Allgemeines
They're not here to shop. They're not here to work. They're
just there. Brodie (Jason Lee) und sein Kumpel T.S. (Jeremy London)
haben beide gleichzeitig das Vergnügen, von ihren Freundinnen verlassen
worden zu sein. Und was macht ein richtiger Kerl, um sich von diesem Schmerz
zu erlösen? Genau! Man geht ins nächste Einkaufszentrum - nicht
um einzukaufen, sondern um dort herumzuhängen. Genau dies tun T.S.
und Brodie, aber ihre Probleme laufen ihnen nach...
Mallrats wird oft als der schlechteste Film von Kevin Smith angesehen
- eigentlich zu unrecht, denn im Vergleich zum Vorgänger Clerks
kann sich Mallrats sehr gut behaupten. Nach seinem Low-Budget-Debüt
muß sich Kevin Smith mit über sechs Millionen Dollar für
Mallrats wie im siebten Himmel gefühlt haben, aber es ist
ihm nicht zu Kopf gestiegen. Ein scharfzüngiges, überraschend
komplexes Drehbuch, handfeste Charaktere, die durch gut ausgewählte
Schauspieler verkörpert werden und Kevin Smith's noch etwas holperige,
aber im Vergleich zu Clerks enorm verbesserte
Regie machen aus Mallrats einen riesigen Spaß und eine herrliche
Fortsetzung des ViewAskewniverse. Besonderen Tiefgang wie in Clerks,
Chasing Amy und Dogma fällt hier unter
den Tisch, stattdessen bekommt man etwas zu sehen, was Kevin Smith selbst
eine Hommage an Filme von John Landis und John Huges nennt. Einigen Kevin-Smith-Kennern
mag das genauso wie Jay & Silent Bob strike Back nicht so sehr gefallen,
aber ich finde daß Mallrats sich nahtlos in die anderen ViewAskew-Filme
einreiht, wenn man sich nur gut unterhalten lassen möchte.
Universals Mallrats Collector's Edition hat 1999 einige Kinnladen
herunterklappen lassen - eine solch gut ausgestattete DVD hatte man bis
dahin nur selten erlebt. In Europa und Australien gibt es leider
nur eine extralose DVD, von der man dringend abraten sollte - das spektakuläre
Bonusmaterial der RC1 sollte man auf keinen Fall verpassen.
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Bild
Auf 35mm-Filmmaterial gedreht bietet Mallrats ein
viel besseren und polierteren Look als Clerks, der mit seiner monotonen
16mm-Schwarzweiß-Photographie ein dagegen geradezu dreckiges Aussehen
hat. Universals Transfer von Mallrats hat für 1999 eine sensationelle
Bildqualität, die den Ansprüchen von 2002 bis auf ein paar Ausnahmen
recht gut standhält. Die Filmvorlage hat hier und da ein paar kleinere
Dropouts und gelegentlich ist auch etwas Körnigkeit sichtbar. Die
Schärfe ist auf einem mittleren Niveau und wird nur durch die Auflösung
des Filmmaterials begrenzt - mehr kann man davon nicht erwarten. Farben,
Helligkeit und Kontrast sind gut ausgeglichen und die Kompression läßt
sich auch nichts zuschulden kommen lassen. Einzig das etwas digitale Aussehen
des Transfers, der wahrscheinlich durch eine leichte nachträgliche
Aufschärfung entstanden ist, fällt etwas negativ auf.
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Ton
Die englische Tonspur macht eine Menge Spaß, das
muß man Universal schon lassen. Ursprünglich im Kino nur mit
DTS-Ton ausgestattet, ist hier davon keine Spur zu finden - dafür
gibts aber eine sehr knackige Dolby Digital 5.1-Tonspur. Mallrats
ist eigentlich ein sehr dialoglastiger Film, aber deshalb beschränkt
sich der Ton mitnichten auf den Center-Lautsprecher - die Musik (sowohl
die Songs als auch die Score) ist raumfüllend abgemischt worden,
und die Surroundkanäle werden auch für gelegentlichen Effekte
und Umgebugsgeräusche eingesetzt. Eine gut ausgeglichene Tonspur,
die für die Zwecke des Films fast schon ein wenig zu übermütig
erscheint. Leider ist die Umschaltung der Tonspuren über die Fernbedienung
blockiert worden, was aber damals bei fast allen Universal-Titeln so war.
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Menü & Specials
Willkommen zu einer weiteren ViewAskew-DVD-Special-Edition!...
könnte man fast sagen. Tatsächlich handelt es sich um das erste
DVD-exklusive Bonusmaterial, das Kevin Smith und seine ViewAskew-Crew
zusammengestellt haben. Die Vorgänger waren natürlich die Laserdiscs
von Clerks und Chasing
Amy, die es auch als DVDs gibt. Der Unterschied ist jedoch gering,
aber Mallrats hat ein paar interessante Sachen mehr als die früheren
DVDs und LDs zu bieten und hat 1999 die Messlatte für eine Special-Edition
um einiges nach oben gesetzt.
Die Menüs sind teilweise animiert und mit Musik unterlegt worden.
Das Design sieht auch heute noch überraschend gut aus, wenn da nicht
die häßlichen bunten Knöpfe wären, die man einige
Zeit lang in jedem Universal-Menü sehen konnte. Lobenswerterweise
sind die Menüs anamorph - etwas seltenes bei ViewAskew-DVDs.
Der Audiokommentar mit Kevin Smith, Ben Affleck, Jason Lee, Jason
Mewes, Scott Mosier und Vincent Pereira gehört zu den witzigsten
und interessantesten, die je aufgenommen wurden - inklusive der Kommentare
der anderen Kevin-Smith-Filme! Es passier ja selten einmal, daß
eine Kommentarspur noch lustiger als der Film selbst ist, aber genau das
ist hier fast der Fall. Das erstaunliche dabei ist, daß trotz der
ganzen Blödelei und dem scheinbaren Durcheinander eine Unmenge an
Anekdoten und anderem erzählt werden. Das ist aber noch nicht alles,
denn diese DVD leistet mit einem ganz besonderen Feature Pionierarbeit:
während der Audiokommentar läuft, kann man an einigen Stellen
per Knopfdruck zu einem Videokommentar umschalten, der die ViewAskew-Jungs
bei live bei der Aufnahme des Kommentars zeigt. Damit man weiß,
wo diese Stellen sind, wird bei aktiviertem Videokommentar ein kleines
Mallrats-Symbol eingeblendet, wenn es etwas zu sehen gibt.
Insgesamt eine Stunde an Deleted Scenes sind hier vorhanden, eingeleitet
und kommentiert von Kevin Smith. Es sind nicht nur kurze Szenen dabei,
sondern auch ein kompletter Handlungssstrang, der auf Drängen des
Studios herausgeschnitten und neu gedreht wurde und praktisch den halben
Film ausmacht. Köstliches Material, das zu unrecht rausgeworfen wurde
- leider hat es mit der Technik von 1999 noch nicht für eine DVD
mit Seamless Branching gereicht. Möglicherweise war das auch gar
nicht mehr möglich, weil die herausgeschnittenen Sequenzen nur noch
in der hier vorhandenen Arbeitskopie existieren. Das Bild ist zwar Widescreen,
hat aber nur etwa VHS-Qualität und ist nicht farbkorrigiert worden.
Leider stören auch die dick und fett eingeblendeten Timecodes, aber
trotzdem wird mit dieser DVD der Begriff Deleted Scenes ganz neu definiert.
View Askew's Look back at Mallrats ist ein zwanzigminütiges
Featurette, in dem Kevin Smith und Co nach drei Jahren eine Bilanz über
Mallrats ziehen und dabei ziemlich viel Selbstkritik üben. Kevin
Smith ist schnell dabei seine Fehler einzugestehen und erkennt, was er
gerne besser gemacht hätte. Alles im allen ein ziemlich tiefgründiger,
aber natürlich auch humorvoller Rückblick.
Unter dem Punkt MCA Soundtrack Presentations verbirgt sich ein
kleiner Trailer für den Mallrats-Soundtrack und ein sehr witziges
Musikvideo, in dem Jay & Silent Bob demonstrieren wie man am besten
so ein Video dreht. Eigentlich handelt es sich dabei aber um eine sehr
sarkastische Satire auf die schon 1995 immer verrückter gewordenen
Musikvideos im MTV-Stil.
Die Production Notes sind 1:1 aus dem Booklet übernommen worden,
sind aber auch hier in den Texttafeln sehr deutlich zu lesen. Die Cast&Crew-Übersicht
ist ebenfalls umfangreich und sehr detailliert. Last, but not least enthält
diese DVD natürlich auch noch den Kinotrailer, der wie bei
Kevin Smith üblich durchaus sehenswert ist.
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