| Columbia-Tristar
... war dieses Jahr für mich überhaupt nicht
auf dem Plan - ich habe 2004 nicht eine einzige Columbia-DVD gekauft und
mir fällt auch nicht mal ansatzweise ein, welche mich überhaupt
interessiert hätten. Columbia-Tristar ist an dieser Stelle nur erwähnungswürdig,
weil Markenname wegen einiger Restrukturierungen des Mutterkonzerns: Columbia-Tristar
wird demnächst Sony Pictures heißen - was aus der Columbia-Lady
und dem geflügelten Tristar-Pferd als Logo wird, ist allerdings noch
nicht sicher. Sicher ist aber, daß Sony Pictures mit der Übernahme
von Metro-Goldwyn-Mayer zu einem der mächtigsten Hollywood-Studios
mit der vielleicht größten Filmbibliothek von allen geworden
ist.
Universal
.... war in meinem persönlichen DVD-Universum dieses
Jahr nur mit einer einzigen Anschaffung vertreten, die nicht ältere
Datums war: die Marx Brothers Silver Screen Collection mit den ersten
fünf Filmen der Gebrüder - andhand dieser DVD-Box kann man aber
auch schnell demonstrieren, wo das Problem bei Universal dieses Jahr lag:
dem schlechten Umgang mit Filmklassikern. Universal hat zwar mit der Classic
Monster Collection eine Menge der alten Horrorfilme von Dracula über
Frankenstein bis zum Schrecken vom Amazonas als sehr ordentliche DVDs
herausgebracht, aber das passierte hauptsächlich nur als Werbung
für den trotzdem gefloppten Van Helsing. Andere Filme dagegen erhielten
keine so bevorzugte Behandlung - die Marx-Brothers-Filme wurden nicht
richtig restauriert und nur mit ein paar geradezu lächerlich minimalen
Extras ausgestattet, andere Filme wurden sogar in Pan&Scan herausgebracht.
Dieser beunruhigende Trend ist bei Universal zum Glück nicht ganz
so stark zu spüren wie bei anderen Studios, aber so ganz der Renner
wie vor ein paar Jahren ist Universal heute nicht mehr.
20th Century Fox
...
hat zusammen mit Luasfilm natürlich durch Starwars den Jackpot des
Jahres gewonnen. Die am meisten gehypte DVD-Veröffentlichung des Jahres
hat sich als eine überraschend fantastische Sache herausgestellt, ist
aber natürlich mehr eine Sache von Lucasfilm selbst gewesen als von
Fox, die nur für den Vertrieb zuständig waren. Fox hat aber selbst
auch einige sehr nette DVDs herausgebracht - in den USA wurde mit großem
Erfolg die Studio-Classics-Serie weitergeführt, weitere Staffeln der
Simpsons herausgebracht und auch sonst viele neue Kinofilme in allen Regionen
veröffentlicht. Seit diesem Jahr fährt Fox allerdings bei neuen
Filmen zweigleisig: während in den USA nur eine 1-Disc-Version erscheint,
gibt es in Europa (und Deutschland) ene Single-Ausgbe und eine meist nur
geringfügig teurere Doppel-DVD mit mehr Bonusmaterial. Verkaufszahlen
in Deutschland haben aber gezeigt, daß trotz des etwas höheren
Preises die Special-Editions lieber als die abgespeckten 1-Disc-Varianten
gekauft werden - vielleicht haben diese Doppelveröffentlichungen also
bald ein Ende.
MGM
...
hat ein ganz schön schweres Jahr hinter sich. Das Studio konnte im
Kino praktisch keine Erfolge mehr vorweisen und lebte eigentlich nur noch
durch die Verwertung des riesigen Filmkatalogs, zu dem mit James Bond eins
der größten Franchises von Hollywood gehört. Trotzdem war
MGM dieses Jahr auf dem absteigenden Ast - und sein Besitzer, der Multimillionär
Kirk Kerokian verkaufte das Studio mit Haut und Haaren an den japanischen
Sony-Konzern. Die richtigen Auswirkungen dieser Übernahme werden sich
erst in Zukunft deutlich machen, dieses Jahr war bei MGM zumindest im DVD-Bereich
noch Business as Usual. In Deutschland hat MGM die Gold-Editions eimngeführt
- teilweise Neuverpackungen von alten Special-Edition wie "A Fish Called
Wanda" oder "The Great Escape" zum Budget-Preis oder auch
ganz neue Veröffentlichungen. MGMs großartigte Veröffentlichung
für Filmkenner war natürlich Sergio Leones Westernoper "The
Good, the Bad and the Ugly" in einer restaurierten Special-Edition,
die es locker mit Paramounts "Once upon a time in the West" aufnehmen
konnte. Andere lang erwartete DVDs in Deutschland waren z.B. die 60er-Jahre-Klassiker
What´s New, Pussycat und After the Fox, die genauso wie die restlichen
in Deutschland erschienene Billy-Wilder-Filme völlig ohne Extras, aber
wenigstens mit ordentlicher Bild- und Tonqualität ausgestattet waren.
Paramount
Paramount
hat dieses Jahr wieder einmal sehr viel Star Trek herausgebracht: neben
zwei weiteren Special-Editions der Kinofilme ist nun auch die Classic-Serie
in Form von drei Season-Boxen weltweit erhältlich. Besonders begeistert
hat das die deutschen Startrek-Fans, die endlich die Serie mit englischem
und deutschem Ton zusammen bekommen können. Aber auch im Nicht-Startrek-Bereich
hat Paramount einige sehr schöne DVDs herausgebracht, von denen mich
allerdings nur eine wirklich interessiert hat: die neue amerikanische DVD
von Sidney Lumets Murder on the Orient-Express.
Warner
...
hat sich 2004 hauptsächlich um viele ältere Filme gekümmert,
was größtenteils der Verdienst von Produktionsmanager George
Feltenstein ist. Unter seiner Obhut wurden viele Klassiker aus den Archiven
geholt und in bestmöglichster Qualität als DVD herausgebracht
oder in Neuauflagen verbessert - ein Fest für jeden Filmliebhaber.
Mir persönlich haben dieses Jahr einige Warner-DVDs großen Spaß
gemacht, darunter die Neuauflagen von My Fair Lady und Blazing
Saddles, sowie das große Marx-Brothers-Boxset und einige andere
lang ersehnte Filme. Warners Ankündigungen für 2005 sehen sehr
vielversprechend aus, das Studio scheint also auf dem dieses Jahr eingeschlagenen
Kurs zu bleiben.
BBC
Die BBC besitzt als Englands größter und traditionsreichster
Fernsehsender ein schier unerschöpfliches Archiv von Filmen und Serien
aller Art, die von Unterhaltung bis zu Dokumentation reichen. Dieses Jahr
hat die BBC für mich gleich in drei Bereichen sehr erfreuliche DVD-Veröffentlichungen
gemacht: einmal die letzten zwei Michael-Palin-Reisedokumentationen Pole
to Pole und Full Circle, dann die John-LeCarre-Verfilmung
Smiley's People und letztendlich auch zwei weitere Staffeln der
Science-Fiction-Comedyserie Red Dwarf. Alles sind hervorragend
gelungene DVDs, die zwar wegen des Alters des Quellmaterials technisch
nicht so hundertprozentig sauber sind, aber dafür inhaltlich umso mehr
zu bieten haben.
Universum
...
ist ein überraschender Neuzugang in dieser Rubrik - früher unter
dem Namen BMG Video bekannt, war dieses Deutschland-exklusive Studio nur
sehr selten für wirklich gute DVDs verantwortlich und hat ansonsten
nur äußerst mittelmäßige und manchmal auch sehr
schlechte Scheiben produziert. Seit dem Namenswechsel hat Universum aber
eine wundersame Wandlung durchgemacht und glänzt jetzt plötzlich
mit sorgsam durchdachten Veröffentichungen wie die vielen Louis-de-Funes-Filme
mit anamorphen Transfern und Originalton und die erstaunlich gut gelungenen
Edgar-Wallace-DVDs, von denen im November erst ein kleiner Teil erschienen
ist. Universum macht alles das richtig, was wichtig ist: Transfer im Originalformat
und anamorph wo angebracht und so gut wie immer Originalton dabei. Das
Studio hat sich für mich von einem Hassobjekt zum Favoriten des Jahres
entwickelt.
Sunfilm
...
ist mir bisher nie großartig aufgefallen, weil mich die merkwürdigen
Filme im Programm dieses kleinen deutschen Anbieters nie interessiert
hatten. Die Ankündigung, daß Sunflm die deutschen Rechte an
einigen Filmen der britischen Handmade Films gekauft hat, stimmte mich
zuerst sehr skeptisch, aber ein Blick auf die Veröffentichungen von
Sunfilm ließ da schon Hoffnung aufkommen - fast alle Sunfilm-DVDs
sind mit Originalton und anamorphen Transfern ausgestattet. Es sind erst
wenige Handmade-Filme von Sunfilm erschienen, aber drei der interessantesten
- Time Bandits, Nuns on the Run und A Private Function
- sind durchaus gut gelungen, auch wenn nur der letzte Film die Extras
der schon vorhandenen britischen DVDs bekommen hatte. Andere Handmade-DVDs
erden wohl noch etwas auf sich warten lassen, wei Sunfilm nur Lizenzen
kauft und bei Material auf den Lizenzgeber angewiesen ist - bei den bereits
erschienenen DVDs gab schon in England oder den USA gute DVD-Transfer,
aber bei einigen anderen Filmen ist das (noch) nicht der Fall. Ob Sunfilm
tatsächlich von z.B. "Bullshot" oder "Water (zwei
der von mir am meisten erwarteten Filme) die ersten DVDs auf der Welt
herausbringt bleibt abzuwarten, aber das Studio hat versprochen alle angekündigten
Filme auch wirlich herauszubringen - nur wann, ist noch nicht sicher.
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Blazing Saddles SE - Warner (R1)
…ist
eine von Warners wirklich überraschenden Special-Edition-Neuauflagen,
die zwar bei den Extras keine wirklich großen Sensationen mitbringt,
aber dafür einen wundervollen neuen Transfer und einen umwerfenden
5.1-Remix des alten Mono-Tons bietet, für den sich die neue DVD mit
ihrem Budget-Preis auf jeden Fall lohnt. Mel Brooks hat leider keine neue
Kommentarspur aufgenommen, aber das alte 50-Minuten-Audiointerview ist
wieder dabei, das von einem kurzen Making-Of, den lang ersehnten Deleted
Scenes und der Pilotfilm der nie weitergedrehen TV-Spinoff-Serie Back
Bart ergänzt wird. Das ganze befindet sich nur auf einer einzigen
DVD, aber dank der kurzen Lauflänge des Hauptfilms ist das überhaupt
nicht auf die Bildqualität geschlagen. Die Blazing-Saddles-SE mag
ein Repackaging der hinterlistigen Art sein, aber die enorm verbesserte
Bild- und Tonqualität sowie die netten Extras sind ein tolles Upgrade
für die inzwischen wirklich nicht mehr ganz zeitgemäße
erste Auflage.
Charade Criterion Collection - Criterion (R1)
Criterion
hat Peter Stones und Stanley Donens Thrillerkomödie Charade
schon einmal vor fünf Jahren veröffentlicht, aber weniger als
ein jahr später war die DVD plötzlich nicht mehr zu haben. Als
einer der wenigen Filme mit Public-Domain-Status gab es von Charade zwar
jede Menge 08/15-DVDs, aber keine wirklich guten Veröffentlichungen
außer der Criteron-Ausgabe - bis Universal in den USA den Film mit
einem ganz neuen anamorphen Transfer als "Extra" der gefloppten
Neuverfilmung The Truth about Charlie herausbrachte. Im Frühjahr
2004 erschien dann von Criterion endlich eine Neuauflage der alten DVD,
die nun den besseren Universal-Transfer verwendet und natürlich die
hervorragende Kommentarspur enthält, die die alte Auflage schon zu
einem begehrten Sammlerstück gemacht hat. Andere Extras enthält
die Criterion-DVD nicht, aber die Kommentarspur enthält schon alleine
so viel Informationen, wie sie auch eine sehr ausführliche Dokumentation
kaum hätte vermitteln können. Es ist zwar keine wirklich neue
DVD, aber der verbesserte Transfer und überhaupt die Tatsache, daß
die Charade Criterion Collection nun wieder erhältlich ist,
macht sie zu einer der wichtigsten DVDs des Jahres. Wie lange die DVD
diesmal im Handel sein wird, ist nicht bekannt - es könnte für
immer sein, oder nur bis nächsten Monat. Wenn man sich diese DVD
immer schon einmal anschaffen wollte, sollte man das am besten so schnell
wie möglich tun. [REVIEW]
Charlie Chan and the Curse of the Dragon Queen
- American Cinema (R1)
...
ist nicht einmal eine besonders technisch gut gelungene DVD, ganz im Gegenteil
- Bild und Ton sind für heutige Augen und Ohren auf einem ziemlich
schrecklichen Niveau. Aber wenn man wie ich über zehn Jahre lang
der englischen Originalfassung des Films hinterhergelaufen ist, ist man
schon froh überhaupt eine DVD des Films zu bekommen. Die praktisch
unbekannte humorvolle Parodie auf die klassischen Charlie-Chan-Filme der
dreißiger und vierziger Jahre ist sicher kein perfekter Film, aber
eine wundervolle Glanzvorstellung von Peter Ustinov in der Titelrolle,
der von genauso hochkarätigen Nebenrollen wie Michelle Pfeiffer,
Roddy McDowall oder Richard Hatch unterstützt wird. Die DVD macht
eigentlich gar keinen so billigen Eindruck - das Cover ist sehr schick
gestaltet und bei den Extras befinden sich sogar zwei exklusiv für
die DVD produzierte Dokumentationen. Lediglich Bild und Ton sind offenbar
aus Budgetgründen nicht so toll, verwendet wurde ein steinalter Videotransfer
und eine teils stark knisternde Tonspur, aber wenigstens handelt es sich
um einen Open-Matte-Transfer der kein Bild abschneidet und es ist der
Originalton, der bisher nur äußerst schwer zu bekommen war.
[REVIEW]
Clerks X - Miramax (R1)
Och
nö, nicht noch eine Neuauflage! möchte man hier fast schreien,
aber Kevin Smith hat sich für die 10th Anniversary-DVD seines legedären
Debütfilms Clerks so einiges einfallen lassen. Hier wurde
nicht einfach nur ein neuer Transfer gemacht und schnell eine Doku und
ein paar Deleted Scenes zusammengefrickelt - die Vorbereitungen für
das edle 3-DVD-Set müssen Monate gedauert haben. Außer einer
eigentlivh selbstverständlichen neuen Abtastung, die aus dem 16mm-Schwarzweißfilm
tatsächlich noch mehr als bei der alten, nicht-anamorphen DVD herausgeholt
hat, ist Clerks X mit so vielen Extras gespickt, daß ich sie hier
an dieser Stelle gar nicht komplett aufzählen kann. Die wichtigsten
sind der "Very Long Cut" des Films, die Urfassung des Films,
die leider nur als VHS-Band überlebt hat aber auf der zweiten DVD
des Sets das erste Mal intakt zu sehen ist und von einem neuen Audiokommentar,
der auch komplett als Videostream per Multiangle abrufbar ist, und die
ausführliche Dokumentation "The Snowball Effect", die eindrucksvoll
die Entstehung von Clerks schildert. Und, wie man so schön sagt,
gibt es noch viel mehr.... [REVIEW]
Dracula - Dead and Loving it - Warner (R2)
...
ist Mel Brooks bis heute letzter Film und eine gar nicht so schlechte
Neuverfilmung der Dracula-Legende mit dem typischen Brooks-Touch, der
aus dem Gruseldrama nich direkt eine Komödie, aber eine liebevolle
Hommage gemacht hat. Lange Zeit war der Film als ordentliche DVD überhaupt
nicht zu kriegen - es gab nur eine billige deutsche Veröffentlichung
ohne Originalton - aber zum Anlaß der Special-Edition von Blazing
Saddles hat sich Warner endlich erbarmt und Dracula - Dead and Loving
it endlich in den USA herausgebracht. Und das wirklich nicht schlecht:
der Bildtransfer ist gut gelungen, und das Bonusmaterial besteht nur aus
einer Kommentarspur, auf der nicht nur Mel Brooks selbst, sondern auch
die Schauspieler und Drehbuchautoren zu hören sind und mit einem
hohen Unterhatungsfaktor und einer exzellenten Informationsdichte alle
weiteren Extras überflüssig macht. Nun fehlt nur noch eine ordentliche
Neuauflage von The History of the World, Part I - für die auch Warner
zuständig wäre - dan ist Mel Brooks endlich Komplett auf DVD
vertreten. Vielleicht wird es ja nächstes Jahr etwas, wenn MGM seine
Neuauflage von Spaceballs herausbringt.
Louis de Funes-Collections - Universum (R2)
 
Universum hat es dieses Jahr geschafft, auf fast einen Schlag zehn Filme
mit dem französischen Starkomiker Louis de Funes herauszubringen - die
Fantomas-Trilogie und sieben weitere Filme, die zwischen 1966 und 1981
entstanden. Dabei handelt es sich größtenteils um die deutlich besseren
und weniger albernen Filme mit Louis de Funes - die am meisten bekannte
Gendarm von St.Tropez-Reihe ist nicht darunter, aber mit Le
Grand Restaurant, Oscar, L'Homme Orchestre und
Hibernatus vier der besten Filme aus den sechziger Jahren und
L'Aile ou la Cuisse, La Zizanie und La Soupe aux
Choux auch eine gute Auslese aus den siebziger und achziger Jahren,
sowie Fantomas, die französische Antwort auf die James-Bond-Filme.
Daß Universum ausgerechnet diese Filme in Deutschland herausgebracht hat,
hängt damit zusammen daß sie bereits in Frankreich in ordentlicher Form
erschienen sind und die Transfer und Originaltonspuren übernommen werden
konnten. Großartige Extras wurden für die deutschen DVDs nicht neu produziert,
aber sowohl die deutschen als auch die französischen Tonspuren wurden
einem Stereo-Surround-Remix unterzogen und die Abtastungen sind für das
hohe Alter der Filme wirklich hervorragend. Zwei der Filme sind zwar nur
in den leicht geschnittenen deutschen Fassungen enthalten, aber der niedrige
Preis von deutlich unter zehn Euro pro DVD in den drei Boxsets und die
ansonsten vorbildliche Ausstattung und Qualität machen diese DVDs
sehr interessant.
The Fearless Vampire Killers - Warner (R1/R2)
Roman Polanskis Tanz der Vampire (oder Dance of the Vampires
oder The Fearless Vampire Killers, wie der offizielle englischsprachige
Titel lautet) war lange Zeit einer der am meisten erwarteten DVD-Veröffentlichungen
überhaupt. Seit längerer Zeit gab es zwar schon eine dubiose
brasilianische DVD, die aber anscheinend ein Bootleg von einer alten Laserdisc
war und sicher nicht viel getaugt hat. The Fearless Vampire Killers
war ursprünglich eine MGM-Produktion, deren Rechte nun bei Warner
liegen - ein Studio, das dieses Jahr ehr gut mit vielen älteren Filmen
umgegangen ist. Leider hat der Film nach der langen Wartezeit nicht ganz
so die Deluxe-Behandlung bekommen, die er eigentlich verdient hätte:
es wurde ein neuer Transfer gemacht, der recht manierlich aussieht, aber
leider nicht von allen Kratzern und Fusseln befreit wurde, und auch die
Tonspuren klingen nicht so gut, wie man es eigentlich erwartet hätte.
Die kaum existenten Extras hätte man da noch verschmerzen können,
aber auch mit der nicht ganz optimalen Bild- und Tonqualität ist
es trotzdem ein Segen, daß es den Film endlich als DVD gibt und
die alten VHS-Kassetten und Fernsehmitschnitte in den wohlverdienten Ruhestand
geschickt werden können. [REVIEW]
The Good, the Bad and the Ugly - MGM (R1/R2)
Das
Western-Meisterwerk des Jahres kommt dieses Jahr von MGM, ist aber genauso
wie der letztes Jahr von Paramount veröffentlichte "Once Upon
a Time in the West" wieder ein Werk von Sergio Leone - nämlich
der dritte Teil der Dollar-Trilogie. MGM hat sich den dritten Film deshalb
zuerst herausgesucht, weil er amn meisten einer Restauration bedurfte,
für die weder Kosten noch Zeit gespart wurde. Die Aufwendige Rekonstruktion
des Films, wegen der vielen verschiedenen Schnittfassungen dringend nötig,
fand bereits im vorherigen Jahr statt und wurde filmbasiert durchgeführt,
weil vor der DVD noch eine Kino-Rerelease geplant war. GBU wurde mit einer
restaurierten Lauflänge von ast drei Stunden beinahe wieder so lang
wie der ursprüngliche italienische Cut von Sergio Leone, einige Szenen
wurden sogar von Eli Wallach und Clint Eastwood neu synchronisiert, weil
sie nie vorher in englisch Aufgenommen wurden. Die DVD-Veröffentlichung
der restaurierten Fassung ist ebenso beeindruckend geworden, denn MGM
hat eine Special-Edition erster Güte produziert, die sich leicht
mit der Paramount-Veröffentlichung von Once upon a Time in the West
messen kann und besondrs großen Wert auf ausführliche Dokumentation
legt. Die DVD ist in den USA und in Europa fat gleichzeitig und mit ähnlicher
Ausstattung erschienen, aber die US-Version hat den Vorteil einer schickeren
Verpackung und neben der englischen auch die italienische Tonspur dabei
zu haben.
Jim Knopf - Lightstorm/Hessischer Rundfunk (R2)
 Diese
beiden Titel stehen stellvertretend für eine ganze Reihe von DVDs,
die der Hessische Rundfunk von den vielen Augsburger-Puppenkisten-Sendungen
im Laufe des Jahres herausgebracht hat. Jim Knopf und Co sind für
viele Leute meiner Generation eine ganz besondere Kindheitserinnerung,
aber die Kids von heute werden mit so einer altmodischen Marionettenunterhaltung
("Was'n das für'n Mist, da sieht man ja die Fäden!")
kaum etwas anfangen können. Die Zielgruppe der Augburger-Puppenkisten-DVDs
scheint also doch mehr das erwachsene Publikum zu sein, die sich ein Stück
ihrer Kindheit endlich auch in ihr DVD-Regal stellen können. Technisch
gesehen sind die DVDs eine eher gemischte Sache: die Sendungen wurden
zwar mit Filmkameras gedreht, aber es wurden leider keine neuen Transfer
gemacht und alte Videomaster verwendet, die stellenweise ganz prächtig
aussehen, aber auch problematisch sein können. Dennoch ist die Qualität
besser als jede Videokassette und TV-Ausstrahlung, und bei einem Preis
von gerade mal zehn Euro pro DVD fragt man dann auch nicht großartig
weiter nach [REVIEW]
[REVIEW]
Marx Brothers-Collections - Warner & Universal
(R1)
 Dieses
Jahr wurden zumindest in den USA sämtliche Filme der Marx-Brothers
veröffentlicht. Den Anfang machte Warner im Frühjahr mit einem
Boxset bestehend aus den zwischen 1935 und 1946 entstandenen Filmen -
nicht nur den MGM-Titeln, sondern auch den zwei unabhängigen Produktionen
Room Service und A Night in Casablanca. Zwar wurden nur für die ersten
zwei Filme nennenswerte Extras produziert und der Rest nur mit Trailern
und ein paar Warner-Cartoons ausgestattet, aber das vorhandene Bonusmaterial
ist trotzdem bemerkenswert. Auch die Bild- und Tonqualiät ist dem
Alter entsprechend wirklich in Ordnung, obwohl keine vollständigen
Restaurationen gemacht wurden.
Leider kann man gleiches nicht von Universals "Marx Brothers Silver
Screen Collection" behaupten, die die ersten fünf Filme von
1929 bis 1934 enthält. Aufgrund des höheren Alters und der schwierigen
Materialsituation der Filme ist die Bildqualität nicht so gut wie
bei der Warner-Box, aber immer noch akzeptabel - lediglich beim ältesten
Film "The Cocoanuts" haben einige Akt eine drastisch schlechtere
Qualität als der Rest, weil offenbar keine bessere Version mehr vorhanden
war. Bild- und Tonqualität der Filme sind aber nicht das Problem
des Boxsets, sondern die kaum vorhandenen Extras. Großartig als
"Silver Screen Collection" mit einer sechsten DVD voll mit Bonusmaterial
angekündigt bestand dieses lediglich aus den Trailern der Filme und
nicht einmal zwanzig Minuten an Talkshow-Ausschnitten, die auch auf die
Discs der fünf Filme gepaßt hätten.
Murder on the Orient Express - Paramount (R1)
Noch
vor zwei Jahren sah es ganz so aus, als ob Murder on the Orient Express
so gut wie verschollen wäre - das einzige Land, in dem der Film überhaupt
als DVD zu haben war, war Australien. Die Region
4-Version stammte von Universal, die die Rechte von Studio Canal eingekauft
hatten. Studio Canal schien auch die europäischen Reche zu besitzen,
aber die italienischen, französischen und spanischen DVDs waren nur
kurze Zeit zu haben. Im Herbst 2002 erschienen alle vier Agatha-Christie-Filme
in England von Momentum in einer Box, aber obwohl in Deutschland Death
on the Nile, Evil under the Sun und The
Mirror Crack'd von Kinowelt erschienen, ließ Murder on the
Orient Express noch bis zum Frühjahr 2003 auf sich warten und
erschien erst dann als deutsche Ausgabe.
Die anderen drei Filme waren schon zuvor in den USA von Anchor Bay erschienen,
aber Murder on the Orient Express war bis jetzt in Region 1 verschollen.
Anscheinend hatte der amerikanische Rechteinhaber Paramount den Film aus
unbekannten Gründen zurückgehalten, aber für den Spätsommer
2004 wurde dann doch überraschend eine DVD angekündigt, die
sich schließlich als beste Version des Films entpuppte. Der neue
Transfer ist etwas besser als auf den vorherigen DVDs, aber nicht ganz
perfekt - dafür kann die neue US-DVD aber mit einer fantastischen
5.1-Tonspur und einer hervorragenden neuen Dokumentation aufwarten, die
die Kinowelt- und Universal-Ausgaben mit Leichtigkeit in die Tasche stecken.
[REVIEW]
My Fair Lady SE - Warner (R1/R2)
Im
Grunde genommen enthält die neue Special-Edition von My Fair
Lady nichts neues, es wurde nur vorhandenes Material neu zusammengestellt
und nicht einmal ein neuer Transfer gemacht. Das ist aber alles nicht
so schlimm, denn das digitale Master der Harris/Katz-Restauration wurde
neu komprimiert und sieht nun doch besser aus als auf der alten DVD -
das anscheinend leicht falsche Bildformat wurde nicht korrigiert, aber
dieses Rätsel habe ich in meiner Review der Special-Edition lösen
können. Die Extras der alten DVD wurden vollständig übernommen,
aber bis auf die Kommentarspur (immer noch eine der besten ihres Fachs)
auf eine zweite DVD ausgelagert und durch einige Dinge von dem alten Laserdisc-Boxset
ergänzt - darunter unter anderem die einstündige Dokumentation,
die von dem inzwischen verstorbenen Jeremy Brett gehostet wurde. Auch
in Deutschland ist die My Fair Lady SE erschienen und hat nicht nur bei
den Extras, sondern auch bei der sonstigen Ausstattung ein Upgrade erhalten:
der deutsche Ton ist nun in Stereo-Surround (abe nicht in 5.1 wie der
Originalton) zu hören, allerdings kann man über die Qualität
dieses Remixes streiten. Alleine für die Extras lohnt sich die identisch
zur R1 ausgestattete deutsche Ausgabe auf jeden Fall, wenn man sich nicht
an dem unkorrigierten PAL-Speedup stört. [REVIEW]
The Name of the Rose - Warner (R1/R2)
Der
Name der Rose hatte zu Anfangszeiten der DVD die zweifelhafte Ehre,
eine der allerersten deutschen Veröffentlichungen zu sein, die aber
eigentlich den Namen Digital Versatile Disc nicht verdient hatte: zum
Einsatz kam ein lausiges altes Videomaster, die einzige Abtastung die
in Deutschland je von dem Film gemacht wurde, und natürlich gab es
keinen Originalton, geschweige denn Menüs oder sogar Extras. Im Frühjahr
diesen Jahres machte Kinowelt den Versuch mit einer Neuauflage dieser
zum Glück schon lange nicht mehr erhältlichen Disc noch einmal
abzukassieren, aber da schob der neue Rechteinhaber Warner einen Riegel
vor und kündigte seinerseits eine eigene Veröffentlichung von
The Name of the Rose an - diesmal vernünftig mit neuem Transfer,
Originalton und vielen Extras. Die endlich im August erschienene DVD hat
die großen Versprechen mühelos halten können - sowohl
Bild- und Tonqualität als auch die Extras sind auf allerhöchstem
Niveau. Die DVD wurde zwar fast zeitgleich in Region 1 und 2 veröffentlicht,
aber nur in Europa gab es eine Special-Edition mit einer zweiten zusätzlichen
DVD, die eine weitere fantastische Dokumentation enthält. Das der
Film tatsächlich einmal in so einer perfekten Form als DVD erscheint,
hätte ich wirklich nicht für möglich gehalten. [REVIEW]
Michael Palin - Pole to Pole & Full Circle
- BBC (R2/UK)
 Die
BBC hat dieses Jahr wie versprochen Michael Palins restliche beiden Reisedokumentationen
als DVDs herausgebracht, nachdem im letzten Jahr bereits Sahara
und Around the World in 80 Days erschienen sind. Technisch sind
diese DVDs wieder so gut wie möglich geworden, allerdings muß
man bei de m noch auf 16mm gedrehten Pole to Pole deutliche Abstriche
bei der Bildqualität machen, teilweise noch mehr als bei 80 Days.
Dafür sieht Full Circle, gedreht auf 35mm-Film, umso besser
aus und erreicht schon fast Kinofilm-Niveau. Aber die Qualität ist
hier nich ganz so wichtig, hier zählt hauptsächlich der Inhalt
- Michael Palin mag auch in grieseligen 16mm-Bildern seine Reise vom Nord-
bis zum Südpol auf eine spannende und unterhaltsame Art und Weise
zu schildern, die alles andere vergessen läßt. Die Extras von
Pole to Pole beschränken sich wieder nur auf ein retrospekties
Interview mit Michael Palin, weil anscheinend kein übriggebliebenes
Filmmaterial mehr gefunden werden konnte - das gelang allerdings dafür
bei Full Circle, dessen DVDs mit ausführlichen "Deleted
Scenes" ausgestattet wurden. Auch dieses Jahr erschienen ist übrigens
Michael Palins neueste Reise Himalaya, die ich mir aber wegen
des gesalzenen Preises von fast 30 Euro noch nicht angeschafft habe -
die vier anderen DVD-Sets sind dagegen für kaum mehr als 20 Euro
zu bekommen. [REVIEW]
[REVIEW]
Red Dwarf Series 4 & 5 - BBC (R2/UK)

Auch Red Dwarf ist dieses Jahr gleich in doppelter Ausführung vertreten,
denn die BBC hat wieder zwei Staffeln der britischen Science-Fiction-Comedyserie
herausgebracht. Wie schon bei den ersten drei Staffeln brechen die DVDs
in Sachen Ausstattung alle Rekorde und während die Bild- und Tonqualität
sicher nicht auf Kinofilm-Niveau ist, bekommt man doch das beste geboten,
was mit den über zehn Jahre alten BBC-Videoaufnahmen noch möglich
ist. Das umfangreiche Bonusmaterial wurde von den Machern der Serie selbst
produziert und gehört zu dem besten, was man zur Zeit auf dem DVD-Markt
finden kann: jede Episode wird von einem umwerfenden Audiokommentar der
Schauspieler begleitet, und auf der zweiten DVD jedes Sets befinden sich
eine ausführliche Dokumentation, kiloweise Deleted Scenes, Outtakes
und praktisch sämtliches Material, was noch in den Archiven der BBC
zu finden war. Selten ist eine Fernsehserie auf einer DVD so gut dokumentiert
worden, und das ohne den Unterhaltungswert zu opfern [REVIEW][REVIEW]
Shrek 2 - Dreamworks/Universal (R1/R2)
...
ist vielleicht nicht gerade ein absolut perfekte DVD-Veröffentlichung,
aber einer der gelungensten Filme des Jahres gehört einfach hierhin.
Dreamworks hat es leider noch nicht so richtig raus, wie man eine wirklich
gute DVD macht, aber die grundlegenden Dinge sind auf jeden Fall schonmal
da: Shrek 2 enthält zwar keine ausführlichen Dokumentationen,
sondern nur kleine Featurettes, Clips und anderes kindertaugliches Material,
aber für die, die ernsthaft an der Entstehung des Films interessiert
sind, gibt es zwei ausführliche Kommentarspuren der Regisseure und
Autoren des Films. Während das Bild der amerikanischen Ausgabe auf
höchstem Referenzniveau ist, kann man über alle PAL-Versionen,
inklusive der deutschen DVD, nur noch den Kopf schütteln: diese wurden
mieserabel von dem NTSC-Master konvertiert und haben eine erheblich schlechtere
Bildqualität. Da hilft es auch nichts, daß es außerhalb
von Region 1 eine überteuerte Doppel-DVD von Shrek 2 mit
noch mehr unnötigen Extras gibt. Trotz des Durcheinanders um verschiedene
DVD-Ausgaben und schlechte Bildqualität hat zumindest die US-DVD von Shrek
2 wegen des gelungenen Films hier ihren Platz verdient. [REVIEW
R1] [REVIEW R2]
The Simpsons Season 4 - 20th Century Fox (R1)
Die Simpsons sind seit gut drei Jahren ein fester Bestandteil des DVD-Universums
auf beiden Seiten des großen Teichs - leider ist 20th Century Fox nach
dieser langen Zeit erst bei der vierten von mittlerweile insgesamt fünfzehn
Staffeln angekommen. Wenn man den schneckenartigen Veröffentlichungsrhythmus
einmal außer acht läßt, bekommt man regelmäßig eine der besten amerikanischen
Zeichentrickserien in optimaler Form als DVD serviert. Die Bild- und Tonqualität
ist den Umständen entsprechend gut gelungen, obwohl die alten Videomaster
verwendet wurden und der 5.1-Tonupmix ist sehr gut gelungen. Ihren Ruhm
haben die Simpsons-Seasonboxen aber hauptsächlich wegen ihrem hervorragenden
Bonusmaterial erreicht, das zwar im dokumentarischen Bereich etwas schwach
ist, aber ansonsten viele Deleted Scenes und natürlich die hervorragenden
Kommentarspuren umfaßt, die die Laufzeit jeder Box praktisch noch einmal
verdoppeln. Leider lassen die deutschen RC2-Veröffentlichungen immer etwa
ein gutes halbes Jahr auf sich warten, aber wenn man auf die ohnehin nicht
sehr berauschenden deutschen Fassungen verzichten kann, sind die meist
erheblich früher erscheinenden und billigeren US-DVDs eine gute Alternative.
Dieses Jahr sind eigentlich sogar zwei Staffeln erschienen - aber die
fünfte Season dürfte für die meisten Leute noch von "drüben" unterwegs
sein. [REVIEW]
Smiley's People - BBC (R2/UK)
...
ist die letzte von zwei John-Le-Carre-Verfilmungen der BBC mit Alec Guiness
in der Hauptrolle. Der Vorgänger Tinker Tailor Soldier Spy wurde
bereits im vorigen Jahr veröffentlicht, nun ist auch die Fortsetzung
endlich als DVD zu haben. Die BBC hat die schlichte, aber vorlagengetreue
Verfilmung technisch gut auf das digitale Medium umgesetzt, allerdings
darf man natürlich keine Wunder erwarten: wie schon bei Tinker
Tailor Soldier Spy wurde anscheinend ein altes Videomaster verwendet,
aber ein neuer Transfer hätte bei der auf 16mm gedrehten Miniserie
sowieso nicht viel genützt. Die Bildqualität paßt aber
perfekt zur Atmosphäre von John LeCarres Romanvorlage: grau, düster
und etwas schmutzig. Kein Widescreen, kein Surroundton, aber eine erzählerische
Dichte, die jede qualitative Einschränkung unwichtig erscheinen läßt.
Die Extras von Smiley's People bestehen nur aus einem halbstündigen
Interview mit John LeCarre und dem Tinker Tailor-Regissseur John
Irwin, das einen faszinierenden Einblick in die Entstehung der beiden
Miniserien gibt. Schmodderiges Bild und schnöder Mono-Ton hin oder
her - Smiley's People bietet fast sechs Stunden erstklassige
Unterhaltung, die natürlich nicht jedermanns Geschmack ist, aber
für Filmkenner eine der gehaltvollsten DVDs des Jahres sein dürfte.
Star Trek VI & VII SEs - Paramount (R1/R2)
 Mit
Paramounts Special-Edition-Neuveröffentlichungen der Startrek-Filme
ist es fast wie mit den Filmen selbst - es gibt manche Perlen, aber auch
so manche schwarze Schafe. Die diesjährigen SE-Updates waren Film
Nummer sechs und sieben - The Undiscovered Country, und Generations.
Die neue DVD von Star Trek VI entstand unter der Aufsicht von Regisseur
Nicholas Meyer, der nicht nur eine sehr interessante Kommentarspur aufnahm
und an den umfangreichen Extras mitarbeitete, sondern auch den hervorragend
gelungenen Transfer überwachte und einige minimale Änderungen
im Schnitt des Films machte. Generations ist dagegen anscheinend
ein Opfer von Desinteresse Seitens des Studios geworden: es wurde zwar
ein neuer Transfer gemacht, aber dermaßen schlecht nachbearbeitet,
daß für einen gerade einmal zehn Jahre alten Film eine riesige
Anzahl von Kratzern und Fusseln das Bild verschandelt. Auch das Bonusmaterial
konnte im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht so recht überzeugen
- die Dokus glänzen nur durch Inhaltsleere, und auf der Kommentarspur
ist nicht der Regisseur, sondern das Autorenteam zu hören. Sogar
die berühmten Deleted Scenes erwiesen sich als weitaus weniger interessant,
als man sich vorgestellt hat - alles in allem erinnert diese DVD an die
genauso lustlos zusammengeschmissene Special-Edition von Star Trek
V vom letzten Jahr. [REVIEW
ST6] [REVIEW ST7]
Star Trek The Original Series Season 1-3 - Paramount
(R1/R2)
 
Eine halbe Ewigkeit nachdem die Startrek-Classic-Serie in den USA erstmals
als DVD erschien - damals noch praktisch unbezahlbar in einzelnen Discs
mit je zwei Folgen - hat Paramount nun den großen Schritt getan und die
gesamte Serie erstmals in Form von drei handlichen DVD-Boxen auf der ganzen
Welt herausgebracht. Für die europäische Ausgabe mußten erstmals die in
den siebziger Jahren teilweise stark verstümmelten deutschen Synchronfassungen
auf das vollständige amerikanische Master angelegt werden, was mit einigem
Aufwand verbunden war, den Paramount aber nicht gescheut hat: die deutsche
Fassung wurde zwar im Mono-Original belassen, aber an den fehlenden Stellen
professionell und mit passenden Stimmen nachsynchronisiert, so daß zum
ersten Mal Star Trek TOS im deutschsprachigen Raum in komplett
ungeschnittener Fassung zu sehen ist. Außerdem besitzen die drei neuen
Boxsets einige ansehnliche Extras ganz im Stil der anderen Startrek-Boxen
und eine tolle Verpackung, die in den Pressefotos furchbar aussah, aber
sich als sehr schick und praktisch herausgestellt hat. Diese DVDs sind
nicht nur für hartgesottene Startrek-Fans interessant. [REVIEW
Season 1] [REVIEW
Season 2] [REVIEW
Season 3]
Star Wars Trilogy - 20th Century Fox (R1/R2)
...
ist genauso wie Indiana Jones im vorigen Jahr nicht nur eine
der wichtigsten, sondern auch beeindruckensten DVD-Veröffentlichungen
des Jahres. Abgesehen vom Kultstatus der Filme selbst und dem Trara über
die ganzen Änderungen die George Lucas seinen Fans zugemutet hat,
ist die erstmalige DVD-Veröffentlichung der originalen Starwars-Trilogy
vor allen Dingen ein restauratorisches Meisterwerk, denn die Bild- und
Tonqualität hat sogar die größten Zweifler beeindrucken
können. Insbesondere die von Lowry Digital restaurierten Transfer
sind ein kleines Wunder und lassen die Filme so aussehen, als ob sie gestern
gedreht worden wären und stecken so manche DVD von einem neuen Film
mit Leichtigkeit in die Tasche. Überraschend sind auch die reichhaltigen
Extras, mit denen kaum jemand gerechnet hat: neben einer neuen, ausführlichen
Dokumentation und vielen anderen Sachen auf einer vierten Disc enthält
jeder Film eine dichte, informative Kommentarspur von George Lucas und
Co. Hier braucht man gar nichts zu hypen - die Starwars-DVDs sind schlicht
und einfach hervorragend gelungen. [REVIEW]
Time Bandits Divimax - Anchor Bay (R1)
Fünf
Jahre nach der einst ganz akzeptablen, aber heute technisch nicht mehr
annehmbaren Criterion Collection von Terry Gilliams Time Bandits
hat AnchorBay endlich eine neue DVD herausgebracht. Ausgestattet mit einem
brandneuen Transfer mit dem Divimax-Siegel liegen Welten zwischen der
Criterion-Ausgabe und AnchorBays neuer
DVD - der Ton-Remix ging zwar daneben, aber die ohnehin schon so gut wie
perfekte Originalabmischung ist auch mit dabei. Es wäre fast die
perfekte Time Bandits-DVD geworden, aber leider hat Criterion den Audiokommentar
nicht herausgerückt, so daß man hier mit zwei interessanten
Dokumentationen auskommen muß. Als "Update" für die
Criterion-DVD ist die Divimax-Edition des Films aber ähnlich wie
bei der neuen Columbia-DVD von The Life of Brian ein absolutes
Muß. Time Bandits gibts inzwischen sogar in Deutschland
als DVD - die Sunfilm-Veröffentlichung besitzt wenigstens den Transfer
der englischen AnchorBay-Disc, hat aber keine nennswerten Extras. AnchorBays
Divimax-Version ist für Fans von Time Bandits in Kombination
mit der englischen DVD oder der Criterion-Disc, die beide die auf der
US-Version fehlende Kommentarspur enthalten, die ultimative Version des
Films. [REVIEW]
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