Allgemeines
Nach den Erlebnissen, die in Star
Trek II erzählt werden, trifft die Enterprise im Spacedock
ein, und dort erfahren Kirk und seine Besatzung, daß das zwanzig
Jahre alte Schiff eingemottet werden soll. Kirks Hoffnungen, den Genesis-Planeten
nochmals zu besuchen um seinen Freund Spock viellecht retten zu können,
werden dadurch entgültig zunichte gemacht. Aber dann kommt Spocks
Vater Sarek zu ihm und erklärt, daß nur Spocks Körper
tot ist, aber er seine Seele in einer Gedankenverschmelzung an Kirk übertragen
haben könnte - aber Sarek kann bei Kirk nichts finden. Bei einer
Überprüfung der Tricorderlogbücher stellt sich aber heraus,
daß Spock seine Seele an McCoy weitergegeben hat - der nun an der
vulkanischen Gedankenverschmelzung leidet und langsam, aber sicher verrückt
wird. Für Kirk gibt es nur einen Möglichkeit: nach Genesis zurückzukehren
um Spocks Körper zu retten. Aber das ist nicht so einfach, denn der
Planet wurde zur Sperrzone erklärt und die Enterprise liegt ausgemustert
im Spacedock. Mit Hilfe seiner Crew schafft es Kirk, das Schiff zu stehlen
und sich auf den Weg zum Genesis-Planeten zu machen, allen Verboten zu
trotz.
Währenddessen untersucht die USS Grissom unter der Leitung von Kirks
Sohn David den Genesis-Planeten und entdeckt dort eine Lebensform, die
sich als ein junger Vulkanier herausstellt. Gerade als David und Saavik
sich auf dem Planeten befinden, wird die Grissom von einem klingonischen
Schiff zerstört, dessen Captain hinter der gewaltigen Zerstörungskraft
der Genesis-Sonde her ist...
Nach dem unerwartet guten Start von Star Trek
II bekam Drehbuchautor Harve Bennett schon wenige Tage nach der Premiere
den Auftrag an einer Fortsetzung zu arbeiten. Allerdings stand Paramount
vor einem großen Problem, denn mit Leonard Nimoy verlor das neugewonnene
Zugpferd des Studios eins der wichtigsten Standbein. Der damalige Studio-Chef
Michael Eisner versuchte Nimoy zur Rückkehr zu bewegen, aber der
stellte eine Forderung, die zuerst als unerfüllbar abgetan wurde:
die Regie des neuen Films zu übernehmen. Nach ein paar anfänglichen
Kommunikationsschwierigkeiten einigten sich Michael Eisner und Leonard
Nimoy schließlich, und so führte zum ersten Mal ein Trek-Schauspieler
Regie bei einem Star Trek-Kinofilm. Natürlich waren Leonard Nimoys
Schauspieler-Kollegen nicht alle begeistert, daß sie plötzlich
von einem der ihren herumkommandiert werden sollten, aber letztendlich
erwies sich Leonard Nimoy als äußerst fähiger Regisseur,
der nach Star Trek III auch noch den nächsten Film in Szene
setzen sollte.
Die Story des Films ist komplexer, als man vom Titel her vermuten könnte,
denn es geht mitnichten nur um die Rückkehr von Spock. Die Verstrickungen
des Klingonen-Captain Kruge, die Beziehung von Kirk zu seinem Sohn und
zu Spock, der Zusammenhalt der Enterprise-Crew, die Fortsetzung der Genesis-Story
aus dem letzten Film und die vulkanische Mystik spielen alle eine große
Rolle, so daß der eigentliche Plot des Films fast nur noch als Rahmenhandlung
dient. Trotzdem sind die einzelnen Elemente so fest miteinander verbunden,
daß erst gar keine episodenhafte Atmosphäre entstehen kann.
Die Rollen der Hauptcharaktere wurden weiter ausgebaut, und in Star
Trek III hat jeder seine besondere Aufgabe, auch wenn sich der Plot
hauptsächlich auf Kirk und McCoy beschränkt. Scotty, Checkov,
Sulu und Uhura erhalten alle ihre besonderen Szenen. Spock ist sogar nur
ein paar Minuten am Ende zu sehen, aber der Zuschauer hat trotzdem niemals
das Gefühl, daß dies ein Film völlig ohne Spock ist.
Die neue Collector's Edition DVD von Star Trek III enthält
gegenüber den ersten beiden Filmen keine erweiterte Schnittfassung
und auch keine Deleted Scenes, was aber lediglich daran liegt daß
bei diesem Film praktisch alles gedrehte Material auch im fertigen Schnitt
verwendet wurde. Trotzdem lohnt sich die neue DVD wegen des Bonusmaterials,
denn Leonard Nimoy hat einen hervorragenden Audiokommentar aufgekommen
und die Dokumentationen sind auch nicht zu verachten. Wer sich jedoch
nicht für Extras interessiert, ist mit der früheren DVD auch
ganz gut bedient, da sich die neue Version in Bild- und Tonqualität
nur geringfügig unterscheidet.
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Bild
Im Gegensatz zur Director's Edition von Star
Trek II wurde hier der Transfer der alten DVD weiterverwendet. 1999
wurde ein neues Interpositiv von den Kameranegativen gezogen und von diesem
ein Highdef-Transfer gemacht, dabei wurde ein von Leonard Nimoy überwachter
Transfer von 1994 als Farbreferenz verwendet. Für die neue DVD wurde
das Digitalmaster lediglich noch einmal neu mit einer höheren Bitrate
komprimiert.
Die Filmvorlage ist in einem guten Zustand, wenn man das Alter des Films
bedenkt. Fussel und Kratzer wurden so weit wie möglich entfernt und
treten lediglich bei den Special-Effects leicht, aber nie wirklich störend
hervor. Die relativ starke Grundkörnigkeit des Filmmaterials ist
konstant sichtbar, wurde aber nicht herausgefiltert und stört wegen
der Gleichmäßigkeit nicht weiter. Die hervorragende Schärfe
des Transfers wurde mit einer saftigen Portion Edge Enhancement erkauft,
die sich jedoch hauptsächlich durch Doppelkanten am oberen und unteren
Bildschirmrand manifestiert, aber im Filmbild selbst nicht so stark auffällt.
Kontrast, Helligkeit und vor allem die Farben sind optimal ausbalanciert,
so daß für die Special-Edition kein erneuter Abgleich mehr
nötig war. Die Farben werden außerdem sehr stabil und unverschmiert
wiedergegeben, was besonders den rötlichen Szenen im Inneren des
Klingonenschiffs zugute kommt - diese Sequenzen waren in den früheren
Transfern fast bis zur Unkenntlichkeit verrauscht und sind hier das erste
Mal in einer fast ungewohnten Klarheit zu sehen.
Insgesamt ist die Bildqualität trotz des gleichen Quellmaterials
gegenüber der alten DVD durch die höhere Bitrate und die Verteilung
auf zwei Layer ein klein wenig besser geworden. Zwar kann der Transfer
das alter des Films nach wie vor nicht verbergen, aber den Umständen
entsprechend bleibt dies die beste Version von Star Trek III, die
man sich nur wünschen kann.
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Ton
Die ersten Pressemeldungen über die neue Star Trek
III Special-Edition kündigten eine neue Dolby-Digital-EX-Tonspur
an, aber dann wurde auch hier der alte 5.1-Mix übernommen. Dabei
verhält es sich hier genauso wie mit dem Transfer: warum etwas verbessern,
wenn es ohnehin schon gut ist?
Der 5.1-Mix wurde 1999 aus den 70mm-6-Track-Mastern gemischt, die ursprünglich
fünf Frontkanäle und einen Surroundkanal besaßen. Die
Aufteilung auf das heute übliche 3/2.1-Kanallayout ist nahtlos gelungen
und hört sich sehr natürlich an. Altersbedingt sind Frequenzgang
und Dynamik natürlich nicht so gut wie bei einem neueren Film, aber
die breite, raumfüllende Abmischung macht das wieder wett. Der Film
beginnt mit James Horners warm und voll klingender Musik, die auf die
vordere und hintere Soundstage verteilt wurde, ohne auf künstliche
Echoeffekte zurückzugreifen. Die Stimmen klingen manchmal etwas belegt,
sind aber immer gut verständlich. Ein richtiges Highlight sind dagegen
die Effekte, die hier nicht nur punktuell, sondern auch sehr clever als
leise Umgebungsgeräusche eingesetzt werden. Die Klangkulisse in vielen
ruhigen Szenen wirkt sehr realistisch und birgt einige Überraschungen
in sich. Nach einem Upmix hört sich diese Tonspur ganz und gar nicht
an.
Die ebenfalls vorhandene 2.0-Surround-Fassung ist der gleiche Kompatiblitäts-Downmix,
der auch schon auf der früheren DVD dabei war. Dieser ist etwas frontlastiger
und dünner als die 5.1-Spur, die man auf jeden Fall bevorzugen sollte.
Die französische 2.0-Surround-Tonspur wurde nicht remastered und
klingt auch dementsprechend schlecht.
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Bonusmaterial
Die Extras dieser DVD wurden von Marc Rance produziert,
der bei der Special-Edition von The Wrath of Khan schon gute Arbeit geleistet
hat - bis auf die entsetzlich schlechte Kameraführung, Beleuchtung
und Schnitt der Interviews, die sich hier leider fortsetzt. Obwohl alle
Interviews und Dokumentationen hier lobenswerterweise anamorph abgelegt
wurden, wirkt die Optik (aber nicht der Inhalt) einfach amateurhaft.
Auf der ersten Disc befindet sich der Audiokommentar mit Regisseur
Leonard Nimoy, Autor und Produzent Harve Bennett, Kameramann Charles Correll
und Schauspielerin Robin Curtis. Während Nimoys und Bennetts Kommentare
szenenspezifisch sind, wurden die anderen offenbar dem gleichen Interview-Material
entnommen, aus dem auch das Captain's Log zusammengestellt wurde.
Schlimm ist das nicht, denn obwohl auch Leonard Nimoy und Harve Bennett
nicht zusammen im Studio saßen, fügen sich die einzelnen Teile
zu einer sehr kompakten und nie langweilenden Kommentarspur zusammen.
Wer vermutet hat, daß Leonard Nimoys erster Audiokommentar langweilig
werden könnte, hat sich gründlich geirrt - der Regisseur und
Schauspieler ist genauso gesprächig wie in den Dokumentationen und
wird dabei von Harve Bennett kräftig unterstützt. In einer humorvollen
und sympathischen Art blicken die Filmemacher auf die nicht immer ganz
einfachen Dreharbeiten zurück und erzählen dabei so manche spannenden
und lustigen Anekdoten, die größtenteils auch Insidern noch
nicht geläufig sein dürften.
Der Textkommentar von Michael und Denise Okuda enthält wie
auf den ersten zwei Special-Edition-DVDs der Startrek-Filme wieder eine
unglaubliche Menge an Informationen, die von In-Jokes über Verbindungen
zu anderen TV-Serien und anderem wissenswerten Details über den Film
und Startrek allgemein reichen.
Captains Log (26:11) ist sozusagen das Making-Of des Films in Form
von Interviews mit Harve Bennett, William Shatner, Leonard Nimoy, Ralph
Winter, Christopher Lloyd und Robin Curtis. Nimoy und Bennett legen den
gleichen Charme wie im Audiokommentar an den Tag, und auch Produzent Ralph
Winter, Klingone Christopher Lloyd und Vulkanierin Robin Curtis haben
ausnahmslos gute Erinnerungen an die Dreharbeiten des Films und erzählen
mit viel Humor von ihren persönlichen Erfahrungen. Darunter sind
Nimoys Begegnungen mit dem damaligen Paramount-Boß Michael Eisner,
Harve Bennetts Überraschung wie schnell er als neuer Autor und Produzent
angeheuert wurde, ein überraschend schüchterner Christopher
Lloyd, der sich an seine kraftvolle Rolle als Klingone erinnert und eine
sehr sympatische und Robin Curtis, die mit dem Erbe einer Rolle zu kämpfen
hatte, die früher mit einer anderen Schauspielerin besetzt war.
Lediglich William Shatner legt eine unglaubliche Arroganz an den Tag,
indem er ausschließlich von sich selbst und seinen Heldentaten spricht
und seiner Abscheu gegenüber Leonard Nimoy freien Lauf läßt.
Shatner behauptet sogar, daß Nimoy seine Regiefähigkeiten nur
ihm zu verdanken hat, weil er ihn bei einer Folge von TJ Hooker Regie
führen ließ und ihm alles hätte erklären müssen!
Nach den Erinnerungen von William Shatner hat es in Star Trek III als
Mittelpunkt nur ihn gegeben - und während Leonard Nimoy Shatner's
Fähigkeiten ausdrücklich und aufrichtig würdigt, schießt
diese Interviewsammlung den Vogel ab, indem einem Statement von Shatner
von einer genau gegenteiligen (und glaubwürdigeren) Aussage von Nimoy
gefolgt wird.
Trotz der informativen und manchmal höchst amüsanten Interviews
bleibt ein Wermutstropfen bei dieser Dokumentation: niemand von den Schauspielern
der restlichen Enterprise-Crew kommt hier zu Wort - etwas, das bei den
zukünfigten Special-Edition-DVDs dringend geändert werden sollte.
The Star Trek Universe beherbergt vier einzelne Dokumentationen:
Space Docks and Birds of Prey (27:48) dreht sich um die Special
Effects, die von Designer Bill George, Modellbauer Steve Gawley und Kameramann
Scott Farrar erklärt werden. Das ist unzweifelhaft sehr interessant,
aber nach einer Viertelstunde beginnt es ziemlich langweilig zu werden
weil endlos von den Trickaufnahmen erzählt wird, man davon aber fast
überhaupt nichts zu sehen bekommt.
Speaking Klingon (21:03) ist eine Angelegenheit, bei der ich mir
nicht so ganz sicher bin, ob es ein Witz sein soll oder tatsächlich
ernst gemeint ist. Marc Okrand, der Erfinder der klingonischen Sprache
hält hier einen bierernsten, staubtrockenen Vortrag über seine
Kreation ab, der einem die Tränen in die Augen treibt. Dank der passenden
Szenerie, einem sehr sterilen Unterrichtsraum samt Tafel und allem drum
und dran, bekommt man hier den Eindruck einer richtigen Schulstunde oder
Vorlesung mit Professor Okrand. Inhaltlich wird dieses Featurette sehr
schnell langweilig, wenn man sich nicht gerade besonders für Sprachwissenschaften
interessiert. Mit etwas Auflockerung und Humor hätte man daraus viel
mehr machen können. Besonders irritiert hierbei, daß Marc Okrand
nie genau in die Kamera blickt und ein paar kurze Unterbrechungen durch
schlechte Jumpcuts entstehen.
Klingon and Vulcan Costumes (12:15) ist dagegen schon interessanter,
denn hier kommen Schmuckdesignerin Maggie Spak und Kostümgestalter
Robert Fletcher zu Wort und erzählen von vielen faszinierenden Details
der Kostüme und sonstigen Ausstattung, über die man sonst viel
zu schnell hinwegsieht. Der Zeitrahmen beschränkt sich hier nicht
nur auf die Produktion von Star Trek III, sondern reicht bis zum
ersten Film zurück und umfaßt auch die Designs der aktuellen
Produktion. Besonders faszinierend ist jedoch der Kontrast zwischen den
komplexen Uniformen der Klingonen und der einfachen Roben der Vulkanier,
auf deren Ursprünge hier detailliert eingegangen wird.
Terraforming and the Prime Directive (25:51) beschäftigt sich
mit Parallelen des Startrek-Universums mit der wirklichen Welt. Schriftsteller
David Brin, NASA-Wissenschaftler Chris McKay und Louis Friedman von der
Planetary Society stellen ernsthafte Überlegungen über die mögliche
Kolonisierung des Mars und den Kontakt zu Außerirdischen an. Was
hier innerhalb einer knappen halben Stunde erzählt wird, hätte
auch in zehn Minuten zusammengefaßt werden können ohne dabei
langweilig zu wirken. Mit dem Thema des Films hat diese "Dokumentation"
kaum etwas zu tun und wirkt hier völlig fehl am Platz - solch hochrangigen
Gelehrten hätte man schon etwas mehr zutrauen können, aber vielleicht
steckt hier auch nur der verzweifelte Versuch hinter, Star Trek wissenschaftliche
Anerkennung zu verschaffen.
Unter dem Menüpunkt Archives befinden sich die Bildergallerien
dieser DVD. Darunter sind unzählige Storyboards, die in die
Bereiche Main Titles, The Klingon Attack, Entering Spacedock, Search
for Life, Finding Spock, The Destruction of the Grissom, Stealing the
Enterprise, Self Destruct, Kirk fights Kruge und The Katra Ritual
eingeteilt sind und so einen beträchtlichen Teil des Films abdecken.
Weitere Photos befinden sich in den Abteilungen Production
und The Movie (jeweils 25 Bilder), die einen interessanten Blick
hinter die Kulissen und ein paar nette Promotionbilder bieten.
Außer dem anamorphen Trailer (1:08) mit Mono-Ton befindet
sich lobenswerterweise auch der Nemesis Teaser Trailer (1:34) mit
auf der DVD - leider nur in nicht anamorphem 1.85:1 mit 2.0-Surroundton.
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