Clerks
Cover

17.07.2002

Titel Clerks
Studio Miramax (1994)
Hersteller Miramax Home Video / Alliance Atlantis (1998)
DVD-Typ 9 (5,34 GB) Bitrate ø 6,24 max. 9,0
Laufzeit 91 Minuten Kapitel 19
Regionalcode 1 (Kanada) Case Amaray I
Fernsehnorm NTSC
Bildformat 1.85:1 16:9 no
Tonspuren Dolby Digital 2.0 Surround 192 kbit/s Englisch, Kommentar
Untertitel Englisch
Freigabe Canadian Home Video Rating 18
Extras • Audio Commentary by Director Kevin Smith and Members of the Cast and Crew
• Deleted Scenes with Introduction by Kevin Smith
• Alternate Ending
• Soul Asylum Music Video
• Theatrical Trailer

Allgemeines

"I'm not even supposed to be here today!" - Dante Hicks hat eigentlich schon gestern den ganzen Tag gearbeitet, aber er wird schon am nächsten Morgen nach einem nächtlichen Draufmacher von seinem Boß aus dem Bett geklingelt. Zu groggy um sich eine gute Entschuldigung einfallen zu lassen, bleibt ihm nichts anderes übrig bei seinem Job als Kassierer in einem kleinen Quickstop-Supermarkt anzutreten. Nichts böses ahnend erwischt es Dante gleich von der ersten Minute an, und der Rest des Tages entwickelt sich für ihn zur Hölle auf Erden. Probleme mit seiner Freundin werden vom Auftauchen seiner Ex-Freundin unterbrochen, sein Kumpel Randall hängt mehr im Quickstop herum als in der Videothek, wo er eigentlich hinter der Kasse stehen sollte, ein Ausflug zu einer Totenfeier entwickelt sich zum Desaster, das anstehende Hockeyspiel wird aufs Dach des Ladens verlegt und vor dem Shop lungern zwei dubiose Typen namens Jay und Silent Bob herum - da sind nervige Kunden nur ein nebensächliches Problem für Dante.

Mit frechen Dialogen in minimalistischer Kulisse gelang es Filmemacher Kevin Smith 1994 das erste mal auf sich Aufmerksam zu machen. Etwas wie Clerks hatte es bis dahin noch nicht gegeben und sorgte vor allem wegen der damals als geradezu versaut angesehenen Themen und Texte für Gesprächsstoff. Gedreht an "Originalschauplätzen" (hauptsächlich in dem Laden, in dem Kevin Smith damals selbst arbeitete) und finanziert durch Smith's Kreditkarten, müssen die Filmemacher und Schauspieler schon großes Vertrauen in ihre Fähigkeiten gesetzt haben. Das Ergebnis aus diesem Experiment ist zu einem Klassiker des Independent-Films und dem Grundstein für Kevin Smiths kleines Filmuniversum namens Askewniverse geworden, dessen Bewohner seine nächsten Filme Mallrats, Chasing Amy, Dogma und Jay & Silent Bob strike back bevölkern werden.

Die Miramax Collector's Edition DVD ist zur Zeit die einzige akzeptable DVD des Films und ist nur in den USA erschienen. Obwohl schon vier Jahre alt und damit praktisch aus der DVD-Anfangszeit, hat diese Disc alles zu bieten was eine Special-Edition ausmacht. Allerdings handelt es sich hier um eine 1:1-Portierung der 1995 erschienen Laserdisc, die aber schon für sich hervorragend ausgestattet war und als Vorlage für diese DVD bestens geeignet ist. Zum zehnjährigen Jubiläum 2004 ist eine neue Clerks-DVD mit einer langen Dokumentation und neuem Transfer geplant - bis dahin ist diese DVD auf jeden Fall einen Kauf wert.

Bild

Kevin Smith drehte Clerks aus finanziellen Gründen mit den einfachsten Mitteln - einer einzigen 16mm-Kamera und schwarzweißem Filmmaterial. Deswegen ist die Bildqualität dieser DVD natürlich nicht mit einem für Millionen von Dollar (Clerks kostete $25.000) gedrehten Hollywoodfilm vergleichbar, aber den Umständen entsprechend kann man aber doch ganz zufrieden sein.
Leider wurde hier Recycling betrieben: der Transfer stammt von der Laserdisc und ist deshalb nicht anamorph. Allerdings tut dies hier kaum etwas zur Sache, da durch die begrenzte Auflösung des 16mm-Films mit 16:9-Unterstützung sowieso die Schärfe nicht hätte verbessert werden können. Obwohl Clerks ursprünglich in 1.33:1 gedreht wurde, hatten Kevin Smith und sein Kameramann David Klein offenbar schon an ein breiteres Format gedacht, denn das auf 1.85:1 gemattete Bild dieser DVD sieht viel mehr nach Kino aus und schneidet keine wichtigen Bildteile ab. Die Filmvorlage ist bis auf ein paar kleinere Beschädigungen intakt, aber bei vielen Schnitten gibt es einen kleinen Ruck, der wohl durch unsaubere Klebestellen verursacht wurde. Erwartungsgemäß ist die Körnigkeit des Filmmaterials überdeutlich sichtbar und es wurde erst gar kein Versuch unternommen etwas daran zu ändern. So sieht 16mm einfach aus, und genau so hat Clerks immer ausgesehen. Die Schärfe ist so gut, wie man es von einer solchen Filmvorlage erwarten kann, Kontrast und Helligkeit sind auch einigermaßengut ausgeglichen.
Da dieser Transfer wahrscheinlich von einem 35mm-Blowup des 16mm-Originals gemacht wurde, könnte man die Bildqualität eigentlich nur verbessern, indem man als Quelle direkt das Kameranegativ nimmt - die Gelegenheit dazu bietet die 2004 erscheinende 10th Anniversary Collection, die dann vielleicht auch eine 1.33:1 und eine 1.85:1-Version enthalten könnte. Bis dahin ist die Miramax Collector's Edition die beste Art, sich Clerks anzuschauen.

Ton

Genauso unspektakulär wie das Bild ist der Ton. Natürlich wurden alle Dialoge und Geräusche direkt auf dem Set aufgenommen und sind im Film praktisch unverändert zu hören. Hier darf man keine Wunder erwarten, aber trotzdem ist alles ziemlich gut verständlich und hat auch keine allzuschlechte Qualität. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Mono-Tonspur, die durch Stereo-Musik ergänzt wurde, denn die Songs wurden erst lange nach den Dreharbeiten während Postproduktion eingefügt. Obwohl im Abspann als Dolby Stereo deklariert, ensteht bei dieser DVD der Raumklang ausschließlich durch die Musik, die sich bei einigen Stücken nicht nur auf die vordere Soundstage beschränkt. Diese Tonspur erledigt einfach nur ihren Job, mehr sollte man hier auch gar nicht erwarten.

Menü & Specials

Die Gestaltung der Menüs bedient sich bei verschiedenen Elementen des Werbematerials und verbindet gekonnt die schwarzweiße Öde des Films mit den bunten Schriftzügen - da macht es auch nichts aus, daß davon gar nichts animiert wurde.

Das Bonusmaterial wurde genauso wie der Transfer komplett von der 1995er Laserdisc übernommen - was nicht schlimm ist, ganz im Gegenteil: es wäre eine Schande gewesen, wenn Miramax das nicht so gemacht hätte. Sämtliches Bonusmaterial wird von einer gesprochenen Einleitung von Kevin Smith begleitet.

Der Audiokommentar ist schon fast wieder eine filmhistorisches Zeitdokument, denn er wurde 1995 auf dem Set von Mallrats aufgenommen - da gab es die DVD gerade mal auf dem Papier. Kevin Smith, Scott Mosier, Brian O'Halloran, Walter Flannagan, Vincent Pereira, Malcom Ingram und der nicht mehr ganz nüchterne Jason Mewes sind hier in einer Art von organisiertem Chaos zu hören, das einerseits viele Informationen bietet, aber auch sehr frech und witzig sein kann. Trotz der rudimentären Aufnahmetechnik (ein Mikrofon wird herumgereicht und dementsprechend ist manches nur schwer zu verstehen) macht diese Kommentarspur eine Menge Spaß. Hiermit haben die ViewAskewnianer dem Begriff Audiokommentar eine ganz neue Bedeutung gegeben!

Obwohl der Trailer nicht von Kevin Smith selbst zusammengeschnitten wurde, ist er besonders von ihm begeistert - verständlicherweise, denn dieser Trailer schafft es die Quintessenz des Films in nur zwei Minuten perfekt auf den Punkt zu bringen.

Das vierminütige Alternative Ende ist ziemlich schockierend und paßt nicht so recht zur sonstigen Stimmung des Films - Kevin Smith wurde zum Glück überredet, diese Version nicht zu verwenden.

Deleted Scenes sind inzwischen ein fester Bestandteil jeder DVD eines Kevin-Smith-Films und haben ihren Ursprung in diese ersten Sammlung von sechs Szenen aus Clerks, die zusammen lediglich eine Viertelstunde lang sind.

Das vierminütige Musikvideo wurde von Kevin Smith selbst gedreht und spielt innerhalb des ViewAskewniversum: die Band Soul Asylum spielt gegen die Charaktere des Films auf dem Dach des Ladens Hockey. Eine sehr witzige Inszenierung, die zudem einen farbigen Blick auf die Clerks-Szenerie bietet.

Etwas Eigenwerbung ist bei Miramax unvermeidbar, deshalb wurden im Bonusmaterial auch noch die Film Recommendations untergebracht.


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