Jahresübersicht 2003
Studios DVDs
2003 hat es gute DVDs geradezu geregnet - es war ein richtig tolles Jahr für Filmliebhaber, denn die Studios haben noch nie so viele Klassiker aus den Archiven hervorgekramt oder alte DVDs in verbesserten Neuauflagen herausgebracht. Zum ersten Mal hat man das Gefühl, daß die Anzahl der älteren Filme diesmal größer ist als die der aktuelleren Filme. Die Studiolandschaft hat sich nicht sehr verändert, allerdings zeigen einige Firmen beunruhigende Tendenzen, besonders was die Veröffentlichung von DVDs mit falschem Bildformat angeht - die Schlacht zwischen Widescreen und Pan&Scan scheint immer noch nicht vorbei zu sein, vielleicht fängt sie auch gerade erst an. Allerdings muß man sagen, daß die meisten Studios sich enorm verbessert haben.
Und noch der übliche Disclaimer: diese Übersicht ist eine ganz persönliche und subjektive Sammlung meiner DVD-Favoriten des Jahres. Vieles habe ich absichtlich weggelassen, entweder weil ich nichts damit anfangen konnte oder auch nur weil die Liste sonst viel zu lang geworden wäre. Aus diesem Grund habe ich dieses Jahr auch die Unterkategorien abgeschafft und mich nur auf die Studios und Filme konzentriert. Wieder habe ich die DVDs alphabetisch sortiert - eine Rangliste will ich hier nicht aufstellen und auch keine einzelne DVD als beste des Jahres krönen.
Studios

Columbia-Tristar

... war dieses Jahr nicht besonders ergiebig, es sei denn man findet gefallen an den vielen Billig-Filmen, die überraschenderweise in Region 1 und 2 von Columbia erschienen sind. Zudem zeigt Columbia in den USA die beunruhigende Tendenz, Neuauflagen älterer DVDs plötzlich als Pan&Scan, manchmal sogar als "Special Edition" bezeichnet, herauszubringen. Wirkliche Highlights gab es bei Columbia daher 2003 selten, aber zumindest in Europa erschien endlich nach langer Zeit der Neil-Simon-Klassiker Murder by Death und Woody Allens Manhattan Murder Mystery - und letztendlich auch eine vernünftige Version von Monty Python's Life of Brian, die zwar nur ein Extra der edlen Criterion-Ausgabe enthält, aber dafür mit einem besseren Transfer aufwarten kann.

Universal

... hat 2003 den kompletten Europa-Vertrieb seiner DVDs von Columbia-Tristar übernommen und begonnen, die älteren DVDs mit leicht geänderten Covern, aber mit gleichem Inhalt wiederzuveröffentlichen - von Neuauflagen kann man da kaum sprechen, aber wenigstens sind diese DVDs nicht im Rechtedschungel verschwunden. Außerdem hat Universal begonnen einige Klassiker in Europa herauszubringen, im Fall einiger der besseren Doris-Day-Filme wie Pillow Talk sogar mit besseren Transfern als in den USA. Weitere Highlights des Jahres waren die gegenüber den USA enorm vorgezogene Veröffentlichung von Johnny English und natürlich die neue Special-Edition von Monty Python's Meaning of Life, die zwar in den USA mit einem bösen Bild-Authoringfehler herauskam, aber dafür noch im November auch mit gleicher Ausstattung in Deutschland zuhaben war. Auf jeden Fall kann man Universal besonders in Europa eine deutliche Verbesserung bescheinigen.

20th Century Fox

... hat seine Versprechen gehalten und in Europa die letzten beiden Staffeln von Matt Groenings Futurama herausgebracht - nach dem Abschuss der Serie von Fox in den USA bestand da schon Gefahr, daß auch die DVDs nicht mehr herauskommen könnten. Mit den Simpsons hat sich Fox wieder auf die faule Haut gelegt und dieses jahr wieder nur eine Season, die dritte, veröffentlicht - diesmal in den USA zwei Monate früher als in Europa. Auch hierzulande ist endlich die Marylin-Monroe-Collection als Einzel-DVDs erschienen. Ein weiter bemerkenswerter Klassiker von Fox ist Journey to the Center of the Earth, der dieses Jahr sogar in Europa nur kurze Zeit nach der US-DVD kam. In den USA hat Fox wieder seine Studio Classics-Linie weitergeführt, darunter auch der Scienfe-Fiction-Klassiker The Day the Earth Stood Still in einer fantastischen Special-Edition erschienen, die leider in Europa nur als abgespeckte Version ohne die hervorragende Dokumentation veröffentlicht wurde. Dafür hat Fox die deutschen DVD-Käufer mit den fehlenden drei Mel-Brooks-Filmen Silent Movie, High Anxiety und To be or not to be überrascht, die zwar extralos sínd, aber mit guten Transfern und Tonspuren ausgestattet wurden. Mit 20 Century Fox ist es immer noch eine gemischte Sache, aber in letzter Zeit hat sich das Studio wirklich verbessert und keine groben Ärgernisse mehr geliefert.

MGM

... hat sowohl in Europa als auch in den USA mehr faszinierende Überraschungen als die meisten anderen Studios parat. Schon anfang des Jahres erschien in Europa eine beeindruckende Special-Edition von A Fish caalled Wanda, die bis zum Jahresende aber in Region 1 noch nicht einmal angekündigt wurde. Auch Die Another Day, der 20. James-Bond-Film, erschien in Deutschland und England einen Monat vor dem US-Termin und hatte sogar noch eine Europa-Exklusive Dokumentation zu bieten. Dafür erschienen nur in Regíon 1 im Sommer gleich vier lang vermisste Billy-Wilder-Filme in anständiger Qualität, die nur von der luxuriös ausgestatteten West Side Story Special-Edition übertroffen wurden, die nicht nur in den USA, sondern pünktlich zum Weihnachtsgeschäft mit der gleichen Ausstattung, inklusive Scriptbuch, auch in Deutschland erschien. Im Sommer erschien in Deutschland die sagenumwobene Pink-Panther-Box, im Frühjahr John Sturges "The Hallelujah Trail" mit einem besseren anamorphen Transfer als in den USA. Wenn es ein Studio gibt, was dieses Jahr wirklich zugelegt hat, dann ist es MGM.

Paramount

... war dieses jahr wieder ganz auf Star Trek ausgerichtet, denn in den USA und Europa erschienen über das ganze Jahr verteilt alle sieben Staffeln von Deep Space Nine und die neuen Special-Editions von Star Trek IV und V und die Neuveröffentlichung des letzten Kinofilms Nemesis. Aber Star Trek, einige langersehnte Katalogtitel wie I.Q. oder die Special-Editions der Jack-Ryan-Filme sind nur verhältnismäßig klein gegen den ultimativen DVD-Coup des Jahres: Ende Oktober erschien die Indiana-Jones-Trilogie - mehr braucht man dazu nicht mehr zu sagen. Ein weiterer Coup ist die restaurierte Fassung von Once Upon a Time in the West, hierzulande besser bekannt als Spiel mir das Lied vom Tod - mit gestochen scharfem Bild, einer knackigen 5.1-Tonspur und höchst interessantem Dokumentarmaterial hat Paramount eine der besten DVDs des Jahres damit geschaffen.

Warner

... konnte sich dieses Jahr mit dem Harry-Potter-Franchise und der Fortsetzung von Matrix wieder einmal die Kassen füllen, und auch die Veröffentlichung der Lord of the Rings-Filme in Deutschland in Lizenz von NewLine dürfen Warner 2003 finanziell ganz gut auf die Sprünge geholfen haben. Ansonsten war mit Warner in diesem Jahr nicht soviel los - in Deutschland erschienen mit Formicula, High Society oder What's up, Doc einige seltene Klassiker, aber mehr bemerkenswertes auch nicht. Im Dezember hatte Warner mit der Miss-Marple-Box eine potentielle Überraschung in der Tasche, die sich aber letztendlich teilweise als enttäuschend herausgestellt hat, da alte TV-Transfer mit nicht ganz korrektem Bildformat recycelt wurden. Positiv ist bei Warner in Europa die langsame Abschaffung der Snapper-Cases auch bei eigenen Veröffentlichungen zu vermelden, ansonsten war das Studio weltweit dieses Jahr allerhöchstens Durchschnittlich.

Dreamworks

... hat mein DVD-Regal dieses Jahr mit keinem einzigen Titel beehrt, weil das Studio erstmal kaum etwas herausgebracht hat und das dann auch noch uninteressant war. Vom Zeichentrickfilm "Sinbad" hatte hier in Deutschland kaum jemand etwas gehört, und als die DVD dann hier in den Läden lag hielt sie jeder für eine billige Videoproduktion, die schnell in der Kinderabteilung einsortiert wurde. An Realfilmen war nur Steven Spielbergs schnell vergessener "Catch me if you can" zu haben, ansonsten herrschte weitgehende Funkstille.

Disney

... ist in dieser Jahresübersicht das erste mal mit dabei - nicht weil ich plötzlich zum Disney-Zeichentrick-Gucker geworden bin, sondern weil das Studio inklusive seiner Tochterfirmen wie Touchstone Pictures tatsächlich einige sehr gute DVDs von seinen besten Filmen herausgebracht hat. Jeder wird bei Disney natürlich dieses Jahr an den Pixar-CGI-Film Finding Nemo denken, bei dem das Studio es glatt geschafft hatte die US-DVD noch vor dem deutschen Kinostart herauszubringen. Das hat aber trotz riesigem finanziellem Erfolg weder Film noch DVD zum wirklichen Highlight gemacht - gegen die fantastischen Special-Editions von 20000 Leagues under the Sea, The Love Bug oder Who Framed Roger Rabbit kann da Finding Nemo nicht ankommen. Ein verdienter Erfolg kam aber im Dezember noch schnell daher: eine schicke Special-Edition vom überraschungserfolg Pirates of the Caribbean. In Deutschland enttäuscht Disney jedoch immer wieder: was in den USA eine edle Doppel-DVD war wird hierzulande eingeschrumpft und auf die kindergerechten Extras reduziert - so ist es mit 20000 Meilen unter dem Meer und Who Framed Roger Rabbit passiert. Unter dem Banner von Touchstone brachte Disneys Vertrieb BuenaVista eine beträchtliche Anzahl von älteren Katalogtiteln heraus, wie zum Beispiel einige Bette-Midler-Filme, Barry Levinsons Tin Men oder auch endlich Kirk Douglas' und Burt Lancasters späte Komödie Tough Guys.

BBC

... hat in England in diesem Jahr begonnen kräftig aus allen Bereichen des riesigen Archivs DVDs zu veröffentlichen. Gleich zwei weitere Staffeln der köstlichen SF-Sitcom Red Dwarf sind mit erstklassiger Ausstattung erschienen, und die berühmte John LeCarre-Verfilmung Tinker Tailor Soldier Spy ist nun auch als DVD zu haben. Am erfreulichsten ist jedoch die Veröffentlichung Michael-Palin-Dokumentationen In 80 Days Around the World und Sahara mit Aussicht, daß die dazu gehörigen Pole to Pole und Full Circle nächstes Jahr folgen werden.

Kinowelt

... hatte ich schon im letzten Jahr nach der Insolvenz des Mutterkonzerns und der damit verbundenen Schlammschlacht auf Wiedersehen gesagt und lag damit gar nicht so falsch. Zwar hat Kinowelt dieses Jahr einige DVDs veröffentlicht, von denen mich persönlich aber nur zwei von Interesse waren: Murder on the Orient Express und der letzte Asterix-Film Asterix in America, von denen Kinowelt letztes Jahr noch behauptet hat keine Rechte an ihnen zu besitzen. Beide DVDs sind den Umständen entsprechen in Ordnung, aber wie immer bleibt bei Kinowelt ein bitterer Nachgeschmack, daß ein anderes Studio es hätte besser machen können.

Koch Media

... war bisher nur als Billigvertrieb von CDs und Computerspielen bekannt und stieg erst im Herbst diesen Jahres auch in den DVD-Markt ein, von der aber niemand mehr erwartete als billig gemachte DVDs auf unterstem Niveau - eine Einschätzung, die völlig falsch war! Koch Medias DVD-Einstand war ein dickes 8-DVD-Boxset der britischen Serie "The Persuaders" mit Roger Moore und Tony Curtis, die hier in Deutschland mit der berühmten Blödelsynchro unter dem Titel "Die Zwei" zu sehen war. Überraschenderweise wurde diese Box nicht nur mit den in England wundervoll restaurierten Transfern, sondern auch deutschem und englischen Ton und ein paar kleinen Extras ausgestattet - eine bemerkenswerte Leistung. Weitere DVD-Veröffentlichung von Koch Media sind nicht minder beeindruckend - alte Filmklassiker im Originalformat mit Originalton. Hier kann man sicher noch einiges erwarten.

DVDs

20000 Leagues under the Sea - Disney (R1)

Lange Zeit war Disneys erster großer Realfilm in keiner vernünftigen Version fürs Heimkino zu bekommen, aber nun hat sich das Studio mit der Maus auf die Hinterbeine gesetzt und eine fantastische DVD des Films herausgebracht. Der restaurierte Transfer, der das volle 2.55:1-Cinemascope-Originalformat wiederherstellt, ist nicht nur für einen Film dieses Alters hervorragend gelungen, und auch die von den 4-Track-Magnetmastern gemischte neue 5.1-Tonspur kann beeindrucken. Das ist aber noch nicht alles, denn die als "Vault Series" geplante und letztendlich als "Special Edition" erschienene DVD enthält eine fantastische Auswahl an Bonusmaterial, dessen Higlights eine fast zweistündige Dokumentation und einem Audiokommentar von Regisseur Richard Fleischer sind und noch eine Menge bieten. Man bekommt nur selten einen Film dieses Alters mit solch einer guten Ausstattung und vor allen Dingen in einer so guten Qualität zu sehen. Leider ist die deutsche Ausgabe der DVD nur ein blasser Abklatsch der amerikanischen Special-Edition, da sie um die meisten der essentiellen Extras erleichtert wurde. [Noch keine Kritik]

The Beatles Anthology - EMI/Apple (R1/R2)

Die erste offizielle Filmbiographie der Beatles war 1995 nicht nur ein fast zehnstündiges Mammutwerk, sondern auch eine einzigartige Sammlung von noch nie vorher veröffentlichtem Material über die wohl berühmteste Popband der Geschichte. Bestehend aus aus zahllosen Clips in Form von TV-Mitschnitten, Filmaufnahmen, Pressekonferenzen, Promotionfilmen und anderem und natürlich den Interviews wurde vollständig auf auf ein dramatisches Voiceover verzichtet. In Deutschland war die Beatles Anthology nur ein einziges Mal in einer stark gekürzten Fassung im Fernsehen zu sehen und erst später in einer teuren VHS-Kassettenbox komplett veröffentlicht. Eine DVD-Veröffentlichung war seit Stunde Null des Mediums im Gespräch, aber dazu kam es erst im Frühjahr 2003 - genauer gesagt am ersten April, aber ein Aprilscherz ist die Beatles Anthology DVD-Box keinesfalls: sie enthält alle acht ungeschnittenen Episoden sind auf vier DVDs untergebracht und werden von einer fünften Disc mit einigem höchst interessantem Bonusmaterial begleitet. Die wirkliche Sensation, die 5.1-Neuabmischung der Tonspuren, erwies sich allerdings als Enttäuschung - was aber im Prinzip gar nichts ausmacht, denn neben den neu gemischten 5.1-Spuren in Dolby Digital und DTS wurden die DVDs auch mit dem ursprünglichen 2.0-Surround-Ton als PCM-Spur ausgestattet, die viel natürlicher als die anderen Fassungen klingt. Dieses Set lohnt sich nicht nur für hartgesottene Beatles-Fans. [Vollständige DVD-Kritik]

Billy Wilder - MGM & Paramount (R1)

Billy Wilder war bis zu diesem Jahr auf DVD noch höchst unterrepräsentiert, aber erst veröffentlichte Paramount den Klassiker Sunset Boulevard und dann zog MGM mit gleich vier Wilder-Filmen nach, die zwar bis auf zwei lobenswerte Ausnahme keine Extras, aber eine entsprechend gute Bildqualität bieten: Für The Private Life of Sherlock Holmes wurden die schon legendären Extras der US-Laserdisc ausgegraben und ergänzt, und Kiss Me, Stupid enthält eine interessante Deleted Scene. Natürlich haben alle Filme eine den Umständen entsprechend ordentliche Bildqualität, und die Tonspuren wurde zwar im ursprünglichen Mono belassen, klingen deshalb aber nicht schlecht. Sunset Boulevard hat von Paramount eine Special-Edition-Ausstattung bekommen und ist auch die einzige der DVDs, die schon in Deutschland zu haben ist. [DVD-Kritiken: One Two Three & The Private Life of Sherlock Holmes]

The Day the Earth stood still - 20th Century Fox (R1)

Langsam hat sich 20th Century Fox an seine Klassiker herangetraut und 2003 eine Reihe von DVDs unter dem Banner Studio Classics herausgebracht. Eine von diesen DVDs ist Robert Wises früher Science-Fiction-Film The Day the Earth stood still, für den Fox nichts anderes machen mußte als die 1995 entstandene Laserdisc-Special-Edition zu übernehmen. Dort war schon alles drin, was zu einer guten DVD gehört: eine siebzigminütige Dokumentation, eine sehr informative Kommentarspur von Robert Wise und noch ein paar andere Sachen. Für die wurde nur noch eine Restauration durchgeführt, die zwar den Film nicht wie nagelneu, aber den Umständen entsprechend hervorragend aussehen läßt. Lediglich die auf Stereo aufgeblasene Tonspur klingt nicht wirklich gut, aber zum Glück hat Fox die ursprüngliche Mono-Fassung auch mit auf die DVD gepackt. The Day The Earth Stood Still wurde zu einer ganz bemerkenswerten DVD, die in Europa leider wieder einmal um die Hälfte der Extras beraubt wurde, denn bei der R2-Ausgabe wurde einfach die lange Dokumentation weggelassen. [Noch keine Kritik ]

Die another Day - MGM (R2)

Vor zwei Jahren war die Vervollständigung der James-Bond-Collection eins der größten DVD-Ereignisse des Jahres, das dieses Jahr durch den zwanzigsten Bond-Film weitergeführt wurde. Für Die another Day hat sich MGM ganz ordentlich ins Zeug gelegt und ein tolles 2-DVD-Set produziert, das svon Qualität und Ausstattung her den alten Bond-DVDs problemlos gewachsen ist und sogar noch übertrifft. John Cork, der für die Extras von fast allen Bond-DVDs verantwortlich war, hat seinen Platz diesmal an Charles de Laurizika abgegeben, was aber kaum auffällt. Die Ausstattung ist reichhaltig: neben gleich zwei Kommentarspuren – eine mit Regisseur Lee Tamahori und Produzent Michael G.Wilson, und eine zweite mit Pierce Brosnan und Rosamund Pike. Dazu kommt eine brechend volle zweite DVD mit zwei ausführlichen Dokumentationen – eine davon exklusiv auf der europäischen Veröffentlichung zu sehen – und einer ganzen Menge mehr an Extras, deren Aufzählung den Rahmen hier sprengen würde. Die Another Day markiert eine neue Generation von Bond-DVDs, die sich ganz auf die Tradition der alten DVDs stützt und sie noch durch einige sehr gute neue Ideen erweitert. [Noch keine Kritik ]

Ed Wood - Touchstone (R2)

Text Tim Burtons Semi-Biografie über den schlechtesten Regisseur aller Zeiten gehörte auch lange Zeit zu den wichtigsten Filmen, die als DVD noch gefehlt hatten - aber Buena Vista hat sich dieses Jahr endlich erbarmt und den Film in Region 2 endlich veröffentlicht. Nach ersten Berichten sollte es zuerst eine extralose DVD werden, aber schließlich wurde es doch eine sehr nette Special-Edition, dessen Highlight ein teils aus Interviews und teils aus einem szenenspezifischen Teil zusammengestellter Audiokommentar ist, der schon alleine eine riesige Menge von Informationen enthält. Außerdem enthält die DVD fünf kurze Dokumentationen und ein Musikvideo zum Film - das mag etwas dünn aussehen, aber es gibt daran nichts auszusetzen. Auch der Transfer ist gut gelungen und gibt den schwarzweißen Film perfekt und natürlich wieder, und die 5.1-Tonspuren sorgen vor allem dafür, daß die Filmmusik wirklich gut klingt. Einen Nachteil hatte die frühe Veröffentlichung in Region 2 dennoch: die für Frühjahr 2004 angekündigte US-DVD soll als zusätzliche Extras angeblich auch Deleted Scenes enthalten, die in der europäischen Ausgabe nicht dabei sind. [DVD-Kritik]

A Fish Called Wanda (Special Edition) - MGM (R2)

Eine der ersten DVDs, die MGM in kompletter Eigenregie Anfang des Jahres in Europa herausbrachte war eine erstaunliche Special-Edition von A Fish Called Wanda, den es zuvor nur als extralose Ausgabe mit nicht besonders gutem Transfer gab. Nun hat MGM alles was es über diesen mittlerweile zum britischen Komödien-Klassiker gewordenen Film gibt hervorgekramt und auch noch einige neue Sachen dazugepackt – zum Beispiel eine neue Kommentarspur von John Cleese, eine neue Dokumentation von John Cork und noch einiges mehr. An Archivmaterial gibt es eine ältere, aber nicht schechtetere Dokumentation über die Dreharbeiten und fast eine halbe Stunde Deleted Scenes. Der alte Letterbox-Transfer wurde durch eine neue, viel besser aussehende anamorphe Version ersetzt, und die Tonspuren wurden auch erfolgreich in 5.1-Versionen umgewandelt. Zusammen mit dem netten Slipcase, in dem das Amaray-Case steckt handelt es sich hier schlicht und einfach um die DVD, die A Fish called Wanda schon seit langem verdient hat. [DVD-Kritik]

Futurama Season 3 & 4- 20th Century Fox (R2)

Auch die letzten vierzig Folgen von Matt Groenings köstlicher SF-Parodie-Zeichentrickserie gibt es nun als DVD – vorerst nur in England, denn die Veröffentlichung der vierten Staffel wird sich in Deutschland noch bis ins nächste Jahr verzögern. Auf den britischen DVDs ist zwar kein deutscher Ton, aber auf den kann man gerade bei Futurama getrost verzichten und hat dann nicht nur vierzig Episoden, sondern auch mehr als vierzig urkomische Kommentarspuren mit Matt Groening und seinem Team, Deleted Scenes zu fast jeder Folge und viele andere Extras. Wie immer ist die Bild- und Tonqualität absolut makellos und läßt keine Wünsche übrig. Diese DVDs haben einen ungewöhnlich hohen Unterhaltungswert, mit einer Box ist man sicher mehr als nur ein paar Tage lang beschäftig. Schade, daß Fox die Serie abgesetzt hat und nun kein Nachschub mehr kommen wird… [DVD-Kritken Season 3 / Season 4]

The Hallelujah Trail - MGM (R2)

John Sturges zweieinhalbstündiges Western-Komödien-Spektakel war bisher nur in den USA als halbherzige DVD mit recyceltem Laserdisc-Transfer, aber guter Tonspur zu haben. Die im Frühjahr 2003 und schon einige Monate vorher in England erschienene R2-Ausgabe bietet dagegen überraschenderweise einen völlig neuen anamorphen Transfer, der zwar auch nicht das volle 70mm-Ultra-Panavision-Bild zeigt, aber dafür eine enorm verbesserte Bildqualität gegenüber der nicht-anamorphen, schrecklich aussehenden US-DVD hat. Auch die Tonspuren können begeistern: der englische 5.1-Remix der US-DVD wurde übernommen und sogar die deutsche Synchronfassung, die ausnahmsweise noch ein richtges kleines Meisterwerk ist, auch in 5.1 abgemischt - und klingt sogar genauso gut wie die englische Fassung. Es wurde sogar eine Tonhöhenkorrektur bei allen Tonspuren gemacht, was die europäische DVD von The Hallelujah Trail die amerikanische Version vollständig überrundet. Trotz der fehlenden Extras ist dies eine bemerkenswerte DVD, mit der der Film erst so richtig Spaß macht. [DVD-Kritik]

I.Q. - Paramount (R1)

Völlig extralos, nicht einmal mit einem Trailer bestückt ist Paramounts neue DVD von I.Q., einer liebenswerten Komödie mit Walter Matthau in einer Glanzrolle als Albert Einstein und Meg Ryan und Tim Robbins als von ihm zu verkuppelndes Paar. Was hat jetzt so eine 08/15-DVD in der Liste der besten DVDs des Jahres zu suchen? Vom technischen Standpunkt her eigentlich gar nichts, aber bei I.Q. geht es mir viel mehr um den Film selbst, der lange Zeit nur als Fullscreen-VHS-Kassette zu haben war und zwischendurch auch mal ganz von der Bildfläche verschwand. Zwar war die VHS-Version noch akzeptabel, aber seinen richtigen Charme kann der Film erst in seinem Original-Bildformat entfalten. So macht die DVD trotz der völligen Abwesenheit von Bonusmaterial eine Menge Spaß, auch wenn die Bildqualität wegen der Super35-Filmvorlage nicht so ganz optimal ist. Hauptsache Widescreen, Hauptsache Originalton - und wer unbedingt deutsche Untertitel oder sogar den deutschen Ton brauchen sollte (wovon ich nur stark abraten kann!), kann sich auch die für Januar 2004 angekündigte deutsche DVD anschaffen. [DVD-Kritik]

Indiana Jones Trilogy - Paramount (R1/R2)

Eine der langerwartesten DVD-Veröffentlichung der letzten Jahre ist unbestritten die Indiana-Jones-Trilogie, die sehr hohen Erwartungen gerecht werden mußte. Manche hatten sogar so hohe Ansprüche, daß sie die endlich im November erschienene Box in Grund und Boden schimpften - völlig zu unrecht, denn Parmount und Lucasfilm haben damit eine der feinsten DVD-Veröffentlichungen des Jahres auf die Beine gestellt. Die von Lowry Digital restaurierten Filme sehen wieder wie neu aus und haben nur ganz wenige altersbedingte Einschränkungen, die Neuabmischung der Tonspuren ist auch sehr gut gelungen. Die Extras sind zwar gegenüber anderen Superduper-Special-Editions geradezu konventionell ausgefallen, aber in einer hervorragenden zweistündigen Dokumentation von Laurent Bouzereau und einigen Featurettes wird alles über die Filme gesagt, was es über sie zu sagen gibt. Ob das nun wirklich die DVDs des Jahres sind, sei dahingestellt - aber sie sind zweifellos sehr gut gelungen - da hat sich das lange Warten wirklich gelohnt.

The Love Bug (Special Edition) - Disney (R1/R2)

Auch Disney hat sich dieses Jahr ins Zeug gelegt und einen der echten Realfilm-Klassiker aus den sechziger Jahren endlich als ausgewachsene Special-Edition herausgebracht - zuvor gab es den Film nur als lieblose DVD mit matschigem Fullframe-Transfer. Dem Film mit dem VW-Käfer wurde ein neuer anamorpher Transfer, eine aufgepeppte Tonspur und eine Menge Bonusmaterial spendiert - darunter ausführliche Dokumentationen und eine Kommentarspur mit den drei Hauptdarstellern und noch so einiges mehr. Genauso wie 20000 Leagues under the Sea war diese DVD auch als Vault Series geplant und hat sogar das entsprechende Menü auf der zweiten DVD, wurde dann aber doch als "Special Edition" vermarktet - was am hervorragenden Inhalt aber überhaupt nichts ändert. Diese DVD hat Disney sogar mit sämtlichem Bonusmaterial auch in Europa veröffentlicht - und dazu auch gleich noch die anderen drei Herbie-Filme, diese allerdings extralos und mit nicht-anamorphen Transfern, aber wenigstens in Widescreen und mit Originalton. Eigentlich hat auch nur der erste Film ein solches Deluxe-Treatment verdient, und immerhin erfährt man in den Dokumentationen der neuen Special-Edition auch etwas über die Fortsetzungen.

Monty Python's Life of Brian - Columbia-Tristar (R2)

Letztes Jahr hat Columbia-Tristar Europa mit der 1:1-Umsetzung von Monty Python and the Holy Grail überrascht, einer DVD die schon Ende 2001 in den USA erschien. Dieses Jahr ist es Life of Brian, der hierzulande wegen seiner überdurchschnittlich gut gelungenen Synchronfassung oft als DVD gewünscht wird, denn die hervorragende Criterion-DVD des Films hat natürlich "nur“ den Originalton. Die neue Columbia-Version muß zwar auf die essentiellen Extras der Criterion verzichten, bringt aber zumindest die 50-minütige Dokumentation mit. Eine Überraschung ist der Transfer, der gegenüber der Criterion-Ausgabe deutlich die Nase vorn hat: bessere, natürlichere Farben und enorm weniger Kratzer und Fussel lenken nicht so stark vom Film ab. Die Tonspur wurde auf 5.1 aufgepeppt und hat auch eine deutlich bessere Qualität als das 2.0-Surround-Original von der Criterion-DVD - insbesondere die Dialoge der englischen Version sind besser verständlich und die Musik klingt nicht mehr so kratzig. Die deutsche Synchronfassung liegt leider nur in Mono vor - offenbar konnten keine getrennten Tonspuren mehr aufgetrieben werden. Wer die Criterion-DVD besitzt, sollte sich auf jeden Fall noch die Columbia-Scheibe dazukaufen, denn Ton und Bild sind wirklich enorm besser.

Monty Python's Meaning of Life (Special Edition) - Universal (R1/R2)

Und noch ein Monty-Python-Film hat es 2003 auf eine DVD geschafft, oder besser gesagt, noch einmal geschafft: Universals neue Special-Edition von The Meaning of Life löst endlich die alte Version aus den Urzeiten der DVD ab und bietet nicht nur einen neuen anamorphen Transfer und eine verbesserte 5.1-Tonspur, sondern auch eine Sammlung von Bonusmaterial, die den Special-Editions der anderen Python-Filme ernsthafte Konkurrenz macht: Eine Kommentarspur von Terry Jones und Terry Gilliam, mehrere Dokumentationen und Featurettes – einige davon Python-typisch nicht so ganz ernst gemeint – machen eine Menge Spaß, und wäre da nicht auf der amerikanischen DVD ein dummer Authoringfehler, der die Bildqualität des Transfers auf progressiven Displays beeinträchtigt, wäre es eine perfekte Veröffentlichung. Aber sogar in Deutschland ist die DVD dieses Jahr noch erschienen und bringt sogar sämtliches Bonusmaterial des US-Vorbilds mit.

Metropolis - Transit Film (R2)

Lange Zeit war Fritz Langs Zukunftsvision Metropolis nur in stark verstümmelten Fassungen zu sehen, und auch vielen Restaurationsversuchen gelang es nicht die Urfassung von 1927 wieder herzustellen. Bis jetzt, denn die neueste Restauration, die im Auftrag der deutschen Murnau-Stiftung von der Firma Alpha-Omega auf der Basis eines früheren Versuchs vom Münchener Filmmuseum führte erstmals so viele verlorene Szenen wie noch nie zusammen und ist damit die vollständigste Version, die überhaupt noch möglich ist. Auch die Originalmusik von Gottfried Huppertz wurde verwendet, was allerdings zu einer kleinen Kontroverse führte: die Musik wurde nach Notizen auf der Originalpartitur mit einer Filmgeschwindigkeit von 25 Bildern pro Sekunde eingespielt, obwohl eine TV-Ausstrahlung der restaurierten Version mit einer anderen Begleitmusik mit 20 Bildern pro Sekunde gezeigt wurde. Die letztendlich als DVD veröffentlichte Fassung läuft praktischerweise mit 25 Bildern pro Sekunde, zeigt also einen leichten Slapstik-Effekt bei schnellen Szenen. Wenn man aber die grandiose Bildqualität und die gute Ausstattung der DVD bedenkt, kann man über dieses Manko ohne Probleme hinwegsehen.

Michael Palin - Around the World in 80 Days & Sahara - BBC (R2/England)

Monty Python, Schauspieler, Schriftsteller und Globetrotter - so läßt sich Michael Palin am besten beschreiben. Seit er 1988 von der BBC auf eine waghalsige Reise rund um die Welt auf den Spuren von Phileas Fogg ging, hat ihn die Reiselust gepackt. Vier große Reisedokumentationen sind so entstanden, die Michael Palins großartige Beobachtungsgabe und hintergründigen Humor mit farzinierenden Reiseaufnahmen aller Art verbinden. In diesem Jahr hat die BBC begonnen, seine Reisedokumentationen endlich auch als DVD zu veröffentlichen und fing dabei mit Sahara, Michael Palins neuestem Abenteuer an und noch in diesem Jahr wurde Around the World in 80 Days ebenfalls veröffentlicht. Technisch gibt es an diesen DVDs nichts auszusetzen, obwohl natürlich bei der auf 16mm gedrehten älteren Serie die Bildqualität nicht so gut sein kann wie bei der neueren, die sogar anamorphes Bild bietet. Interessant sind diese DVDs vor allen Dingen, weil sie besser aussehen und weniger kosten als die entsprechenden VHS-Veröffentlichungen - man kann sich schon nächstes Jahr auf die letzten zwei Serien Pole to Pole und Full Circle freuen, und für Nachschub ist auch schon gesorgt, denn gerade hat Michael Palin eine Reise zum Himalaya unternommen.

Miss Marple Box - MGM (R2)

Eigentlich gehört das Miss-Marple-Boxset mit den vier Margareth-Rutherford-Filmen, das Warner im Dezember in Deutschland herausgebracht hat, nicht in eine Hall of Fame - aber da es sich um sehr gefragte Filme handelt, finde ich daß sich trotz aller Defizite diese Sammlung einen Platz unter den bemerkenswertesten DVDs des Jahres verdient hat. Zwar haben drei der Filme ein nicht ganz korrektes Bildformat und auch der Ton ist nicht wirklich optimal, aber immerhin ist der Originalton dabei und so schlecht ist die Bildqualität auch nicht, wenn man mal alle fünfe gerade sein läßt. Außerdem kann man sich bei einem Preis von unter zehn Euro pro DVD wirklich nicht beschweren - allerdings ist es trotzdem ewas enttäuschend, daß gerade ein Major-Studio wie Warner so lieblos mit seinen Katalogtiteln umgeht. Aber trotzdem ist es schön endlich Murder she said, Murder at the Gallop, Murder Most Foul und Murder Ahoy in den DVD-Player legen zu können und sich nicht mehr über schlechte VHS-Bildqualität ärgern zu müssen.

Once upon a Time in the West - Paramount (R1/R2)

Der edelste Italowestern von allen hat dieses Jahr auch endlich seinen Weg auf das digitale Medium gefunden. Warum die Vorbereitungen für die DVD so lange gedauert haben, wird klar wenn man sich die DVD anschaut: so ein fantastischer Transfer macht sich nicht von selbst, hier wurde von Lowry Digital ein enormer Restaurationsaufwand betrieben, den den früher immer ziemlich verkratzt und vergilbt aussehenden Film in ganz neuem Glanz erstrahlen läßt. Auch die Tonspur wurde einer gründlichen Renovierung unterzogen, die hauptsächlich Ennio Morricones berühmter Musik zugute kam, aber auch das komplizierte Sounddesign des Films viel besser wiedergibt. Das Bonusmaterial besteht aus einer aus Interviews zusammengesetzten Kommentarspur, einer siebzigminütigen, sehr tiefgreifenden Dokumentation und einigen anderen interessanten Sachen. Eine bessere DVD-Veröffentlichung hätte man diesem Film kaum noch gönnen können, man kann nur hoffen daß die für 2004 angekündigten restaurierten DVDs der anderen Leone-Western auch so gut werden.

The Persuaders / Die Zwei - Koch Media (RC2)

Obwohl die berühmte Blödelsynchro heute nicht mehr so witzig wie vor dreißig Jahren ist, steckt hinter Die Zwei eine sehr gut gemachte Fernsehserie, die im Vergleich zu heutigen TV-Unglücken noch richtig gut dasteht und deshalb besonders in Deutschland eine Menge Fans hat. Koch Medien hat das wohl erkannt und ein bombastisches 8-DVD-Set der Serie als Einstand in den deutschen DVD-Markt gewählt und dabei besonders auf Qualität geachtet. Es wurden die restaurierten englischen Bildmaster verwendet, die für eine TV-Serie dieses Alters fast blitzblank aussehen und Meilen besser als die deutschen Fernsehausstrahlungen aussehen. Die deutsche Synchronfassung wurde restauriert und klingt nun nicht mehr so dünn und kratzig, und auch die englische Originalfassung in nicht viel schlechterer Qualität hat den Weg auf die DVDs gefunden - beides in Mono, wobei man sagen muß daß ein 5.1-Remix hier nur scheußlich geklungen hätte. Zusammen mit ein paar nette Extras und einem gelungenen Design von Menüs, Cover und Box ist diese Sammlung den relativ hohen Preis von knapp hundert Euro mehr als wert.

The Pink Panther Box - MGM (RC2)

Seit langem geistert das Gerücht über ein Pink-Panther-Boxset durch die DVD-Branche, hier in Deutschland wurde es schon mehrfach pseudo-angekündigt und verschwand dann doch wieder in der Versenkung. Im Sommer war es aber dann soweit: MGM brachte fünf der Pink-Panther Filme inklusive einer sechsten DVD mit Bonusmaterial zusammen in einer Box heraus. Leider besitzt MGM für dendritten Film der Reihe, Return of the Pink Panther, aus komplizierten Gründen keine Rechte, so daß der in der Sammlung fehlt. Dafür ist die Qualität der vorhandenen Filme fantastisch gut: für jeden wurden neue anamorphe Transfer gemacht, die die alten Letterbox-Versionen der US-DVDs haushoch übertreffen, und die vernünftig neu abgemischten 5.1-Tonspuren hören sich auch einzigartig gut an. Auch das Bonusmaterial hat es in sich: es gibt gleich mehrere Dokumentationen, davon zwei speziell neu für diese DVDs produziert und als besondere Zugabe sechs Pink Panther-Zeichentrick-Kurzfilme. Die besondere Überraschung wurde aber nirgendwo aufgeführt: der erste Film der Reihe besitzt einen Audiokommentar vom Regisseur Blake Edwards!

Pirates of the Caribbean - Disney (R1)

Mit Pirates of the Caribbean hat Disney gezeigt, wie gut eine DVD eines verdienten Blockbuster-Streifens sein kann. Fast perfekte Bildqualität, bombastische Tonspuren und erstaunlich ausführliches Bonusmaterial machen diese DVD zu einer der besten des Jahres. In Sachen Kommentarspuren geizt diese DVD wirklich nicht: zwei Audiokommentare in voller Länge und zwei Kommentare, die über eine auch recht große Auswahl von Szenen laufen - und auf jeder Spur ist eine Menge los, so daß dabei gar keine Langeweile aufkommt. Auch das Bonusmaterial auf der zweiten DVD hat es in sich: über zweieinhalb Stunden an Dokumentationen, Featurettes, Deleted Scenes und anderem Filmmaterial sind dort untergebracht, von denen jede Minute es wert ist angesehen zu werden. Dabei wird nicht nur Wert auf die Filmproduktion, sondern auch auf historisches rund um Piraterie und natürlich auch den Ursprung des Films, der Disneyland-Piratenattraktion gelegt. Und sogar eine gelungener DVD-ROM-Teil mit Drehbuch, Storyboards, Bildern und noch viel mehr ist über beide DVDs verteilt. Man kann über Disney sagen was man will, aber diese DVD ist wirklich hervorragend gelungen.

Red Dwarf Season 2 & 3 - BBC (RC2/UK)

Dave Lister und Arnold Rimmer sind dieses Jahr gleich zweimal im Weltraum und auf DVD unterwegs gewesen. Die BBC hat es geschafft im Frühjahr und im Herbst die zweite und dritte Staffel von Red Dwarf neu auf DVD herauszubringen – und das mit einer Ausstattung, die von Staffel zu Staffel immer besser wird. Wie immer wird der Unterhaltungswert durch die urkomischen Kommentarspuren enorm gesteigert, für die richtigen Informationen sind aber die ausführlichen Dokumentationen auf beiden DVDs da, die tief in den Entstehungsgeschichten von Red Dwarf herumtauchen und dabei oft erstaunliches zu Tage fördern. Natürlich wurde auch mit Deleted Scenes und Outtakes (alias "Smeg Ups") nicht gegeizt, und selbstverständlich sind die Folgen in ihrer ursprünglichen, ungeschnittenen Form vorhanden. Die Bildqualität ist den Umständen entsprechend in Ordnung, aber man sollte da keine Wunder erwarten - aber wer regt sich schon über die Bildqualität auf, solange man alles gut erkennen kann und eine riesige Auswahl an Bonusmaterial hat?

The Simpsons Season 3 - 20th Century Fox (R1/2)

Alle Jahre wieder… gibts eine Staffel der Simpsons auf DVD, was natürlich lobenswert ist und die DVDs ansich nicht schlechter macht, aber dieses Jahr ist Fox erst bei der dritten Staffel angekommen – bei momentan 15 Staffeln werden die DVDs wohl nie die TV-Neuausstrahlungen einholen können. Vielleicht kommt es Serienschöpfer Matt Groening auch nicht darauf an, aber auf jeden Fall haben er und seine Teamkollegen eine Menge Spaß auf den Kommentarspuren der DVDs, die so manche lustige Anekdote und Geschichte enthalten und genauso unterhaltsam wie die Folgen selbst sind. Das restliche Bonusmaterial ist zwar wie immer etwas dünn gesät, aber wie bei den vorherigen Staffeln fällt das kaum ins Gewicht, da die DVDs auch so einen hervorragenden Eindruck machen. Die Verpackung besteht wieder aus einem Digipack in einem Schuber, in das ein lustiges "Fernsehfenster" hineingeschnitten wurde - so wie bei den vorherigen Boxen auch, aber das Design ist von Staffel zu Staffel etwas anders.

Star Trek Deep Space 9 Season 1-7 - Paramount (R1/R2)

Letztes Jahr war The Next Generation dran, dieses Jahr hat Paramount alle sieben Staffeln von Deep Space Nine als DVD-Boxen herausgebracht. Das Schema folgte der TNG-Veröffentlichungen, allerdings konnte die Bild- und Tonqualität auf ein noch höheres Niveau angehoben werden, weil die letzten Staffeln von DS9 um ein paar Jahre jünger sind. Das Bonusmaterial besteht wieder aus einzelnen Dokumentationen, die thematisch geordnet wurden und hauptsächlich aus alten und neuen Interviews und Behind-the-Scenes-Aufnahmen bestehen. Das Menüdesign ist gewöhnungsbedürftig, aber die Verpackung wurde gegenüber den TNG-Boxen stark verbessert. Zwar haben die Boxen immer noch das gleiche Format, sehen aber jetzt völlig anders aus und beherbergen auch eine stabilere DVD-Halterung. Nur eins hat sich nicht geändert: der hohe Preis, der bei sieben Staffeln einem ein ganz schönes Loch in die Geldbörse reißt - zum Glück sind die Boxen wieder im Abstand von etwa anderthalb Monaten erschienen, so daß die Finanzierung da nicht ganz so kritisch ist.

Star Trek VI & V (Special Editions) - Paramount (R1)

Auch die DVDs der Star Trek-Kinofilme wurden weiter überarbeitet und als Special-Editions herausgebracht. Während sich die neue DVD von Star Trek IV den Vorgängern angeschlossen hat und zwar keine neue Schnittfassung, aber hervorragendes und unterhaltsames Bonusmaterial bietet, war die Special-Edition von Star Trek V etwas enttäuschend. Nicht, weil Paramount William Shatner kein Geld für einen Director’s Cut, der den Film wahrscheinlich sowieso nicht hätte retten können, gegeben hat, sondern weil das Bonusmaterial überraschend langweilig geraten ist. Mehr als eine Shatner-Beweihräucherungs-Zeremonie sind Kommentarspur und Dokumentationen leider nicht geworden, obwohl durchaus einige gute Ansätze da sind. Der neue anamorphe Transfer ist besser als die alte Letterbox-Version, aber offenbar hat sich Paramount keine große Mühe mit der Nachbearbeitung gemacht und eine Menge Fussel und Kratzer dringelassen. So bleibt bei Star Trek V ein bitterer Nachgeschmack, der aber durch die enorm bessere neue DVD vom vierten Film und der angekündigten Special-Edition von Teil 6 noch einigermaßen erträglich ist.

West Side Story (Special Edition) - MGM (R1/R2)

Wenn eine DVD die Bezeichnung Special-Edition verdient hat, dann ist es die neue Version der West Side Story. Nicht, weil das Bonusmaterial besonders zahlreich daherkommt – hier zählt Klasse statt Masse. MGM hat zwar den gleichen Transfer wie bei der alten, extralosen DVD und nur eine leicht optimierte Tonspur für die SE verwendet, aber da die frühere Version sowieso schon optimal aussah macht das nicht viel aus. Die zweite DVD des Sets enthält eine der besten Dokumentationen, die es in diesem Jahr gegeben hat: West Side Memories ist zwar „nur“ fast eine Stunde lang, bietet aber dafür einen umfassenden Überblick über die Entstehung des Films, enthält Interviews von praktisch jedem, der an der Inszenierung beteiligt war und außerdem noch einige faszinierende Originaltonaufnahmen von Nathalie Wood, deren Gesang im fertigen Film durch eine andere Sängerin ersetzt wurde. Solche und andere Sachen machen diese Dokumentation äußerst sehenswert - aber das ist noch nicht alles, woraus die neue West Side Story Special Edition besteht: die DVDs sind in einem Digipack untergebracht, das in einem großen Pappschuber steckt – zusammen mit einem über 100 Seiten dicken Buch, das ein komplettes Drehbuch des Films, viele Fotos und anderes enthält. Das Buch hat zwar nur eine Paperback-Bindung, ist aber sehr professionell gemacht und ist ein richtiges Sammlerstück. Die komplette Box inklusive Buch erschien bemerkenswerterweise nicht nur in den USA, sondern mit exakt gleicher Ausstattung im Winter auch in Deutschland.

What's Up, Doc? - Warner R1/R2

Peter Bogdanovics gelungener, liebevoller Versuch Anfang der siebziger Jahre eine geradezu altmodische Screwball-Komödie zu drehen, war schon öfter als DVD angekündigt als man mit einer Hand aufzählen kann. Zuletzt wurde die Veröffentlichung noch einmal verschoben, um ein Mitwirken des Regisseur zu ermöglichen – die Verzögerung war gerechtfertigt, denn die neue DVD des Films glänzt nicht nur mit einem perfekten Transfer, sondern auch mit einer informativen und unterhaltsamen Kommentarspur des sehr gesprächigen Peter Bogdanovic und einem Kurz-Kommentar von Barbra Streisand. Da macht es auch nichts aus, daß die DVD sonst kaum Extras besitzt – Warner hat schon letztes Jahr oft genug gezeigt, daß weniger oft mehr ist. What's Up, Doc? ist eine klassische Warner-DVD, die mit sehr wenigen Extras daherkommt und trotzdem keinen billigen Eindruck macht. Und im Gegensatz zu manchen anderen Warner-Veröffentlichung gibt es diese DVD auch schon in Region 1 und Region 2, wobei letztere nur mit wenig Verspätung erschienen ist.

Who Framed Roger Rabbit? - Touchstone (R1)

Der erste (und praktisch auch letzte) Versuch, klassische Animation mit Realfilm nahtlos zu mischen wurde zu einem der größten Kinoerfolge der achtziger Jahre. Unter der Schirmherrschaft von Steven Spielbergs Produktionsfirma Amblin inszenierte Robert Zemeckis eine einzigartige Krimi-Komödie, in der Zeichentrick-Charaktere nicht nur aus alten Disney-Cartoons, sondern auch von Warner und anderen Studios auftraten und mit den realen Schauspielern mit einer damals bahnbrechenden neuen Technik zusammen agierten. Bisher existierte Who Framed Roger Rabbit leider nur als unterdurchschnittliche DVD mit einem recycelten Laserdisc-Transfer, aber nun hat sich Buena Vista eines besseren besonnen und eine Special-Edition par excellence auf die Beine gestellt: ein fast perfekter neuer Transfer, eine ordentliche 5.1-Tonspur und Extras in Hülle und Fülle. Neben einem neuen Audiokommentar mit Robert Zemeckis und anderen Beteiligten sind eine neue Dokumentation, mehrere Featurettes, eine lang verschollene Deleted Scene und noch viel mehr wird hier geboten. Das ganze wurde außerdem in ein schickes Digipack eingepackt – endlich eine DVD, die dem Film voll und ganz gerecht wird. Da ist es schon enttäuschend, daß Disney der deutschen Ausgabe nicht die gleiche Ausstattung verpaßt hat und nur auf die kindergerechten Extras reduziert hat.