The Blues Brothers
Cover Titel The Blues Brothers
Studio Universal (1980)
Hersteller Universal Home Video (1998)
DVD-Typ 9 (single sided, dual layer) Bitrate ø 4,45 max. 9,0
Laufzeit 148 Minuten Kapitel 47
Regionalcode 1 (USA) Case Amaray II
Fernsehnorm NTSC
Bildformat 1,85:1 16:9
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround 448 kb/s Englisch
Untertitel Englisch, Spanisch, Französisch
Freigabe Not Rated
Extras Includes footage not seen since the original Picwood preview in 1980
The stories behind the Making of the Blues Brothers
Theatrical Trailer
Production Photographs
Allgemeines
Über die Blues Brothers muß man keine großen Worte mehr verlieren. John Belushi und Dan Aykroyd traten schon Anfang der siebziger Jahre in New York auf und machten es sich zur Aufgabe, Rhythm&Blues wieder als Mainstream-Musikrichtung zu etablieren. Nach ihren erfolgreichen Auftritten bei Saturday Night Live nahmen sie 1978 ihre erste Platte auf. History repeats itsself - wie die Beatles 1964 begannen die Blues Brothers ein Jahr danach mit John Landis an einem Filmprojekt zu arbeiten, daß später unter dem einfachen Namen The Blues Brothers Filmgeschichte schreiben sollte. Die bunte Mischung aus Thriller, Komödie und Musikfilm dürfte eigentlich nicht funktionieren - aber ein gutes Drehbuch, fantastische Musik und eine beeindruckende Schar von Gastdarstellern sorgen dafür daß die Filmversion der Blues Brothers zu etwas ganz besonderem wurde.
Die allererste Schnittfassung des Films war angeblich über drei Stunden lang und war ursprünglich als Roadshow-Version mit Overtüre und Pause gedacht. Tatsache ist, daß die erste Preview-Vorführung im inzwischen abgerissenen Picwood Theater in Los Angeles sehr lang gewesen sein muß. So lang, daß nach dieser ehr gemischt ausgegangenen Testvorführung John Landis von Universal aufgefordert den Film zu kürzen. So entstand der 133 Minuten lange Schnitt, der 18 Jahre lang die einzige verfügbare Version des Films sein sollte. Schon Ende der 80er Jahre versuchte John Landis die Urfassung des Films zu rekonstruieren, aber Universal hatte 1985 sämtliche herausgeschnittenen Szenen zerstört und auch der Picwood-Print war unauffindbar. Später tauchte jedoch noch eine andere Preview-Version auf, die eine knappe Viertelstunde an Material enthielt was aus der Releasefassung entfernt wurde. John Landis und sein damaliger Cutter George Folsey restaurierten diese Szenen und fügten sie in eine ebenfalls überarbeitete Fassung eines neuen Transfers des Release-Negativs nahtlos ein. Das Ergebnis ist immer noch nicht ganz mit der legändären Roadshow-Urfassung identisch, aber solange der Picwood-Print nicht eines Tages auftauchen wird ist dies die längste und beste Fassung des Films die man je zu sehen bekommen wird. Fast alle Songs sind länger, viele Dialoge wurden erweitert und eine Menge kurzer Szenen hinzugefügt. Im Booklet der DVD ist jedes Kapitel markiert, in das neues Material eingefügt wurde - immerhin in 28 von 47 Kapiteln. Die genauen Änderungen kann man in der Internet Movie Database nachschlagen.
Dank des Engagements vom Regisseurs konnte so die "Collector's Edition" (eigentlich ist es ja ein Director's Cut) der Blues Brothers auf Laserdisc und DVD veröffentlicht werden. Seit 1998 ist diese DVD schon in Amerika auf dem Markt, aber erst im Frühjahr 2001 wurde die DVD auch endlich zusammen mit Blues Brothers 2000 in Europa veröffentlicht. Wenn man die Musik in der Originalgeschwindigkeit hören will, sollte man aber auf jeden Fall auf die US-DVD zurückgreifen, da die europäische Fassung systembedingt 4% zu schnell läuft. Bis auf das PAL-Speedup und die zusätzlichen Tonspuren ist die RC2-DVD aber mit der RC1 identisch. Auch wenn die Ausstattung etwas spartanisch erscheint macht die neue Fassung des Films zusammen mit der soliden Dokumentation und den anderen Extras diese DVD zu einem Pflichtkauf für jeden Filmliebhaber.
Bild
So deutlich und scharf konnte man die Blues Brothers noch nie bewundern. Es wurde nicht nur ein hervorragender anamorpher Transfer gemacht, sondern auch noch das Filmbild digital nachbearbeitet. Fast alle wahrscheinlich noch vorhandenen Kratzer und Fussel wurden erfolgreich entfernt, so daß hier ein überraschend sauberes Bild zu sehen ist. Lediglich etwas Grundkörnigkeit ist sichtbar, die aber eigentlich zur allgemeinen Atmosphäre des Films beiträgt. Auch die Farben kommen in der überarbeiteten Fassung besser zur Geltung, wobei die schlichte Farbpalette des Films originalgetreu wiedergegeben wird. Die Kompression läßt sich trotz der relativ niedrigen Bitrate nichts negatives zuschulden kommen. Außerdem ist der Transfer auf das korrekte Kinoformat von 1,85:1 gemattet worden und ist somit das erste Mal im Originalformat zu sehen.
Ton
Aus dem ursprünglichen Mono-Ton wurde für die VHS-Fassungen später eine Dolby-Surround-Fassung gemixt, und nun wurde das Nonplusultra daraus gemacht: Dolby Digital 5.1. Der Surround-Downmix hat mich gegenüber den alten Videofassungen restlos begeistert. Früher klang dieser Film laut, übersteuert und kopfschmerzerzeugend, aber mit der Neuabmischung ist nichts mehr davon zu bemerken. Die Musik klingt jetzt sehr natürlich, ohne ihre Fetzigkeit zu verlieren. Dynamik und Frequenzgang sind auch bei den Dialogen und Geräuschen dramatisch verbessert worden. Der einzige wirklich Kritikpunkt an dieser Tonspur ist die zurückhaltende Verwendung der Surroundkanäle bei den Musiknummern. Gerade bei den großen Konzertnummern am Schluß ist es etwas enttäuschend, daß das Publikum nur aus dem Center-Lautsprecher zu hören ist. Dafür nimmt die Musik dann aber auch die gesamten drei Frontkanäle in Anspruch und auch der Subwoofer wird von der Baßgitarre und anderen Instrumenten ausreichend bedient. Für Action auf den hinteren Kanälen sorgen die spektakulären Verfolgungsjagten und Schießereien, die auch den Surroundliebhaber zufriedenstellen dürften. Alles in allem eine fast zeitgemäße Tonspur, der man es kaum anmerkt daß sie von Mono auf 5.1 hochgemischt wurde.
Menü & Specials
Universal hat dieser DVD nur schlicht gestaltete 4:3-Menüs spendiert, die aber trotzdem ganz nett im Stil des Films gestaltet sind. Das Highlight der Extras ist die 56minütige Dokumentation The Stories Behind the Making of the Blues Brothers. Mit neuen Interviews von John Landis, Dan Aykroyd, der gesamten Band und vielen anderen bietet diese Doku einen hervorragenden Rückblick auf die Dreharbeiten des Films, ergänzt durch einiges "Behind-the-Scenes"-Material und viele Anekdoten. Eine Kommentarspur wurde zwar nicht aufgenommen, aber in der Doku wird soviel aus dem Nähkästchen geplaudert, daß dieser Mangel dadurch wieder wettgemacht wird. In einer besseren Form hätte man diese interessanten Informationen über die Filmproduktion kaum auf diese DVD packen können. Weiter gehts mit einer gut ausgesuchten Fotogallerie, deren Bilder überraschend großformatig abgelegt wurden und sehr gut erkennbar sind. In der Kategorie "Trailer" gibt es zwei Einträgt, die beide in 1,33:1 abgelegt wurden und ziemlich kaputt aussehen. Wichtig sind sie dennoch, denn dort sind einige alternative oder geschnittene Szenen drin zu sehen. Als abschliessende Extras sind noch einige Produktionsnotitzen und Biographien vorhanden, die ausnahmsweise nicht ausschließlich den Inhalt des Booklets reproduzieren. In diesem Heftchen ist unter anderem auch genaueres über die Geschichte des Films und die Restauration zu lesen.
Gemessen an den heutigen Super-Special-Editions mit allem Drum und Dran mögen die Extras dieser DVD unterdurchschnittlich erscheinen, aber hier geht wirklich Klasse vor Masse. Eine neue Filmfassung mit fast zwanzig Jahre lang verschollenen Szenen, ein toller Transfer mit solider Tonspur und eine hervorragende Doku - mehr braucht man bei diesem Film eigentlich nicht.