Allgemeines
Als am 11. November 1993 die letzte Episode der sechsten
Staffel Red Dwarf über die britischen Fernsehbildschirme flatterte,
ahnten die Fans noch nicht daß ihnen eine jahrelange Durststrecke bevorstand.
Über drei Jahre sollte es dauern, bis wieder neue Geschichten um die ungewöhnliche
Crew des Red Dwarf-Raumschiffs zu sehen waren - ausgelöst durch
eine Verkettung von unglücklichen Umständen. Mehr als je zuvor stand die
Zukunft von Red Dwarf auf dem Spiel, um ein Haar hätte es das
entgültige Ende für die erfolgreiche Serie bedeutet.
Rob Grant und Doug Naylor waren unter dem Pseudonym Grant Naylor nicht
nur die treibende Kraft von Red Dwarf, sondern waren auch diejenigen,
die die Serie erfunden hatten. Die beiden Autoren kannten sich schon seit
sie Kinder waren und schrieben seit Jahrzehnten gemeinsam - umso erstaunlicher
war es, daß sie sich während einem anderen Projekt, der ITV-Sitcom The
10%ers auseinanderstritten. Rob Grant zog sich aus dem Red Dwarf-Team
zurück und stellte Doug Naylor vor die große Frage, ob er die Serie alleine
überhaupt noch weiterführen wolle.
Letztendlich endschied sich Doug Naylor angesichts der hohen Popularität
der Serie, doch alleine weiterzumachen, denn schließlich wollten die BBC
und erst recht die Fans neue Episoden von Red Dwarf sehen. Anstatt
Rob Grant wurden verschiedene andere Autoren angeheuert, die die neuen
Geschichten zusammen mit Doug Naylor schrieben - für ihn eine sehr ungewohnte
Erfahrung, denn er hatte bisher immer nur mit seinem Partner geschrieben.
Die Zusammenarbeit mit Paul Alexander, Kim Fuller und James Hendrie klappte
dennoch erstaunlich gut, und sogar Kryten-Darsteller Robert Llewellyn
schrieb zusammen mit Doug Naylor eine Episode.
Aufgehalten wurde die Produktion der neuen Red-Dwarf-Staffel dann aber
durch einen Skandal, mit dem niemand gerechnet hatte: Craig Charles wurde
1994 angeklagt, angeblich seine Ex-Freundin vergewaltigt zu haben - fälschlicherweise,
wie sich später herausstellte, was ihn aber nicht vor einer mehrwöchigen
Untersuchungshaft und einem langwierigen Prozess bewahrte, der erst im
Frühjahr 1995 mit seinem Freispruch endete. Die siebte Staffel Red
Dwarf war schon lange zuvor von der BBC in Auftrag gegeben worden
und sowohl Doug Naylor als auch seine Schauspieler-Kollegen waren von
Craig Charles' Unschuld überzeugt - die Serie komplett einzustellen kam
für niemanden ernsthaft in Frage.
Nach Craig Charles Rehabilitierung kam jedoch noch ein weiteres Problem
auf Doug Naylor hinzu: Chris Barrie hatte sich schon länger Gedanken gemacht,
wie lange er noch die Rolle von Arnold Rimmer in Red Dwarf spielen
würde. Seit 1991 war Barrie auch der Hauptdarsteller in der BBC1-Sitcom
The Brittas Empire, eine Show die großen Erfolg hatte, aber viel einfacher
zu drehen war als Red Dwarf, das mit jeder Staffel immer aufwendiger
und komplizierter wurde. Chris Barrie entschied sich nicht mehr in Red
Dwarf aufzutreten, konnte aber von seinen Schauspieler-Kollegen und
Doug Naylor letzendlich doch noch überzeugt werden, für wenigstens ein
paar Wochen zurückzukehren.
Völlig unproblematisch war es dagegen Regisseur Ed Bye wieder zurückzuholen,
denn er hatte sich an den letzten zwei Staffeln nur aus Termingründen
nicht beteiligt und war nun mehr als glücklich, Red Dwarf wieder
in Szene setzen zu können. Seine Rückkehr brachte außerdem Chris Barrie
dazu, doch noch etwas mehr Zeit für Red Dwarf zu opfern und stand
für zwei Episoden ganz und für weitere zwei in kürzeren Gastauftritten
zur Verfügung. Dadurch konnte Rimmers Abwesenheit nach der zweiten Episode
deutlich gemildert werden, weil er im Grunde genommen immer noch präsent
war.
Die durch Chris Barries teilweise Abwesenheit entstandene Lücke mußte
aber irgendwie geschlossen werden, ohne die Rolle von Arnold Rimmer umzubesetzen
oder völlig herauszuschreiben. Doug Naylor und Chris Barrie entschieden,
Arnold Rimmer einen großen Abschied zu verschaffen, aber in der Rolle
ein großes Hintertürchen offen zu lassen. Trotzdem sollte die Crew wieder
aus vier Personen bestehen, denn bei nur Lister, Kryten und der Katze
fehlte einfach etwas. Durch einen erzählerischen Kunstgriff kam ein wohlbekannter
Charakter aus den frühen Zeiten von Red Dwarf dazu: Listers alte
Flamme Kristine Kochanski sollte in der dritten Episode aus einem Parallel-Universum
entführt werden, aber Claire Grogan, die die Rolle früher in kurzen Gastauftritten
gespielt hatte, war nicht mehr verfügbar.
Stattdessen wurde der Charakter mit Cloe Anett besetzt, die schon beim
Casting für Rob Grant und Doug Naylors The 10%ers dabei war und es mit
Red Dwarf noch einmal versuchte - und die Rolle bekam. Cloe Anett
erwies sich als hervorragende Gegenspielerin zu Craig Charles, Danny John-Jules
und Robert Llewellyn, allerdings mußte der bisher nur in Erzählungen und
in ein paar wenigen Szenen aufgetauchte Charakter völlig neu erfunden
werden. In der ersten Episode wirkte Kochanski noch ein wenig wie eine
weibliche Version von Rimmer, begann sich dann aber zu einem völlig eigenen
Charakter weiterzuentwickeln, der gegen Ende der Staffel nicht mehr aus
dem Red Dwarf-Universum wegzudenken war.
Ein weiterer altbekannter Charakter kehrte in der allerletzten Episode
der Staffel zurück: Norman Lovett, der in den ersten und zweiten Staffel
den leicht senilen Schiffscomputer Holly gespielt hatte, war für ein paar
kurze Auftritte wieder dabei. In Staffel vier und fünf wurde die Rolle
von Hattie Hayridge übernommen und dann in der sechsten und siebten Staffel
ganz weggelassen, weil einfach keine guten Gags mehr für den Charakter
mehr erfunden werden konnten. Mit der Rückkehr von Holly - und auch dem
Red Dwarf-Raumschiff selbst - wurde jedoch der Weg für zukünftige
neue Geschichten freigemacht, die sich wieder mehr an den Ursprüngen orientieren
sollten.
Die siebte Staffel Red Dwarf brachte nicht nur große Änderungen
in der Besetzung mit sich, sondern auch einen deutlich verfeinerten visuellen
Stil. Regisseur Ed Bye entschied, die Serie entgegen den BBC-Gewohnheiten
nicht mehr vor Publikum aufzuzeichnen, um eine individuelle Beleuchtung
für jede Einstellung zu ermöglichen und die filmtechnischen Möglichkeiten
zu verbessern - die Pläne für einen möglichen Red Dwarf-Kinofilm
lagen schon auf dem Tisch und man wollte versuchen, die neue Serie von
der üblichen Multi-Kamera-Sitcom-Aufzeichnung wegzubekommen und stattdessen
mehr wie bei einer richtigen Filmproduktion zu arbeiten. Ursprünglich
sollte sogar mit richtigen Filmkameras gedreht werden, was aber aus Budgetgründen
letztendlich nicht möglich war - stattdessen wurde mit normalen Videokameras
gearbeitet, aber ein Filter eingesetzt, um der Video-Aufzeichnung ein
filmähnliches Aussehen zu geben.
Die Geschichten der siebten Staffel entfernten sich durch den Weggang
von Rob Grant teils erheblich von den Ursprüngen der klassischen Science-Fiction-Sitcom,
die Red Dwarf noch in den ersten Seasons war. Doug Naylor war
im Gegensatz zu seinem Kollegen schon immer für eine mehr dramatische
Ausarbeitung der Geschichten, um statt des manchmal doch etwas simplen
Humors etwas Tiefgang in die Serie zu bringen. Ansätze davon waren auch
schon in den vorherigen Staffeln zu sehen, aber nun ist die Wandlung von
einer platten Comedy zu einer Mischung aus Komödie und Drama im Science-Fiction-Szenario
am weitesten Fortgeschritten. Bemerkbar macht sich dies hauptsächlich
dadurch, daß sich die einzelnen Geschichten wieder mehr mit den Charakteren
selbst beschäftigen - die Zeiten vom "Weltraummonster der Woche" à la
Startrek waren entgültig vorbei.
In Tikka to Ride erstehet die Red Dwarf-Crew
nach ihrem Kampf mit ihren Inkarnationen aus der Zukunft wieder auf, aber
nicht ohne schlimme Konsequenzen: alle sind gesund, aber Lister leidet
furchtbar am Verlust sämtlicher Curry-Vorräte. Sein Vorschlag mit Hilfe
der Zeitmaschine, mit der sie zuvor soviel Unheil angerichtet hatten,
in die Vergangenheit zu reisen und dort Curry & Co zu requirieren wird
von Kryten strikt abgelehnt - aber Lister schafft es den Androiden mit
einem Trick zu überlisten...
In Stoke me a Clipper bekommen die Dwarfer unerwarteten
Besuch von Ace Rimmer, der Abenteurer-Version von Arnold Rimmer aus einem
Parallel-Universum. Wie immer sind Lister, Kryten und Cat von ihm ganz
hingerissen und Rimmer will mit ihm gar nicht zu tun haben - aber in eine
stillen Moment beichtet Ace Arnold, daß er im Sterben liegt und einen
Nachfolger sucht...
In Ouroboros treffen die nunmehr Rimmer-losen Dwarfer
auf eine seltsame Weltraumanomalie, die sich als halbwegs stabile Verbindung
zu einem parallelen Universum herausstellt, in dem nicht Lister, sondern
seine Ex-Freundin Kristine Kochanski auf der Red Dwarf überlebte
und Lister ein Hologramm ist. Während die sechs Leidensgenossen Proviant
und Informationen austauschen, reißt die Verbindung ab und Kochanski bleibt
in der falschen Realität stecken... und Lister erfährt nebenbei wer seine
Eltern wirklich waren.
In Duct Soup versucht sich Kristine Kochanski an das
Leben auf der Starbug-Raumfähre in der falschen Realität zu gewöhnen -
das würde ihr vielleicht auch gelingen, wenn ihr nicht die quietschenden
und seufzenden Heizungsrohre den letzten Nerv rauben würden und Kryten
unter akuter Eifersucht leiden würde. Als dann auch noch die Stromversorgung
zusammenbricht und die Dwarfer durch die Luftschächte klettern, um an
den Generator zu gelangen, liegen die Nerven bei allen blank…
In Blue stellen die Dwarfer fest, daß sie sich mehr gegenseitig
auf die Nerven gehen als sie selbst zugeben wollen - und daß sie Rimmer
tatsächlich vermissen. Kryten hat aber genau das richtige Gegenmittel
dafür entwickelt…
In Beyond a Joke fühlt sich Kryten von seinen Freunden
vernachlässigt, als sie einen Ausflug mit der Artificial-Reality-Konsole
einem aufwendig selbstgekochtem Essen vorziehen. Kryten setzt drastische
Methoden ein, um Lister, Cat und Kochanski an den Essenstisch zu bekommen
und regt sich so auf, daß er im wahrsten Sinne des Worts platzt, und das
gleic mehrmals: nach der Explosion beider Ersatzköpfe müssen die Dwarfer
auf einem verlassenen Raumschiff nach Ersatzteilen suchen und treffen
dort auf unerwartete Gesellschaft...
In Epideme treffen die Dwarfer auf ein Geisterraumschiff,
dessen Besatzung sie tot vorfinden. Nur in einem eisigen Sarkophag finden
sie ein weibliches Besatzungsmitglied, daß sie mit in ihre Raumfähre nehmen
- ohne zu wissen daß sie sich einen gefährlichen Virus an Bord geholt
haben. Nachts erwacht die halb verweste Mumie plötzlich und greift Lister
an, der vom Virus infiziert wird...
In Nanarchy beklagt Kryten den Verlust seiner Nano-Roboter,
die ihm zur gleichen Zeit abhanden kamen als auch Red Dwarf verloren
ging. Die Dwarfer vermuten einen Zusammenhang und suchen nach den Nanobots,
die sich die ganze Zeit an Bord von Starbug versteckt hatten...
In der siebten Staffel bauen die einzelnen Episoden mehr als zuvor aufeinander
auf - der alte Grundsatz, daß die Folgen in beliebiger Reihenfolge gesendet
werden können, wurde zugunsten einer durchgehenden Storyline aufgegeben.
Wieder bekam jeder Charakter seine ganz eigene Episode, wobei diesmal
leider Danny John-Jules Cat auf der Strecke blieb - die eigentlich für
ihn geschriebene Episode Identity Within konnte aus Budgetgründen
nicht inszeniert werden und wurde letztendlich durch das Ensemble-Stück
Duct Soup ersetzt. Dadurch geriet John-Jules Charakter in der siebten
Staffel leider etwas in den Hintergrund, der Schwerpunkt liegt eindeutig
auf Lister, Rimmer, Kryten und Kochanski - dennoch hat Cat den einen oder
anderen bemerkenswerten Auftritt, aber der Hang zur Randfigur wurde in
dieser Staffel stark deutlich.
Die Dreharbeiten der siebten Red Dwarf-Staffel waren ähnlich
wie die Vorbereitungen nicht ganz unproblematisch, verliefen aber den
Umständen entsprechend normal. Gedreht wurde wieder in den Shepperton-Filmstudios
und natürlich nicht in den mittlerweile zu klein gewordenen BBC-Studios
in Manchester. Die Außenaufnahmen wurden stark ausgedehnt und waren nicht
immer besonders angenehm, aber dennoch sehr effektiv. Der Höhepunkt war
sicherlich die Nachstellung des Kennedy-Attentats für Tikka to Ride, das
mit relativ simplen Methoden erstaunlich authentisch inszeniert wurde.
Auch die Sets wurden umgestaltet: besonders das Starbug-Raumschiff wurde
deutlich vergrößert und modernisiert, was zwar ganz im Gegensatz zu den
früheren Episoden stand, aber wegen der gestiegenen optischen Ansprüche
von Red Dwarf unbedingt notwendig war.
Fast zur Katastrophe wurde allerdings die Erstellung der Special-Effects
- das Visual-Effects-Department der BBC hatte so wenig Geld wie noch nie
zur Verfügung und mußte überall Einschnitte machen. Hinzu kam, daß die
CGI- und Modelltechnik-Werkstätten der BBC inzwischen zusammengelegt wurden
und in den Shepperton-Studios gedreht werden mußte, was zwar gut gemeint
war, aber viel weniger Platz bedeutete. Neben der Enge, die manche aufwendigere
Aufnahme unmöglich machte, brachten die Geldnöte auch einen drastischen
Einschnitt in der visuellen Qualität mit sich, weil nun nur noch auf 16mm-Film
gedreht werden konnte. Das Resultat waren Modellaufnahmen, die deutlich
schlechter als in den vorherigen Staffeln aussahen und größtenteils später
noch während des Schnitts im Computer verbessert werden mußten. Niemand
war wirklich mit dem Aussehen der Effekte zufrieden, aber es ließ sich
aus Zeit- und Geldmangel nicht mehr viel daran ändern.
Howard Goodall komponierte wieder die Musik und hatte diesmal etwas mehr
zu tun, denn die mehr Kinofilm-artige Atmosphäre sollte auch von der entsprechenden
Musik begleitet werden. Schon in der letzten Staffel wurde Musik nicht
nur für die Szenenübergänge verwendet, sondern auch als Hintergrunduntermalung,
was nun fast zur Regel werden sollte. Leider erwiesen sich einige seiner
Stücke als unpassend und wurden gegen Archivmaterial ausgetauscht, allerdings
blieb doch sehr viel von Goodalls Musik erhalten. Musikalischer Höhepunkt
der siebten Staffel ist natürlich der Rimmer-Song aus "Blue", den Howard
Goodall nicht nur selbst komponiert und eingespielt, sondern auch gesungen
hat.
Obwohl die siebte Staffel eine Menge Highlights hat, blieben der Weggang
von Rob Grant und die Abewesenheit von Chris Barrie nicht völlig ohne
Spuren. Die Drehbücher haben zwar nach wie vor ein sehr hohes Niveau,
aber der richtige Biß der früheren Grant Naylor-Werke ist etwas verloren
gegangen. Die Kontinuität zu den vorherigen Staffeln wurde wieder einmal
völlig über den Haufen geworfen, was zwar erzählerisch keine große Rolle
spielt, aber nicht gerade vom Einfallsreichtum der neuen Autoren zeugt.
Der Humor wurde deutlich bissiger und zuweilen schon ungewohnt zynisch,
und der Versuch etwas Tiefgang in die Geschichten zu bringen hat stellenweise
sehr gut geklappt, auch wenn die entsprechenden Szenen manchmal zu sehr
eingesetzt wirken. Die Schauspieler kamen jedoch mit dem etwas unebenen
Material jedoch sehr gut zurecht, und auch der Weggang von Chris Barrie
und die Ankunft von Chloe Anett lief nahtloser als man hätte vermuten
können.
Die siebte Staffel Red Dwarf wurde von Januar bis März 1997 gesendet,
mehr als vier Jahre nachdem das letzte Mal neuen Episoden zu sehen waren.
Die Zuschauer-Reaktionen waren gemischt, denn viele beklagten sich über
die ernstere, dramatischere Inszenierung und trauerten den einfacheren
Geschichten mit dem simpleren Humor nach. Die Abwesenheit von Rimmer fand
auch keinen großen Anklang, aber die Kritiker wußten wenigstens die besseren,
filmähnlichen Inszenierungen zu schätzen.
Den Einschaltquoten machten die Veränderungen nicht allzuviel aus, obwohl
es eine Menge Proteste gab - letztendlich erwies sich die siebte Staffel
Red Dwarf aber als ein perfektes Comeback, das den Weg für weitere
Episoden geebnet hatte. Mit Abstand betrachtet kann sich Red Dwarf
VII heute immer noch sehr gut behaupten, obwohl die Problem gegenüber
den vorherigen Staffeln nicht zu verleugnen sind - eine völlig unanschaubare
Katastrophe ist Staffel Sieben aber auf keinen Fall, wie von eingefleischten
Fans gerne behauptet wird.
Für die DVD-Veröffentlichung haben sich die Serien-Macher besonders große
Mühe gegeben und die Mittel mobilisiert, die nicht ganz perfekten Episoden
zu verbessern. Dabei wurde nicht auf George-Lucas-Art herumgespielt, sondern
die in den neunziger Jahren schon auf VHS veröffentlichten erweiterten
Schnittfassungen genommen und teils noch mit überarbeiteten Effekten ausgestattet.
Gemacht wurde dies nur mit "Tikka to Ride", "Ouroboros" und "Duct Soup",
den Episoden die bei der Erstsendung am stärksten geschnitten werden mußten
um in das BBC-Programmschema zu passen. "Tikka to Ride" wurde als einzige
Folge mit einigen zusätzlichen Effekten ausgestattet, während in die anderen
Episoden einige entfernte Szenen zurückintegriert wurden.
Aber auch die Urfassungen der Episoden wurden nicht außen vor gelassen,
denn per Seamless Branching wurden beide Versionen auf der DVD untergebracht
- im Fall von Tikka to Ride sogar vier Fassungen: Original, Extended,
Original Remastered und Extended & Remastered. Besser hätte man diese
nicht ganz einfache Situation nicht lösen können - da sollten sich Dauer-Revisionisten
wie George Lucas wirklich ein Beispiel dran nehmen.
Natürlich sind auch die Extras wieder vom allerfeinsten, denn es werden
nicht nur die äußerst unterhaltsamen Audiokommentare geboten, sondern
eine fast anderthalbstündige Dokumentation, Deleted Scenes, Outtakes und,
wie man so schön sagt, "noch viel mehr". Weil es diesmal acht statt sechs
Episoden sind und drei davon auch noch in erweiterten Fassungen dabei
sind, wurde die siebte Red Dwarf-Staffel ein 3-Disc-Set, was
einen leicht erhöhten Preis, aber auch umso mehr Inhalt bedeutet. Trotz
der sicherlicht nicht besonders beliebten Episoden ist das neue Red
Dwarf VII-DVD-Set eins der besten bisher und eine der beeindruckensten
DVDs des Jahres.
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Bonusmaterial
Wie bei den vorherigen sechs Red Dwarf-DVDs ist
auch die Ausstattung der siebten Staffel wieder etwas ganz besonderes
und schlägt wieder einmal das Bonusmaterial der früheren DVDs um Längen.
Obwohl die drei DVDs mit von den Serien-Machern selbst produzierten und
zusammengestellten Extras nur so vollgestopft sind, zählt hier klar Qualität
vor Quantität - hier ist keine Minute zuviel oder zu wenig. Das Menüdesign
basiert auf dem der letzten DVD, wurde aber wieder grundlegend überarbeitet
und hat beeindruckende 3D-Grafiken zu bieten.
Die Audiokommentare haben diesmal eine wechselnde Besetzung.
Chris Barrie verabschiedet sich erst am Ende der sechsten Episode, während
Chloe Anett ab Episode 3 dabei ist, so daß sich zusammen mit Craig Charles
und Danny John-Jules von Folge 3-6 wieder vier Leute vor den Mikrofonen
sitzen, und in der letzten Folge kommt Norman Lovett auch dazu. Wie immer
sind die Kommentare in erster Linie äußerst unterhaltsam und auch ein
wenig chaotisch, denn man hat es hier mehr mit einem lustigen Treffen
von alten Bekannten zu tun als mit einer tiefgreifenden Analyse der einzelnen
Episoden - dafür ist dann die Dokumentation auf der dritten DVD zuständig.
Das macht die Audiokommentare aber nicht weniger interessant, für sie
lohnt es sich selbstverständlich die Folgen noch ein zweites Mal anzuschauen.
Auf der ersten DVD befindet sich außerdem die "verlorene" Episode Identity
Within (44:03) in Form des mit viel Stimmenkunst von Chris Barrie
vorgelesenen Drehbuchs, das visuell von über 200 neu gezeichneten Storyboards
von Neil Maguire begleitet wird. Es ist natürlich keine vollständig neu
inszenierte Episode, macht aber dank Chris Barrie sehr viel Spaß und kommt
einer neuen Red Dwarf-Folge vielleicht am allernächsten.
Auf Disc Zwei sind außer den letzten vier Episoden die
Fan Films (18:20) untergebracht - das Resultat eines
Gewinnspiels für die besten von Fans selbst gedrehten Filme, die inhaltlich
gar nicht so schlecht sind, aber visuell doch ziemlich lächerlich erscheinen.
Disc Drei enthält den Rest des Bonusmaterials, wie immer
in eine lange Dokumentation und eine ganze Menge anderer Sachen aufgeteilt.
Back from the Dead (88:37) dokumentiert in gewohnt detaillierter
Weise die Entstehung der siebten Staffel. In neuen Interviews kommen Doug
Naylor und Rob Grant (zum ersten Mal, aber nur in einem kurzen Archivinterview
von 2004), Schauspieler Chris Barrie, Craig Charles, Danny John-Jules,
Robert Llewellyn und Cloe Anett, Regisseur Ed Bye, Script Editor Paul
Alexander, Production Manager Jo Bennett und die Special-Effects-Experten
Mike Tucker, Peter Tyler und Chris Veale zu Wort. Die Schauspieler und
Crewmitglieder sind in ihren Erzählungen sehr ehrlich und es werden viele
der Unzulänglichkeiten der siebten Staffel angesprochen, wodurch man die
Episoden in einem ganz anderen Licht sieht. Gleichzeitig überwiegt aber
die gute Laune und man merkt, daß die Schauspieler und Serien-Macher trotz
der widrigen Umstände das beste aus der Situation gemacht haben und eine
Menge Spaß bei den Dreharbeiten hatten.
Raw Effects Footage enthält in den Abteilungen Model
FX (20:57), BBC CGI (4:38) und Chris
Veale CGI (5:19) sämtliche für die siebte Staffel produzierten
Special-Effects-Sequenzen, die allerdings völlig unkommentiert sind, aber
doch sehr gut die sehr wechselhafte Qualität der Effekte demonstrieren.
Die Isolated Music Cues bestehen aus praktisch der gesamten
Soundtrack der Staffel, die teilweise hier sogar zum ersten Mal zu hören
sind, da sie in den fertigen Episoden nicht mehr zum Einsatz kamen - neben
dem Opening Theme, dem Main Theme (hier das erste Mal in einer diskreten
Stereo-Abmischung) und dem Rimmer Munchkin Song sind Stücke aus den folgenden
Episoden zu hören:
Tikka to Ride (9)
Stoke me a Clipper (6)
Ouroboros (4)
Duct Soup (7)
Blue (6)
Beyond a Joke (7)
Epideme (7)
Nanarchy (3)
In Behind the Scenes ist das Robert Llewellyn
Video Diary (7:54) untergebracht, ein sehr amüsanter Versuch
des Kryten-Schauspielers die Dreharbeiten mit der eigenen Videokamera
zu dokumentieren, und How do they do that? (5:26), ein
Ausschnitt aus einer BBC1-Sendung, in der von den Arbeiten an den Special-Effects
berichtet wird.
Das "Technically Speaking" Music Featurette (2:32) ist
eine der mittlerweile traditionellen Szenen-Zusammenschnitte zu der Musik
eines gängigen Popsongs - völlig unsinnig und nutzlos, aber gleichzeitig
auch wieder ganz witzig.
Unter Son of Cliché kann man wieder zwei kurze Radiosketche
aus "Dave Hollins, Space Cadet" von Doug Naylor und Rob Grant
aus den achtziger Jahren hören, die das Vorbild für Red Dwarf
waren.
Die Deleted Scenes (43:26) enthalten wieder jede Menge
herausgeschnittenes Material, das es auch nicht in die Extended-Versionen
geschafft hat. Bei manchen Szenen sieht man deutlich, weshalb sie herausgenommen
wurden, andere sind dagegen echte Goldstücke und man erfährt sogar teilweise
noch einiges mehr über die Charaktere. Leider haben die Deleted Scenes
diesmal nur eine sehr schlechte Bildqualität, weil nur noch VHS-Bänder
von Lowres-Avid-Outputs zur verfügung standen.
Die Smeg Ups (10:25) sind diesmal nicht so zahlreich,
weil die Schauspieler ohne Publikum nicht ganz so humorvoll auf ihre Fehler
reagierten, aber trotzdem gibt es hier sehr viel zu lachen und man merkt,
wieviel Spaß die Schauspieler wirklich hatten.
Trailers enthält nicht nur einen von einer VHS-Kassette
geretteten Trailer (0:33), sondern auch die Kryten Intros
von den Kaufkassetten der erweiterten Versionen und die Intros von Kryten,
Lister und Rimmer von der Smegups-Kassette der siebten Staffel (3:35).
Die Galleries sind wieder äußerst zahlreich bestückt
und enthalten eine ganze Menge von Fotos der Dreharbeiten, die größtenteils
unkommentiert sind, aber meistens sowieso für sich selbst sprechen:
Production Shots 1-3 (75 Bilder)
Behind the Scenes 1+2 (30 Bilder)
Instant Snapshots (19 Bilder)
Designs and Covers (15 Bilder)
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