| Columbia-Tristar
... war dieses Jahr nicht besonders ergiebig, es sei denn
man findet gefallen an den vielen Billig-Filmen, die überraschenderweise
in Region 1 und 2 von Columbia erschienen sind. Zudem zeigt Columbia in
den USA die beunruhigende Tendenz, Neuauflagen älterer DVDs plötzlich
als Pan&Scan, manchmal sogar als "Special Edition" bezeichnet, herauszubringen.
Wirkliche Highlights gab es bei Columbia daher 2003 selten, aber zumindest
in Europa erschien endlich nach langer Zeit der Neil-Simon-Klassiker Murder
by Death und Woody Allens Manhattan Murder Mystery - und
letztendlich auch eine vernünftige Version von Monty Python's Life
of Brian, die zwar nur ein Extra der edlen Criterion-Ausgabe enthält,
aber dafür mit einem besseren Transfer aufwarten kann.
Universal
... hat 2003 den kompletten Europa-Vertrieb seiner DVDs
von Columbia-Tristar übernommen und begonnen, die älteren DVDs mit leicht
geänderten Covern, aber mit gleichem Inhalt wiederzuveröffentlichen -
von Neuauflagen kann man da kaum sprechen, aber wenigstens sind diese
DVDs nicht im Rechtedschungel verschwunden. Außerdem hat Universal begonnen
einige Klassiker in Europa herauszubringen, im Fall einiger der besseren
Doris-Day-Filme wie Pillow Talk sogar mit besseren Transfern als in den
USA. Weitere Highlights des Jahres waren die gegenüber den USA enorm vorgezogene
Veröffentlichung von Johnny English und natürlich die neue Special-Edition
von Monty Python's Meaning of Life, die zwar in den USA mit einem bösen
Bild-Authoringfehler herauskam, aber dafür noch im November auch mit gleicher
Ausstattung in Deutschland zuhaben war. Auf jeden Fall kann man Universal
besonders in Europa eine deutliche Verbesserung bescheinigen.
20th Century Fox
... hat seine Versprechen gehalten und in Europa die letzten
beiden Staffeln von Matt Groenings Futurama herausgebracht - nach dem
Abschuss der Serie von Fox in den USA bestand da schon Gefahr, daß auch
die DVDs nicht mehr herauskommen könnten. Mit den Simpsons hat sich Fox
wieder auf die faule Haut gelegt und dieses jahr wieder nur eine Season,
die dritte, veröffentlicht - diesmal in den USA zwei Monate früher als
in Europa. Auch hierzulande ist endlich die Marylin-Monroe-Collection
als Einzel-DVDs erschienen. Ein weiter bemerkenswerter Klassiker von Fox
ist Journey to the Center of the Earth, der dieses Jahr sogar in Europa
nur kurze Zeit nach der US-DVD kam. In den USA hat Fox wieder seine Studio
Classics-Linie weitergeführt, darunter auch der Scienfe-Fiction-Klassiker
The Day the Earth Stood Still in einer fantastischen Special-Edition erschienen,
die leider in Europa nur als abgespeckte Version ohne die hervorragende
Dokumentation veröffentlicht wurde. Dafür hat Fox die deutschen DVD-Käufer
mit den fehlenden drei Mel-Brooks-Filmen Silent Movie, High Anxiety und
To be or not to be überrascht, die zwar extralos sínd, aber mit guten
Transfern und Tonspuren ausgestattet wurden. Mit 20 Century Fox ist es
immer noch eine gemischte Sache, aber in letzter Zeit hat sich das Studio
wirklich verbessert und keine groben Ärgernisse mehr geliefert.
MGM
... hat sowohl in Europa als auch in den USA mehr faszinierende
Überraschungen als die meisten anderen Studios parat. Schon anfang des
Jahres erschien in Europa eine beeindruckende Special-Edition von A Fish
caalled Wanda, die bis zum Jahresende aber in Region 1 noch nicht einmal
angekündigt wurde. Auch Die Another Day, der 20. James-Bond-Film, erschien
in Deutschland und England einen Monat vor dem US-Termin und hatte sogar
noch eine Europa-Exklusive Dokumentation zu bieten. Dafür erschienen nur
in Regíon 1 im Sommer gleich vier lang vermisste Billy-Wilder-Filme in
anständiger Qualität, die nur von der luxuriös ausgestatteten West Side
Story Special-Edition übertroffen wurden, die nicht nur in den USA, sondern
pünktlich zum Weihnachtsgeschäft mit der gleichen Ausstattung, inklusive
Scriptbuch, auch in Deutschland erschien. Im Sommer erschien in Deutschland
die sagenumwobene Pink-Panther-Box, im Frühjahr John Sturges "The Hallelujah
Trail" mit einem besseren anamorphen Transfer als in den USA. Wenn es
ein Studio gibt, was dieses Jahr wirklich zugelegt hat, dann ist es MGM.
Paramount
... war dieses jahr wieder ganz auf Star Trek ausgerichtet,
denn in den USA und Europa erschienen über das ganze Jahr verteilt alle
sieben Staffeln von Deep Space Nine und die neuen Special-Editions von
Star Trek IV und V und die Neuveröffentlichung des letzten Kinofilms Nemesis.
Aber Star Trek, einige langersehnte Katalogtitel wie I.Q. oder die Special-Editions
der Jack-Ryan-Filme sind nur verhältnismäßig klein gegen den ultimativen
DVD-Coup des Jahres: Ende Oktober erschien die Indiana-Jones-Trilogie
- mehr braucht man dazu nicht mehr zu sagen. Ein weiterer Coup ist die
restaurierte Fassung von Once Upon a Time in the West, hierzulande besser
bekannt als Spiel mir das Lied vom Tod - mit gestochen scharfem Bild,
einer knackigen 5.1-Tonspur und höchst interessantem Dokumentarmaterial
hat Paramount eine der besten DVDs des Jahres damit geschaffen.
Warner
... konnte sich dieses Jahr mit dem Harry-Potter-Franchise
und der Fortsetzung von Matrix wieder einmal die Kassen füllen, und auch
die Veröffentlichung der Lord of the Rings-Filme in Deutschland in Lizenz
von NewLine dürfen Warner 2003 finanziell ganz gut auf die Sprünge geholfen
haben. Ansonsten war mit Warner in diesem Jahr nicht soviel los - in Deutschland
erschienen mit Formicula, High Society oder What's up, Doc einige seltene
Klassiker, aber mehr bemerkenswertes auch nicht. Im Dezember hatte Warner
mit der Miss-Marple-Box eine potentielle Überraschung in der Tasche, die
sich aber letztendlich teilweise als enttäuschend herausgestellt hat,
da alte TV-Transfer mit nicht ganz korrektem Bildformat recycelt wurden.
Positiv ist bei Warner in Europa die langsame Abschaffung der Snapper-Cases
auch bei eigenen Veröffentlichungen zu vermelden, ansonsten war das Studio
weltweit dieses Jahr allerhöchstens Durchschnittlich.
Dreamworks
... hat mein DVD-Regal dieses Jahr mit keinem einzigen
Titel beehrt, weil das Studio erstmal kaum etwas herausgebracht hat und
das dann auch noch uninteressant war. Vom Zeichentrickfilm "Sinbad" hatte
hier in Deutschland kaum jemand etwas gehört, und als die DVD dann hier
in den Läden lag hielt sie jeder für eine billige Videoproduktion, die
schnell in der Kinderabteilung einsortiert wurde. An Realfilmen war nur
Steven Spielbergs schnell vergessener "Catch me if you can" zu haben,
ansonsten herrschte weitgehende Funkstille.
Disney
... ist in dieser Jahresübersicht das erste mal mit dabei
- nicht weil ich plötzlich zum Disney-Zeichentrick-Gucker geworden bin,
sondern weil das Studio inklusive seiner Tochterfirmen wie Touchstone
Pictures tatsächlich einige sehr gute DVDs von seinen besten Filmen herausgebracht
hat. Jeder wird bei Disney natürlich dieses Jahr an den Pixar-CGI-Film
Finding Nemo denken, bei dem das Studio es glatt geschafft hatte die US-DVD
noch vor dem deutschen Kinostart herauszubringen. Das hat aber trotz riesigem
finanziellem Erfolg weder Film noch DVD zum wirklichen Highlight gemacht
- gegen die fantastischen Special-Editions von 20000 Leagues under the
Sea, The Love Bug oder Who Framed Roger Rabbit kann da Finding Nemo nicht
ankommen. Ein verdienter Erfolg kam aber im Dezember noch schnell daher:
eine schicke Special-Edition vom überraschungserfolg Pirates of the Caribbean.
In Deutschland enttäuscht Disney jedoch immer wieder: was in den USA eine
edle Doppel-DVD war wird hierzulande eingeschrumpft und auf die kindergerechten
Extras reduziert - so ist es mit 20000 Meilen unter dem Meer und Who Framed
Roger Rabbit passiert. Unter dem Banner von Touchstone brachte Disneys
Vertrieb BuenaVista eine beträchtliche Anzahl von älteren Katalogtiteln
heraus, wie zum Beispiel einige Bette-Midler-Filme, Barry Levinsons Tin
Men oder auch endlich Kirk Douglas' und Burt Lancasters späte Komödie
Tough Guys.
BBC
... hat in England in diesem Jahr begonnen kräftig aus
allen Bereichen des riesigen Archivs DVDs zu veröffentlichen. Gleich zwei
weitere Staffeln der köstlichen SF-Sitcom Red Dwarf sind mit erstklassiger
Ausstattung erschienen, und die berühmte John LeCarre-Verfilmung Tinker
Tailor Soldier Spy ist nun auch als DVD zu haben. Am erfreulichsten ist
jedoch die Veröffentlichung Michael-Palin-Dokumentationen In 80 Days Around
the World und Sahara mit Aussicht, daß die dazu gehörigen Pole to Pole
und Full Circle nächstes Jahr folgen werden.
Kinowelt
... hatte ich schon im letzten Jahr nach der Insolvenz
des Mutterkonzerns und der damit verbundenen Schlammschlacht auf Wiedersehen
gesagt und lag damit gar nicht so falsch. Zwar hat Kinowelt dieses Jahr
einige DVDs veröffentlicht, von denen mich persönlich aber nur zwei von
Interesse waren: Murder on the Orient Express und der letzte Asterix-Film
Asterix in America, von denen Kinowelt letztes Jahr noch behauptet hat
keine Rechte an ihnen zu besitzen. Beide DVDs sind den Umständen entsprechen
in Ordnung, aber wie immer bleibt bei Kinowelt ein bitterer Nachgeschmack,
daß ein anderes Studio es hätte besser machen können.
Koch Media
... war bisher nur als Billigvertrieb von CDs und Computerspielen
bekannt und stieg erst im Herbst diesen Jahres auch in den DVD-Markt ein,
von der aber niemand mehr erwartete als billig gemachte DVDs auf unterstem
Niveau - eine Einschätzung, die völlig falsch war! Koch Medias DVD-Einstand
war ein dickes 8-DVD-Boxset der britischen Serie "The Persuaders" mit
Roger Moore und Tony Curtis, die hier in Deutschland mit der berühmten
Blödelsynchro unter dem Titel "Die Zwei" zu sehen war. Überraschenderweise
wurde diese Box nicht nur mit den in England wundervoll restaurierten
Transfern, sondern auch deutschem und englischen Ton und ein paar kleinen
Extras ausgestattet - eine bemerkenswerte Leistung. Weitere DVD-Veröffentlichung
von Koch Media sind nicht minder beeindruckend - alte Filmklassiker im
Originalformat mit Originalton. Hier kann man sicher noch einiges erwarten.
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| 20000 Leagues
under the Sea - Disney (R1)
Lange
Zeit war Disneys erster großer Realfilm in keiner vernünftigen Version
fürs Heimkino zu bekommen, aber nun hat sich das Studio mit der Maus auf
die Hinterbeine gesetzt und eine fantastische DVD des Films herausgebracht.
Der restaurierte Transfer, der das volle 2.55:1-Cinemascope-Originalformat
wiederherstellt, ist nicht nur für einen Film dieses Alters hervorragend
gelungen, und auch die von den 4-Track-Magnetmastern gemischte neue 5.1-Tonspur
kann beeindrucken. Das ist aber noch nicht alles, denn die als "Vault
Series" geplante und letztendlich als "Special Edition" erschienene DVD
enthält eine fantastische Auswahl an Bonusmaterial, dessen Higlights eine
fast zweistündige Dokumentation und einem Audiokommentar von Regisseur
Richard Fleischer sind und noch eine Menge bieten. Man bekommt nur selten
einen Film dieses Alters mit solch einer guten Ausstattung und vor allen
Dingen in einer so guten Qualität zu sehen. Leider ist die deutsche
Ausgabe der DVD nur ein blasser Abklatsch der amerikanischen Special-Edition,
da sie um die meisten der essentiellen Extras erleichtert wurde. [Noch
keine Kritik]
The Beatles Anthology - EMI/Apple (R1/R2)
Die
erste offizielle Filmbiographie der Beatles war 1995 nicht nur ein fast
zehnstündiges Mammutwerk, sondern auch eine einzigartige Sammlung von
noch nie vorher veröffentlichtem Material über die wohl berühmteste Popband
der Geschichte. Bestehend aus aus zahllosen Clips in Form von TV-Mitschnitten,
Filmaufnahmen, Pressekonferenzen, Promotionfilmen und anderem und natürlich
den Interviews wurde vollständig auf auf ein dramatisches Voiceover verzichtet.
In Deutschland war die Beatles Anthology nur ein einziges Mal in einer
stark gekürzten Fassung im Fernsehen zu sehen und erst später in einer
teuren VHS-Kassettenbox komplett veröffentlicht. Eine DVD-Veröffentlichung
war seit Stunde Null des Mediums im Gespräch, aber dazu kam es erst im
Frühjahr 2003 - genauer gesagt am ersten April, aber ein Aprilscherz ist
die Beatles Anthology DVD-Box keinesfalls: sie enthält alle acht ungeschnittenen
Episoden sind auf vier DVDs untergebracht und werden von einer fünften
Disc mit einigem höchst interessantem Bonusmaterial begleitet. Die wirkliche
Sensation, die 5.1-Neuabmischung der Tonspuren, erwies sich allerdings
als Enttäuschung - was aber im Prinzip gar nichts ausmacht, denn neben
den neu gemischten 5.1-Spuren in Dolby Digital und DTS wurden die DVDs
auch mit dem ursprünglichen 2.0-Surround-Ton als PCM-Spur ausgestattet,
die viel natürlicher als die anderen Fassungen klingt. Dieses Set lohnt
sich nicht nur für hartgesottene Beatles-Fans. [Vollständige
DVD-Kritik]
Billy Wilder - MGM & Paramount (R1)
    Billy
Wilder war bis zu diesem Jahr auf DVD noch höchst unterrepräsentiert,
aber erst veröffentlichte Paramount den Klassiker Sunset Boulevard und
dann zog MGM mit gleich vier Wilder-Filmen nach, die zwar bis auf zwei
lobenswerte Ausnahme keine Extras, aber eine entsprechend gute Bildqualität
bieten: Für The Private Life of Sherlock Holmes wurden die schon legendären
Extras der US-Laserdisc ausgegraben und ergänzt, und Kiss Me, Stupid enthält
eine interessante Deleted Scene. Natürlich haben alle Filme eine den Umständen
entsprechend ordentliche Bildqualität, und die Tonspuren wurde zwar im
ursprünglichen Mono belassen, klingen deshalb aber nicht schlecht. Sunset
Boulevard hat von Paramount eine Special-Edition-Ausstattung bekommen
und ist auch die einzige der DVDs, die schon in Deutschland zu haben ist.
[DVD-Kritiken: One Two Three
& The Private Life of Sherlock Holmes]
The Day the Earth stood still - 20th Century Fox
(R1)
Langsam
hat sich 20th Century Fox an seine Klassiker herangetraut und 2003 eine
Reihe von DVDs unter dem Banner Studio Classics herausgebracht. Eine von
diesen DVDs ist Robert Wises früher Science-Fiction-Film The
Day the Earth stood still, für den Fox nichts anderes machen
mußte als die 1995 entstandene Laserdisc-Special-Edition zu übernehmen.
Dort war schon alles drin, was zu einer guten DVD gehört: eine siebzigminütige
Dokumentation, eine sehr informative Kommentarspur von Robert Wise und
noch ein paar andere Sachen. Für die wurde nur noch eine Restauration
durchgeführt, die zwar den Film nicht wie nagelneu, aber den Umständen
entsprechend hervorragend aussehen läßt. Lediglich die auf
Stereo aufgeblasene Tonspur klingt nicht wirklich gut, aber zum Glück
hat Fox die ursprüngliche Mono-Fassung auch mit auf die DVD gepackt.
The Day The Earth Stood Still wurde zu einer ganz bemerkenswerten
DVD, die in Europa leider wieder einmal um die Hälfte der Extras
beraubt wurde, denn bei der R2-Ausgabe wurde einfach die lange Dokumentation
weggelassen. [Noch keine Kritik ]
Die another Day - MGM (R2)
Vor
zwei Jahren war die Vervollständigung der James-Bond-Collection eins
der größten DVD-Ereignisse des Jahres, das dieses Jahr durch
den zwanzigsten Bond-Film weitergeführt wurde. Für Die another
Day hat sich MGM ganz ordentlich ins Zeug gelegt und ein tolles 2-DVD-Set
produziert, das svon Qualität und Ausstattung her den alten Bond-DVDs
problemlos gewachsen ist und sogar noch übertrifft. John Cork, der
für die Extras von fast allen Bond-DVDs verantwortlich war, hat seinen
Platz diesmal an Charles de Laurizika abgegeben, was aber kaum auffällt.
Die Ausstattung ist reichhaltig: neben gleich zwei Kommentarspuren –
eine mit Regisseur Lee Tamahori und Produzent Michael G.Wilson, und eine
zweite mit Pierce Brosnan und Rosamund Pike. Dazu kommt eine brechend
volle zweite DVD mit zwei ausführlichen Dokumentationen – eine
davon exklusiv auf der europäischen Veröffentlichung zu sehen
– und einer ganzen Menge mehr an Extras, deren Aufzählung den
Rahmen hier sprengen würde. Die Another Day markiert eine
neue Generation von Bond-DVDs, die sich ganz auf die Tradition der alten
DVDs stützt und sie noch durch einige sehr gute neue Ideen erweitert.
[Noch keine Kritik ]
Ed Wood - Touchstone (R2)
Text
Tim Burtons Semi-Biografie über den schlechtesten Regisseur aller Zeiten
gehörte auch lange Zeit zu den wichtigsten Filmen, die als DVD noch gefehlt
hatten - aber Buena Vista hat sich dieses Jahr endlich erbarmt und den
Film in Region 2 endlich veröffentlicht. Nach ersten Berichten sollte
es zuerst eine extralose DVD werden, aber schließlich wurde es doch eine
sehr nette Special-Edition, dessen Highlight ein teils aus Interviews
und teils aus einem szenenspezifischen Teil zusammengestellter Audiokommentar
ist, der schon alleine eine riesige Menge von Informationen enthält.
Außerdem enthält die DVD fünf kurze Dokumentationen und
ein Musikvideo zum Film - das mag etwas dünn aussehen, aber es gibt
daran nichts auszusetzen. Auch der Transfer ist gut gelungen und gibt
den schwarzweißen Film perfekt und natürlich wieder, und die
5.1-Tonspuren sorgen vor allem dafür, daß die Filmmusik wirklich
gut klingt. Einen Nachteil hatte die frühe Veröffentlichung in Region
2 dennoch: die für Frühjahr 2004 angekündigte US-DVD soll als zusätzliche
Extras angeblich auch Deleted Scenes enthalten, die in der europäischen
Ausgabe nicht dabei sind. [DVD-Kritik]
A Fish Called Wanda (Special Edition) - MGM (R2)
Eine
der ersten DVDs, die MGM in kompletter Eigenregie Anfang des Jahres in
Europa herausbrachte war eine erstaunliche Special-Edition von A Fish
Called Wanda, den es zuvor nur als extralose Ausgabe mit nicht besonders
gutem Transfer gab. Nun hat MGM alles was es über diesen mittlerweile
zum britischen Komödien-Klassiker gewordenen Film gibt hervorgekramt
und auch noch einige neue Sachen dazugepackt – zum Beispiel eine
neue Kommentarspur von John Cleese, eine neue Dokumentation von John Cork
und noch einiges mehr. An Archivmaterial gibt es eine ältere, aber
nicht schechtetere Dokumentation über die Dreharbeiten und fast eine
halbe Stunde Deleted Scenes. Der alte Letterbox-Transfer wurde durch eine
neue, viel besser aussehende anamorphe Version ersetzt, und die Tonspuren
wurden auch erfolgreich in 5.1-Versionen umgewandelt. Zusammen mit dem
netten Slipcase, in dem das Amaray-Case steckt handelt es sich hier schlicht
und einfach um die DVD, die A Fish called Wanda schon seit langem
verdient hat. [DVD-Kritik]
Futurama Season 3 & 4- 20th Century Fox (R2)
 Auch
die letzten vierzig Folgen von Matt Groenings köstlicher SF-Parodie-Zeichentrickserie
gibt es nun als DVD – vorerst nur in England, denn die Veröffentlichung
der vierten Staffel wird sich in Deutschland noch bis ins nächste
Jahr verzögern. Auf den britischen DVDs ist zwar kein deutscher Ton,
aber auf den kann man gerade bei Futurama getrost verzichten und hat dann
nicht nur vierzig Episoden, sondern auch mehr als vierzig urkomische Kommentarspuren
mit Matt Groening und seinem Team, Deleted Scenes zu fast jeder Folge
und viele andere Extras. Wie immer ist die Bild- und Tonqualität
absolut makellos und läßt keine Wünsche übrig. Diese
DVDs haben einen ungewöhnlich hohen Unterhaltungswert, mit einer
Box ist man sicher mehr als nur ein paar Tage lang beschäftig. Schade,
daß Fox die Serie abgesetzt hat und nun kein Nachschub mehr kommen
wird… [DVD-Kritken Season
3 / Season 4]
The Hallelujah Trail - MGM (R2)
John
Sturges zweieinhalbstündiges Western-Komödien-Spektakel war
bisher nur in den USA als halbherzige DVD mit recyceltem Laserdisc-Transfer,
aber guter Tonspur zu haben. Die im Frühjahr 2003 und schon einige
Monate vorher in England erschienene R2-Ausgabe bietet dagegen überraschenderweise
einen völlig neuen anamorphen Transfer, der zwar auch nicht das volle
70mm-Ultra-Panavision-Bild zeigt, aber dafür eine enorm verbesserte
Bildqualität gegenüber der nicht-anamorphen, schrecklich aussehenden
US-DVD hat. Auch die Tonspuren können begeistern: der englische 5.1-Remix
der US-DVD wurde übernommen und sogar die deutsche Synchronfassung,
die ausnahmsweise noch ein richtges kleines Meisterwerk ist, auch in 5.1
abgemischt - und klingt sogar genauso gut wie die englische Fassung. Es
wurde sogar eine Tonhöhenkorrektur bei allen Tonspuren gemacht, was
die europäische DVD von The Hallelujah Trail die amerikanische
Version vollständig überrundet. Trotz der fehlenden Extras ist
dies eine bemerkenswerte DVD, mit der der Film erst so richtig Spaß
macht. [DVD-Kritik]
I.Q. - Paramount (R1)
Völlig
extralos, nicht einmal mit einem Trailer bestückt ist Paramounts
neue DVD von I.Q., einer liebenswerten Komödie mit Walter Matthau
in einer Glanzrolle als Albert Einstein und Meg Ryan und Tim Robbins als
von ihm zu verkuppelndes Paar. Was hat jetzt so eine 08/15-DVD in der
Liste der besten DVDs des Jahres zu suchen? Vom technischen Standpunkt
her eigentlich gar nichts, aber bei I.Q. geht es mir viel mehr um den
Film selbst, der lange Zeit nur als Fullscreen-VHS-Kassette zu haben war
und zwischendurch auch mal ganz von der Bildfläche verschwand. Zwar
war die VHS-Version noch akzeptabel, aber seinen richtigen Charme kann
der Film erst in seinem Original-Bildformat entfalten. So macht die DVD
trotz der völligen Abwesenheit von Bonusmaterial eine Menge Spaß,
auch wenn die Bildqualität wegen der Super35-Filmvorlage nicht so
ganz optimal ist. Hauptsache Widescreen, Hauptsache Originalton - und
wer unbedingt deutsche Untertitel oder sogar den deutschen Ton brauchen
sollte (wovon ich nur stark abraten kann!), kann sich auch die für
Januar 2004 angekündigte deutsche DVD anschaffen. [DVD-Kritik]
Indiana Jones Trilogy - Paramount (R1/R2)
Eine
der langerwartesten DVD-Veröffentlichung der letzten Jahre ist unbestritten
die Indiana-Jones-Trilogie, die sehr hohen Erwartungen gerecht werden
mußte. Manche hatten sogar so hohe Ansprüche, daß sie
die endlich im November erschienene Box in Grund und Boden schimpften
- völlig zu unrecht, denn Parmount und Lucasfilm haben damit eine
der feinsten DVD-Veröffentlichungen des Jahres auf die Beine gestellt.
Die von Lowry Digital restaurierten Filme sehen wieder wie neu aus und
haben nur ganz wenige altersbedingte Einschränkungen, die Neuabmischung
der Tonspuren ist auch sehr gut gelungen. Die Extras sind zwar gegenüber
anderen Superduper-Special-Editions geradezu konventionell ausgefallen,
aber in einer hervorragenden zweistündigen Dokumentation von Laurent
Bouzereau und einigen Featurettes wird alles über die Filme gesagt,
was es über sie zu sagen gibt. Ob das nun wirklich die DVDs des Jahres
sind, sei dahingestellt - aber sie sind zweifellos sehr gut gelungen -
da hat sich das lange Warten wirklich gelohnt.
The Love Bug (Special Edition) - Disney (R1/R2)
Auch
Disney hat sich dieses Jahr ins Zeug gelegt und einen der echten Realfilm-Klassiker
aus den sechziger Jahren endlich als ausgewachsene Special-Edition herausgebracht
- zuvor gab es den Film nur als lieblose DVD mit matschigem Fullframe-Transfer.
Dem Film mit dem VW-Käfer wurde ein neuer anamorpher Transfer, eine
aufgepeppte Tonspur und eine Menge Bonusmaterial spendiert - darunter
ausführliche Dokumentationen und eine Kommentarspur mit den drei
Hauptdarstellern und noch so einiges mehr. Genauso wie 20000 Leagues
under the Sea war diese DVD auch als Vault Series geplant
und hat sogar das entsprechende Menü auf der zweiten DVD, wurde dann
aber doch als "Special Edition" vermarktet - was am hervorragenden
Inhalt aber überhaupt nichts ändert. Diese DVD hat Disney sogar
mit sämtlichem Bonusmaterial auch in Europa veröffentlicht -
und dazu auch gleich noch die anderen drei Herbie-Filme, diese
allerdings extralos und mit nicht-anamorphen Transfern, aber wenigstens
in Widescreen und mit Originalton. Eigentlich hat auch nur der erste Film
ein solches Deluxe-Treatment verdient, und immerhin erfährt man in
den Dokumentationen der neuen Special-Edition auch etwas über die
Fortsetzungen.
Monty Python's Life of Brian - Columbia-Tristar
(R2)
Letztes
Jahr hat Columbia-Tristar Europa mit der 1:1-Umsetzung von Monty Python
and the Holy Grail überrascht, einer DVD die schon Ende 2001 in den
USA erschien. Dieses Jahr ist es Life of Brian, der hierzulande wegen
seiner überdurchschnittlich gut gelungenen Synchronfassung oft als
DVD gewünscht wird, denn die hervorragende Criterion-DVD des Films
hat natürlich "nur“ den Originalton. Die neue Columbia-Version
muß zwar auf die essentiellen Extras der Criterion verzichten, bringt
aber zumindest die 50-minütige Dokumentation mit. Eine Überraschung
ist der Transfer, der gegenüber der Criterion-Ausgabe deutlich die
Nase vorn hat: bessere, natürlichere Farben und enorm weniger Kratzer
und Fussel lenken nicht so stark vom Film ab. Die Tonspur wurde auf 5.1
aufgepeppt und hat auch eine deutlich bessere Qualität als das 2.0-Surround-Original
von der Criterion-DVD - insbesondere die Dialoge der englischen Version
sind besser verständlich und die Musik klingt nicht mehr so kratzig.
Die deutsche Synchronfassung liegt leider nur in Mono vor - offenbar konnten
keine getrennten Tonspuren mehr aufgetrieben werden. Wer die Criterion-DVD
besitzt, sollte sich auf jeden Fall noch die Columbia-Scheibe dazukaufen,
denn Ton und Bild sind wirklich enorm besser.
Monty Python's Meaning of Life (Special Edition)
- Universal (R1/R2)
Und
noch ein Monty-Python-Film hat es 2003 auf eine DVD geschafft, oder besser
gesagt, noch einmal geschafft: Universals neue Special-Edition von The
Meaning of Life löst endlich die alte Version aus den Urzeiten der
DVD ab und bietet nicht nur einen neuen anamorphen Transfer und eine verbesserte
5.1-Tonspur, sondern auch eine Sammlung von Bonusmaterial, die den Special-Editions
der anderen Python-Filme ernsthafte Konkurrenz macht: Eine Kommentarspur
von Terry Jones und Terry Gilliam, mehrere Dokumentationen und Featurettes
– einige davon Python-typisch nicht so ganz ernst gemeint –
machen eine Menge Spaß, und wäre da nicht auf der amerikanischen
DVD ein dummer Authoringfehler, der die Bildqualität des Transfers
auf progressiven Displays beeinträchtigt, wäre es eine perfekte
Veröffentlichung. Aber sogar in Deutschland ist die DVD dieses Jahr
noch erschienen und bringt sogar sämtliches Bonusmaterial des US-Vorbilds
mit.
Metropolis - Transit Film (R2)
Lange
Zeit war Fritz Langs Zukunftsvision Metropolis nur in stark verstümmelten
Fassungen zu sehen, und auch vielen Restaurationsversuchen gelang es nicht
die Urfassung von 1927 wieder herzustellen. Bis jetzt, denn die neueste
Restauration, die im Auftrag der deutschen Murnau-Stiftung von der Firma
Alpha-Omega auf der Basis eines früheren Versuchs vom Münchener
Filmmuseum führte erstmals so viele verlorene Szenen wie noch nie
zusammen und ist damit die vollständigste Version, die überhaupt
noch möglich ist. Auch die Originalmusik von Gottfried Huppertz wurde
verwendet, was allerdings zu einer kleinen Kontroverse führte: die
Musik wurde nach Notizen auf der Originalpartitur mit einer Filmgeschwindigkeit
von 25 Bildern pro Sekunde eingespielt, obwohl eine TV-Ausstrahlung der
restaurierten Version mit einer anderen Begleitmusik mit 20 Bildern pro
Sekunde gezeigt wurde. Die letztendlich als DVD veröffentlichte Fassung
läuft praktischerweise mit 25 Bildern pro Sekunde, zeigt also einen
leichten Slapstik-Effekt bei schnellen Szenen. Wenn man aber die grandiose
Bildqualität und die gute Ausstattung der DVD bedenkt, kann man über
dieses Manko ohne Probleme hinwegsehen.
Michael Palin - Around the World in 80 Days & Sahara
- BBC (R2/England)
 Monty
Python, Schauspieler, Schriftsteller und Globetrotter - so läßt
sich Michael Palin am besten beschreiben. Seit er 1988 von der BBC auf
eine waghalsige Reise rund um die Welt auf den Spuren von Phileas Fogg
ging, hat ihn die Reiselust gepackt. Vier große Reisedokumentationen
sind so entstanden, die Michael Palins großartige Beobachtungsgabe
und hintergründigen Humor mit farzinierenden Reiseaufnahmen aller
Art verbinden. In diesem Jahr hat die BBC begonnen, seine Reisedokumentationen
endlich auch als DVD zu veröffentlichen und fing dabei mit Sahara,
Michael Palins neuestem Abenteuer an und noch in diesem Jahr wurde Around
the World in 80 Days ebenfalls veröffentlicht. Technisch gibt
es an diesen DVDs nichts auszusetzen, obwohl natürlich bei der auf
16mm gedrehten älteren Serie die Bildqualität nicht so gut sein
kann wie bei der neueren, die sogar anamorphes Bild bietet. Interessant
sind diese DVDs vor allen Dingen, weil sie besser aussehen und weniger
kosten als die entsprechenden VHS-Veröffentlichungen - man kann sich
schon nächstes Jahr auf die letzten zwei Serien Pole to Pole
und Full Circle freuen, und für Nachschub ist auch schon
gesorgt, denn gerade hat Michael Palin eine Reise zum Himalaya unternommen.
Miss Marple Box - MGM (R2)
Eigentlich
gehört das Miss-Marple-Boxset mit den vier Margareth-Rutherford-Filmen,
das Warner im Dezember in Deutschland herausgebracht hat, nicht in eine
Hall of Fame - aber da es sich um sehr gefragte Filme handelt, finde ich
daß sich trotz aller Defizite diese Sammlung einen Platz unter den
bemerkenswertesten DVDs des Jahres verdient hat. Zwar haben drei der Filme
ein nicht ganz korrektes Bildformat und auch der Ton ist nicht wirklich
optimal, aber immerhin ist der Originalton dabei und so schlecht ist die
Bildqualität auch nicht, wenn man mal alle fünfe gerade sein
läßt. Außerdem kann man sich bei einem Preis von unter
zehn Euro pro DVD wirklich nicht beschweren - allerdings ist es trotzdem
ewas enttäuschend, daß gerade ein Major-Studio wie Warner so
lieblos mit seinen Katalogtiteln umgeht. Aber trotzdem ist es schön
endlich Murder she said, Murder at the Gallop, Murder Most Foul
und Murder Ahoy in den DVD-Player legen zu können und sich
nicht mehr über schlechte VHS-Bildqualität ärgern zu müssen.
Once upon a Time in the West - Paramount (R1/R2)
Der
edelste Italowestern von allen hat dieses Jahr auch endlich seinen Weg
auf das digitale Medium gefunden. Warum die Vorbereitungen für die
DVD so lange gedauert haben, wird klar wenn man sich die DVD anschaut:
so ein fantastischer Transfer macht sich nicht von selbst, hier wurde
von Lowry Digital ein enormer Restaurationsaufwand betrieben, den den
früher immer ziemlich verkratzt und vergilbt aussehenden Film in
ganz neuem Glanz erstrahlen läßt. Auch die Tonspur wurde einer
gründlichen Renovierung unterzogen, die hauptsächlich Ennio
Morricones berühmter Musik zugute kam, aber auch das komplizierte
Sounddesign des Films viel besser wiedergibt. Das Bonusmaterial besteht
aus einer aus Interviews zusammengesetzten Kommentarspur, einer siebzigminütigen,
sehr tiefgreifenden Dokumentation und einigen anderen interessanten Sachen.
Eine bessere DVD-Veröffentlichung hätte man diesem Film kaum
noch gönnen können, man kann nur hoffen daß die für
2004 angekündigten restaurierten DVDs der anderen Leone-Western auch
so gut werden.
The Persuaders / Die Zwei - Koch Media
(RC2)
Obwohl
die berühmte Blödelsynchro heute nicht mehr so witzig wie vor
dreißig Jahren ist, steckt hinter Die Zwei eine sehr gut gemachte
Fernsehserie, die im Vergleich zu heutigen TV-Unglücken noch richtig
gut dasteht und deshalb besonders in Deutschland eine Menge Fans hat.
Koch Medien hat das wohl erkannt und ein bombastisches 8-DVD-Set der Serie
als Einstand in den deutschen DVD-Markt gewählt und dabei besonders
auf Qualität geachtet. Es wurden die restaurierten englischen Bildmaster
verwendet, die für eine TV-Serie dieses Alters fast blitzblank aussehen
und Meilen besser als die deutschen Fernsehausstrahlungen aussehen. Die
deutsche Synchronfassung wurde restauriert und klingt nun nicht mehr so
dünn und kratzig, und auch die englische Originalfassung in nicht
viel schlechterer Qualität hat den Weg auf die DVDs gefunden - beides
in Mono, wobei man sagen muß daß ein 5.1-Remix hier nur scheußlich
geklungen hätte. Zusammen mit ein paar nette Extras und einem gelungenen
Design von Menüs, Cover und Box ist diese Sammlung den relativ hohen
Preis von knapp hundert Euro mehr als wert.
The Pink Panther Box - MGM (RC2)
Seit
langem geistert das Gerücht über ein Pink-Panther-Boxset durch
die DVD-Branche, hier in Deutschland wurde es schon mehrfach pseudo-angekündigt
und verschwand dann doch wieder in der Versenkung. Im Sommer war es aber
dann soweit: MGM brachte fünf der Pink-Panther Filme inklusive einer
sechsten DVD mit Bonusmaterial zusammen in einer Box heraus. Leider besitzt
MGM für dendritten Film der Reihe, Return of the Pink Panther, aus
komplizierten Gründen keine Rechte, so daß der in der Sammlung
fehlt. Dafür ist die Qualität der vorhandenen Filme fantastisch
gut: für jeden wurden neue anamorphe Transfer gemacht, die die alten
Letterbox-Versionen der US-DVDs haushoch übertreffen, und die vernünftig
neu abgemischten 5.1-Tonspuren hören sich auch einzigartig gut an.
Auch das Bonusmaterial hat es in sich: es gibt gleich mehrere Dokumentationen,
davon zwei speziell neu für diese DVDs produziert und als besondere
Zugabe sechs Pink Panther-Zeichentrick-Kurzfilme. Die besondere Überraschung
wurde aber nirgendwo aufgeführt: der erste Film der Reihe besitzt
einen Audiokommentar vom Regisseur Blake Edwards!
Pirates of the Caribbean - Disney (R1)
Mit
Pirates of the Caribbean hat Disney gezeigt, wie gut eine DVD
eines verdienten Blockbuster-Streifens sein kann. Fast perfekte Bildqualität,
bombastische Tonspuren und erstaunlich ausführliches Bonusmaterial
machen diese DVD zu einer der besten des Jahres. In Sachen Kommentarspuren
geizt diese DVD wirklich nicht: zwei Audiokommentare in voller Länge
und zwei Kommentare, die über eine auch recht große Auswahl
von Szenen laufen - und auf jeder Spur ist eine Menge los, so daß
dabei gar keine Langeweile aufkommt. Auch das Bonusmaterial auf der zweiten
DVD hat es in sich: über zweieinhalb Stunden an Dokumentationen,
Featurettes, Deleted Scenes und anderem Filmmaterial sind dort untergebracht,
von denen jede Minute es wert ist angesehen zu werden. Dabei wird nicht
nur Wert auf die Filmproduktion, sondern auch auf historisches rund um
Piraterie und natürlich auch den Ursprung des Films, der Disneyland-Piratenattraktion
gelegt. Und sogar eine gelungener DVD-ROM-Teil mit Drehbuch, Storyboards,
Bildern und noch viel mehr ist über beide DVDs verteilt. Man kann
über Disney sagen was man will, aber diese DVD ist wirklich hervorragend
gelungen.
Red Dwarf Season 2 & 3 - BBC (RC2/UK)
 Dave
Lister und Arnold Rimmer sind dieses Jahr gleich zweimal im Weltraum und
auf DVD unterwegs gewesen. Die BBC hat es geschafft im Frühjahr und
im Herbst die zweite und dritte Staffel von Red Dwarf neu auf DVD herauszubringen
– und das mit einer Ausstattung, die von Staffel zu Staffel immer
besser wird. Wie immer wird der Unterhaltungswert durch die urkomischen
Kommentarspuren enorm gesteigert, für die richtigen Informationen
sind aber die ausführlichen Dokumentationen auf beiden DVDs da, die
tief in den Entstehungsgeschichten von Red Dwarf herumtauchen und dabei
oft erstaunliches zu Tage fördern. Natürlich wurde auch mit
Deleted Scenes und Outtakes (alias "Smeg Ups") nicht gegeizt,
und selbstverständlich sind die Folgen in ihrer ursprünglichen,
ungeschnittenen Form vorhanden. Die Bildqualität ist den Umständen
entsprechend in Ordnung, aber man sollte da keine Wunder erwarten - aber
wer regt sich schon über die Bildqualität auf, solange man alles
gut erkennen kann und eine riesige Auswahl an Bonusmaterial hat?
The Simpsons Season 3 - 20th Century Fox (R1/2)
Alle
Jahre wieder… gibts eine Staffel der Simpsons auf DVD, was natürlich
lobenswert ist und die DVDs ansich nicht schlechter macht, aber dieses
Jahr ist Fox erst bei der dritten Staffel angekommen – bei momentan
15 Staffeln werden die DVDs wohl nie die TV-Neuausstrahlungen einholen
können. Vielleicht kommt es Serienschöpfer Matt Groening auch
nicht darauf an, aber auf jeden Fall haben er und seine Teamkollegen eine
Menge Spaß auf den Kommentarspuren der DVDs, die so manche lustige
Anekdote und Geschichte enthalten und genauso unterhaltsam wie die Folgen
selbst sind. Das restliche Bonusmaterial ist zwar wie immer etwas dünn
gesät, aber wie bei den vorherigen Staffeln fällt das kaum ins
Gewicht, da die DVDs auch so einen hervorragenden Eindruck machen. Die
Verpackung besteht wieder aus einem Digipack in einem Schuber, in das
ein lustiges "Fernsehfenster" hineingeschnitten wurde - so wie
bei den vorherigen Boxen auch, aber das Design ist von Staffel zu Staffel
etwas anders.
Star Trek Deep Space 9 Season 1-7 - Paramount (R1/R2)
Letztes
Jahr war The Next Generation dran, dieses Jahr hat Paramount alle sieben
Staffeln von Deep Space Nine als DVD-Boxen herausgebracht. Das Schema
folgte der TNG-Veröffentlichungen, allerdings konnte die Bild- und
Tonqualität auf ein noch höheres Niveau angehoben werden, weil
die letzten Staffeln von DS9 um ein paar Jahre jünger sind. Das Bonusmaterial
besteht wieder aus einzelnen Dokumentationen, die thematisch geordnet
wurden und hauptsächlich aus alten und neuen Interviews und Behind-the-Scenes-Aufnahmen
bestehen. Das Menüdesign ist gewöhnungsbedürftig, aber
die Verpackung wurde gegenüber den TNG-Boxen stark verbessert. Zwar
haben die Boxen immer noch das gleiche Format, sehen aber jetzt völlig
anders aus und beherbergen auch eine stabilere DVD-Halterung. Nur eins
hat sich nicht geändert: der hohe Preis, der bei sieben Staffeln
einem ein ganz schönes Loch in die Geldbörse reißt - zum
Glück sind die Boxen wieder im Abstand von etwa anderthalb Monaten
erschienen, so daß die Finanzierung da nicht ganz so kritisch ist.
Star Trek VI & V (Special Editions) - Paramount
(R1)
 Auch
die DVDs der Star Trek-Kinofilme wurden weiter überarbeitet und als
Special-Editions herausgebracht. Während sich die neue DVD von Star
Trek IV den Vorgängern angeschlossen hat und zwar keine neue Schnittfassung,
aber hervorragendes und unterhaltsames Bonusmaterial bietet, war die Special-Edition
von Star Trek V etwas enttäuschend. Nicht, weil Paramount William
Shatner kein Geld für einen Director’s Cut, der den Film wahrscheinlich
sowieso nicht hätte retten können, gegeben hat, sondern weil
das Bonusmaterial überraschend langweilig geraten ist. Mehr als eine
Shatner-Beweihräucherungs-Zeremonie sind Kommentarspur und Dokumentationen
leider nicht geworden, obwohl durchaus einige gute Ansätze da sind.
Der neue anamorphe Transfer ist besser als die alte Letterbox-Version,
aber offenbar hat sich Paramount keine große Mühe mit der Nachbearbeitung
gemacht und eine Menge Fussel und Kratzer dringelassen. So bleibt bei
Star Trek V ein bitterer Nachgeschmack, der aber durch die enorm bessere
neue DVD vom vierten Film und der angekündigten Special-Edition von
Teil 6 noch einigermaßen erträglich ist.
West Side Story (Special Edition) - MGM (R1/R2)
Wenn
eine DVD die Bezeichnung Special-Edition verdient hat, dann ist es die
neue Version der West Side Story. Nicht, weil das Bonusmaterial
besonders zahlreich daherkommt – hier zählt Klasse statt Masse.
MGM hat zwar den gleichen Transfer wie bei der alten, extralosen DVD und
nur eine leicht optimierte Tonspur für die SE verwendet, aber da
die frühere Version sowieso schon optimal aussah macht das nicht
viel aus. Die zweite DVD des Sets enthält eine der besten Dokumentationen,
die es in diesem Jahr gegeben hat: West Side Memories ist zwar „nur“
fast eine Stunde lang, bietet aber dafür einen umfassenden Überblick
über die Entstehung des Films, enthält Interviews von praktisch
jedem, der an der Inszenierung beteiligt war und außerdem noch einige
faszinierende Originaltonaufnahmen von Nathalie Wood, deren Gesang im
fertigen Film durch eine andere Sängerin ersetzt wurde. Solche und
andere Sachen machen diese Dokumentation äußerst sehenswert
- aber das ist noch nicht alles, woraus die neue West Side Story Special
Edition besteht: die DVDs sind in einem Digipack untergebracht, das in
einem großen Pappschuber steckt – zusammen mit einem über
100 Seiten dicken Buch, das ein komplettes Drehbuch des Films, viele Fotos
und anderes enthält. Das Buch hat zwar nur eine Paperback-Bindung,
ist aber sehr professionell gemacht und ist ein richtiges Sammlerstück.
Die komplette Box inklusive Buch erschien bemerkenswerterweise nicht nur
in den USA, sondern mit exakt gleicher Ausstattung im Winter auch in Deutschland.
What's Up, Doc? - Warner R1/R2
Peter
Bogdanovics gelungener, liebevoller Versuch Anfang der siebziger Jahre
eine geradezu altmodische Screwball-Komödie zu drehen, war schon
öfter als DVD angekündigt als man mit einer Hand aufzählen
kann. Zuletzt wurde die Veröffentlichung noch einmal verschoben,
um ein Mitwirken des Regisseur zu ermöglichen – die Verzögerung
war gerechtfertigt, denn die neue DVD des Films glänzt nicht nur
mit einem perfekten Transfer, sondern auch mit einer informativen und
unterhaltsamen Kommentarspur des sehr gesprächigen Peter Bogdanovic
und einem Kurz-Kommentar von Barbra Streisand. Da macht es auch nichts
aus, daß die DVD sonst kaum Extras besitzt – Warner hat schon
letztes Jahr oft genug gezeigt, daß weniger oft mehr ist. What's
Up, Doc? ist eine klassische Warner-DVD, die mit sehr wenigen Extras
daherkommt und trotzdem keinen billigen Eindruck macht. Und im Gegensatz
zu manchen anderen Warner-Veröffentlichung gibt es diese DVD auch
schon in Region 1 und Region 2, wobei letztere nur mit wenig Verspätung
erschienen ist.
Who Framed Roger Rabbit? - Touchstone (R1)
Der
erste (und praktisch auch letzte) Versuch, klassische Animation mit Realfilm
nahtlos zu mischen wurde zu einem der größten Kinoerfolge der
achtziger Jahre. Unter der Schirmherrschaft von Steven Spielbergs Produktionsfirma
Amblin inszenierte Robert Zemeckis eine einzigartige Krimi-Komödie,
in der Zeichentrick-Charaktere nicht nur aus alten Disney-Cartoons, sondern
auch von Warner und anderen Studios auftraten und mit den realen Schauspielern
mit einer damals bahnbrechenden neuen Technik zusammen agierten. Bisher
existierte Who Framed Roger Rabbit leider nur als unterdurchschnittliche
DVD mit einem recycelten Laserdisc-Transfer, aber nun hat sich Buena Vista
eines besseren besonnen und eine Special-Edition par excellence auf die
Beine gestellt: ein fast perfekter neuer Transfer, eine ordentliche 5.1-Tonspur
und Extras in Hülle und Fülle. Neben einem neuen Audiokommentar
mit Robert Zemeckis und anderen Beteiligten sind eine neue Dokumentation,
mehrere Featurettes, eine lang verschollene Deleted Scene und noch viel
mehr wird hier geboten. Das ganze wurde außerdem in ein schickes
Digipack eingepackt – endlich eine DVD, die dem Film voll und ganz
gerecht wird. Da ist es schon enttäuschend, daß Disney der
deutschen Ausgabe nicht die gleiche Ausstattung verpaßt hat und
nur auf die kindergerechten Extras reduziert hat.
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