El Dorado
Cover

19.05.2002

Titel El Dorado
Studio Paramount (1966)
Hersteller Paramount Home Video (2002)
DVD-Typ 9 (7,34 GB) Bitrate ø 8,7 max. 9,0
Laufzeit 121 Minuten Kapitel 11
Regionalcode 2 (Europa) Case Amaray I
Fernsehnorm PAL
Bildformat 1.78:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 2.0 Mono 192 kbit/s Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel Englisch, Deutsch, Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Holländisch, Isländisch, Italienisch, Kroatisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch
Freigabe FSK 12 (Cover) FSK 6 (DVD) / BBFC PG / IRL PG
Extras • Kinotrailer

Allgemeines

John Wayne, Robert Mitchum und James Caan in einem Western von Howard Hawks - das sagt eigentlich schon alles. Eigentlich ist El Dorado ein Remake von Hawks' 1958er Rio Bravo, in dem John Wayne auch schon die Hauptrolle spielt. Aber mit El Dorado hat der Meisterregisseur die Chance wahrgenommen, die Story von Rio Bravo noch einmal neu aufzulegen und zu verbessern. Man kann man keinen der beiden Filme als besser oder schlechter bezeichnen, aber mein persönlicher Favorit ist aber schon immer El Dorado gewesen, was wahrscheinlich daran liegt daß ich diesen Film vor einer Ewigkeit zuerst gesehen hatte.
Der früher immer den beinharten Revolverhelden spielende John Wayne hat in diesem Film zwar auch nicht viel anderes zu tun, aber hier kommt ein wichtiger Faktor dazu: sein Charakter Cole Thornton ist alt, müde und verletzbar. Der mietbare Revolverheld soll im Auftrag des Rinderfarmers Jason der Familie MacDonald die Wasserrechte abluchsen, aber als er bemerkt daß sein alter Kumpel J.P. Harrah (hervorragend gespielt von Robert Mitchum) auf der Seite der MacDonalds steht, schmeißt er den Job hin. Monate später hört er, daß Jason mit neuen Revolverhelden Druck auf J.P. und die MacDonalds ausübt und macht sich zusammen mit dem Jungspung Mississippi (gespielt von einem jungen James Caan) auf den Weg zurück nach El Dorado. Dort findet er J.P. im Suff versackt vor, und damit beginnen die Probleme erst so richtig. Wie schon in Cat Ballou ist in El Dorado ein besoffener Revolverheld die Quelle für den meisten Humor. Robert Mitchum ist ein passendes Gegenstück zum immer adretten und coolen John Wayne, der aber auch nicht immer völlig ernst bleibt. Letztendlich ist El Dorado ein spannender, lustiger und unterhaltsamer Western, der trotz seines ernsten Grundthemas nicht immer knochentrocken bleibt.

Paramount hat in den letzten Monaten begonnen auch in Europa endlich einige der wichtigsten Western auf DVD zu veröffentlichen, die in den USA schon im letzten Jahr erschienen. Durch die Bank mit ausgezeichneten Transfern und den Umständen entsprechend guten Tonspuren ausgestattet sind diese DVDs, inklusive El Dorado, für jeden Filmkenner zu empfehlen. Das fehlende Bonusmaterial ist dank der überdurchschnittlichen Transfer zu verschmerzen, wenn man diese Filme mag bleibt einem sowieso nichts anderes übrig als zuzugreifen. Falls sich jemand über die zwei FSK-Freigaben wundert: bei dieser DVD hat Paramount auf der Disc und auf dem Cover zwei verschiedene Angaben gemacht. Richtig ist jedoch hier das, was auf dem Cover steht.

Bild

Bisher war El Dorado meistens nur als Open-Matte-Version in 1.33:1 auf Video und im Fernsehen zu sehen, aber diese DVD gibt das erste Mal die Möglichkeit, eine korrekt gemattete Breitwandversion anzuschauen. Auf den ersten Blick ist die Bildkomposition für jemanden, der früher immer nur die Vollbild-Fassung gesehen hat, ungewöhnlich, aber nach einiger Zeit meint man einen ganz neuen Film zu sehen. Dazu tut auch die fantastische Bildqualität ihren Teil, denn so konnte man El Dorado noch nie bewundern. Paramount hat eine Filmvorlage gefunden, die fast gar keine Kratzer hat und lediglich an vier Stellen rechts oben im Bild Aktwechselmarkierungen aufweist. Genau diese Markierungen waren aber schon auf einigen anderen Versionen sichtbar und scheinen direkt auf dem Filmnegativ zu sein. Bis auf ein paar anfängliche Kratzer im Vorspann sind dann auch kaum noch weitere Dropouts zu sehen. Die Schärfe ist auf einem etwas niedrigeren Niveau als bei The Sons of Katie Elder, was für einen Flat gedrehten Film dieses Alters jedoch ganz normal ist. Auch ist die Körnigkeit des Filmmaterials etwas stärker sichtbar, wurde aber mit einem Rauschfilter auf ein Minimum reduziert ohne die Bildqualität in Mitleidenschaft zu ziehen. Besonders fallen die kräftigen, aber nicht übertrieben ausbalancierten Farben auf, die den ganzen Film viel realistischer als auf den alten Fassungen aussehen lassen. Trotz der kleinen Fehler wirkt dieser Transfer richtig lebendig - besser hätte man es hier nicht machen können.

Ton

Eigentlich habe ich auf dieser DVD eine ähnliche flachen Ton wie bei The Sons of Katie Elder erwartet, aber da habe ich mich gründlich getäuscht. Schon der Titelsong auf der englischen Tonspur überrascht mit einer erstaunlich guten Dynamik und viel Tiefe, wie auch die restliche Filmmusik. Wie man aus so einer alten Tonspur noch soviel Transparenz herausholen kann, ist erstaunlich. Besonders die Stimmen klingen so glasklar, als säßen die Schauspieler direkt vor einem. Außerdem bemerkt man kaum, daß es sich hierbei nur um einen Mono-Mix handelt, denn die ausgezeichnete Abmischung versteht es auch so eine gewisse Räumlichkeit zu vermitteln. Dies ist mit Leichtigkeit einer der besten Tonspuren eines älteren Films.
Wie üblich fallen die Synchronfassungen gegenüber dem Original steil ab, so stark wie auf dieser DVD hört man diese Unterschiede selten, und leider ist die deutsche Fassung am schlimmsten dran. Interessant ist die Lokalisation des Titelsongs: während die deutsche und italienische Tonspur die englische Fassung enthält, wurde das Stück für die französische Version mit Text in der Landessprache neu eingespielt und bei der spanischen Fassung fehlt die Singstimme sogar ganz.

Menüs & Extras

Wie bei alten Katalogtiteln von Paramount üblich gibts hier nur einen Trailer als Bonusmaterial, der wenigstens anamorph abgetastet wurde. Gerade bei einem Klassiker wie El Dorado hätten aber etwas mehr Extras nicht geschadet, denn Columbia hat es mit Cat Ballou und MGM mit The Magnificent Seven auch geschafft.

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