Murder by Death
Cover

26.4.2003

Titel Murder by Death (Eine Leiche zum Dessert)
Studio Columbia Pictures (1976)
Hersteller Columbia TriStar Home Entertainment (2003)
DVD-Typ 5 (4,28 GB) Bitrate ø 5,24 max. 7,0
Laufzeit 91 Minuten Kapitel 28
Regionalcode 2 (Deutschland) Case Amaray I
Fernsehnorm PAL Mastering Sony DADC
Bildformat 1.85:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 2.0 Mono 192 kbit/s Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel Englisch, Deutsch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch,
Hebräisch, Hindi, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Polnisch,
Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch
Freigabe FSK 12
Extras • Gespräch mit Neil Simon (Dokumentation)
• Filmografien: Schauspieler, Regisseur, Autor
• Verschiedene Trailer

Allgemeines

Die fünf besten und berühmtesten Privatdetektive werden vom exzentrischen Millionär Lionel Twain in sein abgelegenes Landhaus zum Dinner eingeladen. Die illustre Gesellschaft versammelt sich und der Gastgeber fackelt nicht lange mit Erklärungen: um Mitternacht soll einer der Anwesenden ermordet werden! Die Türen sind verriegelt, die Fenster dicht und die Nerven liegen blank - das Verwirrspiel kann beginnen...


Neil Simon's Murder by Death ist einer der beliebtesten Klassiker unter zahlreichen Krimikomödien, die ihre ernsten Vorbilder durch den Kakao ziehen. Noch nie vorher wurden so viele berühmte fiktionale Detektive in einem Film versammelt: für den Unkundigen ist es einfach eine Ansammlung von schrulligen Figuren, für den Krimikenner aber ein Fest der großen Namen. Peter Falks Sam Diamond repräsentiert den bogart-esquen Typ von Privatdetektiv á la Dashiel Hammet, David Niven und Maggie Smith als Dick und Dora Charleston sind Nick und Nora Charles aus einer weiteren Hammet-Kreation, den Thin Man-Geschichten und Peter Sellers' Inspektor Wang parodiert Charlie Chan. Auch Agatha Christies Meisterdetektive dürfen da nicht fehlen: mit James Coco als Milo Perrier und Elsa Lanchester als Jessica Marbles sind Hercule Poirot und Miss Marple auch mit dabei. Alec Guiness schlüpfte in die Rolle des blinden Butlers und Nancy Walker in die der taubstummen Köchin. Als besonderer Clou für die Krimifans wird der mysteriöse Gastgeber Lionel Twain von niemand anderem als Schriftsteller Truman Capote gespielt.

Die Geschichte beginnt als relativ einfaches "Whodunit", aber es wäre kein Drehbuch von Neil Simon, wenn nicht irgendwann vom Schema F Abstand genommen würde und . Der erste Akt begnügt sich noch mit einer simplen Parodie der Detektivcharaktere inklusive vielen witzigen One-Linern, zu der aber im Laufe des Films einige sehr überraschende und abstrakte Wendungen kommen. Das führt dazu, daß man zum Schluß überhaupt nicht mehr weiß was los ist - aber genau das ist das Ziel des Films: die oft komplizierten und schwer nachvollziehbaren Rätsel von vielen Krimis ad absurdum zu führen.

Lange war Murder by Death, in Deutschland unter dem nicht ganz korrekten Titel Eine Leiche zum Dessert (es gab ja nicht mal ein Dinner!) bekannt, zwar ein Dauerbrenner im Fernsehen, aber das Heimkino ging leer aus. Es gab nur lausige VHS-Kassetten und nicht einmal eine Laserdisc, aber das änderte sich im vorletzten Jahr als Murder by Death endlich in den USA als DVD erschien. Eine europäische Ausgabe ließ lange auf sich warten, aber im Frühjahr 2003 war es dann endlich soweit: tolle Bildqualität, Originalton und die gleichen Extras wie bei der US-DVD machen diese Disc zu einem Pflichtkauf. Vom abscheulichen Cover, daß einen ganz falschen Eindruck vom Film ermittelt, sollte man sich also auf keinen Fall abhalten lassen.

Bild

Columbias neuer Transfer von Murder by Death ist nach zahllosen vergrieselten und unscharfen Video- und TV-Fassungen eine Wohltat. Zum ersten Mal im richtig gematteten Bildformat zu sehen überrascht diese DVD mit einem angenehm scharfen und detailreichen Bild. Die verwendete Filmvorlage ist bis auf ein paar kaum bemerkbare Ausnahmen völlig frei von Dropouts und Fusseln, was wahrscheinlich das Ergebnis einer sorgfältigen Nachbearbeitung ist. Die Körnigkeit wurde vorsichtig mit einem Filter bekämpft, der aber keine negativen Auswirkungen hinterlassen hat. Die Schärfe ist nicht auf dem allerhöchsten Niveau, aber den ganzen Film über konstant und verdeckt keinerlei Details. Auch die nebligen, dunklen Szenen zu Beginn des Films sind dem Umständen entsprechend immer noch klar erkennbar. Farblich gibt sich diese DVD etwas gedämpft, aber das entspricht der absichtlich so gestalteten Farbpalette und trägt zur mysteriösen, dunklen Atmosphäre des Films einen wesentlichen Teil bei. Hier hat man es mit einem klassischen Sony-Transfer eines älteren Films zu tun: besser kann man es eigentlich nicht mehr machen.

Ton

Bei Murder by Death als stark dialoglastigem Film spielt der Ton nur eine untergeordnete Rolle, deshalb wurden die Tonspuren in ihrer ursprünglichen Mono-Form belassen. Die englische Fassung hört sich ganz manierlich an, hat aber ein paar Einschränkungen, die jedoch alle keine Schuld der DVD-Produzenten sind. Die Stimmen neigen dazu manchmal etwas dünn zu klingen, aber das scheint daran zu liegen daß größtenteils der Ton vom Set verwendet wurde - dafür klingt aber alles sehr natürlich und frisch. Die wenige Musik hört sich kräftig und unverzerrt an, gewinnt aber natürlich auch keine Preise in puncto Dynamik und Frequenzumfang. Alles in allem handelt es sich hier aber um eine solide 70er-Jahre-Tonspur, die genauso klingt wie sie klingen soll. Die deutsche Fassung hat einen etwas dumpferen Klang, der die Stimmen etwas wärmer als auf der englischen Version klingen läßt. Ansonsten läßt sich über diese Tonspur aber auch nicht viel negatives sagen.

Bonusmaterial

In den etwas simpel gestalteten Menüs findet man erstaunlicherweise einen Menüpunkt Special Features, der sogar mehr als nur den üblichen Trailer enthält.

A Conversation with Neil Simon
(10:16) ist ein äußerst interessantes Interview mit dem Drehbuchautor des Films, das trotz der kurzen Laufzeit einen guten Überblick über die Ursprünge und die Entstehung des Films gibt. Bei Neil Simons großer Gesprächigkeit fragt man sich allerdings, warum er nicht gleich einen Audiokommentar aufgenommen hat - das Interview scheint schon von 1999 zu stammen und wurde wohl nicht speziell für die DVD aufgenommen.

Die "Standard-Features" dieser DVD bestehen wie erwähnt aus dem schwammig aussehenden, aber lustigen Trailer (3:03) und zwei weiteren Trailern von The Cheap Detective (dem Semi-Nachfolger von Murder by Death, den es in Deutschland noch nicht als DVD gibt) und Woody Allens Manhattan Murder Mystery.

10:16, 1999
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