Star Trek The Next Generation - Season One
Cover


01.05.2002

Titel Star Trek The Next Generation - Season One
Studio Paramount Television (1987)
Hersteller Paramount Home Video (2002)
DVD-Typ 7x9 Bitrate ø 5,44 max. 9,0
Laufzeit 1131 Minuten Kapitel 8/Folge
Regionalcode 2 (Europa) Case Custom-Digipack
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.33:1 16:9 no
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround 448 kbit/s Englisch 2.0 Mono 192 kbit/s Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel Englisch, Dänisch, Deutsch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Freigabe FSK 12
Extras • Logbuch Jahr Eins
• Crew-Analysen Jahr Eins
• Der Beginn
• Die Entstehung einer Legende Jahr Eins
• Erinnerungswürdige Missionen Jahr Eins

Allgemeines

Als sich 1986 nach vier Kinofilmen ein ernormer Erfolg des Star-Trek-Franchises abzeichnete, entschied Schöpfer Gene Roddenberry, daß es Zeit sei sich auch wieder auf den Fernsehbildschirm zu konzentrieren. Nach der Absetzung der Original-Serie 1969 war Star Trek nur noch als Wiederholung im TV zu sehen, und ein Versuch mitte der siebziger Jahre eine neue Serie namens Star Trek: Phase II zu produzieren wurde zugunsten des ersten Kinofilms verworfen um Star Wars Konkurrenz machen zu können. Statt Kirk, Spock, Bones, Chekov und Sulu wieder auf die Mattscheibe zu verbannen und vielleicht Phase II wieder aufzugreifen, machten Roddenberry und sein Team den gewagten Schritt eine völlig neue Crew zu schaffen und die Zeit um fast ein ganzes Jahrhundert nach vorne zu drehen.

Die Hauptfigur sollte diesmal nicht ein kerniger Amerikaner ("I'm from Iowa, and I work in outer space!") sein, sondern ein Franzose. Etwas komisch muß es schon gewesen sein: ein französischer Captain, der in einer amerikanischen TV-Serie von einem britischen Schauspieler verkörpert wird. Der rennomierte englische Schauspieler Patrick Stewart, der bis dahin hauptsächlich für seine Bühnenarbeit bekannt war, konnte für diese Rolle gewonnen werden und verlieh der Produktion etwas ganz besonderes. Die anderen Charaktere wurden mit damals relativ unbekannten Schauspielern besetzt, von denen einige in der ersten Season ihre Talente noch überhaupt nicht ausspielen konnten. Lediglich Patrick Stewart und Brent Spiner, der den Androiden Data spielt, zeigen schon in diesen frühen Folgen einiges an Potential. Jonathan Frakes als Riker, der erste Offizier, Marina Sirtis als Counsellor Troi, Gates McFadden als Dr. Crusher, LeVar Burton als Gerodie LaForge, Wil Wheaton als Wesley Crusher und Denise Crosby als Tasha Yar gelang es aber trotzdem ihre Charaktere erfolgreich bekannt zu machen, auch wenn die Schauspielerischen Leistungen allerhöchstens durchschnittlich waren. Nur Denise Crosby stieg noch vor Ende der ersten Season aus, machte damit aber erst die spätere Crewkonstellation möglich.

Die Drehbücher der ersten Staffel waren noch sehr holperig, was nicht zuletzt daran lag, daß Gene Roddenberry selbst viele Bücher nach seinen persönlichen Vorlieben umschrieb und damit viele gute Autoren vergraulte. Neben einigen schlechteren Folgen, die auch mit der alten Crew hätten stattfinden können, enthält die erste Staffel aber eine Menge bemerkenswerter Episoden, die eine solide Grundlage für spätere Geschichten liefern.
Eine Sensation waren damals für eine Fernsehserie die Spezialeffekte, Sets und Modelle. Während besonders die Effekte sehr gealtert aussehen, kann sich besonders das Make-Up immer noch gut behaupten. Obwohl Star Trek immer für die Aliens mit der knorpeligen Stirn bekannt ist, wurden schon in der ersten Staffel ein paar bemerkenswerte Wesen geschaffen.

Ein neues Jahrhundert, ein neues Schiff und eine neue Crew - Star Trek The Next Generation lief im September 1987 im US-Fernsehen an und wurde von Fans und zufälligen Zuschauern gleichermaßen begeistert aufgenommen. Sieben Staffeln und drei (bald vier!) Kinofilme entstanden, außerdem noch zwei weitere Startrek-Serien mit auch jeweils sieben Staffeln. Man kann sagen, daß das Experiment von 1987, Startrek wieder in der Fernsehlandschaft anzusiedeln, vollends gelungen ist.

Vierzehn Jahre nach der Erstausstrahlung der ersten Season von TNG (The Next Generation), vielen Wiederholungen und unzähligen Videokassetten bringt Paramount die Serie nun auch auf DVD heraus. In Europa ist dies die erste Startrek-Serie auf DVD, während das Original schon in den USA veröffentlich wurde - als einzelne DVDs mit je zwei Folgen pro Disc. Diesen Fehler hat Paramount nicht noch einmal gemacht und TNG weltweit zum fast gleichen Terminnur als Boxset herausgebracht. Als erstes fällt natürlich die ungewöhnliche Verpackung ins Auge: während die US-DVDs in einer Pappbox untergebracht sind, bekommen die Europäer etwas ganz besonderes: eine robuste Plastikbox im Startrek-Design, in der ein Falt-Digipack untergebracht ist. Als die ersten Bilder der Box im Internet auftauchten, haben viele das noch für eine Fälschung gehalten, aber Paramount hat tatsächlich alle Versprechen gehalten und eine Verpackung geliefert, an deren Design es absolut nichts zu meckern gibt. Lediglich die Pappe des Digipacks hätte etwas dicker sein können, dafür entschädigt aber das hervorragende Design, deren Hintergrund eigentlich nur aus einer detailreichen Rißzeichnung der Enterprise besteht.

Auf den sieben DVDs sind alle 26 Folgen der ersten Staffel inklusive Bonusmaterial untergebracht - ungeschnitten, sollte man noch hinzufügen - denn einige Episoden waren bisher in Deutschland nur in leicht gekürzten Fassungen zu sehen und wurden extra für diese DVDs an den entsprechenden Stellen nachsynchronisiert. Auch die Pilotfolge ist hier nicht als Zweiteiler, sondern in einem Stück als nahtloser "Spielfilm" vorhanden. Paramount hat das Beste aus Bild und Ton herausgeholt und überrascht sogar mit einigem gut produziertem Bonusmaterial. Die perfekte Aufmachung und die generell gute Aufbereitung machen diese Box zu einem Muß für jeden Fan und könnten auch für andere sehr interessant sein. Der Preis von knapp &euro100 ist für mehr als 18 Stunden Unterhaltung beinahe ein Klacks, wenn man die Preise der entsprechenden Videokassetten bedenkt. Eine beachtliche Leistung von Paramount, von der man dieses Jahr noch mehr zu sehen bekommen wird: bis Dezember werden alle sieben Seasons von TNG auf DVD erscheinen.


Bild

Die erste TNG-Season wurde zwar auf herkömmlichem 35mm-Filmmaterial gedreht, aber die Postproduktion inklusive dem Hinzufügen der Special-Effects wurde komplett videobasiert erledigt. 1987 war das ein absolutes Novum und wurde hauptsächlich zur Senkung der Produktionskosten so gemacht. Durch diese Methode sind die Master natürlich die fertigen Sendebänder - ob noch 35mm-Material existiert, ist fraglich und wenn könnte es wegen der dichten Einbindung der Spezialeffekte nur mit großem Aufwand weiterverwendet werden. Auf welchem MAZ-Format TNG damals geschnitten wurde, ist nirgendwo genauer erwähnt worden, aber von den ersten zwei oder drei Staffeln soll es nur noch Composite-Masterbänder geben, die als Grundlage für die DVDs dienen müssen.
Unter diesen schwierigen Umständen hat Paramount jedoch eine ausgezeichnete Arbeit geleistet. Zwar kann die Qualität dieser DVDs nicht mit neuen Kinofilmen konkurrieren, aber sehen sensationell besser aus als jede vorherige TV-Ausstrahlung, VHS-Kassette oder Laserdisc. Von einem Transfer im üblichen Sinn kann man hier nicht sprechen, hier zählt lediglich die Nachbearbeitung der MAZ-Bänder, die erstaunlich gut gelungen ist.
Ab und zu sind ein paar Fussel oder Kratzer vom Filmmaster zu sehen, die aber so selten sind daß sie kaum auffallen. Farbrauschen und ähnliche unangenehme Effekte wurden mit Hilfe von Filtern erfolgreich beseitigt, so daß das Bild einen soliden und ruhigen Eindruck macht. Lediglich um die Schriften der Vor- und Abspänne sieht man das bekannte Chroma-Gekräusel, was bei Composite-Material nicht verhinderbar ist - genausowenig wie die teils mangelhafte Detailzeichnung, die aber in Nahaufnahmen nicht ganz so stark auffällt. Generell sehen Einstellungen, in denen Spezialeffekte zu sehen sind, immer etwas weicher aus als der Rest - auch ein nicht mehr rückgängig machbarer Nebeneffekt der damaligen Technik. Im Pilotfilm sehen die Farben manchmal etwas merkwürdig aus, was aber in den nächsten Folgen rapide besser wird. Die unvermeidliche Interpolation von NTSC nach PAL ist gut gelungen und hat bis auf ein ganz selten auftauchendes Zeilenflimmern nichts Negatives an sich. Das Bild wurde nicht 1:1 normgewandelt, sondern die 24 Bilder pro Sekunde auf 25 beschleunigt, damit kein unangenehmes Ruckeln entsteht. Die Kompression macht sich trotz der relativ niedrigen Bitrate nicht bemerkbar. Da es sich um Videomaterial handelt, ist das Bild komplett interlaced, sieht aber korrekt wiedergegeben trotzdem fantastisch aus.
Zuletzt bleibt noch zu sagen, daß das Bildformat mit 1.33:1 natürlich korrekt ist - gedreht wurde in 4:3, und daraus läßt sich nun mal keine 16:9-Fassung erstellen ohne eine Menge vom Bild abzuschneiden.

Ton

Auf einem völlig anderen Level bewegt sich die Qualität der englischen Tonspur, der Paramount einen völlig neuen 5.1-Remix spendiert hat. Leider beschränkt sich das nur auf den Originalton, denn die deutschen, französischen, italienischen und spanischen Versionen wurden nur in Mono synchronisiert. Ein Mehrkanal-Upmix war nicht möglich, weil keine separaten Dialogspuren mehr existieren
Die englische Tonspur, codiert mit der optimalen DD-Bitrate von 448 kbit/s, wartet dagegen mit einem Kinoverdächtigen Surroundton auf. Schon die ursprüngliche Dolby-Surround-Tonspur hatte eine erstaunliche Räumlichkeit, aber nicht die für eine TV-Serien erstaunlich gute Dynamik und den hohen Frequenzgang der neuen 5.1-Abmischung. Die Musik breitet sich über die vordere Soundstage aus und nimmt auch einen Teil der Surroundkanäle in Anspruch, die natürlich auch oft und gerne von Soundeffekten verwendet werden. Dabei hört man nicht nur die Enterprise, wie sie rechts oder links an einem vorbeifliegt, sondern in praktisch allen leisen Dialogszenen die Hintergrundgeräusche des Raumschiffs - eine Klangkulisse, die man nach ein paar Folgen für selbstverständlich hält und erst bemerkt, wenn man sie mal nicht hört. Die Stimmen sind gut verständlich, aber hören sich manchmal etwas harsch und dünn an, da in der ersten Staffel noch viel Ton direkt vom Set verwendet und kaum etwas im TonsStudio geloopt wurde. Auch daran kann man sich gewöhnen und es hat zudem den Vorteil, daß die Stimmen alle sehr natürlich klingen.
Wegen der NTSC-PAL-Konvertierung laufen alle Tonspuren 4% zu schnell, was die meisten Leute irritieren dürfte da die Videokassetten der ersten Season alle noch ohne Geschwindigkeitsanstieg normgewandelt wurden. Die hier angewendete Methode hat zwar den Nebeneffekt des PAL-Speedups, aber dafür eine enorm bessere Bildqualität.

Menü & Specials

Für das Menüdesign der TNG-DVDs gab es eigentlich nur eine einzige Möglichkeit: es mußte einfach die Computeroberfläche der Enterprise nachgebaut werden, und das ist auch genau das was Paramount zur Freude aller Fans hier gemacht hat. Die LCARS-Oberfläche wurde clever für die Menüs der sieben DVDs zweckentfremdet und bietet trotz der simplen Bedienung einiges zum Anschauen.

Das Bonusmaterial ist auf den ersten Blick etwas spärlich gesät, aber bei näherer Betrachtung entpuppt sich das vorhandene als äußerst informativ. Ursprünglich waren auch Kommentarspuren für ausgewählte Episoden angekündigt, aber dies scheint irgendwo im Sand verlaufen zu sein - möglicherweise kommt das noch in späteren Seasons, wenn die Schauspieler bei einigen Folgen Regie geführt haben. Insider mögen auch das Fehlen von jeglichen Outtakes beklagen, die oft auf Conventions zu sehen waren. Aber mal ehrlich, würde man selbst als Schauspieler unbedingt seine Fehler von vor über zehn Jahren auf eine DVD packen wollen? Ich denke ehr nicht, deshalb kann man das hier durchaus verschmerzen.

Das gesamte Bonusmaterial befindet sich auf der siebten DVD unter dem Menüpunkt Mission Logs und umfaßt vier einzelne Dokumentationen, die zusammen 65 Minuten lang sind. Das sieht nicht nach besonders viel aus, aber man muß bedenken, daß Paramount für diese exklusiv für die DVDs hergestellten Featurettes nur eine begrenzte Auswahl an Material hatte und das ja auch alles auf sieben Staffeln verteilt werden muß. Die Dokumentationen heben sich über das Werbe-Allerlei positiv ab und verzichten auf Off-Kommentare und sprechen hervorragend für sich selbst. Hier hat Paramount exzellente Arbeit geleistet, mit der man sehr zufrieden sein kann.

The Beginning (18 Min.) dreht sich um die Entstehung der Serie und besteht aus neuen und alten Interviews mit allen Schauspielern und Gene Roddenberry, Aufnahmen von den Dreharbeiten und auch von den Vorbereitungen der Special-Effects von ILM.

Selected Crew Analysis (15 Min) geht mehr oder weniger im Detail auf jeden der Hauptcharaktere und ihre Entwicklung im Laufe der Staffel ein. Die Schauspieler erinnern sich an ihre Vorstellungsgespräche und wie sie ihre Rollen gestaltet haben - Patrick Stewart, Brent Spiner und Marina Sirtis haben dabei am meisten zu erzählen, lassen aber auch die anderen Schauspieler nicht völlig am Rande stehen.

The Making of a Legend (15 Min) deckt den Bereich des Produktionsdesign ab - von der Gestaltung der Sets über die Maske bis zu den Modellbauern hin. In dieser knappen Viertelstunde ist eine Menge Information untergebracht, bei der sogar für die größten Fans noch etwas neues dabeisein dürfte.

Memorable Missions (17 Min.) läßt die Schauspieler und Crewmitglieder über ihre Lieblingsszenen erzählen - inklusive Armin "Quark" Shimerman in voller Maske auf dem Set von DS9, der sich an seinen ersten Auftritt als Ferengi in The Last Outpost erinnert. Während die anderen Featurettes relativ trocken und ernst sind, kommt hier die humorvollere, leichtere Seite von Star Trek durch.

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