Red Dwarf Series 8
Cover

02.05.2006 #378

Titel Red Dwarf Series 8
Studio BBC / Grant Naylor Productions (1999)
Hersteller BBC / 2Entertain / Grant Naylor Productions (2006)
DVD-Typ 3x9 (7,91 / 7,62 / 7,38 GB) Bitrate ø 5,5 max. 9,0
Laufzeit 227 Minuten Kapitel 9/Episode
Regionalcode 2 (England) Case Amaray Triple
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.33:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 2.0 Stereo 192 kbit/s Englisch, Kommentar
Untertitel Englisch
Freigabe BBFC 12
Extras • Cast Commentary
• "The Tank" Original Documentary
• Deleted Scenes
• Smeg Ups
• "Comedy Connections" - Red Dwarf Special
• "Super Models" Featurette
• Storyboard Sequences
• Children in Need Sketch
• PBS Sketches and Idents
• "Fight!" Featurette
• Trailers
• Raw Fx Footage
• Isolated Music Cues
• "Dave Hollins" Radio Sketch
• Photo Gallery
• Weblink
• PLUS Easter Eggs, Back in the Red - Xtended and Collector's Booklet

Die Serie

Nach der siebten Staffel, die erstmals im Frühjahr 1997 gesendet wurde, hatte die britische SciFi-Sitcom Red Dwarf ein wenig von ihrem bisher ungebrochenen Erfolg eingebüßt. Der Weggang von Miterschaffer Rob Grant und die teilweise Abwesenheit von Chris Barrie, einem der Hauptdarsteller, und der Einführung eines neuen Charakters waren die hauptsächlichen Dinge, die den Fans nicht gefallen hatten. Aber auch die neue Art der Produktion ohne Publikum in einem mehr kinomäßigen Stil fand nicht unbedingt Gefallen bei den Zuschauern.

Trotz der ungewohnt negativen Publikumsreaktion, die wahrscheinlich auch durch die hohen Erwartungen nach der langen Pause verursacht wurde, wurde die siebte Staffel Red Dwarf kein völliger Reinfall und konnte die BBC noch einmal davon überzeugen, eine weitere Season in Auftrag zu geben. Die Kritik wurde jedoch sehr ernst genommen und führte dazu, daß in der achten Staffel wieder einiges anders gemacht werden sollte und eine Rückbesinnung auf die guten alten Zeiten angesagt war.

Doug Naylor hatte es nicht schwer seine gute, alte Red Dwarf-Truppe wieder auf die Beine zu stellen. Befürchtungen daß Chris Barrie, der in der siebten Staffel nur einen Vertrag über die Hälfte der Episoden hatte, nun überhaupt nicht mehr zurückkommen würde, waren völlig unbegründet, denn der Schauspieler hatte gerade die finale Staffel seiner anderen Sitcom The Brittas Empire abgedreht und wollte sich nun voll und ganz wieder Red Dwarf widmen – und wurde natürlich mit offenen Armen empfangen.

Mit der Rückkehr von Chris Barrie sollte es die umfangreichste Besetzung aller Red Dwarf-Staffeln werden, denn mit ihm war die Gruppe der Stammschauspieler von ursprünglichen drei inzwischen auf fünf angewachsen. Robert Llewellyn spielte den Androiden Kryten bereits seit der dritten Staffel, und Chloe Anett kam als Ersatz für Chris Barrie in der siebten Staffel dazu und blieb natürlich auch nach Rimmers Rückkehr mit dabei - und Craig Charles und Danny John-Jules waren natürlich auch wieder mit von der Partie, sowie Norman Lovett, der das erste Mal seit der zweiten Staffel wieder die Rolle von Schiffscomputer Holly übernahm.

Die siebte Staffel endete mit einem kräftigen Cliffhanger, der überraschenderweise in der achten Staffel direkt wieder aufgegriffen wurde – das erste Mal in der Geschichte von Red Dwarf, denn die Übergänge von der zweiten auf die dritte und von der sechsten auf die siebte Staffel waren überhaupt nicht nahtlos. Nun wurde nicht nur ein glatter Übergang geschaffen, sondern auch noch die Red Dwarf-Uhr praktisch auf Null gestellt, indem nicht nur das titelgebende Raumschiff zurückkam, sondern auch die gesamte Crew, womit der Ursprungszustand von der allerersten Episode wiederhergestellt wurde.

Das Szenario vor der Katastrophe, die am Anfang von Season 1 die Crew des Raumschiffs  auslöschte, Red Dwarf drei Millionen Jahre in die Zukunft versetzte und nur Dave Lister, das Hologramm Arnold Rimmer und die Katze übrigließ, so interessant wie möglich gemacht – statt alles wieder beim alten zu lassen, wurde nochmals variiert und die wieder nach Hause gekommenen Dwarfer kurzerhand in den neu erfundenen Red Dwarf-Knast auf Etage 13 gesteckt. Dadurch taten sich eine Unmenge von neuen Möglichkeiten auf, die auch ausgiebig genutzt wurden.

Die Knastatmosphäre war gar nicht so weit entfernt von der Szenerie aus der ersten Staffel, aber dennoch hatte sich Doug Naylor etwas völlig neues ausgedacht. Mit dem Back to the Roots-Feeling kamen auch ein paar Charaktere zurück, die seit den ersten zwei Staffeln nie mehr auftraten. Allen voran kam Mac McDonald, der wieder die Rolle von Captain Hollister übernahm, der zur ganz persönlichen Nemesis der Dwarfer und insbesonders Lister und Rimmer umfunktioniert wurde. Die frühere Nebenrolle wurde damit zu einem ganz neuen Charakter und einer zentralen Figur, die zwar nicht richtig im Plot mitmischt, aber doch ziemlich wichtig für die Handlung ist.

Das andere große Comeback machte Rimmer - und zwar nicht Arnold Rimmer, der als Hologramm sieben Jahre mit Lister und Co im Weltraum herumirrte, sondern der "echte" Rimmer aus der allererste Folge Red Dwarf. Chris Barrie, der den alten Rimmer zum Schluß ziemlich leid war und deshalb in der vorherigen Staffel temporär seinen Abschied eingereicht hatte, sah diesen Reset seines Charakters als Chance einen Neubeginn zu machen, denn der Ur-Rimmer war bisher ja wirklich nur in der ersten Episode zu sehen. Mit ihm war auch die Komik zwischen Lister und Rimmer wieder da, die in den letzten Staffeln etwas in den Hintergrund geraten war und nun auf eine noch viel clevere Weise genüßlich eingesetzt wurde.

Comeback Nummer Drei, auch wenn nur im kleineren Stil, hatte sich schon am Ende der siebten Staffel angekündigt: Norman Lovett war als trotteliger Schiffscomputer Holly nach einer langjährigen Pause wieder mit dabei und gab endlich wieder die halbgescheiten Kommentare zum Geschehen ab. Sein kurzer Auftritt im vorherigen Jahr war mangels Publikum etwas steif, aber mit der entsprechenden Reaktion von den Studio-Zuschauern war die alte Chemie zwischen Lister, Rimmer und Holly plötzlich wieder da und funktionierte fast so gut wie früher.

Mit der achten Staffel nahm Doug Naylor als Autor wieder das Ruder fest in die Hand und beschäftigte nur noch Paul Alexander als gelegenlichen Co-Autor. Es wurden wieder acht statt sechs Folgen geplant, aber erstmals wurden auch Mehrteiler eingesetzt: der Season-Auftakt wurde zu einer dreiteiligen Fortsetzungsgeschichte, und eine weitere Idee wurde zu einer Doppelfolge verarbeitet. Noch nie waren in Red Dwarf die einzelnen Episoden so stark miteinander verknüpft wie in der achen Staffel - erzählerisch wurde hier ein Höhepunkt erreicht, der am Anfang der Serie kaum zu erahnen war.

Die dramatische und bedrohliche Atmosphäre der siebten Staffel wurde fast vollständig weggelassen, stattdessen setzte Doug Naylor wieder mehr auf den altbekannten Sitcom-Humor, der deutliche abenteuerliche Einflüsse mit kräftigem Science-Fiction-Flair bekam und dadurch überhaupt nicht angestaubt wirkte. Auch der Humor wurde viel bissiger, zynischer und vor allen Dingen frecher – manche Witze zielten sogar ungewohnt kräftig unter die Gürtellinie, bewegten sich aber doch mehr im satirischen Bereich, wodurch das Niveau doch noch gewahrt werden konnte.

Die achte Staffel Red Dwarf brachte endlich alle die Elemente wieder zusammen, nach denen die Fans schon lange gerufen hatten – wobei man nicht sagen kann, daß Doug Naylor einfach nur auf die Forderungen der Fans eingegangen ist, denn die Geschichten haben schon eine sehr hohe Originalität die in der vorherigen Staffel ein wenig verloren gegangen war. Die Idee das gesamte Raumschiff mitsamt der Originalbesatzung wieder zum Leben zu erwecken erwies sich als ausgezeichnet und brachte einen lange fälligen frischen Wind in die Serie, den die Fans besonders gut zu schätzen wußten. Red Dwarf VIII wurde im Februar 1999 in England das erste Mal ausgestrahlt und löste schnell einen Sturm von Begeisterung aus.

Red Dwarf VIII endete mit einem riesigen Life-or-Death-Cliffhanger, der natürlich wieder ein großes Hintertürchen im Stil der vorherigen Cliffhanger offenließ. Eine Ende der Serie war nicht vorgesehen, aber aus unerfindlichen Gründen bestellte die BBC keine neuen Episoden mehr – allerdings ohne die Serie offiziell zu canceln. Bis heute ist Red Dwarf immer noch “in production”, aber wann und in welcher Form es eines Tages eine Fortsetzung geben wird ist nach wie vor unklar. Schon seit dem Ende der achten Staffel bereitet Doug Naylor einen Red Dwarf-Kinofilm vor, der aber aus finanziellen Gründen bis heute noch nicht aus den Startlöchern gekommen ist. Aber auch acht Jahre nach der letzten Episode ist Red Dwarf noch lange nicht Vergangenheit.

Die Episoden

Back in the Red Part I – Nach Jahren umherirren im Weltraum haben Lister, Kryten, Kochanski und Cat ihr Raumschiff Red Dwarf wiedergefunden – rekonstruiert von Krytens Nanobots, die sich das Schiff unter den Nagel gerissen hatten. Leider ist das Schiff nicht so leer wie vorher, denn mit Red Dwarf ist auch die gesamte Besatzung wieder auferstanden – inklusive Arnold Rimmer. Statt freudig von den Wiederbelebten aufgenommen zu werden, glaubt ihnen niemand daß sie Millionen Jahre in der Zukunft im tiefen Weltraum sind...

Back in the Red Part II – Lister, Kryten, Kochanski und Cat sitzen in Untersuchungshaft, weil sie Captain Hollister wegen Diebstahl und einigen anderen Kleinigkeiten vor Gericht gestellt hat. Die einzige Hoffnung der Dwarfer liegt in Arnold Rimmer, den Lister anstiftet im Wrack des Starbugs nach der Personaldatei von Red Dwarf zu suchen, die ihm helfen soll endlich Offizier zu werden. Im Austausch dafür will Rimmer die Dwarfer aus der U-Haft befreien und ihnen ermöglichen, die Existenz der Nanobots und damit ihre Unschuld zu beweisen. Aber Rimmer findet in den Starbug-Überresten nicht nur die Personaldateien, sondern auch zwei Reagenzgläser mit Viren, die Glück und sexuelle Anziehungskraft übertragen...

Back in the Red Part III - Beinahe schaffen es  Lister, Kryten, Kochanski und Cat mit einem Blue Midget-Shuttle auszureißen, aber dann erweist sich die Realität doch als trügerisch: sie stecken in einem Virtual-Reality-System, in das sie für ihr Gerichtsverfahren gesteckt wurden. Aber auch als sie sich befreit haben, können sie nicht ganz sicher sein ob sie sich wirklich in der Realität befinden. Alle Bemühungen helfen wenig, schließlich werden die Dwarfer inklusive Rimmer doch zu zwei Jahren im Tank, dem geheimen Gefängnis von Red Dwarf verurteilt...

Cassandra – Lister meldet sich und seine Freunde bei den Canaries an, von denen er glaubt daß es sich um eine Gesangsgruppe handelt. Natürlich handelt es sich dabei genau um das Gegenteil, um eine Art Gefangenen-Söldnertruppe, die besonders gefährliche Aufgaben übernehmen muß. Bei ihrem ersten Einsatz stoßen sie auf einem verlassenen Raumschiff auf Cassandra, einen Supercomputer der angeblich die Zukunft hundertprozentig genau vorraussagen kann...

KrytieTV – Kryten sieht seine klassifizierung als Frau und die damit verbundenen Umstände als peinlich an, aber seine männlichen Kollegen sind viel mehr am visuellen Zugang zur Frauendusche interessiert. Ausnahmsweise ist es einmal nicht Lister, sondern eine Gruppe von Mitgefangenen, die Kryten umprogrammieren und für eine Live-Übertragung aus der Frauendusche zweckentfremden. Lister ist davon aber gar nicht begeistert, denn er hat ein Gnadengesuch eingereicht und fürchtet nun für den Unsinn der anderen verantwortlich gemacht zu werden.

Pete Part I – Die Dwarfer versuchen Captain Hollister und dem Gefängnis-Kommandant Ackermann so oft wie möglich zu ärgern – Baseballspiele zwischen Gefangenen und Wärtern werden mit Potenzmitteln sabotiert, auferlegte Kartoffelschäl-Strafen mit Hilfe von künstlichen Viren erleichtert und ähnliches – dabei geht einiges schief, und Lister und Rimmer landen in Einzelhaft. Währenddessen finden Kryten, Cat und Kochanski auf einer Canary-Mission einen Zeitstab, mit dem sie das ganze Schiff einfrieren und Lister, Rimmer und ihren Zellengenossen, den Bird Man samt seinem Vogel Pete befreien. Als der Vogel vor Aufregung stirbt, benutzen sie den Zeitstab um ihn wieder zum Leben zu erwecken und schaffen ungewollt ein Monster...

Pete Part II – Mit einem zum Dinosaurier zurückentwickelten Vogel ist nicht zu Spaßen, besonders wenn er auf den Frachtdecks eines Raumschiffs sein Unwesen treibt und auch noch den Zeitstab aufgefressen hat, der für seine Existenz verantwortlich ist. Als dann auch noch das Schiff samt Crew aus der Zeitstarre erwacht, müssen sich die Dwarfer ganz schön anstrengen um ihr selbstgemachtes Schlammassel wieder auszubügeln...

Only the Good – Eine alles zerfressende Mikrobe macht sich auf Red Dwarf breit und hält sogar Lister, Rimmer, Kryten, Cat und Kochanski schließlich davon ab sich eine Schlacht der Streiche  mit den anderen Gefangenen zu liefern. Während das Raumschiff evakuiert wird, bleiben die Dwarfer zurück und versuchen ein Gegenmittel für das gefräßige Virus zu finden. Kryten bastelt ein Portal zu einem Spiegel-Universum, in dem alles genau das Gegenteil ist und das Virus damit das Gegenmittel. Aber nur Arnold Rimmer schafft es ins andere Universum, bevor die Maschinerie versagt...

Die DVD

Die BBC und Grant Naylor Productions haben sich wieder einmal alle Mühe gegeben, die Episoden der achten Staffel in bester Qualität auf die neuen DVDs zu übertragen und auch wieder eine Menge interessanter und unterhaltsamer Extras zu produzieren. Die dreiteilige Eröffnungs-Episode Back in the Red wurde genauso wie der Zweiteiler Pete in einteiligen Langfassungen präsentiert, die teilweise umgeschnitten und mit herausgenommenen Szenen ergänzt wurden.

Natürlich bietet das 3-Disc-Set auch wieder eine Menge Bonusmaterial, dessen Zusammensetzung wie immer aus den Eckpfeilern Kommentarspuren, Dokumentationen, Deleted Scenes und Outtakes besteht und mit einigen anderen Dingen ergänzt wurde. Das hervorragende DVD-Set der siebten Staffel wurde mit der achten und letzten Season noch einmal übertroffen. Grant Naylor und die BBC haben der Red Dwarf-DVD-Sammlung mit der achten Staffel noch ein Krönchen aufgesetzt und die Meßlatte für TV-Veröffentlichungen auf DVD wieder einmal ein Stückchen höher gesetzt.

Bild

Auch die achte Staffel Red Dwarf wurde bis auf einige Effekt-Sequenzen wieder komplett mit Video-Equipment gedreht, aber im Gegensatz zur vorherigen Season wurde kein elektronischer Filter verwendet, um die MAZ-Aufzeichnung wie Filmmaterial aussehen zu lassen. Insgesamt hat sich die Bildqualität noch einmal kräftig gebessert – verglichen mit Kinofilm-Material sehen die DVDs der achten Staffel zwar immer noch nicht ganz optimal aus, aber für eine Fernsehserie ist die Qualität schon beeindruckend gut.

Deutlich verbessert hat sich die Schärfe, die nun kaum noch Anzeichen von Matschigkeit oder Verschmieren zeigt. Die Detailtreue ist auf einem relativ gutem Niveau, aber es sind öfter Doppelkanten sichtbar, die anscheinend nicht von einer zusätzlichen digitalen Aufschärfung kommen, sondern von den immer noch nicht ganz perfekten BBC-Videokameras kommen. Bei den digital produzierten Special-Effects bemerkt man allerdings auch eine deutliche reduzierung der Schärfe.

Eine typische Nebenwirkung der Videoaufzeichnung ist auch das Rauschen, daß besonders in dunkleren Szenen ziemlich stark ins Auge fällt und leider nicht so sauber wie Filmkörnigkeit aussieht, sondern mehr den Eindruck einer elektronischen Störung macht. Die Farben sind nur in den dunkleren Tönen vom Bildrauschen betroffen und machen ansonsten einen sehr kräftigen und stabilen Eindruck. Bildstandprobleme gibt es dank der Videoaufzeichnung hier nicht, und auch Filmartefakte oder Beschädigungen am Videoband sind nicht zu sehen.

Trotz der altersbedingten Einschränkungen ist die achte Staffel Red Dwarf diejenige mit der allerbesten Bildqualität, viel besser kann es bei videobasierten TV-Produktionen aus dieser Zeit eigentlich nicht mehr werden.

Ton

Der Ton ist auf einem ganz ausgezeichneten Niveau, den man bei einer halbstündigen Fernsehserie aus dieser Zeit sonst kaum bekommt. In der ersten Staffel war die Tonabmischung von Red Dwarf kaum mehr als Dialog mit wenig Musik, aber nach sieben Jahren wurde die Soundtrack ihren Science-Fiction-Ursprüngen langsam richtig gerecht.

Ursprünglich nur als reine Stereo-Abmischung gedacht steckt eigentlich sogar eine recht guter Dolby-Surround-Mix in der Tonspur dieser DVD, die zwar keine direkten Surround-Effekte verwendet, aber in ProLogic wiedergegeben einen erstaunlich guten Raumklang bietet. Auf dem Surroundkanal landet hauptsächlich ein Teil der Musik und des Publikumsgelächters, was zu einer sehr breiten Klangkulisse führt.

Frequenzumfang und Dynamik sind in allen Bereichen praktisch auf Kinofilm-Niveau, so daß es ab und zu auch mal ganz schön Krachen kann wenn es angebracht ist. Die Dialoge wurden live auf dem Set aufgenommen, sind aber dank der allerbesten Mikrofontechnik einwandfrei verständlich und klingen überhaupt nicht so dünn wie bei manchen anderen vor Publikum aufgezeichneten Fernsehserien.

Ein kleiner Wermutstropfen hat sich aber dennoch eingeschlichten: die Tonspuren der einteiligen Langversionen von Back in the Red und Pete sind leider nur in Mono, offenbar weil die erweiterten Szenen sonst nicht in den Stereo-Mix integriert hätten werden können.

Bonusmaterial

Die Extras der achten Red Dwarf-Staffel bewegen sich wieder im gewohnten Rahmen und bieten zwar keine großen Überraschungen mehr, sind aber trotzdem durchweg gelungen. Wie immer wurde das Bonus-Material von den Serien-Machern selbst produziert, und auch das in 3D gerenderte Menüdesign sieht fantastisch aus.

Die Audiokommentare sind hier so zahlreich besetzt wie noch nie: außer Craig Charles, Chris Barrie, Danny John-Jules und Robert Llewellyn sind bei allen Episoden auch Chloe Anett, Norman Lovett und Mac McDonald dabei. Dafür, daß es im Tonstudio wirklich voll war geht es den Umständen entsprechend sogar geordnet zu, aber der Spaß an der Sache steht hier wirklich im Vordergrund. So sind diese Kommentarspuren wieder weniger ein ernsthafter Versuch die Entstehung der Serie zu dokumentieren als eine lustige Gesprächsrunde der Schauspieler, die fast genauso viel Spaß macht wie die Serie selbst und den Unterhaltungsfaktor gleich verdoppelt.

Disc 1 enthält außerdem das Comedy Connections Red Dwarf Special (29:08), eine halbstündige BBC-Dokumentation von 2004 nicht nur über die achte Staffel, sondern die gesamte Entstehungsgeschichte der Serie. Das meiste davon wurde auch schon in den Dokumentationen auf den vorherigen Red Dwarf-DVDs angesprochen, aber es ist nicht schlecht noch einmal eine große Zusammenfassung auf der letzten Red Dwarf-DVD dabei zu haben.

Alle anderen Extras sind auf der dritten DVD untergebracht.

The Tank (87:50) ist die mittlerweile traditionelle Dokumentation, die in sehr unterhaltsamer Weise über die Entstehung der achten Staffel berichtet. Serien-Macher, Schauspieler und Filmcrew kommen in ausführlichen Interviews auf sehr sympathische Weise zu Wort und erzählen ganz locker und humorvoll von den Dreharbeiten, deren besonders gute Atmosphäre noch einmal richtig deutlich wird. Außerdem ist diese Dokumentation auch so etwas wie eine Abschiedsvorstellung, aber dabei wird gar auf die Tränendrüse gedrückt, sondern deutlich gemacht daß für Red Dwarf noch nicht aller Tage Abend ist.

Deleted Scenes (67:01) bekommt man von allen Episoden in bester Qualität und in Hülle und Fülle geboten. Einiges davon ist schon in den erweiterten Langfassungen zu sehen, aber das meiste ist doch neu und nicht gerade uninteressant. Jede Gruppe von Szenen wird mit einer erklärenden Texttafel eingeleitet, die meisten Szenen sind wirklich sehenswert und nur bei ganz wenigen ist erkennbar, daß sie herausgeschnitten wurden weil sie nicht gut genug waren.

Smeg Ups (10:42) gibt es nicht mehr ganz so viele wie in der Anfangszeit der Serie, weil die Schauspieler mittlerweile doch etwas professioneller geworden sind – aber hin und wieder geht halt doch etwas daneben und dann wird es oft erst richtig lustig. Hier bemerkt man wie gut die Atmosphäre bei den Dreharbeiten gewesen sein muß und daß die Schauspieler auch immer noch über sich selbst lachen können.

Bill Pearson Model Maker Video (4:46) ist eine kleine, selbstgedrehte Mini-Dokumentation von Modellbauer Bill Pearson, der seine Arbeit an Red Dwarf seit der vierten Staffel vorstellt. Es handelt sich hauptsächlich um eine Folge von Standbildern, die Pearson aber sehr ausführlich und humorvoll kommentiert.

Die Raw Effects Footage besteht aus den Model FX (5:05) und den CGI FX (8:09), die beide ohne weiteren Kommentar, aber in ganz guter Qualität zu sehen sind.

Die Storyboard Sequences (7:14) sind von drei Szenen zu sehen, die auf eine leider etwas klein gerateten Splitscreen-Weise gezeigt werden – die “Fenster” hätten schon etwas größer sein können, aber es ist immer noch genug von den relativ groben, aber unterhaltsamen Zeichnungen erkennbar.

Die Music Cues sind in der achten Staffel nicht mehr ganz so zahlreich vertreten und bestehen nur aus dem Opening Theme, Main Theme, Blue Midget Dance und Blue Midget Dance Alternative Version – eine so komplette Soundtrack wie auf der DVD von Staffel 7 gibt es also nicht mehr, lediglich die bekannten Titelmusiken und ein etwas funkiges Tanzstück.

Die Gallery ist beeindruckend gut ausgestattet worden und bietet in acht Bereichen insgesamt fast zweihundert Fotos, die in recht guter Qualität abgebildet sind:
Production Shots 1 (30 Bilder)
Production Shots 2 (30 Bilder)
Production Shots 3 (29 Bilder)
Behind the Scenes 1 (18 Bilder)
Behind the Scenes 2 (19 Bilder)
Instant Snapshots (15 Bilder)
Designs and Covers (29 Bilder)
Storyboards (17 Bilder)

Unter Trailers befinden sich nicht nur der Trailer 1 (2:28) und Trailer 2 (0:25), sondern auch die äußerst amüsanten und zahlreichen PBS Idents (10:38) und der Children in Need Sketch (3:57) – alles bisher verschollene Sachen, die auf dieser DVD das erste Mal seit ihrer TV-Ausstrahlung wieder zu sehen sind.

Der Radio Sketch (3:34) vom 10. November 1984 ist ein weiterer Ausschnitt aus der Reihe Son of Cliché – Dave Hollins Space Cadet, dem Vorläufer von Red Dwarf.

Das Fight Music Featurette (2:20) ist ein mehr oder weniger sinnvoller Musikclip-artiger Zusammenschnitt zum Thema Haue und Kloppe, in dem die Dwarfer nicht nur austeilen, sondern auch gehörig einstecken müssen.









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