Star Trek III Special Collector's Edition
Cover

00.00.2002

Titel Star Trek III - The Search for Spock
Studio Paramount Pictures (1984)
Hersteller Paramount Home Video (2002)
DVD-Typ 2x9 (6,36 & 7,44 GB) Bitrate ø 8,9 max. 9,5
Laufzeit 105 Minuten Kapitel 11
Regionalcode 1 (USA/Kanada) Case Alpha Doppel
Fernsehnorm NTSC
Bildformat 2.35:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround 448 kbit/s Englisch 2.0 Surround 192 kbit/s Englisch, Französisch, Kommentar
Untertitel Englisch, Kommentar
Freigabe MPAA PG / Canada PG
Extras Disc 1
• Commentary by Leonard Nimoy, Harve Bennett, Charles Correll and Robin Curtis
• Text commentary by Michael Okuda and Denise Okuda
• Captain's Log
Disc 2
• Captain's Log
• The Star Trek Universe
  • Space Docks and Birds of Prey
  • Speaking Klingon
  • Klingon and Vulcan Costumes
• Terraforming and the Prime Directive
• Archives: Storyboards & Photos
• Theatrical Trailer

Allgemeines

Nach den Erlebnissen, die in Star Trek II erzählt werden, trifft die Enterprise im Spacedock ein, und dort erfahren Kirk und seine Besatzung, daß das zwanzig Jahre alte Schiff eingemottet werden soll. Kirks Hoffnungen, den Genesis-Planeten nochmals zu besuchen um seinen Freund Spock viellecht retten zu können, werden dadurch entgültig zunichte gemacht. Aber dann kommt Spocks Vater Sarek zu ihm und erklärt, daß nur Spocks Körper tot ist, aber er seine Seele in einer Gedankenverschmelzung an Kirk übertragen haben könnte - aber Sarek kann bei Kirk nichts finden. Bei einer Überprüfung der Tricorderlogbücher stellt sich aber heraus, daß Spock seine Seele an McCoy weitergegeben hat - der nun an der vulkanischen Gedankenverschmelzung leidet und langsam, aber sicher verrückt wird. Für Kirk gibt es nur einen Möglichkeit: nach Genesis zurückzukehren um Spocks Körper zu retten. Aber das ist nicht so einfach, denn der Planet wurde zur Sperrzone erklärt und die Enterprise liegt ausgemustert im Spacedock. Mit Hilfe seiner Crew schafft es Kirk, das Schiff zu stehlen und sich auf den Weg zum Genesis-Planeten zu machen, allen Verboten zu trotz.
Währenddessen untersucht die USS Grissom unter der Leitung von Kirks Sohn David den Genesis-Planeten und entdeckt dort eine Lebensform, die sich als ein junger Vulkanier herausstellt. Gerade als David und Saavik sich auf dem Planeten befinden, wird die Grissom von einem klingonischen Schiff zerstört, dessen Captain hinter der gewaltigen Zerstörungskraft der Genesis-Sonde her ist...

Nach dem unerwartet guten Start von Star Trek II bekam Drehbuchautor Harve Bennett schon wenige Tage nach der Premiere den Auftrag an einer Fortsetzung zu arbeiten. Allerdings stand Paramount vor einem großen Problem, denn mit Leonard Nimoy verlor das neugewonnene Zugpferd des Studios eins der wichtigsten Standbein. Der damalige Studio-Chef Michael Eisner versuchte Nimoy zur Rückkehr zu bewegen, aber der stellte eine Forderung, die zuerst als unerfüllbar abgetan wurde: die Regie des neuen Films zu übernehmen. Nach ein paar anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten einigten sich Michael Eisner und Leonard Nimoy schließlich, und so führte zum ersten Mal ein Trek-Schauspieler Regie bei einem Star Trek-Kinofilm. Natürlich waren Leonard Nimoys Schauspieler-Kollegen nicht alle begeistert, daß sie plötzlich von einem der ihren herumkommandiert werden sollten, aber letztendlich erwies sich Leonard Nimoy als äußerst fähiger Regisseur, der nach Star Trek III auch noch den nächsten Film in Szene setzen sollte.

Die Story des Films ist komplexer, als man vom Titel her vermuten könnte, denn es geht mitnichten nur um die Rückkehr von Spock. Die Verstrickungen des Klingonen-Captain Kruge, die Beziehung von Kirk zu seinem Sohn und zu Spock, der Zusammenhalt der Enterprise-Crew, die Fortsetzung der Genesis-Story aus dem letzten Film und die vulkanische Mystik spielen alle eine große Rolle, so daß der eigentliche Plot des Films fast nur noch als Rahmenhandlung dient. Trotzdem sind die einzelnen Elemente so fest miteinander verbunden, daß erst gar keine episodenhafte Atmosphäre entstehen kann. Die Rollen der Hauptcharaktere wurden weiter ausgebaut, und in Star Trek III hat jeder seine besondere Aufgabe, auch wenn sich der Plot hauptsächlich auf Kirk und McCoy beschränkt. Scotty, Checkov, Sulu und Uhura erhalten alle ihre besonderen Szenen. Spock ist sogar nur ein paar Minuten am Ende zu sehen, aber der Zuschauer hat trotzdem niemals das Gefühl, daß dies ein Film völlig ohne Spock ist.

Die neue Collector's Edition DVD von Star Trek III enthält gegenüber den ersten beiden Filmen keine erweiterte Schnittfassung und auch keine Deleted Scenes, was aber lediglich daran liegt daß bei diesem Film praktisch alles gedrehte Material auch im fertigen Schnitt verwendet wurde. Trotzdem lohnt sich die neue DVD wegen des Bonusmaterials, denn Leonard Nimoy hat einen hervorragenden Audiokommentar aufgekommen und die Dokumentationen sind auch nicht zu verachten. Wer sich jedoch nicht für Extras interessiert, ist mit der früheren DVD auch ganz gut bedient, da sich die neue Version in Bild- und Tonqualität nur geringfügig unterscheidet.

Bild

Im Gegensatz zur Director's Edition von Star Trek II wurde hier der Transfer der alten DVD weiterverwendet. 1999 wurde ein neues Interpositiv von den Kameranegativen gezogen und von diesem ein Highdef-Transfer gemacht, dabei wurde ein von Leonard Nimoy überwachter Transfer von 1994 als Farbreferenz verwendet. Für die neue DVD wurde das Digitalmaster lediglich noch einmal neu mit einer höheren Bitrate komprimiert.

Die Filmvorlage ist in einem guten Zustand, wenn man das Alter des Films bedenkt. Fussel und Kratzer wurden so weit wie möglich entfernt und treten lediglich bei den Special-Effects leicht, aber nie wirklich störend hervor. Die relativ starke Grundkörnigkeit des Filmmaterials ist konstant sichtbar, wurde aber nicht herausgefiltert und stört wegen der Gleichmäßigkeit nicht weiter. Die hervorragende Schärfe des Transfers wurde mit einer saftigen Portion Edge Enhancement erkauft, die sich jedoch hauptsächlich durch Doppelkanten am oberen und unteren Bildschirmrand manifestiert, aber im Filmbild selbst nicht so stark auffällt. Kontrast, Helligkeit und vor allem die Farben sind optimal ausbalanciert, so daß für die Special-Edition kein erneuter Abgleich mehr nötig war. Die Farben werden außerdem sehr stabil und unverschmiert wiedergegeben, was besonders den rötlichen Szenen im Inneren des Klingonenschiffs zugute kommt - diese Sequenzen waren in den früheren Transfern fast bis zur Unkenntlichkeit verrauscht und sind hier das erste Mal in einer fast ungewohnten Klarheit zu sehen.

Insgesamt ist die Bildqualität trotz des gleichen Quellmaterials gegenüber der alten DVD durch die höhere Bitrate und die Verteilung auf zwei Layer ein klein wenig besser geworden. Zwar kann der Transfer das alter des Films nach wie vor nicht verbergen, aber den Umständen entsprechend bleibt dies die beste Version von Star Trek III, die man sich nur wünschen kann.

Ton

Die ersten Pressemeldungen über die neue Star Trek III Special-Edition kündigten eine neue Dolby-Digital-EX-Tonspur an, aber dann wurde auch hier der alte 5.1-Mix übernommen. Dabei verhält es sich hier genauso wie mit dem Transfer: warum etwas verbessern, wenn es ohnehin schon gut ist?

Der 5.1-Mix wurde 1999 aus den 70mm-6-Track-Mastern gemischt, die ursprünglich fünf Frontkanäle und einen Surroundkanal besaßen. Die Aufteilung auf das heute übliche 3/2.1-Kanallayout ist nahtlos gelungen und hört sich sehr natürlich an. Altersbedingt sind Frequenzgang und Dynamik natürlich nicht so gut wie bei einem neueren Film, aber die breite, raumfüllende Abmischung macht das wieder wett. Der Film beginnt mit James Horners warm und voll klingender Musik, die auf die vordere und hintere Soundstage verteilt wurde, ohne auf künstliche Echoeffekte zurückzugreifen. Die Stimmen klingen manchmal etwas belegt, sind aber immer gut verständlich. Ein richtiges Highlight sind dagegen die Effekte, die hier nicht nur punktuell, sondern auch sehr clever als leise Umgebungsgeräusche eingesetzt werden. Die Klangkulisse in vielen ruhigen Szenen wirkt sehr realistisch und birgt einige Überraschungen in sich. Nach einem Upmix hört sich diese Tonspur ganz und gar nicht an.

Die ebenfalls vorhandene 2.0-Surround-Fassung ist der gleiche Kompatiblitäts-Downmix, der auch schon auf der früheren DVD dabei war. Dieser ist etwas frontlastiger und dünner als die 5.1-Spur, die man auf jeden Fall bevorzugen sollte. Die französische 2.0-Surround-Tonspur wurde nicht remastered und klingt auch dementsprechend schlecht.

Bonusmaterial

Die Extras dieser DVD wurden von Marc Rance produziert, der bei der Special-Edition von The Wrath of Khan schon gute Arbeit geleistet hat - bis auf die entsetzlich schlechte Kameraführung, Beleuchtung und Schnitt der Interviews, die sich hier leider fortsetzt. Obwohl alle Interviews und Dokumentationen hier lobenswerterweise anamorph abgelegt wurden, wirkt die Optik (aber nicht der Inhalt) einfach amateurhaft.

Auf der ersten Disc befindet sich der Audiokommentar mit Regisseur Leonard Nimoy, Autor und Produzent Harve Bennett, Kameramann Charles Correll und Schauspielerin Robin Curtis. Während Nimoys und Bennetts Kommentare szenenspezifisch sind, wurden die anderen offenbar dem gleichen Interview-Material entnommen, aus dem auch das Captain's Log zusammengestellt wurde. Schlimm ist das nicht, denn obwohl auch Leonard Nimoy und Harve Bennett nicht zusammen im Studio saßen, fügen sich die einzelnen Teile zu einer sehr kompakten und nie langweilenden Kommentarspur zusammen.
Wer vermutet hat, daß Leonard Nimoys erster Audiokommentar langweilig werden könnte, hat sich gründlich geirrt - der Regisseur und Schauspieler ist genauso gesprächig wie in den Dokumentationen und wird dabei von Harve Bennett kräftig unterstützt. In einer humorvollen und sympathischen Art blicken die Filmemacher auf die nicht immer ganz einfachen Dreharbeiten zurück und erzählen dabei so manche spannenden und lustigen Anekdoten, die größtenteils auch Insidern noch nicht geläufig sein dürften.

Der Textkommentar von Michael und Denise Okuda enthält wie auf den ersten zwei Special-Edition-DVDs der Startrek-Filme wieder eine unglaubliche Menge an Informationen, die von In-Jokes über Verbindungen zu anderen TV-Serien und anderem wissenswerten Details über den Film und Startrek allgemein reichen.

Captains Log (26:11) ist sozusagen das Making-Of des Films in Form von Interviews mit Harve Bennett, William Shatner, Leonard Nimoy, Ralph Winter, Christopher Lloyd und Robin Curtis. Nimoy und Bennett legen den gleichen Charme wie im Audiokommentar an den Tag, und auch Produzent Ralph Winter, Klingone Christopher Lloyd und Vulkanierin Robin Curtis haben ausnahmslos gute Erinnerungen an die Dreharbeiten des Films und erzählen mit viel Humor von ihren persönlichen Erfahrungen. Darunter sind Nimoys Begegnungen mit dem damaligen Paramount-Boß Michael Eisner, Harve Bennetts Überraschung wie schnell er als neuer Autor und Produzent angeheuert wurde, ein überraschend schüchterner Christopher Lloyd, der sich an seine kraftvolle Rolle als Klingone erinnert und eine sehr sympatische und Robin Curtis, die mit dem Erbe einer Rolle zu kämpfen hatte, die früher mit einer anderen Schauspielerin besetzt war.
Lediglich William Shatner legt eine unglaubliche Arroganz an den Tag, indem er ausschließlich von sich selbst und seinen Heldentaten spricht und seiner Abscheu gegenüber Leonard Nimoy freien Lauf läßt. Shatner behauptet sogar, daß Nimoy seine Regiefähigkeiten nur ihm zu verdanken hat, weil er ihn bei einer Folge von TJ Hooker Regie führen ließ und ihm alles hätte erklären müssen! Nach den Erinnerungen von William Shatner hat es in Star Trek III als Mittelpunkt nur ihn gegeben - und während Leonard Nimoy Shatner's Fähigkeiten ausdrücklich und aufrichtig würdigt, schießt diese Interviewsammlung den Vogel ab, indem einem Statement von Shatner von einer genau gegenteiligen (und glaubwürdigeren) Aussage von Nimoy gefolgt wird.
Trotz der informativen und manchmal höchst amüsanten Interviews bleibt ein Wermutstropfen bei dieser Dokumentation: niemand von den Schauspielern der restlichen Enterprise-Crew kommt hier zu Wort - etwas, das bei den zukünfigten Special-Edition-DVDs dringend geändert werden sollte.

The Star Trek Universe beherbergt vier einzelne Dokumentationen:

Space Docks and Birds of Prey (27:48) dreht sich um die Special Effects, die von Designer Bill George, Modellbauer Steve Gawley und Kameramann Scott Farrar erklärt werden. Das ist unzweifelhaft sehr interessant, aber nach einer Viertelstunde beginnt es ziemlich langweilig zu werden weil endlos von den Trickaufnahmen erzählt wird, man davon aber fast überhaupt nichts zu sehen bekommt.

Speaking Klingon (21:03) ist eine Angelegenheit, bei der ich mir nicht so ganz sicher bin, ob es ein Witz sein soll oder tatsächlich ernst gemeint ist. Marc Okrand, der Erfinder der klingonischen Sprache hält hier einen bierernsten, staubtrockenen Vortrag über seine Kreation ab, der einem die Tränen in die Augen treibt. Dank der passenden Szenerie, einem sehr sterilen Unterrichtsraum samt Tafel und allem drum und dran, bekommt man hier den Eindruck einer richtigen Schulstunde oder Vorlesung mit Professor Okrand. Inhaltlich wird dieses Featurette sehr schnell langweilig, wenn man sich nicht gerade besonders für Sprachwissenschaften interessiert. Mit etwas Auflockerung und Humor hätte man daraus viel mehr machen können. Besonders irritiert hierbei, daß Marc Okrand nie genau in die Kamera blickt und ein paar kurze Unterbrechungen durch schlechte Jumpcuts entstehen.

Klingon and Vulcan Costumes
(12:15) ist dagegen schon interessanter, denn hier kommen Schmuckdesignerin Maggie Spak und Kostümgestalter Robert Fletcher zu Wort und erzählen von vielen faszinierenden Details der Kostüme und sonstigen Ausstattung, über die man sonst viel zu schnell hinwegsieht. Der Zeitrahmen beschränkt sich hier nicht nur auf die Produktion von Star Trek III, sondern reicht bis zum ersten Film zurück und umfaßt auch die Designs der aktuellen Produktion. Besonders faszinierend ist jedoch der Kontrast zwischen den komplexen Uniformen der Klingonen und der einfachen Roben der Vulkanier, auf deren Ursprünge hier detailliert eingegangen wird.

Terraforming and the Prime Directive (25:51) beschäftigt sich mit Parallelen des Startrek-Universums mit der wirklichen Welt. Schriftsteller David Brin, NASA-Wissenschaftler Chris McKay und Louis Friedman von der Planetary Society stellen ernsthafte Überlegungen über die mögliche Kolonisierung des Mars und den Kontakt zu Außerirdischen an. Was hier innerhalb einer knappen halben Stunde erzählt wird, hätte auch in zehn Minuten zusammengefaßt werden können ohne dabei langweilig zu wirken. Mit dem Thema des Films hat diese "Dokumentation" kaum etwas zu tun und wirkt hier völlig fehl am Platz - solch hochrangigen Gelehrten hätte man schon etwas mehr zutrauen können, aber vielleicht steckt hier auch nur der verzweifelte Versuch hinter, Star Trek wissenschaftliche Anerkennung zu verschaffen.

Unter dem Menüpunkt Archives befinden sich die Bildergallerien dieser DVD. Darunter sind unzählige Storyboards, die in die Bereiche Main Titles, The Klingon Attack, Entering Spacedock, Search for Life, Finding Spock, The Destruction of the Grissom, Stealing the Enterprise, Self Destruct, Kirk fights Kruge und The Katra Ritual eingeteilt sind und so einen beträchtlichen Teil des Films abdecken. Weitere Photos befinden sich in den Abteilungen Production und The Movie (jeweils 25 Bilder), die einen interessanten Blick hinter die Kulissen und ein paar nette Promotionbilder bieten.

Außer dem anamorphen Trailer (1:08) mit Mono-Ton befindet sich lobenswerterweise auch der Nemesis Teaser Trailer (1:34) mit auf der DVD - leider nur in nicht anamorphem 1.85:1 mit 2.0-Surroundton.







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