Star Trek The Next Generation - Season 2
Cover

10.06.2002

Titel Star Trek The Next Generation - Season 2
Studio Paramount Television (1988)
Hersteller Paramount Home Video (2002)
DVD-Typ 6x9 Bitrate ø 5,44 max. 9,0
Laufzeit 957 Minuten Kapitel 8/Folge
Regionalcode 2 (Europa) Case Custom-Digipack
Fernsehnorm PAL Mastering Sonopress
Bildformat 1.33:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround 448 kbit/s Englisch 2.0 Mono 192 kbit/s Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel Englisch, Dänisch, Deutsch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Freigabe FSK 12
Extras • Missions-Überblick - Jahr 2
• Crew Analysen - Jahr 2
• Sektions Briefing Jahr 2 - Produktion
• Sektions Analysen Jahr 2 - Erinnerungswürdige Missionen, Aus dem Starfleet Archiv

Allgemeines

Nach der etwas unbeholfenen, aber sehr erfolgreichen ersten Staffel der damals sensationellen neuen Startrek-Fernsehserie begann im November 1988 die zweite Runde. Der neuen Crew um Captain Picard wurden gleich ein paar Änderungen verpaßt, die sich als zukunftsweisend herausstellen sollten - zum Beispiel die Beförderung von Gerodie LaForge zum Chefingenieur und eine gewisse Hinzufügung im Gesicht des ersten Offiziers. Der Austausch der Schiffärztin Beverly Crusher durch eine Katherine Pulaski wurde von den Fans zwar relativ gelassen aufgenommen, hinter den Kulissen gab es aber riesigen Krach. Gene Roddenberry hatte seine alte Bekannte Diane Muldaur, die schon in der Original-Serie ein paar Rollen hatte, angeheuert und Gates McFadden dafür temporär gefeuert. Es war weniger der Protest der Fans sondern der Hauptdarsteller, der dafür gesorgt hat daß Beverly Crusher in der dritten Staffel wieder ihren Platz in der Krankenstation zurückbekam.

Trotz der angespannten Atmosphäre bei den Dreharbeiten entstanden in der zweiten Staffel viele Folgen, die die Startrek-Storyline in Zukunft nachhaltig beeinflußt haben. Darunter ist u.a. die erste Sherlock-Holmes-Holodeck-Folge, die in der sechsten Season eine Fortsetzung bekam, die Frage ob der Android Data Mensch oder Maschine ist, die erste Begegnung mit den Borg, eine dramatische Folge um das künstliche Herz von Jean-Luc Picard und natürlich Lwaxana Troi auf Männerjagd.

Leider wurde die zweite Season frühzeitig durch einen Streik der Drehbuchautoren beendet und enthält deshalb nur 22 statt der sonst üblichen 26 Folgen - und die letzte Folge wurde sogar aus Ausschnitten früherer Folgen zusammengesetzt und nur durch eine kurze 08/15-Rahmenhandlung ergänzt. Bis auf diese Clipshow (die einzige ihrer Art in TNG) sind aber alle Folgen durchaus sehenswert - von Humor über Tragik bis zu handfester Action werden alle Gebiete gekonnt abgedeckt und setzen einen Standard, der sich über die restlichen fünf Seasons gut gehalten hat.

Paramounts ehrgeiziges Vorhaben alle sieben Staffeln TNG noch 2002 zu veröffentlichen setzt sich nun nach und nach in die Realität um - gut alle acht Wochen geht es weiter. Auch die zweite Staffel enttäuscht keineswegs - in der mittlerweile bekannten opulenten Verpackung bekommt man optimale Bild- und Tonqualität und eine ordentliche Auswahl an Bonusmaterial geboten. Da die zweite Staffel vier Folgen weniger als üblich besitzt, wird die Box auch nur auf sechs DVDs ausgeliefert - leider zum gleichen Preis wie die erste Staffel mit sieben Discs. Grobe Fehler hat sich Paramount auf den DVDs nicht geleistet, lediglich das Booklet ist so durcheinandergeraten, daß man es als Folgenübersicht vergessen kann. Wenn auch nicht gerade besonders professionell, kann man diesen Fehler angesichts der sonstigen Fehlerfreiheit verzeihen. Diese Box ist jeden Cent ihres Geldes wert.


Bild

Die zweite TNG-Staffel wurde technisch genauso produziert wie die erste: gedreht auf üblichem 35mm-Film, aber die Postproduktion wurde komplett auf Video durchgeführt. Deshalb ist es hier nicht mehr möglich auf eine Filmvorlage zurückzugreifen, denn die fertige Version existiert nur als Video-Masterband. Im Laufe der Jahre wurde die Qualität besser, und das bemerkt man schon in der zweiten Staffel ein klein wenig. Die Einschränkungen eines Composite-Masters sind nur noch minimal zu sehen, insbesondere das Gegriesel um scharfe Kanten und die Schriften in Vor- und Abspann ist völlig verschwunden. Auch die Schärfe hat sich etwas verbessert, lediglich Szenen mit Spezialeffekten sehen immer schwammiger aus als der Rest, weil die damaligen Videomischer keine bessere Qualität liefern konnten. Eine gewisse Detailarmut ist immer noch vorhanden, aber mehr steckt halt in den Masterbändern nicht mehr drin. Viel besser als in der ersten Staffel sehen dagegen die Farben aus, die nun bis auf wenige Ausnahmen vollkommen natürlich wirken. Für ein störfreies Bild sorgen die geschickt angewandten Filter, die Videorauschen und Körnigkeit erfolgreich entfernt haben, ohne einen großen Matsch zu produzieren. Kratzer oder Fussel vom Filmmaterial sind auch nicht mehr zu sehen. Die NTSC->PAL-Konvertierung hat bis auf ein ganz leichtes, selten auftauchendes Zeilenflimmern keine Spuren hinterlassen. Obwohl der Video-Look natürlich nicht wegzukriegen ist (das Bild ist natürlich immer noch interlaced), schlagen diese DVDs qualitätsmäßig alle vorherigen Fassungen um Längen.

Ton

Die englische Originaltonspur wurde wieder von Dolby Surround auf 5.1 gemischt und klingt im großen und ganzen so hervorragend wie schon bei der ersten Staffel. Die Surroundabmischung ist äußerst gelungen und versetzt den Zuschauer mehr ins Geschehen hinein als das die Bildqualität vermag, wozu besonders die vielen dezenten Hintergrundgeräusche verantwortlich sind. Dynamik und Frequenzumfang sind mit Ausnahme der noch etwas dünn klingenden Stimmen optimal ausbalanciert und lassen den Griff zur Fernbedienung unnötig werden. Für eine vierzehn Jahre alte Fernsehserie ist das schlichtweg Spitzenqualität.
Die deutsche Synchronfassung spielt sich dagegen auf einer ganz anderen Ebene ab, da sie noch in Mono synchronisiert wurde. Sehr sterile Stimmen und ein oft völliges Fehlen von Hintergrundgeräuschen gesellen sich zur nicht vorhandenen Räumlichkeit, und obwohl die Qualität gegenüber der ersten Staffen schon etwas verbessert wurde, sollte man lieber auf den englischen Ton (bei Bedarf mit Untertiteln) ausweichen.

Menü & Specials

Wer gedacht hat, daß Paramount die Menüs aller TNG-Boxen gleich gestalten wird, der hat sich gründlich geirrt. Zwar wurde für die zweite Staffel das bewährte Enterprise-Computersystem-Layout verwendet, aber ein paar interessante Variationen eingebaut. Auch das Menüintro wurde abgeändert, um Diane Muldaur und das veränderte Aussehen der Schauspieler mit einzubauen.

Wie bei der ersten Season befindet sich das gesamte Bonusmaterial in Form von verschiedenen Dokumentationen auf der letzten DVD. Zusammen haben diese Featurettes eine stattliche Länge von 77 Minuten, von denen allerdings nicht alles wirklich die Bezeichnung "Dokumentation" verdient.

Mission Overview (14 Minuten) ist ein Überblick über die Neuheiten der zweiten Staffel in Interviews, Behind-the-Scenes-Aufnahmen und Folgenausschnitten. "Kritischer Rückblick" ist hier ein Fremdwort, denn die meisten Interviews stammen von 1988 und haben einen sehr selbstlobenden, glorifizierenden Ton der auch die größten Kontroversen im Nebensatz unter den Tisch kehrt. Eine etwas differenziertere Sichtweise hätte hier sicher gutgetan, aber so ist diese Dokumentation nicht mehr als ein Werbefeaturette.

Selected Crew Analysis (13 Minuten) dreht sich um die Weiterentwicklung der Charaktere und gibt sich viel objektiver als Mission Overview. Die Veränderungen von Picard, Riker und anderen werden von den Darstellern selbst erläutert, und auch Gene Roddenberry erzählt, was er an Wesley oder Deanna so besonders findet.

Die nächsten drei Featurettes sind unter der Überschrift Departmental Briefing zusammengefaßt worden - diese Strukturierung gab es bei der ersten Staffel noch nicht, aber hier sind auch fünf statt vier Dokus vorhanden, was hoffentlich bei den nachfolgenden Staffeln so bleiben oder noch mehr werden wird.

Production (17 Minuten) müßte eigentlich "Produktionsdesign" heißen, denn hier wird hauptsächlich über die Gestaltung der Kulissen, Kostüme, Modelle und Requisiten erzählt. Von den Borgwürfeln über Guinans ausgefallene Kopfbedeckungen bis zu klingonischem Essen wird hier alles angesprochen - auch die Musik, denn Komponist Dennis McCarthy bekommt hier auch ein paar Takte zu sagen.

Memorable Missions
(16 Minuten) war in der ersten Staffel noch ganz sehenswert, ist aber hier zu einer Clipshow mutiert, die nur von sehr kurzen Interviews unterbrochen wird. Das hätte man wirklich besser machen können.

Starfleet Archives (17 Minuten) entschädigt für die Schwächen der anderen Dokumentationen, denn hierbei handelt es sich um eine Führung durch das Startrek-Archiv der Paramount-Studios. Archivistin Penny Juday stellt unzählige Requisiten vor - wer 1995 die Startrek-Ausstellung in London besucht hat, dem wird das eine oder andere Stück noch lebensecht in Erinnerung sein. Alle anderen dürften überrascht sein, wie primitiv die meisten Modelle in Wirklichkeit aussehen, obwohl sie in der Serie den Eindruck von modernstem Zukunfts-Hitech machen.

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