Mallrats
Cover

17.07.2002

Titel Mallrats
Studio Universal / View Askew / Alphaville / Gramercy (1995)
Hersteller Universal Home Video (1999)
DVD-Typ 9 (7,78 GB) Bitrate ø 6,62 max. 9,0
Laufzeit 96 Minuten Kapitel 18
Regionalcode 1 (USA/Kanada) Case Amaray I
Fernsehnorm NTSC
Bildformat 1.85:1 16:9 yes
Tonspuren Dolby Digital 5.1 Surround 384 kbit/s Englisch 2.0 Surround 192 kbit/s Französisch, Kommentar
Untertitel Englisch
Freigabe MPAA R
Extras • Feature commentary with director Kevin Smith, cast members Ben Affleck, Jason Lee and Jason Mewes, producer Scott Mosier and Vincent Pereira
• Over one hour of deleted scenes
• Live foorate from the feature commentary session
• Featurette
• Theatrical Trailer
• MCA Soundtrack Presentation: The Goops "Build me up Buttercup
• Production Photographs

Allgemeines

They're not here to shop. They're not here to work. They're just there. Brodie (Jason Lee) und sein Kumpel T.S. (Jeremy London) haben beide gleichzeitig das Vergnügen, von ihren Freundinnen verlassen worden zu sein. Und was macht ein richtiger Kerl, um sich von diesem Schmerz zu erlösen? Genau! Man geht ins nächste Einkaufszentrum - nicht um einzukaufen, sondern um dort herumzuhängen. Genau dies tun T.S. und Brodie, aber ihre Probleme laufen ihnen nach...

Mallrats wird oft als der schlechteste Film von Kevin Smith angesehen - eigentlich zu unrecht, denn im Vergleich zum Vorgänger Clerks kann sich Mallrats sehr gut behaupten. Nach seinem Low-Budget-Debüt muß sich Kevin Smith mit über sechs Millionen Dollar für Mallrats wie im siebten Himmel gefühlt haben, aber es ist ihm nicht zu Kopf gestiegen. Ein scharfzüngiges, überraschend komplexes Drehbuch, handfeste Charaktere, die durch gut ausgewählte Schauspieler verkörpert werden und Kevin Smith's noch etwas holperige, aber im Vergleich zu Clerks enorm verbesserte Regie machen aus Mallrats einen riesigen Spaß und eine herrliche Fortsetzung des ViewAskewniverse. Besonderen Tiefgang wie in Clerks, Chasing Amy und Dogma fällt hier unter den Tisch, stattdessen bekommt man etwas zu sehen, was Kevin Smith selbst eine Hommage an Filme von John Landis und John Huges nennt. Einigen Kevin-Smith-Kennern mag das genauso wie Jay & Silent Bob strike Back nicht so sehr gefallen, aber ich finde daß Mallrats sich nahtlos in die anderen ViewAskew-Filme einreiht, wenn man sich nur gut unterhalten lassen möchte.

Universals Mallrats Collector's Edition hat 1999 einige Kinnladen herunterklappen lassen - eine solch gut ausgestattete DVD hatte man bis dahin nur selten erlebt. In Europa und Australien gibt es leider nur eine extralose DVD, von der man dringend abraten sollte - das spektakuläre Bonusmaterial der RC1 sollte man auf keinen Fall verpassen.

Bild

Auf 35mm-Filmmaterial gedreht bietet Mallrats ein viel besseren und polierteren Look als Clerks, der mit seiner monotonen 16mm-Schwarzweiß-Photographie ein dagegen geradezu dreckiges Aussehen hat. Universals Transfer von Mallrats hat für 1999 eine sensationelle Bildqualität, die den Ansprüchen von 2002 bis auf ein paar Ausnahmen recht gut standhält. Die Filmvorlage hat hier und da ein paar kleinere Dropouts und gelegentlich ist auch etwas Körnigkeit sichtbar. Die Schärfe ist auf einem mittleren Niveau und wird nur durch die Auflösung des Filmmaterials begrenzt - mehr kann man davon nicht erwarten. Farben, Helligkeit und Kontrast sind gut ausgeglichen und die Kompression läßt sich auch nichts zuschulden kommen lassen. Einzig das etwas digitale Aussehen des Transfers, der wahrscheinlich durch eine leichte nachträgliche Aufschärfung entstanden ist, fällt etwas negativ auf.

Ton

Die englische Tonspur macht eine Menge Spaß, das muß man Universal schon lassen. Ursprünglich im Kino nur mit DTS-Ton ausgestattet, ist hier davon keine Spur zu finden - dafür gibts aber eine sehr knackige Dolby Digital 5.1-Tonspur. Mallrats ist eigentlich ein sehr dialoglastiger Film, aber deshalb beschränkt sich der Ton mitnichten auf den Center-Lautsprecher - die Musik (sowohl die Songs als auch die Score) ist raumfüllend abgemischt worden, und die Surroundkanäle werden auch für gelegentlichen Effekte und Umgebugsgeräusche eingesetzt. Eine gut ausgeglichene Tonspur, die für die Zwecke des Films fast schon ein wenig zu übermütig erscheint. Leider ist die Umschaltung der Tonspuren über die Fernbedienung blockiert worden, was aber damals bei fast allen Universal-Titeln so war.

Menü & Specials

Willkommen zu einer weiteren ViewAskew-DVD-Special-Edition!... könnte man fast sagen. Tatsächlich handelt es sich um das erste DVD-exklusive Bonusmaterial, das Kevin Smith und seine ViewAskew-Crew zusammengestellt haben. Die Vorgänger waren natürlich die Laserdiscs von Clerks und Chasing Amy, die es auch als DVDs gibt. Der Unterschied ist jedoch gering, aber Mallrats hat ein paar interessante Sachen mehr als die früheren DVDs und LDs zu bieten und hat 1999 die Messlatte für eine Special-Edition um einiges nach oben gesetzt.

Die Menüs sind teilweise animiert und mit Musik unterlegt worden. Das Design sieht auch heute noch überraschend gut aus, wenn da nicht die häßlichen bunten Knöpfe wären, die man einige Zeit lang in jedem Universal-Menü sehen konnte. Lobenswerterweise sind die Menüs anamorph - etwas seltenes bei ViewAskew-DVDs.

Der Audiokommentar mit Kevin Smith, Ben Affleck, Jason Lee, Jason Mewes, Scott Mosier und Vincent Pereira gehört zu den witzigsten und interessantesten, die je aufgenommen wurden - inklusive der Kommentare der anderen Kevin-Smith-Filme! Es passier ja selten einmal, daß eine Kommentarspur noch lustiger als der Film selbst ist, aber genau das ist hier fast der Fall. Das erstaunliche dabei ist, daß trotz der ganzen Blödelei und dem scheinbaren Durcheinander eine Unmenge an Anekdoten und anderem erzählt werden. Das ist aber noch nicht alles, denn diese DVD leistet mit einem ganz besonderen Feature Pionierarbeit: während der Audiokommentar läuft, kann man an einigen Stellen per Knopfdruck zu einem Videokommentar umschalten, der die ViewAskew-Jungs bei live bei der Aufnahme des Kommentars zeigt. Damit man weiß, wo diese Stellen sind, wird bei aktiviertem Videokommentar ein kleines Mallrats-Symbol eingeblendet, wenn es etwas zu sehen gibt.

Insgesamt eine Stunde an Deleted Scenes sind hier vorhanden, eingeleitet und kommentiert von Kevin Smith. Es sind nicht nur kurze Szenen dabei, sondern auch ein kompletter Handlungssstrang, der auf Drängen des Studios herausgeschnitten und neu gedreht wurde und praktisch den halben Film ausmacht. Köstliches Material, das zu unrecht rausgeworfen wurde - leider hat es mit der Technik von 1999 noch nicht für eine DVD mit Seamless Branching gereicht. Möglicherweise war das auch gar nicht mehr möglich, weil die herausgeschnittenen Sequenzen nur noch in der hier vorhandenen Arbeitskopie existieren. Das Bild ist zwar Widescreen, hat aber nur etwa VHS-Qualität und ist nicht farbkorrigiert worden. Leider stören auch die dick und fett eingeblendeten Timecodes, aber trotzdem wird mit dieser DVD der Begriff Deleted Scenes ganz neu definiert.


View Askew's Look back at Mallrats ist ein zwanzigminütiges Featurette, in dem Kevin Smith und Co nach drei Jahren eine Bilanz über Mallrats ziehen und dabei ziemlich viel Selbstkritik üben. Kevin Smith ist schnell dabei seine Fehler einzugestehen und erkennt, was er gerne besser gemacht hätte. Alles im allen ein ziemlich tiefgründiger, aber natürlich auch humorvoller Rückblick.

Unter dem Punkt MCA Soundtrack Presentations verbirgt sich ein kleiner Trailer für den Mallrats-Soundtrack und ein sehr witziges Musikvideo, in dem Jay & Silent Bob demonstrieren wie man am besten so ein Video dreht. Eigentlich handelt es sich dabei aber um eine sehr sarkastische Satire auf die schon 1995 immer verrückter gewordenen Musikvideos im MTV-Stil.

Die Production Notes sind 1:1 aus dem Booklet übernommen worden, sind aber auch hier in den Texttafeln sehr deutlich zu lesen. Die Cast&Crew-Übersicht ist ebenfalls umfangreich und sehr detailliert. Last, but not least enthält diese DVD natürlich auch noch den Kinotrailer, der wie bei Kevin Smith üblich durchaus sehenswert ist.

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