The Simpsons Season Two |
12.06.2002
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Titel |
The Simpsons Season
Two |
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Studio |
20th Century Fox
TV (1990) |
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Hersteller |
20th Century Fox Home Video
(2002) |
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DVD-Typ |
4x9 (ø 6,3 GB) |
Bitrate |
ø 6,34 max. 9,5 |
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Laufzeit |
484 Minuten |
Kapitel |
6/Folge |
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Regionalcode |
2 (Deutschland) |
Case |
Custom-Digipack |
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Fernsehnorm |
PAL |
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Bildformat |
1.33:1 |
16:9 |
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Tonspuren |
Englisch, Deutsch
Kommentar |
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Untertitel |
Englisch, Deutsch
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Freigabe |
FSK 12 |
Extras
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Zu allen 22 Episode gibt es Audio-Kommentare von Matt Groening, manche Episoden
unterstützt von Autoren, Regisseuren und dem ausführenden Produzenten
James L. Brooks
Interviews mit James L. Brooks und Matt Groening
Barts Auftritt bei den Amerikanischen Music Awards
Die Simpsons bei den Emmy Awards
Musikvideos wahlweise mit Kommentaren: "Deep Deep Trouble"
und "Do the Bartman" (Director's Cut)
"Eine Episode entsteht" Featurette
Clips, Butterfinger TV-Spots, Season One DVD-Trailer und mehr! |
Allgemeines
Nach
dem überraschendem Erfolg der nur 13 Folgen umfassenden ersten Staffel
der Simpsons brach in den USA eine regelrechte Simpsons-Manie aus,
die eine Fortsetzung im größeren Stil unausweichlich machte.
Die aus 22 Folgen bestehende zweite Staffel kann mit vielen mittlerweile
zu Klassikern gewordenen Geschichten aufwarten, die die Charaktere der
Serie nachhaltig geprägt haben. Zum ersten Mal erfährt man mehr
über Marges und Homers Vergangenheit, über ihre Nachbarn und
andere Leute, die in der ersten Staffel oft nur als namenlose Nebenfiguren
aufgetaucht sind. Auch hat der große Erfolg zu Gastauftritten einiger
Prominenter geführt, die inzwischen zu einer Art Tradition bei den
Simpsons und auch bei Futurama geworden sind.
Nachdem Fox im Herbst 2001 die erste Simpsons-Staffel in einem schicken
Boxset veröffentlich hatte, folgt nun ein Dreivierteljahr später
(für Fans eine ewig lange Wartezeit!) in ähnlicher Ausstattung
die nächste Fuhre. Die 22 Folgen wurden auf vier DVDs verteilt und
wieder in einem Falt-Digipack untergebracht, das in einem
stabilen Kartonschuber steckt - wieder mit einem "TV-Fenster"
in der Mitte. Das Design ist ähnlich wie bei der ersten Box, aber
diesmal nicht silbern, sondern metallic-grün und mit neuen Illustrationen
versehen. Bei der Gestaltung der DVD-Halterungen hatte jemand besonderen
Spaß, wie man am seitlichen Bild sehen kann - da ist man gleich
neugierig, wie die Boxen der nächsten Staffeln aussehen werden. Das
"schriftliche Begleitmaterial" besteht wieder aus einer witzigen
Einleitung von Matt Groening und einem Booklet, das einen kompetenten
Episodenführer enthält. Qualitätsmäßig kann
man der zweiten Box nichts besonders negatives unterstellen - den Umständen
entsprechend ist das die beste Repräsentation der Episoden, die es
gibt. Auch beim Bonusmaterial hat sich Fox etwas mehr ins Zeug gelegt
als früher, so daß diese Box trotz des etwas höheren Preises
um €50 eine lohnenswerte Sache ist.
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Bild
Wie bei der ersten Simpsons-Box
gilt auch hier wieder: What you see is what we've got. Obwohl sich die
Bildqualität gegenüber der ersten Staffel schon etwas verbessert
hat, sind die Einschränkungen der Masterbänder nicht zu übersehen.
Die damals noch in Handarbeit auf herkömmlichem Filmmaterial animierten
Folgen wurden in der Postproduktion auf Videomaterial weiter verarbeitet,
so daß für diese DVD als Quellmaterial nur die Sendebänder
in Frage kamen. 
Zum Glück wurde das vorhandene Material optimal aufbereitet: Besonders
freuen kann man sich über das absolut rauschfreie Bild und die dadurch
sehr stabilen Farben. Mittelmäßig schneidet die Bildschärfe
ab, die in den besten Momenten optimal aussieht, aber in einigen vereinzelten
Einstellungen stark abnimmt, ganz so als ob beim Animationsprozess der
Film unscharf belichtet wurde. Wahrscheinlich auch durch die Zeichentrick-Handarbeit
verursacht worden ist der manchmal etwas unruhige Bildstand. Das Grieseln
an den Kanten, was bei der ersten Season stark sichtbar war, wurde dagegen
fast eliminiert und ist nur noch mit der Lupe erkennbar. Die NTSC-PAL-Konvertierung
ist ohne Nebenwirkungen gelungen, und als Bonus sind keine der Folgen
mehr Interlaced codiert worden. Insgesamt haben diese vier DVDs aber eine
Bildqualität, die alle früheren VHS-Kassetten und TV-Ausstrahlungen
weit übertrifft - trotz aller Einschränkungen gibt es hier wirklich
nicht viel negatives zu berichten.
Leider scheinen zwei Folgen ("Bart vs. Thanksgiving" und "Lisa's
Substitute") einen Authoringfehler zu haben, der sich in rhythmisch
auftretendem Zeilenflimmern manifestiert. Zur Zeit ist noch nicht geklärt,
was diesen Fehler verursacht und ob Fox deswegen eine Neuauflage oder
Umtauschaktion durchführen wird.
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Ton
Dem Ton wurde wieder eine Generalüberholung in Dolby
Digital 5.1 verpaßt, von der man allerdings keine großen Wunder
erwarten sollte. Zwar ist dieser Remix vom ursprünglichen Mono-Ton
sehr natürlich und unaufdringlich geworden, aber die stark dialoglastige
Serie benötigt natürlich keine knallige Surroundabmischung.
Die Räumlichkeit wird hauptsächlich von der Musik erzeugt, die
sehr breit über die vordere
Soundstage gemischt wurde und von den Surroundkanälen unterstützt
wird. Stimmen und Geräusche beschränken sich meistens auf den
Center-Kanal und nur selten ist mal ein direktionaler Effekt zu hören.
Insgesamt fällt diese frontlastige Abmischung aber gar nicht negativ
auf, sondern paßt gut zum jeweiligen Geschehen. Außerdem ist
hier positiv anzumerken, daß Fox bei der englischen Fassung eine
Tonhöhenkorrektur gemacht hat und so die Auswirkungen vom PAL-Speedup
wieder rückgängig gemacht worden sind - das war bei der ersten
Seasonbox noch nicht so.
Die deutsche Tonspur ist mit der englischen weitgehend identisch, aber
um einiges lauter abgemischt worden und bietet keine Tonhöhenkorrektur.
Wie üblich kann ich an dieser Stelle nur von der deutschen Synchronfassung
abraten, die sprachlich und stimmlich nicht einmal ansatzweise an die
herrliche englische Tonspur heranreicht. Auch Englisch-Unkundige sollten
sich wegen des Klangs der Stimmen mit Hilfe der Untertitel an die Originalversion
heranwagen. Fox hat zum Glück diesmal die User-Prohibitions abgeschaltet,
so daß man nach Lust und Laune die Tonspuren und Untertitel auch
mit der Fernbedienung direkt umschalten kann.
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Menü & Specials
20th
Century Fox hat offenbar den Ruf der Fans gehört und der zweiten
Simpsons-Season mehr Bonusmaterial als der ersten spendiert. Neben einer
Fülle von Audiokommentaren sind diesmal nicht nur Minutenschnipsel
dabei, sondern richtig substantielle Sachen. Auch das Menüdesign
wurde aufgepeppt: vom Stil her immer noch ähnlich, aber jetzt bewegt
sich mehr. Eingeleitet von einem lustigen Drehscheibenspiel (das sich
mit der Menütaste auch umgehen läßt) sind die Menübildschirme
der einzelnen Folgen nicht vollständig, aber doch ein klein wenig
animiert.
Wer
die Audiokommentare von Matt Groening und seinem Produktionsteam
aus der ersten Simpsons- und Futurama-Staffel
kennt, weiß schon ungefähr auf was man sich hier gefaßt
machen muß. Mit (fast) schonungsloser Ehrlichkeit wird auf die Jugendsünden
der Simpsons zurückgeblickt und dabei so einiges aus dem Nähkästchen
geplaudert. Manchmal sind ein paar Pausen dabei, die aber durchaus verständlich
sind wenn für 22 Folgen mit über acht Stunden Laufzeit Kommentare
aufgenommen werden. Insgesamt lassen Matt Groening und sein Team aber
keine Langeweile aufkommen, so daß es sich wirklich lohnt alle Folgen
noch ein zweites Mal mit der Kommentarspur zu schauen.
Das restliche Bonusmaterial wurde komplett auf der vierten DVD untergebracht
und besteht zwar nur aus vorhandenem Material, das aber einige Überraschungen
in sich birgt.
Der
Simpsons-Auftritt bei den American Music Awards 1991 (2:19) geschah
nicht als Zeichentrick-Animation, sondern Barts Sprecherin Nancy Cartwright
wurde in eine große Bart-Puppe gesteckt und auf die Bühne geschickt.
Die ganze Sache macht einen ziemlich peinlichen und unbeholfenen Eindruck,
und man fragt sich warum das unbedingt mit auf dieser DVD sein muß
- beantwortet wird das in einem optionalem Audiokommentar von Matt Groening
und James L. Brooks, die auch nicht besonders begeistert von diesem PR-Stunt
sind, aber wenigstens noch drüber lachen können.
Die beiden Musikvideos Deep Deep Trouble (5:01) und Do the Bartman
(6:00) zu zwei Songs aus dem "Simpsons Sing the Blues"-Album
sind fast schon kurze Zeichentrick-Episoden und haben beide optionale
Audiokommentare von Matt Groening und dem jeweiligen Regisseur. Auch wenn
die Musik nicht jedermanns Fall sein dürfte, sind zumindest die Kommentare
eine sehr interessante Sache.
Drei
Butterfinger TV Commercials (1:26) sind als nächstes in der
Sammlung dran, die leider keinen Audiokommentar besitzen - aber in der
kurzen Zeit wäre auch nicht viel zu sagen gewesen. Ungeklärt
bleibt deshalb auch, ob diese Werbespots während der US-Ausstrahlung
der Simpson-Folgen zu sehen war - ein netter, sehr kreativer PR-Gag ist
es auf jeden Fall.
David Silverman on the "Creation of an Episode" (6:13)
ist das, worauf viele gewartet haben: der Chef-Animator erklärt anhand
eines Ausschnitts aus Treehouse of Horror wie eine Episode technisch
gemacht wird - vom ersten Zeichenstrich bis zur fertigen Folge.
In
der Emmy Awards Presentation (2:59) überreicht die Simpson-Familie
Ted Danson für Cheers die begehrte Trophäe - zum Glück
nicht in Form von Puppen, sondern als speziell für die Awards produzierten
Zeichentrick-Clip, was damals noch etwas ganz neues war. Perfekt in die
Show eingegliedert ist dies ein sehenswertes Zeitdokument.
Interview with Matt Groening and James L. Brooks (10:15) - Neben
David Silvermans technischen Ausführungen ist dieses mit Episoden-Ausschnitten
angereicherte Interview mit den beiden Simpsons-Machern ein weiterer Teil
des Bonusmaterials, in dem trotz der kurzen Laufzeit eine Menge Informationen
steckt.
Unter
dem Menüpunkt Art of the Simpsons sind einige Bildergallerien
zusammengefaßt. Es sind 19 Storyboards aus der Folge Bart
Gets an F und vier aus Bart vs. Thanksgiving abgebildet, die
leider nicht sehr gut gescannt wurden und ziemlich undeutlich sind. Besser
sehen dagegen die 38 Early Drawings and Sketches aus, durch die
man besonders im Vergleich zu den fertigen Versionen auf spannende Weise
stöbern kann. Abgerundet wird diese Abteilung durch 18 Magazine
Covers , die den vollen Umfang der damaligen Simpsons-Manie gut dokumentieren.
Die Foreign Language Clips zeigen einen anderthalb Minuten langen
Ausschnitt einer Folge in Französisch, Deutsch, Ungarisch, Portugiesisch
und Spanisch - es ist ganz interessant zu hören, daß nicht
nur in Deutschland die Synchronsprecher nichts taugen. Warum dieser Clip
aber fünfmal hintereinander und nicht einmal mit fünf Tonspuren
abgelegt wurde, ist unverständlich.
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