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Star Trek II - The Wrath of Khan Director's Edition
Cover

20.08.2002

Titel Star Trek II - The Wrath of Khan
Studio Paramount Pictures (1982)
Hersteller Paramount Home Video (2000)
DVD-Typ 2x9 (7,58 & 7,43 GB) Bitrate ø 8,6 max. 9,9
Laufzeit 116 Minuten Kapitel 17
Regionalcode 1 (USA/Kanada) Case Alpha Doppel
Fernsehnorm NTSC
Bildformat 2.35:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround 448 kbit/s Englisch 2.0 Surround 192 kbit/s Englisch, Französisch, Kommentar
Untertitel Englisch
Freigabe MPAA PG
Extras Disc 1
• Extended Director's Edition
• Commentary by Director Nicholas Meyer
• Text Commentary by Michael Okuda
Disc 2
• The Captain's Log - New, Exclusive Cast & Crew Interviews
• Designing Khan - Featurette
• The Visual Effects of Star Trek II: The Wrath of Khan - Featurette
• Theatrical Trailer
• Original Interviews
• The Star Trek Universe - A Novel Approach by Authors Julia Ecklar and Greg Cox
• Storyboard Archives

Allgemeines

Space, the Final Frontier... die Enterprise, wie immer unter dem Kommando von Captain Kirk, entdeckt ein Schläferschiff voll mit genetisch manipulierten Supermenschen - und weckt sie auf, ohne zu ahnen daß es sich dabei um den einst mächtigen Kriegsherrn Khan Noonien Singh und seine Gefolgschaft handelt, die 1996 die Eugenischen Kriege auslösten und damit fast die Erde zerstörten. Khan übernahm die Enterprise und konnte nur mit größten Schwierigkeiten überwältigt und ins Exil auf einen fernen Planeten namens Ceti Alpha 5 verbannt werden.

Fünfzehn Jahre später ist das Wissenschaftsraumschiff Reliant für das geheimnisvolle Projekt Genesis auf der Suche nach einem unbewohnten Planeten. Captain Terrell und sein erster Offizier Checkov beamen zur Überprüfung auf Ceti Alpha 6 herunter - und werden von Khan und seinen Leuten gefangen genommen, denn Ceti Alpha 6 explodierte kurz nachdem Kirk die Verbrecher ins Exil geschickt hatte und machte Ceti Alpha 5 fast unbewohnbar. Aber Khan überlebte und kapert die Reliant, um sich an Kirk zu rächen.

Die Enterprise befindet sich gerade auf einem Trainingsflug mit Kadetten an Bord unter dem Kommando von Captain Spock, als Admiral Kirk eine Nachricht von seiner alten Flamme Carol Marcus bekommt - kein Liebesgeflüster, denn Carol Marcus ist Wissenschaftlerin auf der Raumstation Regula I, die die Genesis-Sonde entwickelt hat. Die gekaperte Reliant befindet sich auf dem Weg dorthin und will die Genesis-Sonde, mit der unsagbare Zerstörung oder auch neues Leben geschaffen werden kann, mitnehmen. Kirk übernimmt das Kommando der Enterprise und nimmt Kurs auf Regula I, nicht ahnend daß ihn bald ein Erzfeind angreifen wird, den er seit fünfzehn Jahren nicht gesehen hat...

Nach dem Fast-Desaster von Star Trek - The Motion Picture traf irgendjemand bei Paramount ein paar richtige Entscheidungen, die dazu führten, daß Harve Bennett mit der Produktion und dem Drehbuch eines neuen Startrek-Films beauftragt wurde. Bennett, in Sachen Star Trek völlig unkundig, sah sich zuerst alle Folgen der alten Serie und den erste Film an - und entschied, daß der neue Film auf der Folge Space Seed basieren sollte.
Diese Entscheidung machte die Bahn für einen der größten Kino-Bösewichte, die es je gegeben hat: Khan, wie in der Serie gespielt von Ricardo Montalban, bleibt bis heute unübertroffen. Aber in The Wrath of Kahn spielt nicht nur der Villain eine große Rolle, sondern etwas viel spektakuläreres: der Tod von Mr. Spock. Es war schon schwierig genug, Leonard Nimoy noch einmal für diese Rolle zu bekommen, und dann auch nur unter der Bedingung, daß es das letzte Mal sein würde. Trotzdem wurden genug Möglichkeiten in den Film eingebaut Spock zurückkommen zu lassen - Gerüchte besagen sogar, daß es sich um einen großen Marketingschachzug gehandelt hat.
The Wrath of Khan hat aber mehr als nur Spock und Khan, denn nun darf die Enterprise-Crew endlich wieder zu ihren aus der Serie bekannten Charakteren zurückkehren. Kirk, Spock, McCoy, Chekov, Sulu und Uhura sind dank Harve Bennett wieder ganz die alten, zeigen aber auch einige logisch weiterentwickelte Charakterzüge. Ricardo Montalban als Khan spielt jedoch alle mit Leichtigkeit an die Wand, besonders William Shatner hat nicht die geringste Chance gegen ihn. Die Wahl des Regisseurs fiel auf den jungen Nicholas Meyer, der zuvor nur die Sherlock-Holmes-Geschichte The Seven Percent Solution gedreht hatte. Meyer balanciert gekonnt zwischen Humor, Drama und Spannung, und hat damit eine Weltraumoper erster Güte geschaffen, die man guten Gewissens mit Star Wars in einem Satz nennen kann. The Motion Picture war ein mißglückter Fehlstart, The Wrath of Khan ist der wirkliche Anfang der Abenteuer des Raumschiffs Enterprise auf der großen Leinwand.

Fast genau zwanzig Jahre nach der Premiere und zwei Jahre nach der DVD-Erstveröffentlichung hat Paramount The Wrath of Khan die langerwartete Special-Edition-Ausstattung gegönnt. Die Director's Edition enthält einen drei Minuten längeren Schnitt, dessen zusätzliche Szenen vorher nur in einigen US-Fernsehausstrahlungen zu sehen waren, aber nun unter der Anleitung von Nicholas Meyer entgültig nahtlos wieder in den Film integriert wurden. Der Unterschied ist nicht so gravierend wie beim ersten Film, aber es ist nett daß es diese Szenen zurückgeschafft haben.
Paramount hat auch mit dem Bonusmaterial nicht gegeizt: Nicholas Meyer hat einen fantastischen Audiokommentar aufgenommen, und auf der zweiten DVD befinden sich mehr als hundert Minuten an interessanten Dokumentationen und eine Storyboardsammlung - zusammen mit dem gelungenen Cover- und DVD-Design ist dies eine durchaus lohneneswerte DVD, die nicht nur für Fans von großem Interesse sein dürfte.

Dies ist die amerikanische DVD-Fassung der Director's Edition von Star Trek II, eine deutsche Region 2-Ausgabe ist seit kurzem mit gleicher Ausstattung auch erhältlich. Wer wie ich seine R1-Version in Kanada gekauft hat und sich über die französische Schrift ärgert, kann sich auf der DVD-Coverseite ein von mir angepaßtes Cover im Doppel-Amaray-Format herunterladen, ein weiteres mit anderem Design gibt es auch bei DVD-Coverart.

Bild

Für den Transfer der Director's Edition von Star Trek II wurde ein neues Interpositiv vom Kameranegative, inklusive den zusätzlichen Szenen, kopiert und einer gründlichen Reinigung und einem neuen Farbtiming unterzogen. Die Unterschiede sind marginal, aber es wurden ein paar kleine, aber feine Verbesserungen gemacht.

Von der ohnehin schon sehr sauberen Filmvorlage wurden nochmals digital Dropouts entfernt - alles konnte nicht erwischt werden, aber ein Unterschied ist besonders bei den Special-Effects sichtbar. Die zusätzlich eingefügten drei Minuten sind optisch überhaupt nicht vom Rest des Films unterscheidbar. Das Farbtiming wurde geringfügig angepaßt, so daß diese DVD ein wärmeres, helleres Aussehen hat - zum Beispiel sind die Uniformen jetzt wirklich knallrot und nicht mehr so dunkel. Die stellenweise recht starke Körnigkeit des Filmmaterials wurde nicht angetastet, ist aber nur selten wirklich auffällig sichtbar. So stark aufgeschärft wie bei der alten DVD wurde hier nicht, aber trotzdem ist die Detailzeichnung für einen Film dieses Alters exemplarisch gut.

Obwohl sich im Bild selbst keinerlei Anzeichen von Edge Enhancement erkennbar sind, ist den ganzen Film über am oberen und unteren Bildrand eine deutliche Doppelkante sichtbar, die auf der alten DVD nicht vorhanden war. Abgesehen davon haben sich meine Befürchtungen, daß Paramount den früheren Transfer verschlimmbessert, absolut nicht bestätigt. The Wrath of Khan sieht besser aus denn je und läßt den nur drei Jahre älteren Star Trek - The Motion Picture völlig im Regen stehen.

Ton

Der hervorragende 5.1-Remix von der alten DVD, der auf den 70mm-6-Track-Elementen basiert, wurde komplett übernommen und läßt kaum noch Wünsche offen, auch wenn die Tonspur ihr Alter nicht ganz leugnen kann. Das hört man hauptsächlich im Frequenzgang, der natürlich nicht so ganz optimal sein kann - aber dafür wird mit einer gut ausbalancierten Dynamik aufgewartet, die den Griff zum Lautstärkeregler unnötig macht. Direkt zu Beginn wird man von James Horners bombastischer Musik empfangen, die sich über alle fünf Lautsprecher ausbreitet und wunderbar lebendig klingt. Damit wird ein wesentlicher Teil des Raumklangs erzeugt, aber die Surroundkanäle werden auch ausgiebigst für Effekte verwendet und dabei nahtlos mit ins Geschehen einbezogen. Manchmal läßt es diese Tonspur ganz schön krachen, in vielen Szenen sind aber auch ganz subtile Umgebungsgeräusche zu hören. Auch die vordere Soundstage ist voll von direktionalen Geräuschen und die Stimmen beschränken sich nicht immer nur auf den Center. Der Surroundmix ist natürlich nicht ganz so aktiv wie bei neueren Produktionen, aber für einen zwanzig Jahre alten Film ist dieser Remix schon beeindruckend.

Die englischen und französischen 2.0-Surroundspuren wurden ebenfalls von der alten DVD übernommen - die englische Fassung ist ein Downmix der 5.1-Spur, während der französische Ton nicht neu bearbeitet wurde und ein gutes Beispiel ist, wie der Ton früher einmal geklungen hat.

Menü & Specials

Nun hat auch endlich der bekannteste und am meisten gelobte Star Trek-Film von allen seine langverdiente Special-Edition-DVD bekommen. Nach dem großen Erfolg der fantastischen Director's Edition DVD des ersten Films folgt die Fortsetzung im gleichen Stil - Paramount hat langsam wirklich die Kurve gekriegt.

Die Menüs sind gleichzeitig simpel und kompliziert gestaltet - die aufwendigen 3D-Animationen sehen sensationell aus, aber darunter leidet die Funktionalität der Navigation überhaupt nicht. Der Startrek-Look ist nicht zu aufdringlich, denn hier wurde mehr Wert auf Motive aus dem Film gelegt als an jede Ecke mit Trek-Symbolen auszustatten.

Direkt auf der ersten DVD befindet sich neben dem drei Minuten längeren Director's Cut des Films das erste Goldstück des Bonusmaterials, eine szenenspezifische Kommentarspur mit Nicholas Meyer. Der hatte vor nicht allzulanger Zeit in einem Interview erzählt, daß er gar nicht so große Lust hätte einen Audiokommentar aufzunehmen und daß er dies nur wegen der Fans machen würde. Wer deswegen einen langweiligen, lustlosen Kommentar von ihm erwartet hat, hat sich gründlich geirrt: Nicholas Meyer plaudert fast zwei Stunden lang ununterbrochen aus dem Nähkästchen und deckt dabei so ziemlich alle vorstellbaren Themengebiete ab. Seine intelligente und oft humorvoll-natürliche Erzählweise macht diesen Kommentar zu einem der allerbesten, die ich in letzter Zeit gehört habe - es macht einfach einen riesigen Spaß ihm zuzuhören. Wenn man diese Kommentarspur gehört hat, sieht man The Wrath of Khan in einem ganz anderen Licht, ohne daß die Illusion Star Trek zerstört wird.

Eine weitere ungemein fesselnde Angelegenheit ist Michael Okudas Textkommentar, der eine perfekte Ergänzung zu Nicholas Meyers Audiokommentar ist. Hunderte von kleinen Anekdoten, Informationen und noch viel mehr sind darin untergebracht - ein Fest für jeden Trekkie, aber auch für jeden Filmkenner, denn allzu technisch wird es genauso wie auf der Kommentarspur nie.

Das Bonusmaterial auf der zweiten DVD besteht aus fünf einzelnen Dokumentationen, die zusammen etwa hundert Minuten lang sind - und neben dem obligatorischen Kinotrailer ist auch ein großes, gut aufgemachtes Storyboard-Archiv dabei. Rein mengenmäßig ist das Bonusmaterial der Star Trek II Director's Edition nicht ganz so zahlreich wie beim ersten Film, aber hier zählt Qualität und nicht Quantität.

Captain's Log (27:20) ist eine Sammlung von neuen Interviews mit Regisseur Nicholas Meyer, Produzent und Autor Harve Bennett und den Schauspielern William Shatner, Leonard Nimoy und Ricardo Montalban, angereichert mit einigen gut gewählten Ausschnitten aus dem Film und der Vorlagen-Folge "Space Seed" - und einigen seltenen Fotos der Dreharbeiten. Während Nicholas Meyer, Harve Bennett und Leonard Nimoy sich mit großem Enthusiasmus an die diversen Schwierigkeiten und Erfolge erinnern, legt William Shatner mit einer an Überheblichkeit grenzenden Ernsthaftigkeit an den Tag, die überhaupt nicht zu der lockeren Einstellung der anderen Leute paßt.
Das Hauptthema in diesen Interviews ist natürlich Spocks Tod und die Kontroversen, die daraus entstanden sind. William Shatner macht sich mit seiner Behauptung, daß Harve Bennett und Leonard Nimoy Spocks Tod von Anfang an als temporär angedacht hatten und der nächste Film schon geplant war, geradezu lächerlich - verbittert, böse und ohne jede Spur von Humor verspricht er, "I'm going to get him one day!". Man kann sich jetzt schon auf die Fortsetzung im Bonusmaterial der kommenden Special-Edition von Star Trek III freuen... Eine Abwechslung von der deutlich spürbaren Rivalität zwischen Shatner und Nimoy bietet Ricardo Montalban, der in seiner relativ kurze Zeit in diesen Interviews mit seiner einnehmenden Persönlichkeit allen anderen die Show stiehlt.
Abgesehen von Shatners Egotrip bieten diese Interviews aber einen interessanten Einblick in die komplizierten Verhältnisse vor und hinter der Kulissen und räumt mit vielen Gerüchten ein für alle Male auf.

Designing Khan (23:53) ist ganz Optik. Production Designer Joe Jennings, der schon für die Gestaltung der ersten Startrek-Serie verantwortlich war, Costume Designer Robert Fletcher, Art Director Lee Cole und auch Nicholas Meyer plaudern ausgiebigst über Kulissen, Kostüme und den ganz besonderen Look von Wrath of Khan, der in Teilen bis zum sechsten Film weiterverwendet wurde. Neben einigen kurzen Filmausschnitten sind auch einige Rißzeichnungen, Konzepte und Fotos in einer gesunden Mischung zu sehen.

Visual Effects (18:18) bringt einen alten Bekannten auf den Plan, der auch im Bonusmaterial von vielen anderen DVDs mit von der Partie ist: Ken Ralston von Industrial Lights and Magic erzählt zusammen mit einigen seiner Kollegen ausführlich über die Entstehung der Special-Effects. Gezeigt werden die heutzutage vorsintflutlich wirkende Art mit Modellen zu arbeiten, viele faszinierende Testaufnahmen, die Verwendung eines sogenannten "Cloud Tanks" und die vermutlich allererste Anwendung von 3D-Computereffekten in einem Kinofilm. Um Mr. Spock zu zitieren: faszinierend, einfach nur faszinierend!


Die Original Interviews (10:56) mit William Shatner, Leonard Nimoy, Ricardo Montalban und dem leider inzwischen verstorbenen DeForest Kelly wurden 1982 zur Promotion des Films gedreht. Shatner lacht zwischendurch sogar einmal, scheint sich aber mehr für die weibliche Reporterin als für das Interview selbst zu interessieren - die Nimoy, Kelly und Montalban haben da viel mehr Hand und Fuß. Die letzten drei Minuten bestehen aus einer Montage von 25 wirklich netten Behind-the-Scenes-Fotos, die die Funktion einer Bildergallerie hervorragend ersetzt.

Die Hauptdarsteller in The Star Trek Universe (28:56) sind Julia Ecklar und Greg Cox, zwei Startrek-Fans und -Autoren. Hier geht es nicht hauptsächlich um The Wrath of Khan, sondern um die Bücher, die die beiden um die Geschichte von Khan und das Kobayashi-Maru-Szenario geschrieben haben. Was das ganze nun auf dieser DVD zu suchen hat weiß ich auch nicht - aber die beiden sind wirklich das, was man allgemein als Trekkie bezeichnet. Vielleicht hat auch der beiligende Werbezettel für Greg Cox' The Eugenics Wars - The Rise and Fall of Khan Noonien Singh im DVD-Case etwas damit zu tun. Eine halbe Stunde lang Werbung? Nun, es ist so gerade noch auszuhalten, aber daraus hätte man ja etwas besseres machen können.

Eine kleine Bildergallerie ist ja schon in den Original Interviews untergebracht, die Storyboard Archives von insgesamt zwölf Szenen sind eine willkommene Ergänzung dazu. Schön groß und mit handschriftlichen Beschreibungen versehen macht es Spaß durch diese Sammlung von hervorragend gezeichneten Storyboards durch wühlen.

Das letzte Extra ist der Kinotrailer in anamorphem 1.78:1 mit Mono-Ton, der hier der Vollständigkeit halber von der alten DVD übernommen wurde - ein besonders gutes Exemplar seiner Gattung ist er nämlich nicht.


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