Michael Palin - Pole to Pole
Cover

7.3.2004 - #251

Titel Michael Palin - Pole to Pole
Studio BBC (1992)
Hersteller BBC Home Video (2004)
DVD-Typ 3x9 (7,52 / 7,34 / 7,35 GB) Bitrate ø 6,82 max. 9,0
Laufzeit 393 Minuten Kapitel 8/Folge
Regionalcode 2/4 (England) Case Scanavo Triple
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.33:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround Englisch
Untertitel Englisch
Freigabe BBFC PG
Extras • Exclusive Interview with Michael Palin

Allgemeines

Nachdem Monty Python, Schauspieler, Schriftsteller (und nun auch Globetrotter) Michael Palin 1988 auf den Spuren von Jules Verne in achtzig Tagen die Erde umrundete, sollte es eigentlich ein einmaliges Unternehmen sein. Clem Vallance, der Initiator der ersten Reise, hatte nach dem großen Erfolg von Around the World in 80 Days bald die Idee für ein neues Projekt, aber es sollte noch drei Jahre dauern bis Michael Palin seinen Terminkalender freischaufeln konnte.

Das Konzept der neuen Reise war simpel, stellte aber fast noch größere Anforderungen als die Weltumrundung: der Weg sollte vom Nord- bis zum Südpol entlang des 30. Breitengrades gehen. Genauso wie bei Around the World in 80 Days galt die Regel, daß nach Möglichkeit keine Flugzeuge als Reisemittel verwendet werden sollten - mit kleinen Ausnahmen, denn der Nordpol läßt sich natürlich nicht anders erreichen. Vom Nordpol ging die ungewöhnliche Reise über Skandinavien, Rußland, die Türkei, Zypern, Ägypten und längs durch Afrika. Dabei wurde Michael Palin mit seiner Filmcrew fast von der Geschichte überrollt, denn wenige Tage nach der Abreise aus Rußland brach die ehemalige Sowjetunion zusammen, und in Afrika waren die Kriegszonen gefährlich nah. In Südafrika angekommen, drohte beinahe das ganze Projekt beinahe zu scheitern, denn das Schiff was eigentlich für die Reise in die Antarktis vorgesehen war, wollte die Filmcrew nicht an Bord nehmen. Stattdessen wurde die Route kurzerhand geändert und der Südpol von Chile aus erreicht - das bedeutete zwar eine Abweichung vom 30. Breitengrad, aber dennoch wurde die "Mission" damit erfüllt und begann so, wie sie angefangen hatte: mitten im Eis auf dem Pol.

Im Gegensatz zu Around the World in 80 Days hat sich Michael Palin bei seiner zweiten Reise jede Menge Zeit gelassen und sich so mehr auf die Umgebung als aufs eigentliche Reisen konzentrieren können. Mit ihm unterwegs war wieder die eingespielte Crew um Produzent Clem Vallance, Regisseur Roger Mills und Kameramann Nigel Meakin, die die oft abenteuerliche Reise bemerkenswerter Art dokumentierten. Zusammen mit Michael Palins oft hintergründig humorvollen, aber wo angebracht auch ernsten Kommentaren und der ohrwurmverdächtigen Musik von Paddy Kingsland schließt sich Pole to Pole seinem Vorgänger mit dem lockeren und unterhaltsamen Stil an, ohne niveaulos zu werden.


Als im letzten Jahr Michael Palins neue Reisedokumentation Sahara nicht nur auf Video, sondern auch gleich als DVD erschien, wurden auch gleich die anderen drei Dokumentationen als DVDs angekündigt - Around the World in 80 Days ist bereits erschienen und Full Circle ist für August diesen Jahres vorgesehen. Pole to Pole ist nun Ende Februar neu erschienen und bietet als Bonusmaterial zwar nur wieder ein Interview mit Michael Palin, aber alleine die gegenüber den früheren Versionen enorm bessere Bildqualität machen diese DVDs auch für Besitzer der VHS-Kassetten sehr interessant. Der Preis von etwa 20-22 Euro für drei DVDs mit mehr als sechseinhalb Stunden Laufzeit ist vergleichsweise günstig, allerdings muß man auf eine deutsche Fassung verzichten, da es sich hier um eine rein englische DVD handelt und noch keine deutsche Veröffentlichung in Sicht ist. Angesichts der guten sprachlichen
Verständlichkeit dürfte das für die meisten, die sich für Michael Palins Dokumentationen interessieren, kein Problem sein.

Bild

Genauso wie Around... wurde auch Pole to Pole mit robusten 16mm-Kameras gedreht, die auch unter den unwirtlichsten Bedingungen noch funktionieren. Der Nachteil des Formats ist die gegenüber 35mm-Film höhere Körnigkeit und die geringere Schärfe, weshalb man bei dieser DVD keine allzu grossen Ansprüche an die Bildqualität stellen sollte.

Für die neue Pole to Pole-DVD wurde anscheinend kein neuer Transfer des Filmmaterials gemacht, sondern ein Broadcast-Master verwendet, das leider nicht ganz an die Qualität des Vorgängers Around the World in 80 Days herankommt. Oft erscheint das Bild hier leicht matschig, vermutlich hat man hier bei der digitalen Nachbearbeitung versucht die Körnigkeit des Filmmaterials mit einem Rauschfilter einzudämmen. Das ging hauptsächlich zu Lasten der Schärfe, die bei Nachaufnahmen noch gut ist, aber bei weiten Shots eine Menge Details verschluckt. Die Farben können sich allerdings sehr gut behaupten und verschmieren und rauschen überhaupt nicht. Das Filmmaterial selbst ist weitgehend sauber, nur ganz selten fliegt mal ein Fussel durch das Bild. Die hohe Bitrate sorgt dafür, daß das schwierige Quellmaterial nicht noch weiter von der Kompression beeinträchtigt wird. Trotz aller Probleme sehen diese drei DVDs viel besser aus als ihre VHS-Vorgänger und geben die wundervolle Kameraarbeit hervorragend wieder.

Ton

Die Tonspur wurde in ihrem Originalzustand, einem gutklingenden Mono-Mix belassen. Über die schnöde Mono-Abmischung sollte man sich keine Gedanken machen und sich besser über den warmen, angenehmen Klang der Tonspur freuen, der schnell vergessen lässt daß man den Sound nur aus einem Lautsprecher zu hören bekommt. Michael Palins Voiceover und der "On Location" aufgenommene Ton haben eine hervorragende Präsenz, ohne dabei nur im geringsten künstlich zu wirken - die sprachliche Verständlichkeit ist optimal. Auch der Klang der musikalischen Begleitung läßt kaum etwas zu wünschen übrig, obwohl es natürlich schön gewesen wäre die nie als CD veröffentlichte Score von Paddy Kingsland in Stereo zu hören.

Bonusmaterial

Das einzige Extra befindet sich auf der dritten DVD - ein dreißigminütiges Interview mit Michael Palin, das genauso wie bei Around the World in 80 Days ein interessanter rückblickender Kommentar auf seine zweite Reise und deren ungewöhnliche Begleitumstände war. Trotz der kurzen Laufzeit enthält dieses Interview eine ganze Menge an interessanten Informationen und Anekdoten, denn wenn Michael Palin einmal anfängt zu erzählen, hört er so schnell nicht mehr auf.

Mehr Bonusmaterial gibt es hier leider nicht, trotz der Hoffnung daß noch Outtakes oder anderes übriggebliebenes Filmmaterial vorhanden sind. Entweder konnte das Material nicht mehr gefunden werden, oder die BBC hat sich dagegen entschlossen es nicht zu veröffentlichen - schade ist es schon, aber bei einer so langen Dokumentation ist das Hauptprogramm eigentlich auch gleich das Bonusmaterial.
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