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Die DVD
Dies ist die erste Neuauflage von 2001: A Space Odyssey,
die inzwischen durch die Special-Edition von 2007 ersetzt wurde. Ursprünglich
erschien diese DVD 2001 weltweit zuerst in Deutschland in einer limitierten
Box mit Soundtrack-CD, Booklet und Senitype-Filmstreifen. In den USA erschien
die gleiche Box zusammen mit der billigeren Einzel-DVD erst zwei Monate
später, die deutsche Einzel-Version ließ sogar noch länger
auf sich warten. Die hier rezensierte Disc ist die US-DVD, alles weitere
über den Film ist in der Review der Special-Edition zu lesen.
Weitere Reviews: Erstauflage von 1998/99 |
Special-Edition von 2007
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Bild
Während die alte DVD von 2001: A Space Odyssey
noch auf einem abgenutzten 70mm-Print des Films basierte, wurde für
die neue Fassung ein 70mm-Interpositiv direkt vom 65mm-Kameranegativ hergestellt
und zur Aufbereitung verwendet. Stanley Kubrick hat vor seinem Tod noch
selbst an dieser Restauration gearbeitet, bei der hauptsächlich nach
seinen Wünschen und Unterlagen das Farbtiming durchgeführt und
Beschädigungen entfernt wurden.
Diese restaurierte Version war weltweit im Frühjahr 2001 als "BFI-Restauration"
bekannt, weil sie im British Film Institute in London ihre Uraufführung
hatte - das BFI hatte jedoch nichts direkt mit der Restauration zu tun,
die von Warner Bros. durchgeführt wurde.Warner hat von dieser restaurierten
Fassung für die DVD einen Highdef-Transfer erstellt, der nochmals
digital bereinigt und aufpoliert wurde. Dabei wurde auch etwas mehr vom
Originalnegativ in der Höhe übernommen, so daß die neue
Version auf ein Bildformat von 2,12:1 kommt, aber das Bild bei genauem
Hinschauen leider nicht ganz korrekt zentriert ist.
Die Filmvorlage wurde sehr gut gesäubert, allerdings sind trotzdem
noch einige ganz kleine Dropouts sichtbar. Gegenüber der alten nicht-anamorphen
Version ist die Detailauflösung viel besser und Schärfe und
Bildtiefe sind auf einem sehr hohen Niveau, das der großformatigen
Filmvorlage gerecht wird - gelegentlich macht das Bild aber trotz der
leichten zusätzlichen Aufschärfung einen etwas weichen Eindruck,
der mehr nach 35mm-Material als nach 70mm aussieht. Dafür ist vermutlich
auch der relativ starke Rauschfilter verantwortlich, der die Filmkörnigkeit
vollständig entfernt hat.
Das Farbtiming wurde auch komplett überarbeitet - Rottöne sind
nicht mehr schmutzig-rot, sondern tiefrot und weiße Flächen
auch wirklich weiß und nicht mehr blau oder grau. Die teils recht
kräftigen Farben, an denen sogar die alte DVD gescheitert ist sind
nun stabil und völlig rauschfrei. Die Kompression verwendet keine
aufregend hohe Bitrate, verhält sich aber trotzdem sehr unauffällig
und bereitet keinerlei sichtbare Probleme.
Für eine DVD aus dem Jahr 2001 ist dieser Transfer ausgezeichnet,
aber daß es noch besser geht hat Warner mit der neuen Abtastung
der Special-Edition von 2007 gezeigt, die besonders in Sachen Schärfe
und Sauberkeit noch einen weiteren Schritt nach vorne macht.
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Ton
Im Rahmen der Restaurierung wurden nicht einfach nur die
6-Spur-Magnettonmaster, die schon auf der allerersten DVD zu hören waren
und teils erhebliche Qualitätseinbußen hatten, herangezogen, sondern die
gesamte Tonspur aus den Originalquellen neu abgemischt wurde. Für die
Musik, einem der wichtigsten Bestandteile der Tonspur, wurden sogar die
Mehrspur-Master von den Originalaufnahmen ausfindig gemacht und in die
Neuabmischung nahtlos integriert, um eine möglichst gute Tonqualität zu
erreichen - mit großem Erfolg, denn im Vergleich zur Tonspur der alten
DVD von 1998 hört sich die Musik nun viel klarer und längst nicht mehr
so dumpf wie zuvor an.
Trotz der 5.1-Abmischung darf man allerdings kein Surroundspektakel erwarten,
denn 2001 hat ein sehr spartanisches Sound-Design, das aber trotzdem
eine sehr aufwendige Geräuschkulisse zu bieten hat. Ein Teil des Raumklangs
wird von der Musik getragen, die sehr breit über alle Kanäle verteilt
wurde und ein äußerst diskreter Mix ist - statt einem Klangbrei kann man
wie bei einer klassischen Orchesterabmischung die einzelnen Instrumentengruppen
heraushören. Die oft sehr subtilen Umgebungsgeräusche verteilen sich nicht
nur über die vordere Soundstage, sondern nutzen auch ausgiebig die Surroundkanäle.
Die wenigen Dialoge des Films leiden kaum an dem für Filme aus dieser
Zeit typischen dünnen Klang, sondern hören sich ganz im Gegenteil überraschend
warm und realistisch an. Die meiste Zeit beschränken sich die Stimmen
auf den mittleren Kanal, sind aber gelegentlich auch von den Seiten zu
hören - eine Ausnahme ist die Stimme von HAL, die auf eine ganz diffuse
Weise mitten im Raum steht und mit der Ausbreitung auf alle Kanäle die
Präsenz des Computers im ganzen Raumschiff sehr schön deutlich macht.
Auch die herausgeschnittene Dialogzeile von HAL wurde wieder eingefügt,
hier heißt es wirklich "Affirmative, Dave. I read you."
Frequenzgang und Dynamik sind altersbedingt nicht ganz so gut wie bei
heutigen Tonspuren, haben aber keine störenden Einschränkungen - besonders
die Musik kann mit stattlichen Bässen und soliden Höhen aufwarten, und
auch die anderen Elemente der Tonspur hören sich sehr ausgewogen an. Störgeräusche
machen sich überhaupt nicht bemerkbar, nur gelegentlich ist ein ganz leichtes
Grundrauschen zu hören, das aber kaum von der Geräuschkulisse zu unterscheiden
ist.
Die ebenfalls vorhandene französische Synchronfassung ist bis auf die
Dialoge mit der englischen Originalfassung identisch, allerdings sind
die Stimmen nicht direktional und wurden in Mono auf den mittleren Kanal
gemischt. Untertitel sind sowohl auf Englisch als auch auf Französisch
dabei.
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Bonusmaterial
Die animierten, anamorphen Menüs der alten MGM-DVD
wurden leider in den Ruhestand geschickt, und mit ihnen auch gleich die
stimmungsvollen Übergänge. Normalerweise haben anamorphe Warner-DVDs
auch anamorphe Menüs, aber hier bekommt man nur nicht-anamorphe Standbilder,
die auf den alten Menümotiven basieren. Das einzige Extra ist ein
zweiminütiger Trailer in anamorphem 1,85:1, der
aber leider nur eine kürzere Version des dreieinhalbminütigen
Trailers von der alten DVD ist. |
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