Jahresübersicht 2004
Studios DVDs
Das DVD-Jahr Nummer Sieben ist mein persönliches Jahr Fünf: im Sommer 1999 habe ich meinen ersten DVD-Player und meine erste DVD gekauft, und es nimmt einfach kein Ende. In den fünf Jahren hat sich enorm viel verändert - Studios kamen und gingen, es gab enorme technische Verbesserungen und die Liste von Filmen, auf deren DVDs man wartet wurde immer kleiner. Dieses Jahr hatte man das Gefühl, daß viel mehr alte Klassiker als neue Kinofilme erschienen - ein Phänomen, daß in der letzten Zeit immer mehr zugenommen hat, aber auch von Studio zu Studio unterschiedlich ausgeprägt ist. Neuauflagen gabs dieses Jahr auch wieder einige, aber die meisten davon haben sich wirklich gelohnt und waren keine billigen Abzock-Versuche der Studios.

Die Schlacht zwischen Pan&Scan und Widescreen ist in Europa zum Glück kein Thema mehr, aber in den USA haben einige Studios wieder ein paar Filme mit verstümmeltem Bildformat herausgebracht - unter großem Protest, der zumindest in einem Fall zu einer neuen DVD in Widescreen geführt hat. Der deutsche DVD-Markt hat sich weiter enorm verbessert: sowohl die großen Hollywood-Studios als auch die Deutschland-exklusiven Anbieter haben große Fortschritte gemacht und stecken manchmal sogar ihre amerikanischen und anderen internationalen Kollegen locker in die Tasche. DVD-Eigenimporte aus den anderen Regionen sind für den ernsthaften Filmliebhaber zwar immer noch unerläßlich, aber nicht mehr ganz so zwingend wie noch vor ein paar Jahren.

Und noch der übliche Hinweis: diese Übersicht ist eine ganz persönliche und subjektive Sammlung meiner DVD-Favoriten des Jahres. Vieles habe ich absichtlich weggelassen, entweder weil ich nichts damit anfangen konnte oder auch nur weil die Liste sonst viel zu lang geworden wäre. Dieses Jahr habe ich auch wieder die Unterkategorien abgeschafft und mich nur auf die Studios und Filme konzentriert. Wieder habe ich die DVDs alphabetisch sortiert - eine Rangliste will ich hier nicht aufstellen und auch keine einzelne DVD als beste des Jahres krönen.
Studios

Columbia-Tristar

... war dieses Jahr für mich überhaupt nicht auf dem Plan - ich habe 2004 nicht eine einzige Columbia-DVD gekauft und mir fällt auch nicht mal ansatzweise ein, welche mich überhaupt interessiert hätten. Columbia-Tristar ist an dieser Stelle nur erwähnungswürdig, weil Markenname wegen einiger Restrukturierungen des Mutterkonzerns: Columbia-Tristar wird demnächst Sony Pictures heißen - was aus der Columbia-Lady und dem geflügelten Tristar-Pferd als Logo wird, ist allerdings noch nicht sicher. Sicher ist aber, daß Sony Pictures mit der Übernahme von Metro-Goldwyn-Mayer zu einem der mächtigsten Hollywood-Studios mit der vielleicht größten Filmbibliothek von allen geworden ist.

Universal

.... war in meinem persönlichen DVD-Universum dieses Jahr nur mit einer einzigen Anschaffung vertreten, die nicht ältere Datums war: die Marx Brothers Silver Screen Collection mit den ersten fünf Filmen der Gebrüder - andhand dieser DVD-Box kann man aber auch schnell demonstrieren, wo das Problem bei Universal dieses Jahr lag: dem schlechten Umgang mit Filmklassikern. Universal hat zwar mit der Classic Monster Collection eine Menge der alten Horrorfilme von Dracula über Frankenstein bis zum Schrecken vom Amazonas als sehr ordentliche DVDs herausgebracht, aber das passierte hauptsächlich nur als Werbung für den trotzdem gefloppten Van Helsing. Andere Filme dagegen erhielten keine so bevorzugte Behandlung - die Marx-Brothers-Filme wurden nicht richtig restauriert und nur mit ein paar geradezu lächerlich minimalen Extras ausgestattet, andere Filme wurden sogar in Pan&Scan herausgebracht. Dieser beunruhigende Trend ist bei Universal zum Glück nicht ganz so stark zu spüren wie bei anderen Studios, aber so ganz der Renner wie vor ein paar Jahren ist Universal heute nicht mehr.

20th Century Fox

... hat zusammen mit Luasfilm natürlich durch Starwars den Jackpot des Jahres gewonnen. Die am meisten gehypte DVD-Veröffentlichung des Jahres hat sich als eine überraschend fantastische Sache herausgestellt, ist aber natürlich mehr eine Sache von Lucasfilm selbst gewesen als von Fox, die nur für den Vertrieb zuständig waren. Fox hat aber selbst auch einige sehr nette DVDs herausgebracht - in den USA wurde mit großem Erfolg die Studio-Classics-Serie weitergeführt, weitere Staffeln der Simpsons herausgebracht und auch sonst viele neue Kinofilme in allen Regionen veröffentlicht. Seit diesem Jahr fährt Fox allerdings bei neuen Filmen zweigleisig: während in den USA nur eine 1-Disc-Version erscheint, gibt es in Europa (und Deutschland) ene Single-Ausgbe und eine meist nur geringfügig teurere Doppel-DVD mit mehr Bonusmaterial. Verkaufszahlen in Deutschland haben aber gezeigt, daß trotz des etwas höheren Preises die Special-Editions lieber als die abgespeckten 1-Disc-Varianten gekauft werden - vielleicht haben diese Doppelveröffentlichungen also bald ein Ende.

MGM

... hat ein ganz schön schweres Jahr hinter sich. Das Studio konnte im Kino praktisch keine Erfolge mehr vorweisen und lebte eigentlich nur noch durch die Verwertung des riesigen Filmkatalogs, zu dem mit James Bond eins der größten Franchises von Hollywood gehört. Trotzdem war MGM dieses Jahr auf dem absteigenden Ast - und sein Besitzer, der Multimillionär Kirk Kerokian verkaufte das Studio mit Haut und Haaren an den japanischen Sony-Konzern. Die richtigen Auswirkungen dieser Übernahme werden sich erst in Zukunft deutlich machen, dieses Jahr war bei MGM zumindest im DVD-Bereich noch Business as Usual. In Deutschland hat MGM die Gold-Editions eimngeführt - teilweise Neuverpackungen von alten Special-Edition wie "A Fish Called Wanda" oder "The Great Escape" zum Budget-Preis oder auch ganz neue Veröffentlichungen. MGMs großartigte Veröffentlichung für Filmkenner war natürlich Sergio Leones Westernoper "The Good, the Bad and the Ugly" in einer restaurierten Special-Edition, die es locker mit Paramounts "Once upon a time in the West" aufnehmen konnte. Andere lang erwartete DVDs in Deutschland waren z.B. die 60er-Jahre-Klassiker What´s New, Pussycat und After the Fox, die genauso wie die restlichen in Deutschland erschienene Billy-Wilder-Filme völlig ohne Extras, aber wenigstens mit ordentlicher Bild- und Tonqualität ausgestattet waren.

Paramount

Paramount hat dieses Jahr wieder einmal sehr viel Star Trek herausgebracht: neben zwei weiteren Special-Editions der Kinofilme ist nun auch die Classic-Serie in Form von drei Season-Boxen weltweit erhältlich. Besonders begeistert hat das die deutschen Startrek-Fans, die endlich die Serie mit englischem und deutschem Ton zusammen bekommen können. Aber auch im Nicht-Startrek-Bereich hat Paramount einige sehr schöne DVDs herausgebracht, von denen mich allerdings nur eine wirklich interessiert hat: die neue amerikanische DVD von Sidney Lumets Murder on the Orient-Express.

Warner

... hat sich 2004 hauptsächlich um viele ältere Filme gekümmert, was größtenteils der Verdienst von Produktionsmanager George Feltenstein ist. Unter seiner Obhut wurden viele Klassiker aus den Archiven geholt und in bestmöglichster Qualität als DVD herausgebracht oder in Neuauflagen verbessert - ein Fest für jeden Filmliebhaber. Mir persönlich haben dieses Jahr einige Warner-DVDs großen Spaß gemacht, darunter die Neuauflagen von My Fair Lady und Blazing Saddles, sowie das große Marx-Brothers-Boxset und einige andere lang ersehnte Filme. Warners Ankündigungen für 2005 sehen sehr vielversprechend aus, das Studio scheint also auf dem dieses Jahr eingeschlagenen Kurs zu bleiben.

BBC

Die BBC besitzt als Englands größter und traditionsreichster Fernsehsender ein schier unerschöpfliches Archiv von Filmen und Serien aller Art, die von Unterhaltung bis zu Dokumentation reichen. Dieses Jahr hat die BBC für mich gleich in drei Bereichen sehr erfreuliche DVD-Veröffentlichungen gemacht: einmal die letzten zwei Michael-Palin-Reisedokumentationen Pole to Pole und Full Circle, dann die John-LeCarre-Verfilmung Smiley's People und letztendlich auch zwei weitere Staffeln der Science-Fiction-Comedyserie Red Dwarf. Alles sind hervorragend gelungene DVDs, die zwar wegen des Alters des Quellmaterials technisch nicht so hundertprozentig sauber sind, aber dafür inhaltlich umso mehr zu bieten haben.

Universum

... ist ein überraschender Neuzugang in dieser Rubrik - früher unter dem Namen BMG Video bekannt, war dieses Deutschland-exklusive Studio nur sehr selten für wirklich gute DVDs verantwortlich und hat ansonsten nur äußerst mittelmäßige und manchmal auch sehr schlechte Scheiben produziert. Seit dem Namenswechsel hat Universum aber eine wundersame Wandlung durchgemacht und glänzt jetzt plötzlich mit sorgsam durchdachten Veröffentichungen wie die vielen Louis-de-Funes-Filme mit anamorphen Transfern und Originalton und die erstaunlich gut gelungenen Edgar-Wallace-DVDs, von denen im November erst ein kleiner Teil erschienen ist. Universum macht alles das richtig, was wichtig ist: Transfer im Originalformat und anamorph wo angebracht und so gut wie immer Originalton dabei. Das Studio hat sich für mich von einem Hassobjekt zum Favoriten des Jahres entwickelt.

Sunfilm

... ist mir bisher nie großartig aufgefallen, weil mich die merkwürdigen Filme im Programm dieses kleinen deutschen Anbieters nie interessiert hatten. Die Ankündigung, daß Sunflm die deutschen Rechte an einigen Filmen der britischen Handmade Films gekauft hat, stimmte mich zuerst sehr skeptisch, aber ein Blick auf die Veröffentichungen von Sunfilm ließ da schon Hoffnung aufkommen - fast alle Sunfilm-DVDs sind mit Originalton und anamorphen Transfern ausgestattet. Es sind erst wenige Handmade-Filme von Sunfilm erschienen, aber drei der interessantesten - Time Bandits, Nuns on the Run und A Private Function - sind durchaus gut gelungen, auch wenn nur der letzte Film die Extras der schon vorhandenen britischen DVDs bekommen hatte. Andere Handmade-DVDs erden wohl noch etwas auf sich warten lassen, wei Sunfilm nur Lizenzen kauft und bei Material auf den Lizenzgeber angewiesen ist - bei den bereits erschienenen DVDs gab schon in England oder den USA gute DVD-Transfer, aber bei einigen anderen Filmen ist das (noch) nicht der Fall. Ob Sunfilm tatsächlich von z.B. "Bullshot" oder "Water (zwei der von mir am meisten erwarteten Filme) die ersten DVDs auf der Welt herausbringt bleibt abzuwarten, aber das Studio hat versprochen alle angekündigten Filme auch wirlich herauszubringen - nur wann, ist noch nicht sicher.

DVDs

Blazing Saddles SE - Warner (R1)

…ist eine von Warners wirklich überraschenden Special-Edition-Neuauflagen, die zwar bei den Extras keine wirklich großen Sensationen mitbringt, aber dafür einen wundervollen neuen Transfer und einen umwerfenden 5.1-Remix des alten Mono-Tons bietet, für den sich die neue DVD mit ihrem Budget-Preis auf jeden Fall lohnt. Mel Brooks hat leider keine neue Kommentarspur aufgenommen, aber das alte 50-Minuten-Audiointerview ist wieder dabei, das von einem kurzen Making-Of, den lang ersehnten Deleted Scenes und der Pilotfilm der nie weitergedrehen TV-Spinoff-Serie Back Bart ergänzt wird. Das ganze befindet sich nur auf einer einzigen DVD, aber dank der kurzen Lauflänge des Hauptfilms ist das überhaupt nicht auf die Bildqualität geschlagen. Die Blazing-Saddles-SE mag ein Repackaging der hinterlistigen Art sein, aber die enorm verbesserte Bild- und Tonqualität sowie die netten Extras sind ein tolles Upgrade für die inzwischen wirklich nicht mehr ganz zeitgemäße erste Auflage.

Charade Criterion Collection - Criterion (R1)

Criterion hat Peter Stones und Stanley Donens Thrillerkomödie Charade schon einmal vor fünf Jahren veröffentlicht, aber weniger als ein jahr später war die DVD plötzlich nicht mehr zu haben. Als einer der wenigen Filme mit Public-Domain-Status gab es von Charade zwar jede Menge 08/15-DVDs, aber keine wirklich guten Veröffentlichungen außer der Criteron-Ausgabe - bis Universal in den USA den Film mit einem ganz neuen anamorphen Transfer als "Extra" der gefloppten Neuverfilmung The Truth about Charlie herausbrachte. Im Frühjahr 2004 erschien dann von Criterion endlich eine Neuauflage der alten DVD, die nun den besseren Universal-Transfer verwendet und natürlich die hervorragende Kommentarspur enthält, die die alte Auflage schon zu einem begehrten Sammlerstück gemacht hat. Andere Extras enthält die Criterion-DVD nicht, aber die Kommentarspur enthält schon alleine so viel Informationen, wie sie auch eine sehr ausführliche Dokumentation kaum hätte vermitteln können. Es ist zwar keine wirklich neue DVD, aber der verbesserte Transfer und überhaupt die Tatsache, daß die Charade Criterion Collection nun wieder erhältlich ist, macht sie zu einer der wichtigsten DVDs des Jahres. Wie lange die DVD diesmal im Handel sein wird, ist nicht bekannt - es könnte für immer sein, oder nur bis nächsten Monat. Wenn man sich diese DVD immer schon einmal anschaffen wollte, sollte man das am besten so schnell wie möglich tun. [REVIEW]

Charlie Chan and the Curse of the Dragon Queen - American Cinema (R1)

... ist nicht einmal eine besonders technisch gut gelungene DVD, ganz im Gegenteil - Bild und Ton sind für heutige Augen und Ohren auf einem ziemlich schrecklichen Niveau. Aber wenn man wie ich über zehn Jahre lang der englischen Originalfassung des Films hinterhergelaufen ist, ist man schon froh überhaupt eine DVD des Films zu bekommen. Die praktisch unbekannte humorvolle Parodie auf die klassischen Charlie-Chan-Filme der dreißiger und vierziger Jahre ist sicher kein perfekter Film, aber eine wundervolle Glanzvorstellung von Peter Ustinov in der Titelrolle, der von genauso hochkarätigen Nebenrollen wie Michelle Pfeiffer, Roddy McDowall oder Richard Hatch unterstützt wird. Die DVD macht eigentlich gar keinen so billigen Eindruck - das Cover ist sehr schick gestaltet und bei den Extras befinden sich sogar zwei exklusiv für die DVD produzierte Dokumentationen. Lediglich Bild und Ton sind offenbar aus Budgetgründen nicht so toll, verwendet wurde ein steinalter Videotransfer und eine teils stark knisternde Tonspur, aber wenigstens handelt es sich um einen Open-Matte-Transfer der kein Bild abschneidet und es ist der Originalton, der bisher nur äußerst schwer zu bekommen war. [REVIEW]

Clerks X - Miramax (R1)

Och nö, nicht noch eine Neuauflage! möchte man hier fast schreien, aber Kevin Smith hat sich für die 10th Anniversary-DVD seines legedären Debütfilms Clerks so einiges einfallen lassen. Hier wurde nicht einfach nur ein neuer Transfer gemacht und schnell eine Doku und ein paar Deleted Scenes zusammengefrickelt - die Vorbereitungen für das edle 3-DVD-Set müssen Monate gedauert haben. Außer einer eigentlivh selbstverständlichen neuen Abtastung, die aus dem 16mm-Schwarzweißfilm tatsächlich noch mehr als bei der alten, nicht-anamorphen DVD herausgeholt hat, ist Clerks X mit so vielen Extras gespickt, daß ich sie hier an dieser Stelle gar nicht komplett aufzählen kann. Die wichtigsten sind der "Very Long Cut" des Films, die Urfassung des Films, die leider nur als VHS-Band überlebt hat aber auf der zweiten DVD des Sets das erste Mal intakt zu sehen ist und von einem neuen Audiokommentar, der auch komplett als Videostream per Multiangle abrufbar ist, und die ausführliche Dokumentation "The Snowball Effect", die eindrucksvoll die Entstehung von Clerks schildert. Und, wie man so schön sagt, gibt es noch viel mehr.... [REVIEW]

Dracula - Dead and Loving it - Warner (R2)

... ist Mel Brooks bis heute letzter Film und eine gar nicht so schlechte Neuverfilmung der Dracula-Legende mit dem typischen Brooks-Touch, der aus dem Gruseldrama nich direkt eine Komödie, aber eine liebevolle Hommage gemacht hat. Lange Zeit war der Film als ordentliche DVD überhaupt nicht zu kriegen - es gab nur eine billige deutsche Veröffentlichung ohne Originalton - aber zum Anlaß der Special-Edition von Blazing Saddles hat sich Warner endlich erbarmt und Dracula - Dead and Loving it endlich in den USA herausgebracht. Und das wirklich nicht schlecht: der Bildtransfer ist gut gelungen, und das Bonusmaterial besteht nur aus einer Kommentarspur, auf der nicht nur Mel Brooks selbst, sondern auch die Schauspieler und Drehbuchautoren zu hören sind und mit einem hohen Unterhatungsfaktor und einer exzellenten Informationsdichte alle weiteren Extras überflüssig macht. Nun fehlt nur noch eine ordentliche Neuauflage von The History of the World, Part I - für die auch Warner zuständig wäre - dan ist Mel Brooks endlich Komplett auf DVD vertreten. Vielleicht wird es ja nächstes Jahr etwas, wenn MGM seine Neuauflage von Spaceballs herausbringt.

Louis de Funes-Collections - Universum (R2)

Universum hat es dieses Jahr geschafft, auf fast einen Schlag zehn Filme mit dem französischen Starkomiker Louis de Funes herauszubringen - die Fantomas-Trilogie und sieben weitere Filme, die zwischen 1966 und 1981 entstanden. Dabei handelt es sich größtenteils um die deutlich besseren und weniger albernen Filme mit Louis de Funes - die am meisten bekannte Gendarm von St.Tropez-Reihe ist nicht darunter, aber mit Le Grand Restaurant, Oscar, L'Homme Orchestre und Hibernatus vier der besten Filme aus den sechziger Jahren und L'Aile ou la Cuisse, La Zizanie und La Soupe aux Choux auch eine gute Auslese aus den siebziger und achziger Jahren, sowie Fantomas, die französische Antwort auf die James-Bond-Filme.

Daß Universum ausgerechnet diese Filme in Deutschland herausgebracht hat, hängt damit zusammen daß sie bereits in Frankreich in ordentlicher Form erschienen sind und die Transfer und Originaltonspuren übernommen werden konnten. Großartige Extras wurden für die deutschen DVDs nicht neu produziert, aber sowohl die deutschen als auch die französischen Tonspuren wurden einem Stereo-Surround-Remix unterzogen und die Abtastungen sind für das hohe Alter der Filme wirklich hervorragend. Zwei der Filme sind zwar nur in den leicht geschnittenen deutschen Fassungen enthalten, aber der niedrige Preis von deutlich unter zehn Euro pro DVD in den drei Boxsets und die ansonsten vorbildliche Ausstattung und Qualität machen diese DVDs sehr interessant.

The Fearless Vampire Killers - Warner (R1/R2)

Roman Polanskis Tanz der Vampire (oder Dance of the Vampires oder The Fearless Vampire Killers, wie der offizielle englischsprachige Titel lautet) war lange Zeit einer der am meisten erwarteten DVD-Veröffentlichungen überhaupt. Seit längerer Zeit gab es zwar schon eine dubiose brasilianische DVD, die aber anscheinend ein Bootleg von einer alten Laserdisc war und sicher nicht viel getaugt hat. The Fearless Vampire Killers war ursprünglich eine MGM-Produktion, deren Rechte nun bei Warner liegen - ein Studio, das dieses Jahr ehr gut mit vielen älteren Filmen umgegangen ist. Leider hat der Film nach der langen Wartezeit nicht ganz so die Deluxe-Behandlung bekommen, die er eigentlich verdient hätte: es wurde ein neuer Transfer gemacht, der recht manierlich aussieht, aber leider nicht von allen Kratzern und Fusseln befreit wurde, und auch die Tonspuren klingen nicht so gut, wie man es eigentlich erwartet hätte. Die kaum existenten Extras hätte man da noch verschmerzen können, aber auch mit der nicht ganz optimalen Bild- und Tonqualität ist es trotzdem ein Segen, daß es den Film endlich als DVD gibt und die alten VHS-Kassetten und Fernsehmitschnitte in den wohlverdienten Ruhestand geschickt werden können. [REVIEW]

The Good, the Bad and the Ugly - MGM (R1/R2)

Das Western-Meisterwerk des Jahres kommt dieses Jahr von MGM, ist aber genauso wie der letztes Jahr von Paramount veröffentlichte "Once Upon a Time in the West" wieder ein Werk von Sergio Leone - nämlich der dritte Teil der Dollar-Trilogie. MGM hat sich den dritten Film deshalb zuerst herausgesucht, weil er amn meisten einer Restauration bedurfte, für die weder Kosten noch Zeit gespart wurde. Die Aufwendige Rekonstruktion des Films, wegen der vielen verschiedenen Schnittfassungen dringend nötig, fand bereits im vorherigen Jahr statt und wurde filmbasiert durchgeführt, weil vor der DVD noch eine Kino-Rerelease geplant war. GBU wurde mit einer restaurierten Lauflänge von ast drei Stunden beinahe wieder so lang wie der ursprüngliche italienische Cut von Sergio Leone, einige Szenen wurden sogar von Eli Wallach und Clint Eastwood neu synchronisiert, weil sie nie vorher in englisch Aufgenommen wurden. Die DVD-Veröffentlichung der restaurierten Fassung ist ebenso beeindruckend geworden, denn MGM hat eine Special-Edition erster Güte produziert, die sich leicht mit der Paramount-Veröffentlichung von Once upon a Time in the West messen kann und besondrs großen Wert auf ausführliche Dokumentation legt. Die DVD ist in den USA und in Europa fat gleichzeitig und mit ähnlicher Ausstattung erschienen, aber die US-Version hat den Vorteil einer schickeren Verpackung und neben der englischen auch die italienische Tonspur dabei zu haben.

Jim Knopf - Lightstorm/Hessischer Rundfunk (R2)

Diese beiden Titel stehen stellvertretend für eine ganze Reihe von DVDs, die der Hessische Rundfunk von den vielen Augsburger-Puppenkisten-Sendungen im Laufe des Jahres herausgebracht hat. Jim Knopf und Co sind für viele Leute meiner Generation eine ganz besondere Kindheitserinnerung, aber die Kids von heute werden mit so einer altmodischen Marionettenunterhaltung ("Was'n das für'n Mist, da sieht man ja die Fäden!") kaum etwas anfangen können. Die Zielgruppe der Augburger-Puppenkisten-DVDs scheint also doch mehr das erwachsene Publikum zu sein, die sich ein Stück ihrer Kindheit endlich auch in ihr DVD-Regal stellen können. Technisch gesehen sind die DVDs eine eher gemischte Sache: die Sendungen wurden zwar mit Filmkameras gedreht, aber es wurden leider keine neuen Transfer gemacht und alte Videomaster verwendet, die stellenweise ganz prächtig aussehen, aber auch problematisch sein können. Dennoch ist die Qualität besser als jede Videokassette und TV-Ausstrahlung, und bei einem Preis von gerade mal zehn Euro pro DVD fragt man dann auch nicht großartig weiter nach [REVIEW] [REVIEW]

Marx Brothers-Collections - Warner & Universal (R1)

Dieses Jahr wurden zumindest in den USA sämtliche Filme der Marx-Brothers veröffentlicht. Den Anfang machte Warner im Frühjahr mit einem Boxset bestehend aus den zwischen 1935 und 1946 entstandenen Filmen - nicht nur den MGM-Titeln, sondern auch den zwei unabhängigen Produktionen Room Service und A Night in Casablanca. Zwar wurden nur für die ersten zwei Filme nennenswerte Extras produziert und der Rest nur mit Trailern und ein paar Warner-Cartoons ausgestattet, aber das vorhandene Bonusmaterial ist trotzdem bemerkenswert. Auch die Bild- und Tonqualiät ist dem Alter entsprechend wirklich in Ordnung, obwohl keine vollständigen Restaurationen gemacht wurden.

Leider kann man gleiches nicht von Universals "Marx Brothers Silver Screen Collection" behaupten, die die ersten fünf Filme von 1929 bis 1934 enthält. Aufgrund des höheren Alters und der schwierigen Materialsituation der Filme ist die Bildqualität nicht so gut wie bei der Warner-Box, aber immer noch akzeptabel - lediglich beim ältesten Film "The Cocoanuts" haben einige Akt eine drastisch schlechtere Qualität als der Rest, weil offenbar keine bessere Version mehr vorhanden war. Bild- und Tonqualität der Filme sind aber nicht das Problem des Boxsets, sondern die kaum vorhandenen Extras. Großartig als "Silver Screen Collection" mit einer sechsten DVD voll mit Bonusmaterial angekündigt bestand dieses lediglich aus den Trailern der Filme und nicht einmal zwanzig Minuten an Talkshow-Ausschnitten, die auch auf die Discs der fünf Filme gepaßt hätten.

Murder on the Orient Express - Paramount (R1)

Noch vor zwei Jahren sah es ganz so aus, als ob Murder on the Orient Express so gut wie verschollen wäre - das einzige Land, in dem der Film überhaupt als DVD zu haben war, war Australien. Die Region 4-Version stammte von Universal, die die Rechte von Studio Canal eingekauft hatten. Studio Canal schien auch die europäischen Reche zu besitzen, aber die italienischen, französischen und spanischen DVDs waren nur kurze Zeit zu haben. Im Herbst 2002 erschienen alle vier Agatha-Christie-Filme in England von Momentum in einer Box, aber obwohl in Deutschland Death on the Nile, Evil under the Sun und The Mirror Crack'd von Kinowelt erschienen, ließ Murder on the Orient Express noch bis zum Frühjahr 2003 auf sich warten und erschien erst dann als deutsche Ausgabe. Die anderen drei Filme waren schon zuvor in den USA von Anchor Bay erschienen, aber Murder on the Orient Express war bis jetzt in Region 1 verschollen. Anscheinend hatte der amerikanische Rechteinhaber Paramount den Film aus unbekannten Gründen zurückgehalten, aber für den Spätsommer 2004 wurde dann doch überraschend eine DVD angekündigt, die sich schließlich als beste Version des Films entpuppte. Der neue Transfer ist etwas besser als auf den vorherigen DVDs, aber nicht ganz perfekt - dafür kann die neue US-DVD aber mit einer fantastischen 5.1-Tonspur und einer hervorragenden neuen Dokumentation aufwarten, die die Kinowelt- und Universal-Ausgaben mit Leichtigkeit in die Tasche stecken. [REVIEW]

My Fair Lady SE - Warner (R1/R2)

Im Grunde genommen enthält die neue Special-Edition von My Fair Lady nichts neues, es wurde nur vorhandenes Material neu zusammengestellt und nicht einmal ein neuer Transfer gemacht. Das ist aber alles nicht so schlimm, denn das digitale Master der Harris/Katz-Restauration wurde neu komprimiert und sieht nun doch besser aus als auf der alten DVD - das anscheinend leicht falsche Bildformat wurde nicht korrigiert, aber dieses Rätsel habe ich in meiner Review der Special-Edition lösen können. Die Extras der alten DVD wurden vollständig übernommen, aber bis auf die Kommentarspur (immer noch eine der besten ihres Fachs) auf eine zweite DVD ausgelagert und durch einige Dinge von dem alten Laserdisc-Boxset ergänzt - darunter unter anderem die einstündige Dokumentation, die von dem inzwischen verstorbenen Jeremy Brett gehostet wurde. Auch in Deutschland ist die My Fair Lady SE erschienen und hat nicht nur bei den Extras, sondern auch bei der sonstigen Ausstattung ein Upgrade erhalten: der deutsche Ton ist nun in Stereo-Surround (abe nicht in 5.1 wie der Originalton) zu hören, allerdings kann man über die Qualität dieses Remixes streiten. Alleine für die Extras lohnt sich die identisch zur R1 ausgestattete deutsche Ausgabe auf jeden Fall, wenn man sich nicht an dem unkorrigierten PAL-Speedup stört. [REVIEW]

The Name of the Rose - Warner (R1/R2)

Der Name der Rose hatte zu Anfangszeiten der DVD die zweifelhafte Ehre, eine der allerersten deutschen Veröffentlichungen zu sein, die aber eigentlich den Namen Digital Versatile Disc nicht verdient hatte: zum Einsatz kam ein lausiges altes Videomaster, die einzige Abtastung die in Deutschland je von dem Film gemacht wurde, und natürlich gab es keinen Originalton, geschweige denn Menüs oder sogar Extras. Im Frühjahr diesen Jahres machte Kinowelt den Versuch mit einer Neuauflage dieser zum Glück schon lange nicht mehr erhältlichen Disc noch einmal abzukassieren, aber da schob der neue Rechteinhaber Warner einen Riegel vor und kündigte seinerseits eine eigene Veröffentlichung von The Name of the Rose an - diesmal vernünftig mit neuem Transfer, Originalton und vielen Extras. Die endlich im August erschienene DVD hat die großen Versprechen mühelos halten können - sowohl Bild- und Tonqualität als auch die Extras sind auf allerhöchstem Niveau. Die DVD wurde zwar fast zeitgleich in Region 1 und 2 veröffentlicht, aber nur in Europa gab es eine Special-Edition mit einer zweiten zusätzlichen DVD, die eine weitere fantastische Dokumentation enthält. Das der Film tatsächlich einmal in so einer perfekten Form als DVD erscheint, hätte ich wirklich nicht für möglich gehalten. [REVIEW]

Michael Palin - Pole to Pole & Full Circle - BBC (R2/UK)

Die BBC hat dieses Jahr wie versprochen Michael Palins restliche beiden Reisedokumentationen als DVDs herausgebracht, nachdem im letzten Jahr bereits Sahara und Around the World in 80 Days erschienen sind. Technisch sind diese DVDs wieder so gut wie möglich geworden, allerdings muß man bei de m noch auf 16mm gedrehten Pole to Pole deutliche Abstriche bei der Bildqualität machen, teilweise noch mehr als bei 80 Days. Dafür sieht Full Circle, gedreht auf 35mm-Film, umso besser aus und erreicht schon fast Kinofilm-Niveau. Aber die Qualität ist hier nich ganz so wichtig, hier zählt hauptsächlich der Inhalt - Michael Palin mag auch in grieseligen 16mm-Bildern seine Reise vom Nord- bis zum Südpol auf eine spannende und unterhaltsame Art und Weise zu schildern, die alles andere vergessen läßt. Die Extras von Pole to Pole beschränken sich wieder nur auf ein retrospekties Interview mit Michael Palin, weil anscheinend kein übriggebliebenes Filmmaterial mehr gefunden werden konnte - das gelang allerdings dafür bei Full Circle, dessen DVDs mit ausführlichen "Deleted Scenes" ausgestattet wurden. Auch dieses Jahr erschienen ist übrigens Michael Palins neueste Reise Himalaya, die ich mir aber wegen des gesalzenen Preises von fast 30 Euro noch nicht angeschafft habe - die vier anderen DVD-Sets sind dagegen für kaum mehr als 20 Euro zu bekommen. [REVIEW] [REVIEW]

Red Dwarf Series 4 & 5 - BBC (R2/UK)

Auch Red Dwarf ist dieses Jahr gleich in doppelter Ausführung vertreten, denn die BBC hat wieder zwei Staffeln der britischen Science-Fiction-Comedyserie herausgebracht. Wie schon bei den ersten drei Staffeln brechen die DVDs in Sachen Ausstattung alle Rekorde und während die Bild- und Tonqualität sicher nicht auf Kinofilm-Niveau ist, bekommt man doch das beste geboten, was mit den über zehn Jahre alten BBC-Videoaufnahmen noch möglich ist. Das umfangreiche Bonusmaterial wurde von den Machern der Serie selbst produziert und gehört zu dem besten, was man zur Zeit auf dem DVD-Markt finden kann: jede Episode wird von einem umwerfenden Audiokommentar der Schauspieler begleitet, und auf der zweiten DVD jedes Sets befinden sich eine ausführliche Dokumentation, kiloweise Deleted Scenes, Outtakes und praktisch sämtliches Material, was noch in den Archiven der BBC zu finden war. Selten ist eine Fernsehserie auf einer DVD so gut dokumentiert worden, und das ohne den Unterhaltungswert zu opfern [REVIEW][REVIEW]

Shrek 2 - Dreamworks/Universal (R1/R2)

... ist vielleicht nicht gerade ein absolut perfekte DVD-Veröffentlichung, aber einer der gelungensten Filme des Jahres gehört einfach hierhin. Dreamworks hat es leider noch nicht so richtig raus, wie man eine wirklich gute DVD macht, aber die grundlegenden Dinge sind auf jeden Fall schonmal da: Shrek 2 enthält zwar keine ausführlichen Dokumentationen, sondern nur kleine Featurettes, Clips und anderes kindertaugliches Material, aber für die, die ernsthaft an der Entstehung des Films interessiert sind, gibt es zwei ausführliche Kommentarspuren der Regisseure und Autoren des Films. Während das Bild der amerikanischen Ausgabe auf höchstem Referenzniveau ist, kann man über alle PAL-Versionen, inklusive der deutschen DVD, nur noch den Kopf schütteln: diese wurden mieserabel von dem NTSC-Master konvertiert und haben eine erheblich schlechtere Bildqualität. Da hilft es auch nichts, daß es außerhalb von Region 1 eine überteuerte Doppel-DVD von Shrek 2 mit noch mehr unnötigen Extras gibt. Trotz des Durcheinanders um verschiedene DVD-Ausgaben und schlechte Bildqualität hat zumindest die US-DVD von Shrek 2 wegen des gelungenen Films hier ihren Platz verdient. [REVIEW R1] [REVIEW R2]

The Simpsons Season 4 - 20th Century Fox (R1)

Die Simpsons sind seit gut drei Jahren ein fester Bestandteil des DVD-Universums auf beiden Seiten des großen Teichs - leider ist 20th Century Fox nach dieser langen Zeit erst bei der vierten von mittlerweile insgesamt fünfzehn Staffeln angekommen. Wenn man den schneckenartigen Veröffentlichungsrhythmus einmal außer acht läßt, bekommt man regelmäßig eine der besten amerikanischen Zeichentrickserien in optimaler Form als DVD serviert. Die Bild- und Tonqualität ist den Umständen entsprechend gut gelungen, obwohl die alten Videomaster verwendet wurden und der 5.1-Tonupmix ist sehr gut gelungen. Ihren Ruhm haben die Simpsons-Seasonboxen aber hauptsächlich wegen ihrem hervorragenden Bonusmaterial erreicht, das zwar im dokumentarischen Bereich etwas schwach ist, aber ansonsten viele Deleted Scenes und natürlich die hervorragenden Kommentarspuren umfaßt, die die Laufzeit jeder Box praktisch noch einmal verdoppeln. Leider lassen die deutschen RC2-Veröffentlichungen immer etwa ein gutes halbes Jahr auf sich warten, aber wenn man auf die ohnehin nicht sehr berauschenden deutschen Fassungen verzichten kann, sind die meist erheblich früher erscheinenden und billigeren US-DVDs eine gute Alternative. Dieses Jahr sind eigentlich sogar zwei Staffeln erschienen - aber die fünfte Season dürfte für die meisten Leute noch von "drüben" unterwegs sein. [REVIEW]

Smiley's People - BBC (R2/UK)

... ist die letzte von zwei John-Le-Carre-Verfilmungen der BBC mit Alec Guiness in der Hauptrolle. Der Vorgänger Tinker Tailor Soldier Spy wurde bereits im vorigen Jahr veröffentlicht, nun ist auch die Fortsetzung endlich als DVD zu haben. Die BBC hat die schlichte, aber vorlagengetreue Verfilmung technisch gut auf das digitale Medium umgesetzt, allerdings darf man natürlich keine Wunder erwarten: wie schon bei Tinker Tailor Soldier Spy wurde anscheinend ein altes Videomaster verwendet, aber ein neuer Transfer hätte bei der auf 16mm gedrehten Miniserie sowieso nicht viel genützt. Die Bildqualität paßt aber perfekt zur Atmosphäre von John LeCarres Romanvorlage: grau, düster und etwas schmutzig. Kein Widescreen, kein Surroundton, aber eine erzählerische Dichte, die jede qualitative Einschränkung unwichtig erscheinen läßt. Die Extras von Smiley's People bestehen nur aus einem halbstündigen Interview mit John LeCarre und dem Tinker Tailor-Regissseur John Irwin, das einen faszinierenden Einblick in die Entstehung der beiden Miniserien gibt. Schmodderiges Bild und schnöder Mono-Ton hin oder her - Smiley's People bietet fast sechs Stunden erstklassige Unterhaltung, die natürlich nicht jedermanns Geschmack ist, aber für Filmkenner eine der gehaltvollsten DVDs des Jahres sein dürfte.

Star Trek VI & VII SEs - Paramount (R1/R2)

Mit Paramounts Special-Edition-Neuveröffentlichungen der Startrek-Filme ist es fast wie mit den Filmen selbst - es gibt manche Perlen, aber auch so manche schwarze Schafe. Die diesjährigen SE-Updates waren Film Nummer sechs und sieben - The Undiscovered Country, und Generations. Die neue DVD von Star Trek VI entstand unter der Aufsicht von Regisseur Nicholas Meyer, der nicht nur eine sehr interessante Kommentarspur aufnahm und an den umfangreichen Extras mitarbeitete, sondern auch den hervorragend gelungenen Transfer überwachte und einige minimale Änderungen im Schnitt des Films machte. Generations ist dagegen anscheinend ein Opfer von Desinteresse Seitens des Studios geworden: es wurde zwar ein neuer Transfer gemacht, aber dermaßen schlecht nachbearbeitet, daß für einen gerade einmal zehn Jahre alten Film eine riesige Anzahl von Kratzern und Fusseln das Bild verschandelt. Auch das Bonusmaterial konnte im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht so recht überzeugen - die Dokus glänzen nur durch Inhaltsleere, und auf der Kommentarspur ist nicht der Regisseur, sondern das Autorenteam zu hören. Sogar die berühmten Deleted Scenes erwiesen sich als weitaus weniger interessant, als man sich vorgestellt hat - alles in allem erinnert diese DVD an die genauso lustlos zusammengeschmissene Special-Edition von Star Trek V vom letzten Jahr. [REVIEW ST6] [REVIEW ST7]

Star Trek The Original Series Season 1-3 - Paramount (R1/R2)

Eine halbe Ewigkeit nachdem die Startrek-Classic-Serie in den USA erstmals als DVD erschien - damals noch praktisch unbezahlbar in einzelnen Discs mit je zwei Folgen - hat Paramount nun den großen Schritt getan und die gesamte Serie erstmals in Form von drei handlichen DVD-Boxen auf der ganzen Welt herausgebracht. Für die europäische Ausgabe mußten erstmals die in den siebziger Jahren teilweise stark verstümmelten deutschen Synchronfassungen auf das vollständige amerikanische Master angelegt werden, was mit einigem Aufwand verbunden war, den Paramount aber nicht gescheut hat: die deutsche Fassung wurde zwar im Mono-Original belassen, aber an den fehlenden Stellen professionell und mit passenden Stimmen nachsynchronisiert, so daß zum ersten Mal Star Trek TOS im deutschsprachigen Raum in komplett ungeschnittener Fassung zu sehen ist. Außerdem besitzen die drei neuen Boxsets einige ansehnliche Extras ganz im Stil der anderen Startrek-Boxen und eine tolle Verpackung, die in den Pressefotos furchbar aussah, aber sich als sehr schick und praktisch herausgestellt hat. Diese DVDs sind nicht nur für hartgesottene Startrek-Fans interessant. [REVIEW Season 1] [REVIEW Season 2] [REVIEW Season 3]

Star Wars Trilogy - 20th Century Fox (R1/R2)

... ist genauso wie Indiana Jones im vorigen Jahr nicht nur eine der wichtigsten, sondern auch beeindruckensten DVD-Veröffentlichungen des Jahres. Abgesehen vom Kultstatus der Filme selbst und dem Trara über die ganzen Änderungen die George Lucas seinen Fans zugemutet hat, ist die erstmalige DVD-Veröffentlichung der originalen Starwars-Trilogy vor allen Dingen ein restauratorisches Meisterwerk, denn die Bild- und Tonqualität hat sogar die größten Zweifler beeindrucken können. Insbesondere die von Lowry Digital restaurierten Transfer sind ein kleines Wunder und lassen die Filme so aussehen, als ob sie gestern gedreht worden wären und stecken so manche DVD von einem neuen Film mit Leichtigkeit in die Tasche. Überraschend sind auch die reichhaltigen Extras, mit denen kaum jemand gerechnet hat: neben einer neuen, ausführlichen Dokumentation und vielen anderen Sachen auf einer vierten Disc enthält jeder Film eine dichte, informative Kommentarspur von George Lucas und Co. Hier braucht man gar nichts zu hypen - die Starwars-DVDs sind schlicht und einfach hervorragend gelungen. [REVIEW]

Time Bandits Divimax - Anchor Bay (R1)

Fünf Jahre nach der einst ganz akzeptablen, aber heute technisch nicht mehr annehmbaren Criterion Collection von Terry Gilliams Time Bandits hat AnchorBay endlich eine neue DVD herausgebracht. Ausgestattet mit einem brandneuen Transfer mit dem Divimax-Siegel liegen Welten zwischen der Criterion-Ausgabe und AnchorBays neuer DVD - der Ton-Remix ging zwar daneben, aber die ohnehin schon so gut wie perfekte Originalabmischung ist auch mit dabei. Es wäre fast die perfekte Time Bandits-DVD geworden, aber leider hat Criterion den Audiokommentar nicht herausgerückt, so daß man hier mit zwei interessanten Dokumentationen auskommen muß. Als "Update" für die Criterion-DVD ist die Divimax-Edition des Films aber ähnlich wie bei der neuen Columbia-DVD von The Life of Brian ein absolutes Muß. Time Bandits gibts inzwischen sogar in Deutschland als DVD - die Sunfilm-Veröffentlichung besitzt wenigstens den Transfer der englischen AnchorBay-Disc, hat aber keine nennswerten Extras. AnchorBays Divimax-Version ist für Fans von Time Bandits in Kombination mit der englischen DVD oder der Criterion-Disc, die beide die auf der US-Version fehlende Kommentarspur enthalten, die ultimative Version des Films. [REVIEW]