doppel-DVD-Set gemacht und überraschend viel Bonusmaterial zusammengestellt. Verpackt sind die beiden Discs in ein schickes gefaltetes Digipack aus stabilem Karton in einer Pappschachtel, dessen Design keine Wünsche mehr offen läßt. Für Fans von Douglas Adams ist diese DVD selbstverständlich Pflicht, aber auch Kenner von britischem Humor sollten dem Hitchhiker's Guide eine Chance geben. Diese englischen DVDs besitzen natürlich keine deutschen Untertitel oder Tonspuren, aber BMG hat angekündigt die Serie im April auch in Deutschland auf DVD herauszubringen. Voraussichtlich werden die gleichen Extras und auch der Originalton dabeisein, aber auf zwei getrennte DVDs mit je drei Folgen verteilt werden. Wenn man nicht auf deutschen Ton angewiesen ist, sollte man auf jeden Fall die englische DVD in Betracht ziehen.

Bild

Anfang der achtziger Jahre war es bei Fernsehproduktionen der BBC üblich Studiomaterial auf Video aufzuzeichnen und Außenaufnahmen auf 16mm-Film zu drehen. Die Studioaufnahmen wurden auf sogenanntem Quad aufgezeichnet, einer Spulenmaschine mit fünf Zentimeter breiten Bändern und für damalige Verhältnisse ausgezeichneten Bildqualität. Die "Location-Shoots" wurden von 16mm auch auf Quad-Videobänder überspielt und dann beides zusammenkopiert. Die fertigen Master nach dem Schnitt waren dann meist Kopien zweiter oder dritter Generation.
Angesichts dieser aus heutiger Sicht vorsintflutlichen Aufzeichnungsmethoden darf man natürlich von dieser DVD keine Wunder erwarten, aber eine drastische Verbesserung der Bildqualität gegenüber den alten VHS-Bändern ist trotzdem sichtbar. Die Video-Sequenzen haben ein weitgehend rauschfreies, stabiles Bild, das lediglich an der verminderten Schärfe leidet und leicht verwaschene, aber dennoch kräftige Farben hat. Ganz selten sind kleine elektronische Dropouts zu sehen, die aber nicht weiter auffallen. Vom 16mm-Filmmaterial konnten offenbar keine neuen Transfer gemacht werden, so daß hier mit den alten Überspielungen gearbeitet werden mußte. Die Realszenen sehen daher ziemlich unscharf und matschig aus, die meiste Filmkörnigkeit wurde mit einem Rauschfilter entfernt. Viel besser sehen dagegen die "Computeranimationen" aus, die viel mehr Schärfe und Detailgenauigkeit bieten können, aber auch einen manchmal etwas unruhigen Bildstand haben.
Heimkino-Enthusiasten werden bei solch einer Bildqualität in Tränen ausbrechen, aber besser hat der Hitchhiker's Guide noch nie ausgesehen, und mehr kann man aus dem Ursprungsmaterial wirklich nicht mehr herausholen. Die BBC hat alles getan, und diese Serie in bestmöglichstem Zustand der Nachwelt zu erhalten.

Ton

Um den Ursprüngen treu zu bleiben, wurde für den Hitchhiker's Guide eine Tonspur gemischt, die genauso kreativ war wie die der Radioserie. Auf dieser DVD gibt es sie gleich in doppelter Ausführung: einmal als Original-Mono-Version und in einem remasterten Stereo-Remix. Letzterer basiert auf einem 1992 für eine VHS-Veröffentlichung angefertigem Remix, der von vielen als die bessere Version angesehen wird. Allerdings unterscheidet sich der Remix an einigen Stellen bei den Toneffekten etwas von der ursprünglichen Mono-Fassung, weshalb auf dieser DVD extra beide Versionen vorhanden sind.

Die Stereo-Fassung ist nicht zur Wiedergabe in ProLogic geeignet, da die Stimme des Buches immer an den linken oder rechten Rand des Klangfeldes gemischt wurde und so einen unangenehmes Übersprechen auf den Surroundkanal verursacht. In Stereo angehört bietet diese Tonspur jedoch eine sehr innovative Abmischung, die sehr verspielt ist und sich stark an der Radioserie orientiert. Die Hintergrundmusik ist in Stereo zu hören und Dialoge und Geräusche sind alle sehr direktional abgemischt worden. Während die Mono-Version hat einen etwas harschen, klirrenden Klang hat, hört sich die Stereo-Abmischung viel wärmer und lebendiger an. Rauschen oder Verzerrungen sind hier ein Fremdwort, denn anscheinend war die BBC in den frühen achtziger Jahren im Audiobereich sehr gut ausgerüstet. Alleine die Tatsache, daß noch Mehrspurbänder für eine Neuabmischung zur Verfügung standen, zeigt daß hier mit sehr moderner Technik gearbeitet wurde - ganz im Gegenteil zur Bildaufzeichnung.

Menüs & Extras

Auf das Menüdesign der Hitchhiker-DVDs war ich besonders gespannt, denn hier stellte sich die Frage ob die Ideen von Douglas Adams überhaupt in der Gestaltung umgesetzt werden können. Der BBC ist das ganz gut gelungen - ein großer Teil der Menüs wurde aufwendig dreidimensional gerendert und alles ist mit Soundeffekten und Musik aus der Serie unterlegt. Obwohl das "Buch" im Hauptmenü anders aussieht als in der Serie selbst, enttäuschen diese Menüs wirklich nicht.

Als noch keine Details bekannt waren, wurde über das Bonusmaterial viel diskutiert und die wildesten Gerüchte kamen auf - es hieß sogar, daß Douglas Adams angeblich vor seinem Tod noch einen Audiokommentar aufgenommen hatte. Das Gerücht hat sich leider als falsch erwiesen, aber Douglas Adams kommt dafür in vielen Interviews zu Wort und einen gewissen Ersatz für einen richtigen Audiokommentar gibt es auch.

Sämtliches Bonusmaterial wurde auf die zweite DVD ausgelagert, mit einer Ausnahme: auf der ersten DVD befindet sich zwar kein Audiokommentar, aber dafür eine Untertitelspur mit Produktionsnotizen, die viele oft szenenspezifische Informationen bietet, von denen viele nirgendwo anders auf der DVD zu finden sind. Die unpersönliche Darbietung wirkt etwas trocken, aber es ist das beste, was außer einem gesprochenen Kommentar möglich ist.

The Making of the Hitchhiker's Guide to the Galaxy wurde 1993 von Kevin Davies produziert und wurde schon früher als VHS-Kassette veröffentlicht. Hinter diesem unscheinbaren Titel verbirgt sich eine hervorragende einstündige Dokumentation über Entstehung und Ursprung des Hitchhiker's Guide und nicht zuletzt auch über Douglas Adams selbst. In vielen Interviews erzählen Douglas, Simon Jones, David Dixon, Susan Sheridan und Mark Wing-Davey über die nicht immer ganz unproblematischen Dreharbeiten und werfen auch einen durchaus kritischen Blick zurück. Das besondere ist aber, daß Simon Jones und David Dixon ihre Rollen als Arthur und Ford wieder zum Leben erwecken und diese Dokumentation in eine kleine Geschichte einbetten - inklusive Peter Jones' unverwechselbarem Voiceover und neuen Grafiken, die diesmal anscheinend wirklich computergeneriert sind, aber originalgetreu aussehen.

Don't Panic enthält 25 Minuten an Interviews und Outtakes von verschiedenen Studiosessions, die offenbar von Kevin Davies' Dokumentation übrigblieben und auf dieser DVD zum ersten Mal zu sehen sind. Dabei handelt es sich aber keineswegs um Abfall, sondern um viele interessante Sachen, die im Making-Of noch nicht angesprochen wurden.

Communicate dreht sich nicht um die Fernsehserie, sondern ist ein zehnminütiges Featurette über die Produktion der Radioserie, in der man die seltene Gelegenheit hat die Schauspieler und Tontechniker einmal bei der Arbeit zu sehen. Der Höhepunkt ist die Lösung des Problems, wie man einen Chor von tausenden von Robotern realisiert - etwas, was in der Fernsehserie ausgelassen wurde und nur in der Radioversion und in den Büchern vorkommt.

 

Behind the Scenes trägt einen etwas irreführenden Namen, da es sich hierbei um einer Aufnahme der letzten sieben Minuten einer stressigen Studiosession handelt - inklusive eingeblendeter Uhrzeit, denn pünktlich um 22:15 mußte die Aufnahme im Kasten sein, weil die BBC-Studios dann den Strom mit britischer Pünktlichkeit abdrehten. Die dicke Luft im Studio hätte man mit einem Messer schneiden können - trotzdem ist diese Szene am Ende von Episode 2 sehr witzig geworden.

 

Deleted Scene from Episode 2 - anscheinend haben nur die ungeschnittenen Bänder von dieser Folge überlebt, denn alles was man in den Dokus und hier in dieser Szene zu sehen bekommt, stammt von dort. Ein Teil dieser Szene, die zwar nicht bahnbrechend wichtig, aber dennoch interessant ist, bekommt man auch im Making-of zu sehen. Außerdem wurde Insgesamt neun Minuten an Outtakes zusammengestellt, die ausnahmsweise nicht aus den Studioaufnahmen von Episode 2 stammen. Es sind Außenaufnahmen von fehlgeschlagenen Takes, die nicht ganz so witzig sind wie man vielleicht vermutet - die etwas angespannte Atmosphäre bei den Dreharbeiten ist deutlich zu sehen, aber auf der anderen Seite ist zu sehen, daß die Schauspieler auch ihren Spaß gehabt haben.

 

Pebble Mill at One ist ein sechseinhalbminütiger Ausschnitt aus dem gleichnamigen BBC-Programm, bei dem Regisseur Alan Bell und Animator Rod Lord zu Gast waren. Es geht in diesem Interview natürlich um die damals so aufregenden Animationstechniken, aber es wird auch kurz erwähnt wie die Produktion zustande kam. Ein interessantes Zeitdokument, das die BBC laut Cover sogar von einer Privataufnahme der Ausstrahlung übernehmen mußte, weil in den Archiven keine Kopie mehr existierte.

 

Tomorrow's World Sequence ist noch eine Rarität aus den Archiven der BBC - eine zweieinhalbminütiger Ausschnitt aus einer Sendung, der die Funktionsweise von Zaphods künstlichem zweiten Kopf erklärt. Das hört sich alles kompliziert an, ist aber im Grunde genommen nur vorsintflutliches elektronisches Flickwerk - das war aber schon das beste und teuerste, was man sich damals mit dem BBC-Budget leisten konnte.


Peter Jones Introduction
ist der einzige Auftritt in Person von der "Stimme" des Buches. Gedreht wurde diese Einleitung für eine Vorführung der Pilotfolge vor einem Publikum aus Fans, damit eine "Laughter Track" aufgenommen werden konnte - eine Idee, die zum Glück wieder verworfen wurde und von der nur noch dieses originelle Überbleibsel erhalten geblieben ist.

Auch in den Standarddisziplinen schreckt diese DVD vor nichts zurück: außer einer zweieinhalb Minuten langen Sammlung von TV- und Radiotrailern gibt es eine Bildergallerie mit über sechzig gut ausgewälten Fotos von den Dreharbeiten.

Dokumentationen, Featurettes, Textkommentar, Bildergallerie ... was will man mehr? Etwas, was angekündigt war und es doch nie mit auf die DVD geschafft hat, ist ein Tribut an Douglas Adams. Es gibt eine halbstündige Dokumentation von 1990 über Douglas Adams, an der auch Simon Jones und David Dixon auf eine ähnliche Art wie beim Making-Of mitgewirkt haben, die ich eigentlich an dieser Stelle erwartet hätte. Möglicherweise hat die BBC jedoch keine Rechte daran und mußte sie deshalb weglassen. Trotzdem hat die Ausstattung dieser DVD die Erwartungen haushoch übertroffen - die BBC hat Douglas Adams damit ein würdiges Denkmal gesetzt.

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