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| Studios | DVDs | Bild | Ton | Bonusmaterial | Dokus | Kommentarspuren | Restauration | Cover | ||||||
| Wann hat das eigentlich alles angefangen?
Irgendwann zwischen 1995 und 1996 wurde das neue Wunderformat DVD eingeführt
und damals war es noch etwas für die Profis, ganz wie die Laserdisc die
sich im Heimbereich nie durchgesetzt hat. 1997 erschienen die ersten Titel
der großen Hollywood-Studios in Deutschland, und 1999 ging der Boom
erst so richtig los. In den letzten drei Jahren hat sich sowohl im Filmbereich
als auch bei der Hardware soviel getan, daß die DVD drauf und dran ist
VHS vom Massenmarkt zu verdrängen. DVD-Player gibt es inzwischen zu Preisen,
von denen man früher nur träumen konnte und inzwischen erscheinen
neue Filme oft schon weniger als ein halbes Jahr nach der Kinopremiere auf
DVD. 2001 war auch das Jahr, in dem viele Filmklassiker aus allen Bereichen
erschienen sind, aber auch neue Filme kamen nicht zu kurz. Auch beliebte Fernsehserien
werden nun als DVDs vermarktet, gerade da ist 2001 erst der Grundstein für
viele weitere zukünftige Veröffentlichungen gelegt worden. Wir (das sind Jens Vogel und Guido Bibra) haben die DVDs des Jahres, die uns am besten gefallen haben, zu einer ganz subjektiven und nicht auf Vollständigkeit bestehenden Übersicht zusammengestellt. Wir haben mit Absicht keine bestimmte Reihenfolge gewählt und deshalb bis auf die Studioliste alles alphabetisch sortiert, um eine Bevorzugung von einzelnen Titeln zu vermeiden - die gibt es nämlich nicht. Das hier sind einfach die besten DVDs des Jahres 2001 aus unserer Sicht. |
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| Studios | ||||||||||||||
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Columbia-Tristar
... konnte in den USA und Europa im letzten Jahr gleichermaßen begeistern. Im Sommer erschien mit Close Encounters of the Third Kind einer der am längsten erwarteten Toptitel gleichzeitig in allen Regionen, genauso auch die aufwendig restaurierte Fassung von Lawrence of Arabia. Nach langen rechtlichen Problemen wurde im Sommer endlich die Special-Edition von Kevin Smith's Dogma veröffentlicht, und im Herbst kam mit Monty Python and the Holy Grail eine weitere DVD heraus, die eine lange Vorbereitungszeit hinter sich hatte. Beides sind jedoch Region 1-exklusive Veröffentlichungen, die es wahrscheinlich nie bis nach Deutschland schaffen werden. Eine kleines Sahnehäubchen brachte Columbia-Tristar noch kurz vor Weihnachten heraus: Ivan Reitmans SF-Komödie Evolution erschien fast zeitgleich auf der ganzen Welt. Universal
... war 2001 für einige der größten Erfolge und einige der
schlechtesten DVDs des Jahres verantwortlich. In diesem Jahr begann Universal
nämlich außerhalb der USA DVDs in Eigenregie herauszubringen -
bisher war das Marketing und der Vertrieb in den Händen von Columbia-Tristar,
deren Vertrag mit Universal Ende des Jahres auslief. Schon vorher erschienen
einige Universal-Titel nicht mehr über Columbia, und das waren leider
meistens die mit den größten Problemen. Der erste Aufschrei in
Europa und Australien kam im Herbst, als Universal die Spezifikationen für
die zweite Welle der Hitchcock-DVDs bekannt machte: The Birds, Marnie,
Topas und Torn Curtain sollten in Pan&Scan erscheinen. Trotz
riesiger Proteste erschienen diese vier Filme tatsächlich in kastriertem
4:3-Format und mieserabler Bildqualität - Alfred Hitchcock würde
sich im Grabe herumdrehen. Allen anderen Hitchcock-DVDs in Region 2 und 4
von Universal kann man jedoch nur gute Noten geben, da sie vollständig
von den amerikanischen Vorbildern übernommen wurden. Dreamworks
... wird von Jahr zu Jahr immer mehr zu einem der erfolgreichsten Studios in Hollywood und schafft es dabei unabhängig von anderen Konzernen zu bleiben. Was Dreamworks an DVDs veröffentlicht, hat auch immer Hand und Fuß, wirklichen Anlaß zu Kritik gibt es kaum - das gilt allerdings nur für die amerikanischen DVDs. Außerhalb der USA hat Universal Marketing und Vertrieb inne, was leider oft zur Folge hat daß die DVDs nicht mehr so gut ausgestattet sind wie ihre US-Pendants. Das betraf mit Shrek auch den größten Erfolg von Dreamworks in diesem Jahr, der in den USA als 2-DVD-Special-Edition erschien und im Rest der Welt nur als Einzel-DVD mit weniger Extras zu haben ist. 20th Century Fox
... hatte im letzten Jahr mit Starwars Episode 1 praktisch eine Lizenz zum Gelddrucken in der Tasche. Die langewartete DVD des neuen Starwars-Films erschien im Oktober weltweit fast gleichzeitig und entwickelte sich binnen kürzester Zeit zum vorprogrammierten Kassenschlager - und das zurecht. Am Film mag man berechtigte Kritik üben, aber die DVD gehört dank des hervorragenden Bonusmaterials zu einer der besten des Jahres. Auch andere DVDs, von ein paar Ausrutschern abgesehen, waren durchweg gut ausgestattet. Besonders stark gemacht hat sich Fox jedoch im TV-Sektor, denn in diesem Jahr begann nicht nur die Veröffentlichung von Akte X in kompletten Seasonboxen, sondern auch die erste Season der Simpsons erschien im Herbst. MGM
... verdient ein besonderes Lob, denn im Sommer 2001 erschien der letzte der insgesamt 19 James-Bond-Filme außerhalb der USA, wo die Bond-Collection schon seit dem Vorjahr komplett war. Sogar die zwei inoffiziellen Filme Never Say Never Again und Casino Royale hat MGM selbst veröffentlicht. Alle DVDs zusammen bilden nicht nur eine umfangreiche Sammlung der erfolgreichsten Actionfilmreihe der Filmgeschichte, sondern auch ausführliche Dokumentationen und Kommentarspuren zu jedem der 19 Filme. MGMs weitere Veröffentlichungspolitik in Europa war allerdings in diesem Jahr ziemlich beunruhigend, denn obwohl mit Silence of the Lambs, Some Like it Hot und The Magnificent Seven einige Special-Editions erschienen, kamen einige andere Filme nur in abgespeckten Versionen mit weniger Extras als Region 1 heraus. Das Weglassen von Featurettes und Kommentarspuren bei Spaceballs, The Great Train Robbery und Dirty Rotten Scoundrels in Europa verdient eine deutliche rote Karte. Paramount
... hatte sich früher in allen Regionen durch die "Bloß-keine-Extras"-Firmenpolitik unbeliebt gemacht, aber das hat sich 2001 langsam, aber sicher zum Positiven gewendet. Schon im Februar erschienen die ersten DVDs mit Kommentarspuren in Deutschland, und im Herbst war es dann soweit - mit Forrest Gump kam die erste 2-DVD-Special-Edition von Paramount. Das Flagschiff Startrek wurde im Herbst bis auf den ersten Film auch komplettiert, aber leider nur mit extralosen DVDs - aber auch da sind Special-Editions auf dem Weg, und die ersten Serien werden nächstes Jahr auch erscheinen. Paramount kann man nur eine Entwicklung in die richtige Richtung bescheinigen, die noch viel Potential in sich trägt und 2002 für einige Überraschungen - besonders im Bereich Fernsehserien - sorgen dürfte. Warner
... hat sich im letzten Jahr auffällig still verhalten und brachte nur eine wirklich bemerkenwerte Veröffentlichung heraus: Im Sommer erschien weltweit die Stanley-Kubrick-Collection, die in den USA die älteren Versionen mit schlechterer Bild- und Tonqualität ablöste und in den anderen Regionen eine Erstveröffentlichung war. Besonders erwähnenswert ist 2001 - A Space Odyssey, der in einer von Grund auf neu restaurierten Fassung erschien und mti einer erstaunlichen Bild- und Tonqualität aufwarten konnte. Auch die weiteren Veröffentlichungen von Warner in diesem Jahr konzentrierten sich zu einem großen Teil auf ältere Filme: remasterte Versionen von Ben Hur und The Time Machine erschienen in beiden Regionen und auch die brilliante Restauration des Hitchcock-Klassikers North By Northwest kam im April auch in Europa heraus. In den USA holte sich Warner im Sommer einen Satz heiße Ohren von den Heimkino-Fans, als Willy Wonka and the Chocolate Factory als Special-Edition nur in Vollbild erscheinen sollte, obwohl die frühere DVD noch in Widescreen war. Warner lenkte ein und brachte zwei Monate später die gleiche DVD im Originalformat heraus, aber auch jetzt noch wird von Fall zu Fall bei familienorientierten Titeln entschieden, welches Bildformat verwendet wird. Hoffentlich wird es wie bei Universal immer parallel eine Vollbild- und eine Widescreen-DVD geben. Kinowelt
... ist als einziges Deutschland-exklusives Studio im letzten Jahr wirklich positiv aufgefallen: mehr DVDs mit Originalton und weniger Zwangsuntertitel, und durch einen Deal mit dem französischen Studio CanalPlus wurden einige der besten DVDs des Jahres möglich. Kinowelt konnte die Terminator 2 Ultimate Edition mit fast der gleichen Ausstattung wie bei der US-DVD in Deutschland herausbringen. Leider verlor Kinowelt durch die Probleme des Mutterkonzerns die DVD-Verwertungsrechte neuerer NewLine-Filme, zu denen auch der neue Herr der Ringe-Film von Peter Jackson gehört, der nun von Warner ins Kino gebracht und auf DVD erscheinen wird. Immer noch Probleme hat Kinowelt mit Transfern, die in kompletter Eigenregie hergestellt werden: so ließ die Bildqualität von Thirteen Days sehr zu wünschen übrig, was besonders schade ist da die Extras dieser Doppel-DVD fast komplett von der NewLine-DVD übernommen werden konnten und durch das Bild die deutsche DVD einen großen Nachteil hat. Sehr nett ist dagegen die Box mit den ersten drei Asterix-Filmen geworden, die Ende Dezember erschien - aber die entstand ja auch mit Hilfe des französischen Partners Studio Canal. Kinowelt muß immer noch einige Kinderkrankheiten besiegen, aber das Studio befindet sich trotz der Pleiten des Jahres 2001 auf dem richtigen Weg. |
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| DVDs | ||||||||||||||
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2001 - Warner
Diese DVD verdient einen Ehrenplatz - ganz alleine schon
durch den Umstand, daß sich Warner dazu aufraffen konnte den Film
im Kubrick-Jahr 2001 neu zu restaurieren, wieder in die Kinos zu bringen
und letztendlich auch als DVD zu veröffentlichen. Obwohl sich bis
auf einen Trailer keinerlei Extras auf den DVDs befinden, kann man wegen
der fantastischen Bild- und Tonqualität nur zu einem Kauf raten -
denn so konnte man 2001 noch nie sehen. Diese DVD ist ein guter
Ersatz für diejenigen, die die Aufführungen der restaurierten
Version nicht im Kino sehen konnten. Akira - Pioneer (R1 USA/Kanada)
Pioneer USA gab 2001 völlig überraschend bekannt,
den Anime-Klassiker Akira komplett zu restaurieren, eine neue Übersetzung
und eine neue englische Synchronfassung anfertigen zu lassen - für
die Kleinigkeit von einer Million Dollar. Im Frühjahr wurde der Film
in den US-Kinos wiederaufgeführt, und im Juni erschien dann die DVD.
Die erste Auflage der Special Edition wurde in einer übergroßen
Blechdose ausgeliefert, die komplett schwarzblau lackiert ist und in großen,
silbernen Lettern den Schriftzug "AKIRA" trägt, mit dem japanischen
Schriftzug quer darüber in roten Lettern - sicherlich eine der schönsten
DVD-Verpackungen des Jahres 2001. Dogma - Columbia-Tristar (R1 USA/Kanada)
Kevin Smith's Dogma hat vom Dreh übers Kino bis auf die DVD einen langen Weg hinter sich. Die Kinopremiere verzögerte sich, weil Miramax den Film wegen des kontroversen Themas nicht vertreiben wollte, und die Special-Edition-DVD ließ wegen weiteren Probleme auch lange auf sich warten. Im April 2000 erschien eine DVD ohne Extras, allerdings mit dem ehrlichen Hinweis auf eine bevorstehende Special-Edition. Die war anfänglich für Oktober 2000 geplant, verzögerte sich dann aber bis auf August 2001 - wer so lange gewartet hat, wurde dafür auch reichhaltig belohnt. Wegen rechtlicher Streitigkeiten zwischen Miramax und Columbia, die die DVD herausbrachten, fehlte zwar die langerwartete Dokumentation, aber die satten 100 Minuten an Deleted Scenes, zwei Audiokommentare, einer davon mit Video-Ausschnitten, machen die Dogma SE zu einer wirklich gelungenen DVD. Die neue Special-Edition schafft es problemlos an die herrlichen DVDs von Kevin Smiths früheren Filmen anzuknüpfen. Evolution - Columbia-Tristar (R2 Deutschland)
Kurz vor Weihnachten kam Columbia-Tristar noch mit einem kleinen Geschenk daher: Ivan Reitmans Science-Fiction-Komödie Evolution erschien in gleich zwei Geschmacksrichtungen - einer im normalen Amaray-Case und die andere in diesem netten Digipack-Slimcase mit einer glitzernden Beschichtung. In beiden steckt die gleiche DVD drin, aber es ist einfach eine nette Überraschung geworden. Mit der Ausstattung zeigt Columbia, daß es nicht immer gleich eine vollgeladene Doppel-DVD sein muß - ein witziger Audiokommentar, Making-Of, Storyboards und andere Sachen sind auf einer einzigen Disc untergebracht ohne nenneswerte Abstriche bei Bild- und Tonqualität machen zu müssen - im Gegensatz zur US-Version wurde lediglich die DTS-Tonspur eingespart. Eine sehr nette, unspektakuläre DVD, die das Medium vernünftig nutzt und keinen unnötigen Unsinn damit treibt. Wer den Film nicht mochte, ging dieser DVD aus dem Weg - der Rest freute sich über diesen kleinen Spaß zu Weihnachten Forrest Gump - Paramount
"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt", pflegte Forrest Gumps Mutter immer zu sagen - ein Satz der auch auf die DVD-Veröffentlichungen von Paramount früher zutraf. 2001 hat sich dies aber grundlegend geändert, denn es erschien mit Forrest Gump die erste 2-DVD-Special-Edition des Studios. Die amerikanische DVD erschien im August, die europäische Version erst im November, dafür aber mit haargenau der gleichen Ausstattung. "Alles was sie schon immer über Forrest Gump wissen wollten, aber nie zu fragen wagten" könnte man das Bonusmaterial dieser DVD übertiteln - es bleibt wirklich keine Frage mehr offen. Ausgestattet wurde die DVD mit zwei Kommentarspuren und mehreren Dokumentationen und Featurettes, die insgesamt fast eine Laufzeit von zwei Stunden haben. Obwohl das Bonusmaterial nicht ganz perfekt ist und in einigen Bereichen noch der Konkurrenz hinterherhinkt, hat Forrest Gump endlich die DVD bekommen, die der Film schon seit langem verdient hat - schließlich war es einer der meistgewünschtesten Titel, auf den viele schon seit Einführung der DVD warteten. Die James Bond Collection - MGM Monty Python and the Holy Grail - Columbia-Tristar (R1 USA/Kanada)
Obwohl der erste Film der einzigartigen britischen Komikertruppe Monty Python 2001 nur einen krummen Geburtstag (den 27.) feierte, machte sich der amerikanische Rechteinhaber daran, den Film mit dem Ziel einer Kino-Wiederaufführung und einer späteren DVD-Veröffentlichung zu restaurieren. Lange wurde im Verborgenen gewerkelt und geschraubt, und im Sommer wurde dann die restaurierte Fassung in nur wenigen Kinos in den USA und England aufgeführt. Im Herbst wurde dann die schon vorhandene DVD von Columbia-Tristar gegen eine 2-Disc-Special-Edition ersetzt, die die kühnsten Erwartungen übertraf. Die Bildqualität ist trotz schwierigem Ausgangsmaterial ausgezeichnet, und der 5.1-Upmix wurde so sorgfältig gemacht, daß sogar eingefleischte Fans die auch mit auf die DVD gepackte Mono-Tonspur links liegen liessen. Auch mit den Extras wurde nicht gegeizt: neben einer wundervollen Dokumentation und zwei Kommentarspuren ist noch so viel mehr Bonusmaterial vorhanden, daß man bei diesem Film kaum erwartet hat. Die Verpackung besteht aus einer simplen Doppel-Amaray-Hülle, die aber in einem netten Schuber aus Plastik untergebracht ist, der nicht so schnell kaputtgeht wie z.B. die Papphülle von Dogma. Einen kleinen Wermutstropfen hat diese herrliche DVD allerdings doch: die Erstauflage hatte einen ärgerlichen Fehler, der auf vielen DVD-Playern ständig die Untertitel im Film anschaltete. Nach langer Anlaufzeit hat Columbia dieses Problem jedoch beseitigt und führte eine Umtauschaktion durch. North by Northwest - Warner
Eigentlich erschien Alfred Hitchcocks North by Northwest alias Der unsichtbare Dritte schon im Herbst 2000 in den USA als DVD, aber die deutsche Veröffentlichung hat noch bis zum April gedauert - deshalb gehört diese DVD noch mit in diese Liste. Früher war dieser Klassiker, der als einer der besten und spannensten Filme von Alfred Hitchcock angesehen wird, nur in verblaßten und verkratzten Versionen zu sehen. Warner Home Video, die die Rechte von MGM übernommen hatten, brachten jedoch für diese DVD eine geradezu sensationelle Bildqualität für einen Film von 1959 zustande. Auch der Ton wurde nach Originalunterlagen in 5.1 neu abgemischt. Ergänzt wurde die DVD durch eine neu produzierte und von Schauspielerin Eve Marie Saint gehosteten Dokumentation und eine Kommentarspur mit Drehbuchautr Ernest Lehmann - auch wenn es nirgendwo bezeichnet wird, den Namen Special Edition verdient diese DVD mindestens. Warner zeigt mit North by Northwest eindrucksvoll, wie Universal vielleicht mit den anderen Hitchcock-Filmen hätte umgehen sollen. Prinzessin Mononoke - Mononoke Hime - (R2 Japan)
Als Mononoke Hime, so der Originaltitel, 1997 in Japan in den Kinos anlief, wurde er zu einem der erfolgreichsten Filme des Landes und konnte sogar Titanic überrunden. Einige Disney-Zeichner geben unverhohlen zu, dass Hayao Miyazaki, der Schaffer des Films, ihr heimliches Vorbild ist - ein im europäischen Raum fast unbekanntes künstlerisches Genie. Ein Deal zwischen Studio Ghibli und BuenaVista sorgte dafür, daß Disney die weltweiten Vermarktungsrechte für Princess Mononoke und andere Filme des Studios erhielt. Mitte 2001 fand der Film auch den weg in die deutschen Kinos, wurde aber wegen der mangelhaften Publicity seitens Disney kaum beachtet. Leider wurde auch versäumt für Deutschland die DVD-Rechte zu sichern, und so wird im Sommer 2002 nur eine VHS-Kassette in Pan&Scan erscheinen - eine deutsche DVD wird es nach momentanem Stand auch in Zukunft nicht geben. Die Retter in der Not waren schließlich die Japaner selbst. Im November 2001 erschien ein 3-DVD-Set des Films, dessen dritte DVD neben sieben anderen Sprachfassungen auch eine deutsche Tonspur enthält - für deutsche Fans des japanischen Zeichentricks war das einer der Höhepunkte des Jahres. Im Grunde genommen hat das Set eine eher mangelhafte Ausstattung - es enthält lediglich dreimal denselben Film - aber technisch ist es einwandfrei und derzeit die einzige Möglichkeit, die deutsche Synchronisation zu bekommen. Rear Window - Universal Simpsons Season One - 20th Century Fox
Nachdem Fox schon 2000 mit Akte X begann TV-Serien auf DVD zu vermarkten, ließ eins der größten Flagschiffe des Senders nicht mehr lange auf sich warten: im September 2001 erschien weltweit zeitgleich die ersten Staffel der Simpsons als 3-DVD-Box. Matt Groenings Zeichentrickserie ist seit zwölf Jahren ein fester Bestandteil der amerikanischen Fernsehlandschaft und hat sich langsam, aber sicher einen Kultstatus gesichert. Deshalb wurde auch mehr als nur die dreizehn Folgen der ersten Staffel auf die DVDs geklatscht: jede Folge hat einen Audiokommentar mit Matt Groening und den Regisseuren und Drehbuchautoren. Weitere Extras sind Drehbücher zu einigen Folgen, ein kleines Featurette und andere nette Sachen. Die Bildqualität hält sich für eine über zehn Jahre alte Fernsehserie erstaunlich gut, und den Tonspuren wurde sowohl in der englischen als auch in der deutschen Fassung ein 5.1-Remix verpaßt. Verpackt wurden die drei DVD in ein Digipack mit Schuber, dessen Design über eine normale Pappbox herausgeht und wirklich schick geworden ist. Man kann auf die weiteren Staffeln gespannt sein, die nächste wird im März 2002 erscheinen und davor noch im Februar mit ganz ähnlicher Ausstattung die erste Staffel von Futurama - Matt Groenings anderer Zeichentrickserie. 2001 war nur ein Vorgeschmack auf die Lawinen von DVDs, die 2002 und später noch auf uns zukommen. Shrek - Dreamworks (R1 USA/Kanada)
Dreamworks' letzter Geniestreich brach im Sommer 2001 Rekorde an den Kinokassen und konnte sogar der Konkurrenz mit der Maus das erste Mal ernsthaft gefährlich werden. Der Erfolg hielt auch bei den Heimvideo-Veröffentlichungen an - die DVD des Films wurde zu einer der Bestverkauftesten des Jahres. Dabei gab es nur in den USA und in Kanada eine 2-DVD-Version, der Rest der Welt mußte sich mit einer einzelnen, von Universal vertriebenen DVD mit weniger Extras begnügen. Viele argumentieren, daß die zusätzlichen Extras der US-DVD unnötig seien - dabei wurden einige sehr nette Sachen wie die ungewöhnlich gute Storyboard-Präsentation in Europa einfach weggelassen und dafür der Schwerpunkt lieber auf die kindergerechten Features gelegt. Die US-DVD hat nur ein wirklich überflüssiges "Feature": auf die Vollbildfassung hätte man verzichten können. Die Idee die "Kinder"-Extras mit der Pan&Scan-Version auf eine DVD und die Widescreen-Fassung samt DTS-Ton auf die andere DVD mit den "Erwachsenen"-Extras zu packen, ist zugegebermaßen eine clevere Idee. Technisch kann Shrek in beiden Regionen mit einem makellosen volldigitalen Transfer und kräftigen Tonspuren aufwarten, aber das wirkliche Highlight des Jahres ist nur die Region 1-Version mit der besseren Ausstattung. Starwars Episode 1 - 20th Century Fox
The Phantom Menace, der erste Starwars-Film seit 1983, wurde nur durch die große Publicity zu einem großen Erfolg, denn eigentlich verbirgt sich hinter der Hochglanzfassade kein wirklich guter Film. Trotzdem, es ist Starwars, und es sind die Filme, die als DVD-Veröffentlichung am sehentlichsten erwartet werden. Nach zwei Jahren brodelnder Gerüchteküche war es Mitte Oktober 2001 soweit: der erste Starwars-Film erschien auf DVD. Zur Enttäuschung einiger und zur Freude anderer ließ Lucasfilm die alte Trilogie links liegen und entschied sich zuerst den neuesten Film herauszubringen - und das auch gleich richtig. Diese DVD wurde so gut, daß man dank des hervorragenden Bonusmaterials nicht mal um einen Kauf herumkommt, wenn man den Film nicht besonders mag. Die ausführlichen Dokumentationen, Featurettes und der Audiokommentar lassen den Film in einem ganz anderen Licht erscheinen und letztendlich dann doch nicht so schlecht aussehen. Das einzig Negative an dieser DVD ist die zweifelhafte Bildqualität, von der viel mehr erwartet wurde - dafür bekommt man dann aber auch eine der aktivsten Tonspuren, die es seit langem auf einer DVD gegeben hat. Zusammen mit dem beeindruckenden Bonusmaterial gehört die Starwars Episode I-DVD trotzdem zu den allerbesten des Jahres. Terminator 2 - Kinowelt R2 Deutschland
Kinowelt nahm sich der Eindeutschung der zum damaligen Zeitpunkt schon länger erhältlichen US-Variante der "Ultimate Edition" an - und war erfolgreich. Man konnte jedes einzelne Extra über den Teich retten, lediglich die Möglichkeit den Film in drei verschiedenen Schnittfassungen zu sehen, ging aufgrund von Terminschwierigkeiten irgendwo zwischen den Kontinenten verloren. Obwohl die deutschen Fans einen Sturm der Entrüstung auf Kinowelt herabregnen ließen, legte sich dieser schnell wieder, denn die deutsche DVD enthält die längste der von Cameron freigegebenen Schnittfassungen und wirklich alle restlichen Szenen im Bonusmaterial. Für die Erstauflage steckte Kinowelt die Doppel-Amaray-Hülle in eine Metalldose, vereinzelt sind noch immer Exemplare davon im Handel zu finden. An der deutschen DVD werkelte Vang Ling, der Macher der US-DVD, so daß es hier keinen Grund zur Klage gibt. Menüs und Ausstattung des Doppel-DVD-Sets sind spektakulär. Die Terminator 2 Ultimate Edition ist auch die erste deutsche DVD, die das THX-Zertifikat erhielt - auch wenn das THX-Siegel freilich nicht viel Bedeutung hat. |
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| Bild | ||||||||||||||
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2001 - Warner Wie kann ein Film von 1968 wie auf die Mattscheibe gemalt aussehen? Genau das fragt man sich, wenn man sich die neue DVD von Stanley Kubricks 2001 anschaut. Wie genau die Restauration gemacht wurde, ist nie publik gemacht worden - einige behaupten, daß nur eine neue Kopie vom Kameranegativ gezogen wurde, andere sagen daß eine Menge Arbeit in die Aufbereitung geflossen ist. Wie dem auch sei, das Ergebnis ist sensationell und dürfte endlich eine definitive Fassung des Films darstellen, die sowohl auf DVD als auch im Kino vorführbar ist. The Mummy Returns - Universal/Columbia-Tristar Über Film und DVD läßt sich streiten, aber über den Transfer nicht. Schon zwei Jahre vorher konnte Universal mit einem blitzblanken Transfer von The Mummy begeistern und schafft das nun mit der Fortsetzung noch einmal. Ein gestochen scharfes, kristallklares Bild ohne Griesel oder Dropouts lassen alle Details erkennen, besser kann nicht einmal eine Kinoprojektion aussehen. North by Northwest - Warner Die Restauration des Films wurde mit einer bis dahin noch nicht verwendeten Methode durchgeführt: das VistaVision-Kameranegativ wurde ohne jegliche Aufbereitung digitalisiert und alle Farbkorrekturen und andere Aufbereitung mit dem Computer erledigt. Das entspricht zwar keiner klassischen Filmrestauration und produziert auch keinen vorführbaren Kinoprint, aber für diese DVDs konnte eine faszinierende Bildqualität erreicht werden, die mit neueren Filmen problemlos mithalten und sie sogar übertreffen kann. O Brother where art thou? - Universal/Columbia-Tristar (R2 Deutschland) Der Geniestreich der Cohen-Brüder wurde in Deutschland nur als sehr magere DVD ohne jegliche Extras herausgebracht, die nur wegen der kristallklaren Bildqualität kaufenswert ist. Besonders die schwierige, desaturierte Farbpalette des Films wird perfekt wiedergegeben - nicht auszudenken was passiert wäre, wenn da ein anderes Masteringstudio als Sony am Werk gewesen wäre. Shrek - Dreamworks (R1 USA/Kanada) Universal (R2/4 Europa/Australien) Der erste volldigitale Transfer von Dreamworks ist auf den ersten Blick nicht so spektakulär wie Toy Story oder A Bug's Life, aber beim genaueren Hinsehen erstaunt die Shrek-DVD durch ihr realistisches und nicht digitales Aussehen. Das Bild wirkt lebending und organisch, ohne dabei den Nachteilen von konventionellem Filmmaterial wie Kratzer oder Körnigkeit unterworfen zu sein. Space Cowboys - Warner (R2 Deutschland) Eigentlich bedarf es keiner großen Erwähnung mehr, wenn Warner einen Film neueren Datums auf DVD herausbringt und das Bild besonders gut ist. Genauso wie bei Universal und Columbia-Tristar kann man sich inzwischen darauf verlassen, das ist bei den Space Cowboys auch nicht anders. Small Time Crooks - Concorde (R2 Deutschland) Woody Allens Filme sind selten visuell besonders aufregend und gleichen oft schlichten, aber effektiven Theaterinszenierungen - sein vorletzter Film Schmalspurganoven ist keine Ausnahme und begnügt sich mit einfachen, aber realistischen Sets. Bei der deutschen DVD des Films waren berechtigte Bedenken angesagt, aber Concorde hat es tatsächlich geschafft ein Master von Dreamworks (warum bringen die ihre Filme eigentlich nicht selbst in Europa raus?) zu bekommen. Dadurch ist die Bildqualität auch geradezu erstaunlich: man scheint fast neben Woody Allen und Tracy Ullmann in ihrer kleinen Wohnung zu stehen, so klar und scharf ist das Bild geworden. |
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| Ton | ||||||||||||||
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2001 - Warner Schon die frühe MGM-DVD von 2001 hatte schon eine 5.1-Tonspur, die aber lediglich eine 1:1-Umsetzung der 70mm-6-Track Magnettonspuren der ursprünglichen Kinoversion war und einen sehr dumpfen und teilweise klirrenden Klang hatte. Für die neue Kinorelease und die DVDs wurde die Soundtrack komplett auseinandergenommen und neu zusammengemischt, es wurden sogar die Original-Mehrspurbänder der Musikaufnahmen dafür eingesetzt. Das Ergebnis kann sich zwar nicht unbedingt mit modernen Abmischungen messen, aber angesichts des Alters von 2001 - A Space Odyssey ist es erstaunlich, wie kristallklar diese Soundtrack nun wieder klingt. The Fifth Element - BMG (R2 Deutschland) Als Luc Bessons SF-Extravaganza Das fünfte Element 1998 in Deutschland als Flagschiff des DVD-Angebots von BMG erschien, war es für lange Zeit eine der Referenz-Discs schlechthin. Aber die Zeiten ändern sich, und damit auch die Ansprüche: der Transfer der alten DVD war nicht mehr optimal und der Originalton lag nur in MPEG2 2.0 vor. BMG sah es ein und brachte im September 2001 eine Remastered Deluxe Edition auf zwei DVDs heraus. Der neue Transfer war schon eine große Verbesserung, aber noch nicht ganz so gut wie das US-Vorbild - dafür wurden die englische und deutsche Tonspur in Dolby Digital EX und DTS-ES neu abgemischt, was der eigentliche Vorteil an der Neuauflage ist. Böse Zungen behaupten, daß sich die DTS-ES-Tonspuren genauso wie die Dolby-Digital-Versionen anhören, aber alleine eine so knackig klingende Originaltonspur auf einer DVD eines deutschen Anbieters, die zudem noch viel mehr Extras als alle anderen DVDs bietet, ist schon eine Erwähnung wert. Monty Python and the Holy Grail - Columbia-Tristar (R1 USA/Kanada) Remasterte Tonspuren von älteren Filmen werden normalerweise nicht immer mit großer Begeisterung aufgenommen - besonders nicht von Fans, die die ursprünglichen Tonspuren liebgewonnen haben. Bei Monty Python and the Holy Grail war es aber ganz anders: obwohl der Ton für die neue 5.1-Abmischung komplett auseinandergenommen und teilweise sogar neu erstellt wurde, war die Neufassung nur durch ihre bessere Qualität und Klarheit von der alten zu unterscheiden. Wie ein Film von 1975 so gut klingen kann, wird wohl das Geheimnis der Tontechniker von Columbia-Tristar bleiben. Einen richtigen Kawumm-Effekt hat die Tonspur verständlicherweise zwar nicht, aber von der Qualität her braucht sie sich nicht vor neueren Hollywood-Blockbustern zu verstecken. The Mummy Returns - Universal/Columbia-Tristar (R2 Deutschland) Ein spektakulärer Sound gehört zu einem Hollywood-Blockbuster wie Mummy II natürlich dazu, aber hier ist die Abmischung nicht nur auf Lautstärke, sondern auch auf feine Details aus. Besonders freuen kann man sich auch über die breit abgemische Filmmusik, etwas was auch heute noch nicht bei jedem Film der Fall ist. Neben diesen Feinheiten bietet die Soundtrack aber auch noch einige gehörige Schrecksekunden, die in einem Stereo-Downmix untergehen und erst so richtig auf einer Surroundanlage zur Geltung kommen. Shrek Dreamworks - (R1 USA/Kanada) Eins der besten Beispiele für eine durch und durch solide, aber dabei nicht besonders spektakuläte Tonspur dürfte die Shrek-DVD bieten - hier zählen mehr die leisen Töne als ein kräftiges Feuerwerk aus allen Kanälen gleichzeitig. Bei Zeichentrick-Filmen kommt auch noch das Problem hinzu, daß die gesamte Soundtrack aus dem Nichts her aufgebaut werden muß, was manchmal den Klang etwas steril macht. Shrek's Ton hört sich dagegen sehr real an und ermöglicht zusammen mit der Animation eine perfekte Illusion. Space Cowboys - Warner Filme, bei denen ein Großteil der Handlung im Weltraum spielt, haben immer ein großes Problem beim Aufbau der Tonspuren zu lösen: eigentlich dürfte man ja im Vakuum überhaupt nichts hören, aber man kann ja auch keine komplettes Schweigen im Walde verwenden. Es muß also eine Gratwanderung zwischen Geräusch und kein Geräusch gemacht werden, auf eine Weise die der Zuschauer nicht bemerkt und gleichzeitig für real hält. Bei Space Cowbys ist das ganz ähnlich wie bei 2001 gut gelungen, aber auch der Rest der Soundtrack kann sich gut behaupten - so muß halt ein Film aus diesem Genre klingen. Starwars Episode 1 - 20th Century Fox Das Sound-Highlight des Jahres heißt natürlich Starwars, daran besteht kein Zweifel. Schon zwei Jahre vorher hat The Phantom Menace mit der Premiere des neuen Dolby-Digital-EX-Systems die Zuschauer fester in die Kinosessel gedrückt als je zuvor, und die DVD schafft ähnliches - eine entsprechend gute Hardwareausrüstung vorausgesetzt. Ist man mit Digitalverstärker und guten Boxen ausgerüstet, steht einer audiophilen (Rekonstruktion) des Kinoerlebnisses nichts mehr im Weg - von John Williams raumfüllend abgemischer Score über das rasante Podrace bis zu den berüchtigten Lichtschwert-Kämpfen bietet diese DVD alles, was das verwöhnte Heimkino-Ohr begehrt. |
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| Bonusmaterial | ||||||||||||||
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James Bond Collection - MGM Die Grundausstattung der ersten sechzehn Bond-DVDs (von Dr. No bis zu Licence to Kill) besteht aus einer oder zwei Kommentarspuren, einem Making-Of und einer nicht direkt mit dem Film zusammenhängenden Dokumentation. Weitere Extras wie Bildergallerien, Deleted Scenes oder Storyboards variieren je nach Film, bei Goldfinger und Thunderball wurde das Material der Laserdisc-Special-Editions komplett übernommen. Für die Zusammenstellung der Dokumentationen und der Kommentarspuren, die hauptsächlich aus ausgesuchten Interviews und Ähnlichem bestehen, war die Ian Fleming Organisation verantwortlich. Einige der späteren DVDs enthalten auch richtige Kommentarspuren mit den Filmenachern. Für das Bonusmaterial der letzten drei Filme mit Pierce Brosnan wurden zwar Kommentarspuren aufgenommen, aber die Dokumentationen sind nur auf mittlerem TV-Niveau und mit denen der anderen DVDs nicht einmal ansatzweise vergleichbar. Trotzdem bieten diese neunzehn DVDs einen einmaligen Einblick in Produktion und Hintergrund der erfolgreichsten Spionagefilm-Serie aller Zeiten, die die Filme in einem völlig anderen, persönlicherem Licht erscheinen läßt. Monty Python and the Holy Grail - Columbia-Tristar (R1 USA/Kanada) Für die neue Doppel-DVD des Monty-Python-Klassikers hat sich Columbia-Tristar ganz schön ins Zeug gelegt: zwei Kommentarspuren, davon eine von der Criterion-Laserdisc, ein dreiviertelstündiges Making-Of, eine BBC-Doku und noch viel mehr. Das ist die DVD, die dieser Film verdient hat - die Zusammenstellung des Bonusmaterials ist hervorragend gelungen und das Menüdesign ist ganz im Stil vn Terry Gilliams Animationen. Monty-Python-Kenner werden sich über das vielen witzigen Kleinigkeiten freuen, die auf den beiden DVDs hier und da versteckt sind. The Magnificent Seven - MGM Die Glorreichen Sieben ist einer der besten Western aus den sechziger Jahren, dem MGM eine Special-Edition-Ausstattung gegönnt hat. Das Bonusmaterial hat einen ähnlichen Umfang wie das der Bond-DVDs, der Umfang überrascht wegen des hohen Alters des Films sehr. Dabei sind ein 45minütiges Making-Of namens Guns for Hire, eine Szenenspezifische Kommentarspur mit zwei der Schauspieler und zwei Filmemachern, eine große Bildergallerie und auch die Trailer sind durchaus sehenswert. Abgerundet wird das ganze durch ein informatives Booklet. Das ist eine Special-Edition, wie sie im Buche steht. Shrek Dreamworks - (R1 USA/Kanada) Die erste 2-DVD-Special-Edition von Dreamworks kommt gleich mit einer Besonderheit daher - statt auf traditionelle Weise den Film auf eine DVD und die Extras auf eine zweite DVD zu packen, wurde für Shrek der Film auf beiden DVDs abgelegt und die Extras verteilt. Auf der ersten Disc befindet sich eine Pan&Scan-Vollbildfassung zusammen mit dem Bonusmaterial, was hauptsächlich für jüngere Zuschauer gedacht ist. Auf der zweiten Disc befindet sich die anamorphe Fassung im Originalformat, eine DTS-Tonspur, die Kommentarspur und die Extras für die Erwachsenen. Das Bonusmaterial bewegt sich zwischen unnötig und einmalig, wobei das letztere doch deutlich überwiegt. Bei dieser DVD kommt besonders hervor, daß die Extras mit großer Sorgfalt zusammengestellt wurden - das gilt auch für die liebevoll animierten Menüs. Eine speziell für die DVD gemachte Dokumentation ist nicht dabei, aber dafür ein Making-Of, das Dreamworks mit HBO fürs US-Fernsehen produziert hat. Getrennt davon gibt es noch ein zweites Featurette, das sich ausschließlich mit der Animationstechnik beschäftigt. Beides zusammen bietet trotz der kommerziellen Eigenschaften der Dokus einen gar nicht mal so schlechten Blick hinter die Kulissen der Filmproduktion. Ein Highlight auf der ersten DVD sind die kurzen Interviews der CGI-Charaktere, die weiteren Extras auf dieser Disc bestehen im wesentlichen aus interaktiven Spielen auf DVD- und PC-Basis - erwähnenswert ist aber auf jeden Fall das ReVoice Studio, mit dem man ausgesuchte Szenen selbst neu synchronisieren kann. In der Werbung war es groß angekündigt, und es hat sich tatsächlich als eine gut funktionierende und sehr amüsante Sache herausgestellt, die nicht nur Kindern Spaß machen kann. Die Extras der zweiten DVD bestehen aus dem Audiokommentar mit den Regisseuren und einem der Produzenten, einer genialen Storyboard-Vorstellung von nicht realisierten Szenen, einer kurzen Sammlung von falsch gerenderten Szenen, Bildergallerien und noch einigen anderen Sachen. Beeindruckend sind auch die Texttafeln auf beiden DVDs, die ausführliche Produktionsnotitzen und Biographien der Schauspieler und Filmemacher enthalten. Starwars Episode 1 - 20th Century Fox Das Jahreshighlight im Bereich Bonusmaterial ist unbestreitbar The Phantom Menace. Die allererste selbstproduzierte DVD von Lucasfilm wurde mit großem Trara und vollmundigen Versprechungen angekündigt - es sollten insgesamt acht Stunden Material auf den zwei DVDs drauf sein. Anfangs hat es keiner geglaubt, aber wenn man die Laufzeit des Films wegen des Audiokommentars mal zwei nimmt und alles auf der zweiten DVD zusammenrechnet, kommt man wirklich fast auf 480 Minuten. Zusammengestellt wurde das Bonusmaterial von DVD-Guru Van Ling, der unter anderem auch für T2 und The Abyss zuständig war. Auf dieser DVD sind Qualität und Quantität auf dem gleichen Level, da ist einfach nichts was man als unnötig einstufen könnte. Eine langerwartete Premiere ist der Audiokommentar von George Lucas und Rick McCallum - eine sehr interessante Sache, die eine hervorragende Ergänzung zu den anderen Extras sind. Mehrere Dokumentationen und Featurettes sind dabei, darunter The Beginning von Jon Shenk und die preisgekrönten Lynne-Tagebücher, die während der Produktion schon im Internet veröffentlicht wurden. Besonders beeindruckend sind die Deleted Scenes, deren CGI-Animationen extra für diese DVD fertiggestellt wurden und von einer eigenen Dokumentation begleitet werden. Das weitere Bonusmaterial besteht aus einer Sammlung von Trailern, einer großen Bildergallerie und vielen anderen Sachen - das hört sich nicht nach sehr viel an, ist aber eine wahre Fundgrube in der man immer wieder neue Sachen entdecken kann. Auch die Menüs sind ein richtiger Augenschmaus, ohne einem dabei gleich bunte Effekte um die Ohren hauen zu müssen. Auf der ersten Disc gibt es gleich drei verschiedene Sets von äußerst schicken, aber gut bedienbaren Menüs, die zufällig beim Start ausgewählt werden. Was will man schon mehr? |
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| Dokumentationen | ||||||||||||||
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Close Encounters of the Third Kind - Columbia-Tristar Wenn man den Namen Laurent Bouzereau im Zusammenhang mit einer Filmdokumentation liest, ist das immer ein gutes Zeichen - so auch bei Steven Spielbergs Unheimlichen Begegnung der Dritten Art. Die Dokumentation auf der zweiten DVD des Sets überrascht mit einer Länge von über 100 Minuten - kürzer ist es auch gar nicht machbar, die Vielschichtigkeit des Films zu erklären. Die Dokumentation enthält viele neue Interviews mit Stephen Spielberg, Richard Dreyfus, dem erwachsenen Carey Guffey und fast allen anderen Darstellern und Filmemachern. Statt einfach nur über die reine technische Seite des Filmemachens zu reden, entsteht durch die eingeschnittenen Filmszenen und Aufnahmen von den Dreharbeiten ein tiefer Einblick in die Hintergründe des Films, die über das Oberflächliche weit hinausgehen. Dabei werden auch einige lustige Anekdoten und interessante Kleinigkeiten angesprochen, die das eigentlich recht ernste Thema angenehm Auflockern. Eine der besten Dokumentationen des Jahres, die eine gute Alternative zu einer Kommentarspur ist. James Bond Collection - MGM Die Dokumentationen der ersten 16 Bond-DVDs (von Dr. No bis License to Kill) wurden von der Ian Fleming Organisation recherchiert und produziert - und bieten dadurch einen einmaligen Einblick in die Geschichte der Doppelnull-Filmreihe. Jeder Film wird von einem Making-Of mit dem Titel Inside ... begleitet (was bei Octopussy zu einer gewissen Peinlichkeit führt), das mit wenigen Ausnahmen immer von Patrick Macnee aus dem Off kommentiert wird. In der relativ kurzen Laufzeit von ca. 30-40 Minuten sind viele Interviews, Aufnahmen von den Dreharbeiten, Fotos und natürlich ein großer Teil des hervorragend geschriebenen Off-Kommentars untergebracht. Wenn man die Dokumentationen nacheinander schaut, wird man immer wieder bekannte Gesichter entdecken: alte Interviews mit Albert R. Broccoli und Harry Saltzman, neue Interviews mit den noch lebenden Filmemachern und auch den Schauspielern, darunter natürlich auch Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore und Timothy Dalton sind zu sehen. Das Material ist liebevoll zusammengestellt worden und zeigt auf eine sehr warmherzige weise die Menschen, die diese Filme möglich gemacht haben. Auf den meisten DVDs ist noch eine zweite Dokumentation von der gleichen Art dabei, die sich jeweils um eine Person oder ein Thema dreht, wie z.B. Biographien von Ian Fleming oder Terence Young und die Titel von Maurice Binder oder die Filmmusik. The Magnificent Seven - MGM Neben einem akzeptablen Transfer und einer überraschend guten Tonspur bietet MGMs DVD dieses Westernklassikers auch eine erstaunlich gute Dokumentation. Es werden Interviews mit allen Schauspielern und Filmemachern, einiges davon aus Archivaufnamen, gekonnt mit Filmausschnitten verknüpft. Dadurch wird ein sehr kompetenter und gar nicht trockener Einblick in die Vorgeschichte und die Dreharbeiten des Films gewährt, die ja vor über vierzig Jahren stattgefunden haben. Für einen Film dieses Alters ist das eine sehr ausführliche und detailreiche Dokumentation Monty Python and the Holy Grail - Columbia-Tristar (R1 USA/Kanada) Für die dreiviertelstündige Dokumentation The Quest for the Holy Grail Locations haben sich Terry Jones und Michael Palin aufgemacht, um die Drehorte des Films wiederzufinden - was sich als gar nicht so einfach herausstellte und eine lange Autofahrt und einige Fußmärsche bedeutete. Aber die beiden Pythons haben alles wiedergefunden, trafen alte Freunde und stellten erstaunt fest, daß das Schloß in dem ein Großteil des Films gedreht wurde, heute zu eine Touristenattraktion geworden ist. Begleitet von clever eingesetzten Filmausschnitten ist aus dieser "Doku" ein herrliches Monty-Python-Kabinettsstückchen geworden, das dem Film mehr als gerecht wird. Rear Window - Universal Alle neues Hitchcock-DVDs von Universal besitzen Dokumentationen von Laurent Bouzereau, aber Rear Window Ethics ist auch beim hohen Standard des rennomierten Dokumentarfilmers ein echtes Highlight. Mit einer Fülle von Interviews, Fotos und anderem seltenen Material konzentriert sich diese Dokumentation nicht nur auf den Film und die Dreharbeiten, sondern auch auf die Vor- und Nachgeschichte und die neue Restauration. In der knappen Stunde kommen so ziemlich alle zu Wort, die etwas mit dem Film zu tun gehabt haben, darunter Co-Regisseur Herbert Coleman, Drehbuchautor John Michael Hayes und Pat Hitchcock O'Donnell. Dabei sind mit Peter Bogdonavich und Curtis Hanson auch zwei Filmemacher, die ihre Erinnerungen über Alfred Hitchcock und Rear Window erzählen. Das ist aber erst ein Teil der Dokumentation - im zweiten geht es um die Restauration von Robert Harris und James Katz. Anschaulich wird der schlechte Zustand der Filmelemente gezeigt und wie sie wiederhergestellt wurden, ohne zu sehr im Technobubble zu versinken - so muß eine Dokumentation gemacht sein. Starwars Episode 1 - 20th Century Fox Eine völlig andere Art von Dokumentation bietet hingegen die erste Starwars-DVD: Dokumentarfilmer Jon Shenk begleitete die gesamte Produktion über drei Jahre hinweg mit seinen Kameras und sammelte dabei über 600 Stunden Filmmaterial, aus denen die einstündige Dokumentation The Beginning: Making Episode 1 wurde. Der völlige Verzicht auf Voiceovers und Interviews verleiht der Doku einen tagebuchartigen Stil, der auf einfache aber brilliante Weise für sich selbst spricht. Natürlich kann in den sechzig Minuten nur ein Bruchteil der Ereignisse aus der Filmproduktion gezeigt werden, aber dieser Querschnitt ist hervorragend gelungen. Es wird eine geradezu familiäre Atmosphäre bei den Dreharbeiten offenbart, und der sonst manchmal hochnäsig wirkende George Lucas wird nicht vergöttert, sondern ist einfach nur ein netter Mensch, der mit klarem Kopf und unerschütterlichem Optimismus die ganze Truppe irgendwie zusammenhält und motiviert. Produzent Rick McCallum läßt sich dagegen schonmal zu ein paar verständlichen F-Wörtern hinreißen, als die Sets in der Wüste von Tunesien von einem Sturm zerstört wird. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Dokumentation dreht sich natürlich um die CGI-Effekte, aber dieser Teil überwiegt nicht. Was diese Dokumentation an Spannung, Abenteuer und Tragik bietet, scheint dem selbst Film dagegen zu fehlen. Wenn nach einer Stunde dann alles vorbei ist, fragt man sich nur was noch alles in den Archiven liegt und was man davon in Zukunft vielleicht noch zu sehen bekommt. |
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| Kommentarspuren | ||||||||||||||
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Airplane - Paramount Wer von einem Audiokommentar unterhalten werden möchte, ist beim ZAZ-Team (bestehend aus David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker) immer an der richtigen Stelle. Paramount hat die drei Komödien-Spezialisten mit ihrem damaligen Produzenten Jim Davison für die Kommentarspur ihres ersten großen Films Airplane! wieder vereint und hat so eine der lustigsten Kommentare der letzten Jahre produziert. Es wird viel geblödelt und gelacht, aber trotz des vermeintlichen Chaos wird eine Menge über die Filmproduktion erzählt - sei es auch nur um sich zu fragen, wie man damals bloß damit durchkommen konnte. Dogma Special Edition - Columbia-Tristar (R1 USA/Kanada) Für die langerwartete Special-Edition von Kevin Smiths Dogma wurden gleich zwei Audiokommentare aufgenommen - eigentlich nur, weil der erste Kommentar etwas zu albern wurde und man das Gefühl hatte noch längst nicht alles gesagt zu haben. Nachdem die ViewAskew-Truppe, bestehend aus Kevin Smith selbst, Mosier, Vincent Pereira und den Schauspieler Ben Affleck, Jason Lee und Jason Mewes mit dem ersten Kommentar fertig waren, setzten sich Smith, Mosier und Pereira noch einmal hin und nahmen den Technical Commentary mit etwas mehr Disziplin auf. Der erste Kommentar ist natürlich ziemlich überfüllt mit Blödelei und Gelächter, aber es ist sehr unterhaltsam zuzuhören, wie alle sozusagen frei weg von der Schnauze reden. Besonders interessant ist die erste Track auch wegen der Möglichkeit sich einige Passagen als Video Commentary anzuschauen und endlich mal mitbekommt wie es aussieht wenn so ein Audio-Kommentar aufgenommen wird. Die zweite Kommentarspur ist viel ruhiger, aber enthält dabei auch mehr Informationen über die Dreharbeiten - völlig ernst konnten die drei Filmemacher aber trotzdem dabei nicht bleiben. Evolution - Columbia-Tristar (R2 Deutschland) Eine weiterer Audiokommentar mit hohem Funfaktor entstand für die DVD von Ivan Reitmans SF-Komödie Evolution. Schon der Audiokommentar von Ghostbusters war ein großes Vergnügen, Evolution ist praktisch die Fortsetzung davon. Ivan Reitman hat sich mit David Duchovny, Orlando Jones und Seann William Scott für diesen Kommentar zusammengesetzt, wodurch diese Kommentarspur fast noch unterhaltsamer als der Film selbst geworden ist. Naturgemäß hat man es hier mit etwa fünfzig Prozent Blödelei und fünfzig Prozent ernsthaften Bemerkungen zu tun, aber dabei bleibt der hohe Informationsgehalt nicht auf der Strecke. The Magnificent Seven - MGM Wenn man heutzutage einen Audiokommentar für einen älteren Film aufnehmen möchte, steht man oft vor dem Problem daß die meisten Schauspieler und Filmemache inzwischen verstorben sind. MGM muß es mit dem Edelwestern Die Glorreichen Sieben von 1060 ähnlich gegangen sein, aber immerhin konnten für diese DVD Produzent Walter Mirisch, Assistant Director Robert Relyea und die Schauspieler Eli Wallach und James Coburn gewonnen und sogar für diesen Audiokommentar an einen Ort zusammengebracht werden. Das Fehlen vom leider verstorbenen Regisseur John Sturges bemerkt man kaum, weil die anderen Filmemacher und Schauspieler sehr viel über ihn erzählen. Der Kommentar lebt vor allen Dingen von Erinnerungen und Anekdoten - technische Details spielen hier keine Rolle, und gerade das macht diese Spur so interessant und lebhaft. Naked Gun Trilogy - Paramount Die besten Kommentarspuren sind auch meistens die lustigsten - was die Nackte Kanone-Trilogie beweist. Als einzige Extras außer einem Trailer hat Paramount Audiokommentare auf jede der drei DVDs gepackt, was wenig erscheinen mag aber bei genauer Betrachtung ein sehr wertvolles Extra ist. David Zucker (eins der Zs aus dem ZAZ-Team) hat sich bei den ersten beiden Filmen mit Produzent Robert Weiss und Peter Tilden zusammengesetzt, beim dritten Film sind Robert Weiss und Peter Segal dabei. Natürlich kann keiner von ihnen so richtig ernst bleiben, aber außer einer ganzen Menge Witze und dummen Sprüchen reicht es doch für eine Menge interessanter Anekdoten und Bemerkungen, die die Filme gleich viel interessanter machen. Wer diese Kommentare links liegen läßt, verpaßt wirklich eine ganze Menge. Simpsons Season 1 - 20th Century Fox Das Kronjuwel der ersten Simpsons-Box sind die Kommentarspuren, die bei jeder einzelnen der dreizehn Episoden dabei sind. Neben Matt Groening, der auf zehn der dreizehn Episoden zu hören ist, sind immer die Regisseure und Autoren der jeweiligen Episoden mit dabei. Man erfährt erstaunlich viel über die Anfänge und Produktion der Serie und wieviel Arbeit wirklich dahintersteckt. Besonders interessant sind aber die vielen Erklärungen der In-Jokes und andere vorkommenden Referenzen, die den meisten bisher verborgen blieben. Man merkt sofort, daß diese Kommentare den Beteiligten einen riesigen Spaß bereitet haben - so sollte eigentlich jeder Audio-Kommentar sein. |
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| Restauration | ||||||||||||||
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2001 - Warner Über die genauen Vorgänge der Restauration von 2001 - A Space Odyssey ist nichts genaues bekannt, aber wen stört das schon wenn das Ergebnis sowohl im Kino als auch auf DVD hervorragend aussieht? Die auf allen früheren Prints sichtbaren Schäden wurden korrigiert, das Farbtiming verbessert und für die DVD ein beinahe einmaliger Transfer gemacht, der in allen Punkten neueren Filmen das Wasser reichen kann. Eigentlich ist das kein Kunststück, denn wäre 2001 nicht auf großformatigen 65mm-Film gedreht worden, wäre nach 34 Jahren sicher keine so berauschende Bildqualität mehr möglich gewesen. Ben Hur - Warner Warners zweite große Remastering-Anstrengung des Jahres ist zwar nicht ganz so optimal gelungen wie 2001, aber dafür war auch das Ursprungsmaterial in einem weitaus schwierigeren Zustand. Ben-Hur wurde 1959 mit dem selten eingesetzten MGM-Camera-65-Verfahren gedreht, bei dem ein 65mm-Negativ mit einer anamorphen Linse belichtet wurde und so eine Bildbreite von maximal 2.76:1 möglich machte. Bis auf einer etwas unscharfe Laserdisc konnte man Ben-Hur noch nie im vollen Format genießen, aber nun hat Warner die Originalnegative ausgegraben und einen neuen Transfer gemacht. Das Ergebnis ist ein sehr scharfes, aber manchmal immer noch unruhiges Bild, das ab und zu noch von kleinen Fusseln oder Dropouts gestört wird. Trotz dieser kleinen Fehler ist es erstaunlich, wie gut dieser Film nun wieder aussieht - und dank der 16:9-Unterstützung kann man nun auf einem Heimkino-Medium endlich das volle Format geniessen ohne Details zu vermissen. Leider existiert durch die rein videobasierte Restauration nicht die Möglichkeit, den Film in dieser Fassung im Kino vorzuführen. North by Northwest - Warner Alfred Hitchcocks Unsichtbarer Dritter hat filmtechnisch gesehen den großen Vorteil mit VistaVision gedreht worden zu sein, das ein besonders großes Negativ hat und so eine hohe Bildschärfe ermöglicht. Das nützt aber alles nichts, wenn das Kameranegativ völlig verblaßt ist und das nicht einmal gleichmäßig passiert ist. Warner hatte eigentlich nur die Möglichkeit, den Film auf photo-optischer Basis restaurieren zu lassen, was möglicherweise mehrere Millionen Dollar gekostet hätte. Stattdessen wurde jedoch die Möglichkeit zuerst einen Print herzustellen verworfen, und sich nur auf die Restauration für das Medium DVD konzentriert. Es wurde ein Transfer des verblaßten und leicht beschädigten Negativs gemacht und die weitere Restauration komplett im Computer mit einer kostengünstigen, aber für eine DVD-Präsentation ausreichenden Auflösung durchgeführt. Die Farbkorrektur und das Entfernen der Dropouts zauberte ein hervorragendes Bild aus den schlechten Filmelementen heraus, das mühelos mit DVDs neuerer Filme konkurrieren kann. Die Methode mag nicht im Sinn von hartgesottenen Filmliebhabern sein, aber es ist wenigstens eine Möglichkeit einen Film auf eine kostengünstige Weise für die Nachwelt auf einem Massenmedium optimal zu erhalten. Rear Window - Universal Robert Harris und James Katz, absolute Experten auf dem Gebiet der Filmrestauration, hatten an Rear Window eine besonders harte Nuß zu knacken. Das Originalnegativ wurde in den fünfziger Jahren benutzt, um fast vierhundert Kopien zu ziehen und ein paar hundert Meter davon waren unwiederbringlich zerstört. Auf einer gesamten Rolle hatte sich die gelbe Farbschicht aufgelöst, und alle Kopien waren verblaßt. Mit einem unglaublichen Aufwand und der Hilfe von allem möglichen vorhandenen Filmmaterial gelang es trotzdem, den Film wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlen zu lassen. Obwohl es sich um eine photo-optische Restauration handelte, kam man nicht völlig ohne Computerunterstützung aus, aber das Ergebnis war trotzdem ein vorführbarer Kinoprint, auf dem der Transfer der Universal-DVD basiert. |
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| Cover & Verpackung | ||||||||||||||
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